Und plötzlich öffnet sich eine Tür: GFK-Erfolgsgeschichten Marshall Rosenberg zum 80. Geburtstag
Von Ingrid Holler
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Über dieses E-Book
Ingrid Holler, selbst GFK-Trainerin, hat hierzu Kolleginnen und Kollegen befragt. Und was haben sie geantwortet? Das Spektrum reicht von Geschichten persönlicher Entwicklung über Themen am Arbeitsplatz bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen. Es sind Berichte zusammengekommen, die berühren, die möglicherweise aber auch motivieren, sich selbst auf die Erfahrung Gewaltfreie Kommunikation einzulassen.
Mit Beiträgen aus Indien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Schweiz, Österreich, Schweden u.a.
Ingrid Holler
Ingrid Holler ist Autorin und Seminarleiterin und in der Gewaltfreien Kommunikation sowie als Coach und Mediatorin aktiv. Sie ist anerkannte Mediatorin und Ausbildungsleiterin im Bundesverband Mediation und Vorstandsmitglied im Fachverband Gewaltfreie Kommunikation. Ingrid Holler lebt und arbeitet in München und freut sich über so manche fröhliche und vertrauensvolle Facette, die die GFK in ihr Leben gebracht hat. www.lets-train.de
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Buchvorschau
Und plötzlich öffnet sich eine Tür - Ingrid Holler
Ingrid Holler (Hrsg.)
Und plötzlich öffnet sich eine Tür
Über dieses Buch
Wie kommen Menschen in Berührung mit der Gewaltfreien Kommunikation? Welche Auswirkungen hat sie auf ihr Leben? Was waren die Erlebnisse, die sie am meisten berührt und beeindruckt haben? Ingrid Holler, selbst GFK-Trainerin, hat Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland hierzu befragt. Und was haben sie geantwortet? Das Spektrum reicht von Geschichten persönlicher Entwicklung über Themen am Arbeitsplatz bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen. Dieses Buch dokumentiert ihre Erzählungen, die berühren, die möglicherweise aber auch motivieren, sich selbst auf die Erfahrung Gewaltfreie Kommunikation einzulassen. Das Buch ist zugleich ein Dank der Beiträgerinnen und Beiträger an Marshall B. Rosenberg, der die Gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat. Es erscheint aus Anlass seines 80. Geburtstags am 6. Oktober 2014.
Ingrid Holler ist Autorin und Seminarleiterin und in der Gewaltfreien Kommunikation sowie als Coach und Mediatorin aktiv. Sie lebt und arbeitet in München und freut sich über so manche fröhliche und vertrauensvolle Facette, die die GFK in ihr Leben gebracht hat. http://www.akademie-blickwinkel.de
Copyright: © Junfermann Verlag, Paderborn 2014
Coverfoto: © kohy – Fotolia.com
Covergestaltung / Reihenentwurf: Christian Tschepp
Satz & Digitalisierung: JUNFERMANN Druck & Service, Paderborn
Alle Rechte vorbehalten.
Erscheinungsdatum dieser eBook-Ausgabe: 2014
ISBN der Printausgabe: 978-3-95571-019-4
ISBN dieses eBooks: 978-3-95571-029-3 (EPUB), 978-3-95571-306-5 (PDF), 978-3-95571-305-8 (MOBI)
Vorwort
Ich liebe Bücher und alles, was dazugehört – sie zu lesen, neue Bücher zu ersinnen, sie (gemeinsam) zu schreiben und auch den ganzen Entstehungsprozess eines Buches zu begleiten: von den ersten Ideen über die Arbeit am Text bis hin zu dem Moment, in dem ich das fertige Buch in Händen halte. Und so wuchs schon länger eine neue Buch-Idee in mir: Nachdem die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) seit nunmehr 20 Jahren in Deutschland ihr „Wesen" verbreitet[1], dachte ich immer mal wieder daran, konkrete Erfahrungsberichte mit der Gewaltfreien Kommunikation in einem Buch zusammenzustellen. Dieses zarte Pflänzchen bekam nun im Sommer 2013 den entscheidenden Wachstumsschub: Dr. Stephan Dietrich vom Junfermann Verlag schlug mir vor, zum 80. Geburtstag von Dr. Marshall Rosenberg, dem Begründer der GFK, ein Buch mit Geschichten herauszubringen, die die Wirksamkeit der GFK in den verschiedensten Lebensbereichen dokumentieren. Er bot mir an, diese Idee unter meiner Leitung zu verwirklichen.
Wow! Halt, erst mal überlegen, was heißt das? Das heißt, einen Themenkatalog zu erstellen, mit unterschiedlichen Autorinnen und Autoren zusammenzuarbeiten, Texte zu redigieren und den ganzen Entstehungsprozess zu begleiten. Ich sehe auch die Möglichkeit, neben der Arbeit an diesem Buch, das zu leben, was mir persönlich in der GFK besonders wichtig ist: Verbindung schaffen und daraus etwas Neues entstehen lassen. Das klingt alles sehr spannend. Ja, das will ich gerne machen! Ich nehme das Angebot an und los geht es.
Zu meiner großen Freude liegt das Buch nun vor, und mein herzlicher Dank geht an alle Mitwirkenden, insbesondere an meine GFK-Kolleginnen und -Kollegen, an die Teilnehmenden aus unseren Seminaren und an meine Freunde und Freundinnen, die ihre Geschichten mit Herzblut zu diesem Buch beitragen. Es hat mir wirklich viel Freude gemacht, die Geschichten im Austausch mit den AutorInnen zu redigieren. Ich danke Stephan Dietrich für die Buch-Idee und die unterstützende und tatkräftige Umsetzung, und natürlich – ein dickes Dankeschön an Marshall Rosenberg, der die GFK entwickelt, unzählige Samen davon in aller Welt ausgesät und die Pflänzchen aufgezogen hat. Dieses Buch erzählt über die Wurzeln, die Gewächse und die Blüten, die daraus entstanden sind.
In seinen Erlebnisberichten zeigt uns das Buch zweierlei: Zum einen wirkt die GFK tatsächlich in allen Bereichen, in denen Menschen sich bewegen, aufeinandertreffen und miteinander auskommen (müssen) – ob in der Familie oder am Arbeitsplatz, im Alltag oder auch international, in ganz anderen Kulturen. Und zum anderen wirkt die GFK dann besonders gut, wenn sie in der inneren Haltung und der persönlichen Denkweise zu Hause ist.
Die Erzählungen machen deutlich, wie wichtig es ist, in Kontakt mit sich selbst zu kommen – und das nicht nur in einem Konfliktfall. Sich selbst klar zu werden: Wie geht es mir eigentlich, was ist mir wichtig, was möchte ich, wo soll es denn hingehen (in meinem Leben)? Antworten auf diese Fragen sind nicht selten „verschüttgegangen auf dem Weg, ein gut funktionierendes Mitglied unserer Gesellschaft zu werden. Auf diesem Weg begegnen einem unzählige Normen und Konventionen: Dies muss man tun und jenes lassen, stark muss man sein und Gefühle lieber nicht zeigen, alles soll man im Griff haben und immer zur Stelle sein und nicht zu viel wollen für sich selbst, außer man kann es sich leisten, dann aber richtig zulangen! Alles richtig machen und bloß nichts falsch. All diese Erwartungen und Ansprüche sind uns manchmal schon zur „zweiten Natur
geworden: Wir stellen sie jetzt an uns selbst – und an unsere Mitmenschen. Leider entsprechen sie eher nicht dem, was wir wirklich brauchen, was uns guttut und was uns im Miteinander hilft. Deshalb können sie uns das Leben sehr schwer machen.
Am Münchner Flughafen hatte ich dazu kürzlich eine berührende Begegnung. Wenn ich durch die Sicherheitsschleuse gehe, sehe ich mein Hab und Gut zwischen dem anderer Passagiere immer in der Ferne auf dem Laufband entschwinden. Das lässt eine gewisse Unruhe in mir aufkommen. Die Sicht ist mir durch diverse Apparaturen versperrt, und außerdem muss ich gerade meine Schuhe aus- und wieder anziehen. Diesmal jedoch sehe ich einige Angestellte mit etwas Abstand hinter den Bändern stehen. Ah, denke ich freudig, die passen jetzt auf unsere Sachen auf, ich kann mich entspannen. Da ich mir mit der GFK angewöhnt habe, mehrmals täglich mein Augenmerk auf Gelungenes zu richten und Wertschätzung auszudrücken, gehe ich kurz darauf zu dem Mann, der hinter „meinem Band steht, und spreche ihn an: „Ich sehe, Sie passen auf unser Gepäck auf, das freut mich sehr, weil das meiner Sicherheit dient – vielen Dank
. Erwartungsvoll bleibe ich stehen. Er reagiert so: Erst zuckt er kurz, zieht die Augenbrauchen hoch, reißt die Augen wie erschreckt auf und neigt sich etwas zurück, dann neigt er sich wieder vor, die Augenbrauen gehen runter und er atmet erleichtert aus mit den Worten: „Ach, und ich dachte schon, da will sich wieder einer beschweren, weil was falsch läuft. Und Sie finden das gut, ja äh … ja schön, er lacht freundlich auf: „Wir sind zwar nicht da, um auf das Gepäck aufzupassen, sondern wir schauen nach Terroristen, aber es tut trotzdem gut, das von Ihnen zu hören, danke!
Wir unterhalten uns noch kurz, dann gehe ich beschwingt davon.
Mich berührt der Schreck, den er scheinbar spontan erfuhr bei dem Gedanken, oje, ich habe etwas falsch gemacht. Dann wird es ein kurzes, verbindendes und freudiges Gespräch (auch wenn seine Aufgabe nicht ganz meinen Wünschen entsprochen hat). Wir sind uns begegnet in dem „Land jenseits von Richtig und Falsch"[2].
In diesem Land zeigt uns die GFK konkrete, praktische Wege auf, „wie wir wieder erleben können, was wir selbst fühlen und was wir brauchen und wie es unseren Mitmenschen geht und was sie brauchen – um letztlich die Lage für alle Beteiligten zu verbessern".[3] Auf diesen Wegen erfahren wir, wie wir nach unseren Werten leben können, die wir ja mit allen Menschen teilen. Wie wir z. B. Wertschätzung erleben können, die keinen Preis hat, und Unterstützung geben, freiwillig und ohne inneren Druck, wie wir uns selbst treu sein können, ohne uns zu verstecken, und wie wir die Interessen anderer berücksichtigen und auf Augenhöhe bleiben. „Kultiviert man eine Geisteshaltung, die sich nicht an Richtig und Falsch klammert, erlebt man eine frische, neue Art des Seins."[4]
Auf diese Weise räumen wir unseren Herzen Mitspracherecht in unserem Denken ein. Wenn das geschieht, dann öffnen sich plötzlich Türen. Die Geschichten in diesem Buch erzählen davon.
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie in diesem Buch etwas für sich entdecken, das Sie anspricht, vielleicht auch manches, was Sie nachdenklich macht, Sie berührt oder ein Lächeln auf Ihr Gesicht zaubert.
Ingrid Holler
München, im Sommer 2014
ALLTAG UND BEGEGNUNG
Aniruddha Gandakush
Wie die GFK mein Leben gerettet und umgekrempelt hat!
Nie werde ich jenen ungemütlichen, kalten und schaurigen Abend im Londoner Stadtteil Wembley vergessen, der mein ganzes Leben veränderte …
Ich hielt mich in England auf und machte gerade meine ersten Baby-Giraffenschritte, indem ich bei Bridget, Gina und in einigen Trainings mit Dr. Marshall Rosenberg die GFK lernte. Ich war ein Giraffenbaby und begann eben erst Laufen zu lernen. Ich konnte die GFK gewissermaßen noch nicht fließend und hatte manchmal auch so meine Zweifel an der Methode … Kann das wirklich funktionieren? Ich hatte diese Bedenken sogar einmal Dr. Rosenberg gegenüber offen eingestanden.
Es war der 7. April 2004, als mich Sanju, eine Freundin aus Indien, anrief. Sie war auf Besuch in England und wollte sich mit mir treffen. Wir wollten zusammen zu Abend essen, und ich sollte ihre Familie kennenlernen. Ihr Hotel war das Wembley Plaza in Wembley. Ich freute mich wirklich darauf, sie und ihre Familie zu treffen.
Ich fuhr mit der U-Bahn von Bethnal Green nach Wembley. Etwa um acht Uhr abends kam ich dort an. Es regnete, es war windig und kalt. Ich hatte drei Lagen Kleidung und eine dicke Jacke angezogen, um mich gegen die fürchterliche Kälte zu wappnen, an die ich mich noch nicht gewöhnt hatte. Ich ging von der U-Bahn-Station zu Fuß zum Hotel. An der Rezeption fragte ich nach meiner Freundin und wurde gebeten, sie vom Telefon an der Rezeption aus auf ihrem Zimmer anzurufen. Doch es ging niemand ran. Nach etwa fünf bis zehn Minuten versuchte ich es noch einmal, hatte aber erneut kein Glück. So ging es die ganze Zeit, bis elf Uhr abends. Um elf erklärte mir die Mitarbeiterin an der Rezeption, dass meine Freundin ja vielleicht als Touristin einen netten Abend irgendwo entlang der Themse verbringe. Ich gab schließlich auf, nahm die Blumen, die Schokolade und die Karte, die ich für ihre Familie mitgebracht hatte, wieder an mich und bat die Rezeptionistin, meiner Freundin auszurichten, dass Aniruddha dagewesen sei, wenn sie zurückkäme.
Ich ging also wieder zurück zur U-Bahn-Station Wembley. Die Straße war menschenleer und es war dunkel und kalt. Ich ging auf dem Bürgersteig, zu meiner Linken die Schienen, zur Rechten Häuser. Es war nicht mehr weit, nur noch etwa zwei bis drei Gehminuten bis zur U-Bahn-Station. Ehe ich so recht begreifen konnte, was geschah, kam wie aus dem Nichts ein etwa 1,80 Meter großer kräftiger Kerl aus einer dunklen Seitengasse. Er trug einen dunklen Kapuzenpulli, den Kopf tief in die Kapuze geschoben. Er griff mich am Kragen, drückte mich an die Mauer und sagte mit angsteinflößender Stimme: „Gib mir alles Geld, was du hast!" Ich hatte Todesangst …
Drei Jahre lang hatte ich in Indien Kampfsportarten trainiert – ich kann euch sagen: Wenn man sie wirklich braucht, helfen sie nicht. Ich hatte solche Angst, dass ich nicht einmal richtig stehen konnte. Meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding, meine Kehle war trocken und trotz der Kälte brach mir der Schweiß aus. Ich stand überhaupt nur aufrecht, weil der Mann mich am Kragen und gegen die Mauer gedrückt festhielt. Vor meinem inneren Auge tauchte blitzartig das Bild meiner Familie in Indien auf. Ich hatte 500 Pfund Bargeld und eine Digitalkamera bei mir. Ich sagte mir, „Aniruddha, jetzt ist es vorbei."
Dann hörte ich wieder seine furchtbare Stimme: „Gib mir dein ganzes Geld!"
Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Plötzlich antwortete tief aus meinem Inneren eine Babygiraffe mit sanfter Stimme: „Sind Sie verzweifelt?"
MANN: „Hör auf mit mir zu reden und gib’ mir dein Geld! Hast du etwa keine Angst?"
ICH: „Und ob ich Angst habe – ich kann nicht aufrecht stehen und meine Kehle ist trocken …"
MANN: „Gib mir einfach dein Geld. Ich habe Hunger und will Hähnchen essen …"
Das zu hören bewegte und berührte mich tief. Ich sah jetzt, dass vor mir nicht einfach ein Straßenräuber stand, sondern ein hungriger Mann, der sich der einzigen Strategie bediente, die er kannte, um sich sein Bedürfnis zu erfüllen. In meiner Hosentasche befanden sich etwa 15 Pfund Kleingeld. Die nahm ich jetzt heraus und sagte:
„Es macht mich traurig zu hören, dass Sie hungrig sind. (Ich hielt ihm das Geld hin.) „Ich hoffe, dass dies Ihren Wunsch danach, Hähnchen zu essen, erfüllen kann
.
Während ich ihm das Geld hinhielt, konnte ich in seine unter der Kapuze verborgenen Augen sehen. Da sah ich mit eigenen Augen eine Verwandlung vor sich gehen – hinter dem Straßenräuber konnte ich plötzlich ein schönes menschliches Wesen erkennen. Ich konnte kindliche Unschuld in seinen Augen sehen.
Er sah in meine Augen und sagte: „Sie sind so ein netter Mensch, und ich brauche Ihr Geld nicht." Er gab mir alles zurück. Ich hielt die Münzen in meiner Hand und sagte:
„Ich will wirklich etwas zu Ihrem Leben beitragen. Bitte nehmen Sie es."
MANN: „Ich brauche ja nur 2 Pfund".
ICH: „Nehmen Sie es sich".
MANN: „Nein, geben Sie es mir".
Ich nahm eine 2-Pfund-Münze und gab sie ihm. Er sagte: „Mann, Sie sind wirklich so nett … Gott segne Sie." Und damit verschwand er.
Ich konnte nicht glauben, was ich gerade erlebt hatte. An diesem Tag sah ich mit eigenen Augen eine Verwandlung. Das Leben lehrte mich eine wichtige Lektion: Beurteile die Menschen nicht nach ihren Handlungen. Wir müssen tiefer gehen und ihr Herz berühren. Nur dann sehen wir das schöne menschliche Wesen aus ihnen hervortreten. Häufig sind es unsere eigene Angst und unsere Urteile, die uns davon abhalten, mitfühlend mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Schönheit liegt darin, diese Urteile abzulegen und zu 100 % in jedem Moment gegenwärtig zu sein.
Heute bin ich dieser Babygiraffe dankbar, die mir das Leben rettete und mir eine neue Perspektive auf das Leben eröffnete. Dr. Rosenberg bin ich dankbar für dieses wunderschöne Geschenk, das mein Leben änderte.
Seit damals betrachte ich es als meine Bestimmung, die GFK zu verbreiten, damit sie dem Planeten Erde Frieden bringe. Die meisten meiner Trainings biete ich umsonst an, damit sie auch von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Menschen besucht werden können.
Andi Schmidbauer
„Das kann nicht sein!"
Kennen Sie das? Sie haben ein Problem und wenden sich an die zuständige telefonische Hotline. Nachdem Sie einige Zeit in der Warteschleife verbracht und diverse Tasten gedrückt haben, um mit der „richtigen Stelle verbunden zu werden, schildern sie endlich dem Menschen am anderen Ende der Leitung Ihr Problem. Und hören dann: „Das kann nicht sein!
Situationen wie diese haben mich früher sofort „auf die Palme" gebracht. Ich wurde sauer, ohne mir bewusst zu sein, warum ich eigentlich so heftige emotionale Reaktionen hatte. Das hat sich mit der GFK doch merklich geändert und ich möchte Ihnen gerne davon berichten.
Als mich Ingrid Holler fragte, ob ich einen Beitrag zu diesem Buch schreiben möchte, habe ich spontan zugesagt, denn ich erlebe die GFK als große Bereicherung in meinem Leben und bin Marshall Rosenberg sehr dankbar, dass er sie in die Welt gebracht hat.
Nur: Welche von den vielen Situationen, in denen ich Erfolge feiern konnte, sollte ich auswählen? Einen der großen „Durchbrüche", in dem mich Erkenntnisse über mich selbst geradezu euphorisiert hatten? Einen der bewegenden Momente im Kontakt mit anderen, in dem ich Menschen mit der GFK hilfreich zur Seite stehen konnte?
Nach einer Weile des Nachdenkens fiel mir die Wahl nicht mehr schwer: So wichtig die „großen Ereignisse für mich persönlich auch sind, so sehr schätze ich die GFK bei sogenannten „Kleinigkeiten
, alltäglichen Situation, wie sie mir tagtäglich begegnen. Man könnte sie vielleicht auch als „kleine Wunder" bezeichnen …
So auch letzthin wieder einmal, als in unserem Büro eines Morgens weder Telefon noch Internet funktionierten. Ein Blick auf unseren Router verhieß nichts Gutes: Ein wahres Feuerwerk der Anzeigen, so ziemlich jede Anzeige blinkte mir aufgeregt entgegen. Also rief ich mit meinem Mobiltelefon die zuständige Hotline unserer Telefongesellschaft an.
Von Marshall hatte ich verstanden: 80 % der GFK ist Selbstempathie. Bereits in der Warteschleife hatte ich Gelegenheit zur Anwendung: „Wieso dauert das so lange?", wollte eine Stimme in meinem Kopf wissen.
Am nörgeligen Tonfall bemerkte ich das sich anschleichende Wölfchen, atmete erst einmal tief durch – und begann mit mir selbst zu sprechen: „So, du bist scheinbar ungeduldig? „Allerdings!
, kam die prompte Antwort von innen. „Jetzt ist dieser Router offensichtlich kaputt – obwohl er noch nicht mal sechs Monate alt ist – und ich muss meine Zeit damit verplempern, in dieser blöden Warteschleife zu hängen …"
Ein weiterer tiefer Atemzug. „Hmmm, dann sind da zwei Dinge gerade aktiv: Du möchtest einerseits Verlässlichkeit, wenn du an den Router denkst, und andererseits eine gute Betreuung, wenn du in einer Notlage bist, die du nicht zu vertreten hast?"
„Ja, klar!, kam sofort die innere Antwort, „das ist ja wohl das Mindeste, wenn das Ding schon nicht funktioniert …
Ein erneuter Atemzug. „Und wie geht’s dir jetzt? „Schon besser, danke …
In diesem Moment meldete sich „Frau Schuster von der Telefongesellschaft in der Leitung, und ich beschrieb ihr meine „Lichtorgel
am Router und auch, wie wichtig Telefon und Internet für unser Geschäft wären.
„Hrmpf, hörte ich am anderen Ende, „bleiben Sie kurz in der Leitung
– und weg war sie. Dafür konnte ich mich eine weitere Minute an der Wartemusik erfreuen.
Da war sie wieder: „Hallo? Danke fürs Warten. Also, ich habe mit meiner Kollegin gesprochen, und das kann nicht sein, dass der Router nicht funktioniert."
Da waren sie wieder, diese Worte, die ich so liebte. „Das kann nicht sein."
Immer noch üben diese Worte auf mich einen starken Sog aus, „auf den Schlitten aufzuspringen, der da am Abgrund für mich stand. „Mein Erleben wird einfach so negiert, mir meine Realität abgesprochen
, meldete sich meine innere Stimme.
Erst mal wieder tief Luft holen – Notfallempathie. Ich sagte zu mir selbst: „Du möchtest, dass dir geglaubt wird, dass deine Realität geteilt wird … „Jaaaaaaa …
Das ermutigte mich wieder, auf die andere Seite einzugehen. Ich fragte die Dame am Telefon: „Frau Schuster, kann es sein, dass Sie irritiert sind, weil Sie bei einem so neuen Gerät so etwas bisher nicht kennen?"
Kurze Pause am anderen Ende. Und dann: „Ja, so was hatte ich noch nie, die Dinger halten doch eine Ewigkeit!"
Ich begann mich zu entspannen, weil diese Information meine Vermutung bestätigte – in mir entstand Kontakt.
„Und Sie würden gerne verstehen, was da los ist? „Ja.
Jetzt war es für mich stimmig, wieder von mir zu sprechen: „Dann würde ich Ihnen gerne sagen, was hier bei mir gerade los ist. Passt das für Sie?"
Wieder eine Mini-Pause und dann etwas zögerlich: „Ja…"
„Danke! Also, Frau Schuster, ich sehe hier die Lämpchen blinken, weder Telefon, noch Internet gehen, und das Ganze ist für uns hier geschäftlich sehr schwierig, denn wir sind nicht erreichbar. Wenn ich daran denke, dass dadurch Kunden verloren gehen könnten, mache ich mir Sorgen, denn mein Essen will ja auch bezahlt werden. Würden Sie mir bitte sagen, was bei Ihnen angekommen ist, worum es mir geht?"
Wieder kurze Pause. Und dann: „Naja, Sie befürchten, dass Sie dadurch Geld verlieren könnten."
Es tat mir gut, das noch mal zu hören – „angekommen zu sein mit meiner Botschaft. Das wollte ich dann auch mitteilen: „Es tut mir gerade gut, dass Sie das noch mal wiedergegeben haben, Frau Schuster, denn ich habe dadurch den Eindruck, angekommen zu sein. Danke! Und ich möchte in einer für mich schwierigen Situation auch gerne unterstützt werden. Und deshalb würde ich jetzt gerne mit Ihnen besprechen, wie wir dieses Problem gemeinsam gelöst bekommen, o. k.?
„O. k. Sie sagen, an dem Gerät blinken alle Lampen? „Ja.
„Und sie haben bereits den Stecker gezogen und das Gerät einmal an und ausgeschaltet? „Ja.
„Dann scheint ja wirklich ein Defekt vorzuliegen. Dann veranlasse ich jetzt einen Gerätetausch bei Ihnen vor Ort …"
Ein kleines Wunder? Vielleicht …
Seit ich die GFK im Jahr 2002 – mehr oder weniger zufällig – kennengelernt habe, erlebe ich diese und ähnliche Situationen bewusst anders. Waren sie früher unwillkommener Anlass, mich in Ärger, Wut, Resignation oder Hilflosigkeit zu verlieren, kann ich diese Gefühle jetzt oft schnell als das erkennen, was sie wirklich sind: innere Alarmsignale meiner Bedürfnisse, die in einen unausgeglichenen Zustand gekommen sind. Dadurch vermeide ich einen fruchtlosen Schlagabtausch, und es entsteht allmählich eine Verständigung im Gespräch. Meist sind dies nur kurze Augenblicke, in denen dann Dinge möglich werden, die vorher völlig außer Reichweite schienen. Unter anderem dafür bin ich Marshall sehr dankbar.
Ich folgte meinem Wunsch nach Vertiefen der eigenen GFK-Kompetenz und dabei wuchs dann langsam die Erkenntnis in mir, dass dieses Vertiefen und „Mich selbst immer wieder neu entdecken wohl in diesem Leben nicht mehr aufhören werden. Dies hat sich in vielen Seminaren mit nationalen und internationalen TrainerInnen und Trainern bestätigt – die ja auch alle von Marshall „angesteckt
wurden und ihre Begeisterung und ihr Verständnis von GFK in die Welt tragen.
Bei meinem ersten Training mit Marshall in der Schweiz im Jahre 2002 lernte ich Ingrid Holler kennen. Durch eine Hospitation bei einem ihrer Einführungsseminare entstand ein fruchtbarer Kontakt, der dann u.a. in meiner Mitarbeit in ihrem Team eine dauerhafte Fortsetzung fand. Jetzt leiten wir gemeinsamen die Akademie Blickwinkel. Mit unserem Angebot leisten wir unseren Beitrag zur Verbreitung der GFK in Seminaren, Ausbildungen, Mediationen, Einzelcoachings, Veröffentlichungen und vielen persönlichen Gesprächen.
Eva Rambala
Schritt für Schritt. GFK in meinem Leben
Über mich
Ein Freund von mir litt einmal unter Depressionen. Ich besuchte ihn in der Klinik, und als ich durch den Haupteingang trat, kam mir der Gedanke: Hätte ich nicht GFK gelernt und immer wieder angewendet, dann wäre ich womöglich nicht als Besucherin,
