The Vandraren Stories: Buch III - Ewige Geisterkrieger
Von Michelle Mittag und Clara Vath
()
Über dieses E-Book
Zumindest so lange, bis Taminas Eltern von ihrer geheimen Beziehung erfahren, ihr Elternhaus von einem untoten Bergmann in die Luft gejagt wird und eine niederschmetternde Prophezeiung droht, Arwan und Tamina alles zu nehmen, wofür sie gekämpft haben ...
Michelle Mittag
Michelle Mittag, Jahrgang 1997, ist im Erzgebirge geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur 2015 studierte sie Europäische Geschichte. Während ihrer Elternzeit 2018/19 begann sie, ihre Romanideen aufzuschreiben. In ihren Romanen setzt Michelle Mittag sich kritisch mit dem Thema Erwachsenwerden auseinander und lässt zudem auch persönliche Eindrücke aus ihrem Geschichtsstudium mit einfließen. Diese Elemente lassen in ihren Geschichten die Grenzen zwischen dem Realen und dem Fiktionalen auf fantastische Weise verschwimmen.
Ähnlich wie The Vandraren Stories
Ähnliche E-Books
Ein paar kurze Jahre Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSandkastenFreunde: oder doch Liebe ...? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDrei Wochen Juli Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Bestimmung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOceanblue: Tochter der Sirenen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTomaten auf den Augen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWindgeflüster: Strandgeschichten und mehr... Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStirb leise, mein Engel Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Das Geheimnis zwischen uns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenModel zu haben ? Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Chroniken der Seelenwächter - Band 5: Die Prophezeiung: (Urban Fantasy) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenChoose the Star: Amy & Cleo Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSehnsucht, die du sehnlichst suchst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHoffe auf das Schicksal Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWenn du zerbrichst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebewohl - für immer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Weinen der Blume Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMein Freund der Junkie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPenny & Logan: Dich nicht zu lieben 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Haus Ein Brief Ein Mord Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Gegenteil von Traurigkeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenReap my Soul - Geraubte Zeit: Prickelnde Forbidden Love zwischen einem Unsterblichen und einer Todgeweihten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEngel der Dämonen: Begegnung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGoldkinder 1: Ein Herz aus Chrom Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Sommer voller Pferdeträume Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas einen nicht umbringt, macht einen stärker Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStolperherz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDorchadas Lennox Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEwiglich ... Dornröschen?: Kiss My Ass! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAmerican Boy & sein Prinz 2: Auf zu neuen Ufern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Fantasy-Romanze für Sie
Verkauft an die Berserker: Die Berserker-Saga, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenReckless 1. Steinernes Fleisch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKelraz der Heimtückische: Ork Gefährten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Tribut für den Alpha: Alma-Venus-Wandlerbräute Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Weihnachtsbaby: Ein BBW Bärenwandler-Schwangerschafts-Roman: Ein Baby vom Milliardär, #3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDark Elements 2 - Eiskalte Sehnsucht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter des Uhrmachers: Glass and Steele: Glass and Steele Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGefährliches Vorspiel: Black Light Roulette: Chicago Bratwa, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlphas Versuchung: Bad-Boy-Alphas-Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Krinar-Finsternis: Krinar Welt, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Gefangene des Fee: Die Gefangene des Fee, #1 Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Eine Nacht von den Zandianern: Zandianische Bräute, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Suche nach der Luchsin: Kodiak Point, #7 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMiau: Killerkatzen, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBeast Lovers Snippets Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für The Vandraren Stories
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
The Vandraren Stories - Michelle Mittag
Eins
Tamina
„U nd sie haben dich nicht rausgeschmissen?", frage ich gerade und mustere meinen Geisterkriegerpartner erstaunt.
Er lacht. „Kannst du es glauben?, gibt er zurück. „Sie sind zwar noch immer reichlich konsterniert, aber insgesamt haben sie es ganz gut verdaut. Und sie wollen echt, dass ich bei ihnen bleibe. Da ich ja aber meine Tarnung auflösen will, wollen wir wahrscheinlich so tun, als ob ich nach dem Ende der Tournee ‚aufhören‘ und als mein wirkliches Ich neu ‚anfangen‘ werde.
„Das klingt doch aber nach einer super Idee!, sage ich enthusiastisch. Dann runzele ich die Stirn. „Was macht ihr mit deinem Namen?
, frage ich vorsichtig. „Es wäre ja schon irgendwie auffällig, wenn du weiterhin Alex heißen würdest."
Mein Schatz seufzt und ich wünsche mir wiederholt, dass seine Tournee in Australien schon vorbei und er hier bei mir und nicht in einem Hotelzimmer in Sydney wäre. So jedoch muss ich damit vorliebnehmen, dass wir uns nur per Videochat unterhalten können. Dennoch freue ich mich, ihn wenigstens auf diese Weise sehen zu können. Arwan muss seinen Bandkollegen die große Neuigkeit seiner wahren Identität wohl gleich nach dem Konzert am letzten Abend eröffnet haben, doch im Anschluss ging es für alle direkt ein ganzes Stück weiter nach Sydney und von unterwegs hat er mich zuvor noch nicht anrufen können. Darum freue ich mich nun umso mehr zu hören, dass er gut angekommen ist und seine Band ihn trotz allem bei sich behalten will.
Arwan sieht mich zögerlich an. „Ich hatte überlegt, mit meinem richtigen Namen aufzutreten …", beantwortet er schließlich meine Frage.
Um ihm zu zeigen, dass ich die Idee gut finde, nicke ich wie wild mit dem Kopf und mache ein Daumen–Hoch–Zeichen. Wir lachen uns kurz an, bis ich aus der Küche meine Mutter rufen höre. Es ist Zeit, zum Abendessen anzutreten. Während es hier Abend ist, wird in Sydney bald der Morgen dämmern und Arwan wird wohl, natürlich nur pro forma, nachher eher den Frühstückstisch anstreben und so lacht er.
Schließlich wird es Zeit, uns voneinander zu verabschieden. Das ist der Teil der Unterhaltung, den ich immer am wenigsten leiden kann. Arwan muss mir das wohl angesehen haben, denn er legt den Kopf schief und meint: „Also, wenn du nach dem Abendessen noch ein paar Minuten Zeit hast, können wir uns kurz bei Sadwyn treffen. Der sollte gerade von seiner letzten Weltumrundung zurück sein. Meine Kollegen hier stehen eh frühestens in zwei Stunden auf."
Dieser Vorschlag hellt meine Stimmung schlagartig auf und so verabschiede ich mich mit einem letzten Zwinkern von ihm und lege auf. Dann mache ich mich auf den Weg in die Küche, wo meine Eltern schon warten.
Kaum dass ich mich gesetzt hatte, sah mich meine Mutter fragend und leicht besorgt an. „Ist alles in Ordnung mit dir, mein Schatz? Uns ist aufgefallen, dass du zurzeit oft in deinem Zimmer bist."
Ich spürte, wie ich rot wurde. Was sollte ich dazu schon sagen? Doch mein knallroter Kopf schien für meine Mutter Antwort genug zu sein; sie sah mich verständnisvoll an und fragte dann: „Gibt es etwas, das du uns erzählen magst?"
Ich schluckte. Ich hatte schon längere Zeit überlegt, ob und wenn ja, wann ich meinen Eltern von meinem Freund erzählen wollte. Doch nun sah es so aus, als würden sie mir die Entscheidung abnehmen. Also gut, dann wollten wir mal. War ja kein Verbrechen. „Ich … äh … ich, stotterte ich und kam mir wahnsinnig bekloppt vor, „ich hab einen Freund.
Mein Vater, für den diese Eröffnung wohl aus heiterem Himmel kam, verschluckte sich beinahe an seinem Kartoffelsalat, während Mia, meine kleine Schwester, mich verständnislos ansah. Nur meine Mutter schien so etwas Ähnliches bereits erwartet zu haben und blieb gefasst.
Während mein Vater noch hustete und sie ihm dafür einen strengen Blick zuwarf, sagte Mia: „Ich habe auch einen Freund in der Schule. Er heißt Eric und wir teilen uns in Kunst immer die Wachsmalstifte. Aber wegen dem hustet Papa nicht."
„Ist schon alles gut, mein Schatz. Der Papa hat sich nur verschluckt", sagte meine Mutter begütigend und auch mein Vater schien seine Fassung langsam wiederzuerlangen.
„So so, sagte er und sah mich erstaunt an. „Kenne ich ihn?
Ich schluckte und erwiderte: „Ich weiß nicht, ob ihr euch an ihn erinnert, aber ist euch meine Mathenachhilfe vom letzten Schuljahr noch ein Begriff? Beziehungsweise mein Tanzpartner?"
Nun horchte meine Mutter verdutzt auf und meinte: „Etwa der nette junge Mann, wie hieß er noch – Alex? Der, der dann nach Wales gegangen ist?"
Manchmal verfluchte ich meine Mutter für ihr gutes Gedächtnis. So auch jetzt, als ich so nebenbei wie möglich ausführte: „Ja, genau der. Außer, dass Alex nur ein Spitzname ist. Eigentlich heißt er Arwan."
„Das ist aber ein komischer Name", warf nun meine Schwester ein, in dem Bestreben, weiterhin Teil der Unterhaltung zu sein.
„Das ist ein persischer Name, versuchte ich zu erklären. Und auf den fragenden Blick meiner Mutter hin ergänzte ich: „Seine Familie kommt aber ursprünglich eigentlich aus Wales. Das ist etwas komplizierter.
Im Hinterkopf versuchte ich mich derweil daran zu erinnern, was mein Schatz mir einmal zur Bedeutung seines Namens erklärt hatte. Dann fiel es mir wieder ein: „Der Name Arwan bedeutet so viel wie mutig", sagte ich schnell, bevor meine Mutter ihre nächste Frage stellen konnte.
Nach einer kurzen Pause platzte es dennoch aus ihr heraus: „Aber er studiert doch in Cardiff, nicht wahr? Wie seid ihr denn da zusammengekommen? Oder ist das eine Fernbeziehung?"
Bevor ich antworten konnte, erklang wieder die Stimme meiner Schwester. Sie hatte sich eigentlich schon desinteressiert von der Debatte abgewandt und wohl deshalb nicht richtig zugehört. Nun kam sie nicht umhin zu fragen: „Wer ist eine Fernbedienung?"
Nach einem Moment der verwirrten Stille prustete ich los. Auch mein Vater konnte sich ein kurzes Lächeln nicht verkneifen.
Meine Schwester redete unbeirrt weiter: „Ist auch egal. Im Fernsehen kommt gleich meine Lieblingssendung. Kann ich die angucken?"
Meine Eltern stimmten zu und schon hüpfte Mia von ihrem Stuhl herunter und trapselte in Richtung Wohnzimmer. Nun erhob sich auch meine Mutter und begann, den Tisch abzuräumen. Mein Vater und ich halfen ihr.
Schweigend stellte ich gerade die Teller in die Geschirrspülmaschine, als meine Mutter dann doch noch einmal nachhakte: „Und? Wie seid ihr nun ein Paar geworden? Oder geht das schon länger?" Dabei zwinkerte sie mir verschwörerisch zu.
„Es ist schon in Teilen eine Fernbeziehung, gab ich daher zu. „Aber er versucht, so oft es geht, rüberzukommen.
„Na, dann wünschen wir euch alles Gute und hoffen, dass es lange hält, sagte meine Mutter. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass sich ein besorgter Schatten auf ihr Gesicht legte, als sie nach einer kurzen Pause hinzufügte: „Ich hoffe nur, er meint es auch ernst mit dir. Junge Männer … sind bei sowas manchmal etwas flatterhaft.
Arwan? Jung?, dachte ich nur. Laut sagte ich: „So ist er nicht."
Meine Mutter lächelte. „Gut, dann bin ich ja beruhigt. Als ich ihn damals kennengelernt hab, war er, glaube ich, achtzehn. Also müsste er jetzt so neunzehn sein, oder?"
Auf diese Frage konnte ich nur ein sehr geistreiches „Ähhh, zurückgeben, was zum Glück nicht weiter auffiel, da meine Mutter schon die nächste Frage auf mich abfeuerte: „Ohne jetzt die überneugierige Mutter spielen zu wollen
, begann sie, „aber hast du vielleicht Lust, ihn mitzubringen, wenn er das nächste Mal in der Nähe ist?"
Ich zögerte. Aber jetzt nein sagen konnte ich nicht. „Okay …, gab ich daher langsam zurück und meine Mutter fuhr sofort fort: „Es muss ja auch nicht gleich morgen sein. Gregor und ich würden ihn nur gern richtig kennenlernen, wenn es sich einmal ergibt.
„Mhhh", grummelte mein Vater an dieser Stelle sehr eloquent.
Wir waren mittlerweile damit fertig, den Tisch abzuräumen und ich hatte es eilig, von hier wegzukommen. „Stört es, wenn ich mich schon mal in die Nachtruhe verabschiede und auf mein Zimmer gehe?, fragte ich, und als ich die verdutzten Blicke meiner Eltern bemerkte, da es gerade mal achtzehn Uhr durch war, schob ich noch nach: „Ich will noch Geografie lernen und schlafe dabei garantiert ein.
Nun lachten sie und nachdem ich auch meiner Schwester im Wohnzimmer schnell „ "Gute Nacht gesagt hatte, verschwand ich in mein Zimmer. Das mit dem Geografie lernen war so eine Ausflucht gewesen. Meine Eltern konnten ja nicht wissen, dass ich das etwas praktischer meinte. Kaum dass ich in meinem Zimmer angekommen war und mich vergewissert hatte, dass mir niemand folgte (und mit niemand meinte ich meine Mutter, die mich vielleicht doch noch ohne Zeugen weiter ausquetschen wollte), machte ich mich auf den Weg nach Cardiff. Ich hatte da noch eine Verabredung.
Zwei
Sadwyn
Es war abends halb sieben. Ich saß entspannt in meinem Lieblingssessel im Wohnzimmer und kam nicht umhin zu grinsen, als ich meinen Cousin x–ten Grades und seine Freundin Tamina heimlich beobachtete. Die beiden hatten sich zusammen aufs Sofa gekuschelt und, seit sie vor etwa einer Viertelstunde angekommen waren (der eine aus Australien, die andere aus dem Erzgebirge) weder Augen noch Ohren für irgendwen oder irgendetwas anderes. Ich unterdrückte ein Kichern. Sie sahen aus wie ein frisch verliebtes Paar – was sie ja auch waren. Ziemlich niedlich, und dabei gleichzeitig auch so unendlich nervtötend. Zumindest für mich. Nicht, dass ich ihnen ihr Glück nicht gegönnt hätte, im Gegenteil. Für Tamina hatte ich schon immer etwas übrig gehabt, seit ich sie vor etwas über einem Jahr in ihrem Heimatort vor Jaropolk und Ke’Indra beschützt hatte. Und mein Cousin? Ich war einfach nur froh, ihn nach so vielen Jahren endlich einmal richtig glücklich zu sehen. Er hatte meines Wissens in all den Jahren nie eine feste Freundin gehabt. Dafür freute ich mich nun umso mehr für ihn. Tamina hatte ihn verändert; er war lockerer geworden und insgesamt auch offener und fröhlicher. Vor allem seine Augen machten das deutlich: Seit dem Tod seiner Eltern und seiner kleinen Schwester waren sie pechschwarz und meistens sorgenbeladen gewesen. Doch dank Tamina waren sie wieder wie ursprünglich smaragdgrün und strahlten, als er seine Angebetete nun ansah.
Die beiden hatten sich eine ganze Weile – zumindest ihrer Definition nach, in Wahrheit waren es wohl kaum drei Tage gewesen – nicht gesehen und so ließ ich ihnen für einen Moment ihre Ruhe.
Dann kam ich jedoch nicht umhin zu fragen: „Was gibt‘s so Neues, ihr zwei Turteltäubchen?"
Mühsam lösten die beiden den Blick voneinander – ich mochte wetten, dass sie die ganze Zeit still in Gedanken miteinander geredet hatten.
Tamina begann nun zu erzählen, wie sie ihren Eltern mehr oder minder freiwillig davon berichtet hatte, dass sie ja einen Freund hatte und diese Arwan auch prompt kennenlernen wollten. Die Ärmste. Dennoch konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen, als ich mir die Szene vorstellte.
Und Arwan schoss seinerseits den Vogel ab, als er berichtete, wie er seinen Bandkollegen nach dem letzten Konzert mal eben schnell mitgeteilt hatte, dass sein Aussehen, so wie sie ihn die letzten zehn Jahre gekannt hatten, nur eine Tarnung gewesen war und er doch seit rund einem Jahrhundert wie zwanzig aussah. Verzeihung, zweiundzwanzig. Doch wundersamerweise wollten sie ihn dennoch weiterhin bei sich in der Band haben, nur eben jetzt mit seiner richtigen Identität.
„Mir scheint, dass ich da ja ziemlich was verpasst hab, als ich auf Surftour um die Welt war", warf ich nun ein und erzählte ihnen meinerseits, welche wunderschönen Flecken ich in der jüngsten Vergangenheit bereist hatte.
Tamina und Arwan staunten nicht schlecht, als ich von den Surfcontests berichtete, an denen ich teilgenommen hatte. Manche hatte ich sogar gewonnen. Doch das war für mich nicht das Entscheidende. Klar freute ich mich, wenn ich als bester Surfer ausgezeichnet wurde, doch mir ging es mehr um den Spaß an der Sache selbst und darum, mit Freunden entspannt abzuhängen und den Strand und das Meer, und zumeist auch die Sonne, zu genießen.
„Wie geht’s eigentlich deinen Freunden?", wandte ich mich nach einer Weile an Tamina. Vor Kurzem hatten sich die beiden Geisterkrieger unfreiwillig vor Taminas Klassenkameraden Hannes und – wie hieß sie noch gleich? Marie? – enttarnt. Zuvor waren sie jedoch mit den beiden im Schlepptau fluchtartig nach Cardiff gekommen, damit ich auch etwas von dem Spaß hatte. Hannes zumindest wollte ich bei Gelegenheit schon gern mal wiedertreffen. Wir hatten uns eine Weile unterhalten und er schien mir ein recht aufgewecktes Kerlchen zu sein.
„Och, denen geht’s gut. Hannes hat ein paarmal nach euch gefragt", sagte Tamina nun mit einem Grinsen.
Er war wohl ganz verrückt nach Arwans Band, weil er selbst auch gern Musiker werden wollte. Wir saßen noch eine Weile entspannt zusammen, bis das Thema auf etwas kam, bei dem Tamina prompt und wie ich fand, unnötigerweise, knallrot wurde. Ihr Geburtstag.
„Ich will aber keine Geschenke!", betonte sie, und ich fiel fast vor Lachen aus dem Sessel, als ich sah, dass Arwan seine Liebste anblickte, als ob sie ein Rad ab hätte.
„Wie bitte, was?", fragte er und zog die Stirn kraus. „Jetzt hab ich endlich mal eine Geisterkriegerpartnerin, die zufällig auch noch meine Freundin und darüber hinaus Seelenverwandte ist und ich darf ihr nichts zu ihrem Geburtstag schenken?"
Tamina schmiegte sich an ihn und sagte: „Wie du schon einmal bei ähnlicher Gelegenheit gesagt hast, ist es für mich das größte Geschenk, wenn du Zeit mit mir verbringst."
Arwan sah aus, als wollte er protestieren, doch ich kam ihm zuvor: „Und wenn wir dir nichts Materielles schenken, sondern etwas mit dir unternehmen? Einen Ausflug oder so?" Ich wusste, damit würde ich sie ködern und Arwan warf mir einen anerkennenden Blick zu.
Tamina dachte über meine Worte nach und sagte dann: „Naja, das wäre vielleicht doch keine so schlechte Idee. Sie schwieg einen Moment, dann schien ihr ein Gedanke zu kommen: „Vielleicht können wir ja was mit Hannes und Marie zusammen unternehmen? Wir hängen oft nach der Schule zusammen ab.
Da die beiden unser Geheimnis kannten, sah ich da erstmal kein grundsätzliches Problem und auch Arwan schien keine spontanen Einwände zu erheben. Heimlich freute ich mich sogar über ihren Vorschlag; ich wollte diesen Hannes doch zu gern näher kennenlernen. Der schien als Kumpel echt in Ordnung zu sein und Kumpels konnte man nie genug haben.
„Aber jetzt, nur ein paar Wochen vor den Sommerferien, ist das zu kurzfristig, unterbrach Tamina meine Gedanken. „Vielleicht sollten wir lieber die Herbstferien anpeilen? Während der Schulzeit ist das immer so schwer zu organisieren.
Nun warf mein Cousin seiner Liebsten einen unverhohlen erstaunten Blick zu. „Und wie wär’s mal am Wochenende? Wie lange planst du denn zu verreisen?"
Dann hörte er in Gedanken ihre Antwort und sagte nur: „Oh."
„Sie will wohl mit uns eine Weltumsegelung machen?", riet ich grinsend und Tamina wurde erneut rot.
„Nein, sagte sie schnell, „aber ich hatte gedacht, dass wir vielleicht in den Herbstferien alle eine Woche oder zumindest ein paar Tage hier in Wales bei euch verbringen könnten. Wir könnten es ja als Studienreise tarnen. Dafür wären die Herbstferien schon praktischer.
Ich ließ mir ihre Worte durch den Kopf gehen. Mit Tamina konnte ich mir das ja noch halbwegs vorstellen, aber mit zwei weiteren pubertierenden Teenagern? Andererseits hatte ich Marie und Hannes nicht gerade als Draufgänger in Erinnerung, die man permanent an der kurzen Leine halten musste. „Arwan und ich denken mal drüber nach, hörte ich mich daher zu meiner eigenen Überraschung sagen. „Platz genug wäre hier ja, aber es ist schon ein ganz schön großer organisatorischer Aufwand und wir sollten nichts überstürzen. Bis jetzt kenne ich Hannes und Marie ja kaum. Ich würde sagen, wir gehen immer einen Schritt nach dem anderen. Und du kannst natürlich jederzeit so viel Zeit hier verbringen, wie du möchtest.
Tamina strahlte mich an. Dann kuschelte sie sich enger an ihren Schatz und schloss die Augen. Nachdem sie zusätzlich mehrfach vernehmlich gegähnt hatte, beschlossen wir, es für heute gut sein zu lassen und verabschiedeten uns. Arwan brachte Tamina noch nach Hause, aber mir war klar, dass ich den heute Nacht nicht wiedersehen würde.
Nachdem sie weg waren, blieb ich noch einen Moment sitzen und dachte darüber nach, was im letzten Jahr alles passiert war. Jetzt, nachdem Ke’Indra und Jaropolk ihre Strafe erhalten hatten und keine Gefahr mehr für Tamina darstellten, war es ruhig geworden. Ein seltsames Gefühl.
Drei
Arwan
Ein Geisterschiff. Das war ja mal was ganz Neues. Ich besah mir die imposante Silhouette, die da in einiger Entfernung vor dem Horizont aufragte. Und wir segelten in rasantem Tempo darauf zu, denn – Überraschung – es war wiedermal so weit. Geisterkriegerzeit. Doch unsere aktuelle Mission war so gesehen etwas Ungewöhnliches. Sie fand nämlich nicht an Land, sondern hoch zur See statt. Wir mussten tatsächlich ein Geisterschiff aufspüren.
Endlich haben wir es entdeckt, dachte meine Geisterkriegerpartnerin und ich nickte.
Wir sollten vorsichtig sein, gab ich nach einer kurzen Pause zurück, wir wissen nicht, ob sie uns schon bemerkt haben.
Mittlerweile ließen sich die Umrisse des Segelschiffes ziemlich deutlich ausmachen. Es war gar nicht so leicht gewesen, unser Missionsziel ausfindig zu machen und wir waren schon mehr als eine Stunde ziellos durch die Gegend gesegelt. Deshalb war ich nun trotz allem seltsam erleichtert. Tamina neben mir ebenso. Es war bereits später Abend und sie würde morgen Schule haben.
Tamina gähnte noch einmal und dachte dann: Wie wollen wir eigentlich vorgehen? Es wird ja bestimmt mehr als nur ein Untoter auf dem Schiff sein.
Ich überlegte. Das könnte in der Tat schwierig werden.
Gerade als ich zu einer Antwort ansetzen wollte, kam meiner Geisterkriegerpartnerin noch ein Gedanke. Erschrocken dachte sie: Können wir eigentlich überhaupt an Bord des Schiffs gehen, ohne selbst zu Geistern zu werden? Oder kommen wir dann möglicherweise nie wieder runter?
Eine gute Frage. Ich, als sowieso Toter, bestimmt, gab ich zögerlich zurück. Aber bei dir bin ich mir da ehrlich nicht so sicher. Es gibt leider keine Quellen oder Augenzeugen, die wir mal eben dazu befragen könnten.
Es wäre echt nett gewesen, wenn Helios und Stratos uns diesmal unser Missionsziel ein wenig früher offenbart hätten, dann hätten wir uns wenigstens ein bisschen vorbereiten können, dachte Tamina nun reichlich verdrießlich.
Ich konnte ihr da nur zustimmen, aber nun war es zu spät. Du kennst sie doch, dachte ich daher resigniert und sie seufzte. Nach einer kurzen Pause setzte ich hinzu: Wir müssen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und sollten lieber kein Risiko eingehen. Da wir nicht an Deck ihres Schiffes können, müssen wir ergo versuchen, sie in eine Position zu bekommen, in der wir sie von unseren Schiffen aus einkehren können.
Tamina seufzte und fragte dann: Wie viele sind es eigentlich? Das Schiff ist ja doch ein bisschen größer. Ich denke, mit ein oder zwei Seeleuten ist es hier nicht getan …
Wir können nur probieren, so nahe wie möglich ranzukommen. Dann können wir versuchen, mit unseren Fähigkeiten die Geister auf dem Schiff aufzuspüren.
Gesagt, getan. Wir tarnten unsere Windjammer mit einem Unsichtbarkeitszauber und segelten noch ein Stück näher an das Geisterschiff heran, das die ganze Zeit über einen gleichmäßigen Kurs in Richtung Süd–Ost beibehalten hatte. Obwohl es kleiner als unsere beiden Windjammer war, würde Tamina bestimmt recht haben. Da war garantiert mehr als ein Geist an Bord.
Je näher wir kamen, desto mulmiger wurde mir. Die Luft um uns herum schien sich schlagartig um ein paar Grad abzukühlen und ich hatte das Gefühl, als ob ein elektrisches Knistern durch die Atmosphäre jagte. Ich blickte nach oben. Doch der Himmel über uns war weiterhin wolkenlos und so konnte ich die zahlreichen Sterne sehen. Und dann spürte ich etwas. Oder besser gesagt: jemanden. Und es waren viele.
Um Himmels Willen, wie sollen wir die denn alle einkehren?, dachte nun auch meine Geisterkriegerpartnerin und ich fühlte, wie sich Panik in ihr ausbreitete.
Insgeheim konnte ich ihr da nur beipflichten. Es waren mindestens dreißig Untote.
Die können wir doch nie und nimmer alle einzeln einkehren!, fügte Tamina hinzu und ich schluckte. Ob wir Verstärkung dazu holen sollten?, fragte sie nach einer kurzen Pause schüchtern.
Ich dachte nach. Theoretisch hatten wir die Möglichkeit, eine sogenannte „Search and Rescue Mission" auszurufen. Dann würden andere Teams zu Hilfe kommen und uns unterstützen. Das halte ich ehrlich gesagt für keine so gute Idee, antwortete ich schließlich zögerlich. Helios und Stratos werden kaum Verständnis dafür haben, wenn wir das direkt von vornherein machen. Wir sollten uns diese Option lieber vorbehalten, falls wir es gar nicht schaffen. Außerdem weiß ich nicht, auf welche lustigen Ideen die beiden sonst kommen – nicht, dass sie uns wieder zu Geisterjägern zurückstufen und du dann nochmal alleine eine Geisterkriegerprüfung machen musst. Schon bei der bloßen Vorstellung durchlief mich ein Schauer.
Wir fokussierten uns wieder auf das Schiff und die Untoten vor uns. Die natürlich mehrheitlich unter Deck waren, wie sollte es sonst auch sein?
Wir werden sie rauslocken müssen, dachte ich seufzend und Tamina stimmte mir leise zu.
Das war doch bestimmt mal ein Piratenschiff, oder?, dachte sie dann. Vielleicht können wir so tun, als wären unsere Windjammer zwei reiche Handelsschiffe, die es zu überfallen lohnt?
Das könnte klappen, antwortete ich nach einem Moment.
Und wenn sie dann versuchen, unsere Schiffe zu entern, können wir sie einen nach dem anderen einkehren, fuhr meine Geisterkriegerpartnerin fort.
Innerlich sträubte ich mich gegen diese Idee, doch da ich selbst keine bessere hatte, musste ich ihr schlussendlich zustimmen. Also gut, dachte ich resigniert und seufzte, packen wir es an.
Mithilfe eines Zaubers kreierte ich eine magische Illusion, sodass die Geister denken würden, unsere Schiffe seien vollbeladene Handelsschiffe. Ich konnte nur hoffen, dass ich von der Beflaggung und allem her in etwa die richtige Zeit erwischt hatte; mir war nämlich bei unseren vorangegangenen Missionen aufgefallen, dass unsere Untoten oft in der Zeit stehengeblieben zu sein schienen, in der sie selbst gelebt hatten. Beziehungsweise in der sie gestorben waren.
Wir gingen wieder ein kleines bisschen mehr auf Abstand und lösten dann den Unsichtbarkeitszauber auf, sodass unsere Geisterkriegerschiffe – Verzeihung, unsere Handelsschiffe – uneingeschränkt sichtbar waren. Es dauerte dann auch gar nicht mehr lange, bis ich sah, dass das Geisterschiff seinen Kurs änderte und Anstalten machte, uns zu folgen. Wir hingegen wurden absichtlich langsamer, um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass unsere Schiffe voll beladen seien und wir deshalb nicht schneller vorankämen. Bald schon hatte sich der Abstand zwischen den Geistern und uns drastisch verringert und ich spürte, wie sich eine große Zahl Untoter an Deck des Geisterschiffes versammelte. Auf einmal hörte ich etwas durch die Luft sirren und registrierte, wie knapp neben mir ein Enterhaken durch die Luft segelte und dann ins Meer klatschte. Er hatte meine Bordwand nur um etwas mehr als einen Meter verfehlt. Von Bord des Geisterschiffes hörte ich laute Rufe und drehte mich unwillkürlich um. Ich schluckte, als mir bewusst wurde, dass sich die Anzahl der Untoten sprunghaft noch einmal erhöht hatte. Entweder hatten sie sich vorher sehr gut verborgen gehalten oder wir waren noch zu weit weg gewesen, aber mir wurde mit Schrecken klar, dass da an die fünfzig Geister auf dem Schiff waren!
Schon sirrten weitere Enterhaken durch die Luft und einer traf sein Ziel: Laut krachend trümmerte er ein Stück der Reling von Taminas Conqueror of the Winds zu Kleinholz.
Das geht mir jetzt doch ein bisschen zu schnell, dachte meine Geisterkriegerpartnerin panisch, als sie das Seil des Enterhakens mit ihrem Dolch kappte.
Das Geisterschiff war jetzt dicht neben unseren Windjammern und immer mehr Enterhaken flogen uns um die Ohren.
Weg hier!, dachte ich nur und spürte, wie der Wind in die Segel meiner Wavebreaker fuhr. Doch das Geisterschiff hielt merkwürdigerweise spielend leicht mit unseren Windjammern mit. Wir schafften es kaum, auch nur einen kleinen Vorsprung herauszuholen. Wie machte es das? Mir wurde langsam der Ernst der Lage bewusst: Wir waren nun von Jägern zu Gejagten geworden … Ob wir vielleicht doch einen Hilferuf abschicken sollten?
Noch bevor ich dazu kam, diesen Gedanken mit Tamina zu teilen, hörte ich, wie jemand an Deck des Geisterschiffes „Feuer!" brüllte. Sekundenbruchteile später krachte eine Kanonenkugel mit zerstörerischer Wucht in den hintersten Mast meines Schiffes. Für einen Augenblick schien die Zeit stehenzubleiben. Dann musste ich wie in Zeitlupe zusehen, wie sich der Mast mitsamt Segeln knarzend und ächzend immer mehr zur Seite neigte und schließlich laut krachend Kleinholz aus meiner Bordwand machte, bevor er ins Meer klatschte. Der ganze Vorgang wurde von den Untoten mit lautem Johlen begleitet. Na toll. Wie sollte ich mein Schiff denn jetzt auf Kurs halten?
Ab in die Luft, dachte ich daher nur an Tamina gewandt und betete, dass es mir gelingen würde, meinen Windjammer zum Fliegen zu bringen. Unter großer Kraftanstrengung schaffte ich es schließlich, dass sich mein Schiff in die Lüfte erhob. Anmutig sah das bestimmt nicht aus, aber es war mir in dem Moment egal. Weitere Kanonengeschosse segelten an uns vorbei, einer traf das Heck meines Schiffes, als ich gerade abgehoben hatte.
Sobald wir außer Reichweite der feindlichen Geschosse waren, mussten Tamina und ich uns erstmal kurz sammeln. Was war das denn bitte gewesen? Und wir waren noch nicht mal dazu gekommen, überhaupt auch nur den Versuch zu unternehmen, die Untoten einzukehren. Abgesehen davon, dass es viel zu viele waren.
Tamina starrte entsetzt auf meine arg in Mitleidenschaft gezogenen Wavebreaker und auch ich erschauderte, als ich mir die Schäden erneut ansah. Es sah gar nicht gut aus. Wäre ich nicht in der Luft gewesen, hätte ich bestimmt befürchten müssen, dass mein Schiff über kurz oder lang sinken würde. Doch dadurch, dass ich abgehoben war, hatte ich den Geschossen des Geisterschiffes einen perfekten Angriffspunkt geboten …
Und jetzt?, dachte Tamina panisch.
Ich hatte zugegebenermaßen nicht die leiseste Ahnung, was wir jetzt tun sollten. Resigniert seufzend blickte ich hinauf zu den Sternen. Nach einem Augenblick des Suchens konnte ich auch Arktur und unser Sternendreieck ausmachen. Mir fielen die Worte von Helios und Stratos nach unserer Geisterkriegerprüfung wieder ein. Dass wir uns einen Lieblingsstern am Nachthimmel aussuchen sollten. Na toll. Wenn sie sich mal die Mühe gemacht hätten, uns das genauer zu erklären. Es hätte uns in dieser Situation vielleicht helfen können, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, wie.
Tamina hatte meine Gedanken gehört, doch auch sie war ratlos. Ich spürte, wie sie immer mehr gegen ihre Erschöpfung kämpfte, und auch mir als eigentlich unsterblichem Vandraren schwanden langsam, aber sicher, die Kräfte. Es war eine Heidenarbeit, mein lädiertes Schiff in der Luft zu halten. Doch wir konnten nun mal nicht eher hier weg, als die Mission erledigt und die Untoten eingekehrt waren. Tamina fing leicht an zu zittern und ich geriet immer mehr in Sorge. Deshalb tat ich das Einzige, war mir in diesem Moment einfiel: Ich stimmte in Gedanken unser allererstes Lied – die von mir bearbeitete Fassung des mittelalterlichen Liedes Stella Splendens – an. Dasjenige Lied, welches wir auch zu Beginn unserer Missionen nutzten, um uns in unsere Geisterkrieger–Form zu verwandeln
