Fantastic Pulp 4
Von Michael Schmidt (Editor) und Matthias Käther (Editor)
()
Über dieses E-Book
Ernest Favenc - Das Manuskript des George Seamore (1875)
Ein unheimlicher Western aus Australien
Otis Adelbert Kline - Die Essenz des Bösen (1924)
Ist das Böse destillierbar?
John Martin Leahy - In Amundsens Zelt (1928)
Am Südpol wartet das Grauen
Gordon MacCreagh - Dr. Muncing, Exorzist (1931)
Der erste Fall des Parapsychologen
Arthur Leo Zagat - Die Mitternachtsbestie (1934)
Das Grauen aus der Erde
Laurence Kirk - Dr. Macbeth (1940)
Krankheiten und ihre Geheimnisse
David Wright O´Brien - Die sonderbare Wandlung des Mr. Lane (1942)
Wenn der Geist auf Reisen geht
Winston K. Marks - Die Körperformer kommen! (1955)
Außerirdische und ein ganz spezielles Grauen
Matthias Käther - Viktorianischer Schrecken
Literatur aus dem 19. Jahrhundert
Ähnlich wie Fantastic Pulp 4
Titel in dieser Serie (16)
Fantastic Pulp 4 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenXENOPHOBIA Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Tor Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenReiche Ernte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchattenschwarz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFantastic Pulp 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFantastic Pulp 1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Zeit der Feuerernte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeisterstunden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFantastic Pulp 3 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer König von Mallorca Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchattenland: 32 schwarze Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhantastische Storys 19: Rapid Transit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPhantastische Storys 20: Metempsychosen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDrachen! Drachen! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Struwwelpeter-Code: und andere sonderbare Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnliche E-Books
Blake Gordon und das Blutschloss: Gruselkrimi Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJack London: Martin Eden: Vollständige deutsche Ausgabe mit beiden Bänden (Novelaris Klassik) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLarry Brent Classic 036: Das Atoll Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSeewölfe - Piraten der Weltmeere 6: Feind im Dunkel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNummer 13 - Geistergeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDan Shocker's LARRY BRENT 95: Ruine der Kopflosen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMichael der Bruder Jerrys Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sohn des Wolfs und andere Erzählungen von Jack London Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sohn des Wolfs Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDenn das Blut ist das Leben: und andere Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCharlotte Brontë - Gesammelte Werke: Entdeckungen in der viktorianischen Romantik: Heldinnen, Geheimnisse und der Kampf um Unabhängigkeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Nebelküste: Elben - Die Serie 1: ELBEN - Die Serie, #1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKönige von Drachenwelten und Elbenreichen: 3 Fantasy-Romane im Bundle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kinder der Nacht: Horrorgeschichten Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Lovecrafts Schriften des Grauens 26: Treibgut Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFantastic Pulp 1 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Chroniken von Canongate: Band 1 und 2 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLittle Dorrit. Klein Dorrit. Gesamtausgabe: Roman. nexx classics – WELTLITERATUR NEU INSPIRIERT Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Abenteuer des Roderick Random (Klassiker der schottischen Literatur) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Geister von St. Andrews Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGiftmischer und andre Detektivgeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Wälder von Glenlough Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLennox beim Volk der 13 Inseln: Das Zeitalter des Kometen #10 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSo viele Drachen! 5 Fantasy Abenteuer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVolk der Finsternis: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Jack London - Romane und Erzählungen: Gesammelte Werke. Der Ruf der Wildnis, Lockruf des Goldes, Der Seewolf, König Alkohol, Martin Eden und weitere Romane Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer grüne Bogenschütze Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer grüne Bogenschütze: Kriminalroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Horrorfiktion für Sie
House of Hunger: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenH. P. Lovecraft - Das Gesamtwerk: Sämtliche Erzählungen und Zusammenarbeiten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGrusel Großband Februar 2017 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Geisterflöte: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFluchtversuch einer Sklavin: Gefangengehalten von ihrem Freund Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie geliebten Toten: Horrorgeschichten 1918-1929 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEs spukt in Craven Manor: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDorian Hunter 1 - Im Zeichen des Bösen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Haus am Ende der Welt: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDevoted - Der Beschützer: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas blaue Grab: Gruselgeschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenChronik des Cthulhu-Mythos - Band I Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Lovecrafts Monster Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDurch Schlamm und Blut: Ein erbarmungsloser Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJonah und die Stadt: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch bin Legende: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie lebenden Statuen: Eine düstere Geschichte um unfreiwilligen Body-Mod Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSklavin als Fundsache: Gerettet aus dem Folterkeller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Zirkel der Hexe Lilith: Junge Hexen und ihre unheiligen Exzesse der dunklen Lust Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer dunkle Himmel: Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLustsklaven leben nicht lang: Weibliche und männliche Sklaven als Opfer grausamer und tödlicher Spiele... Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeister in Blackwood House: Ein Spukhaus-Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Fantastic Pulp 4
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Fantastic Pulp 4 - Michael Schmidt
In dieser Reihe bisher erschienen:
2001 Frank G. Gerigk & Petra Hartmann (Hrsg.) Drachen! Drachen!
2002 David Grashoff & Pascal Kamp (Hrsg.) Hunger
2003 Stefan Melneczuk Schattenland
2004 Markus K. Korb Der Struwwelpeter-Code
2005 Andreas Zwengel Bio Punk‘d
2006 Markus K. Korb Xenophobia
2007 Anke Laufer Nachtprotokolle
2008 Matthias Bauer Reiche Ernte
2009 Matthias Bauer Das Tor
2010 Michael Schmidt & Matthias Käther (Hrsg.) Fantastic Pulp 1
2011 F. Woitkowski (Hrsg.) Wenn die Welt klein wird und bedrohlich
2012 Stefan Melneczuk Geisterstunden
2013 Michael Schmidt & Matthias Käther (Hrsg.) Fantastic Pulp 2
2014 Torsten Scheib Schattenschwarz
2015 Michael Tillmann Der König von Mallorca
2016 Peter Biro Auf zum fröhlichen Weltuntergang
2017 Tobias Reckermann (Hrsg.) Die Zeit der Feuerernte
2018 Michael Schmidt & Matthias Käther (Hrsg.) Fantastic Pulp 3
2019 Wayne Allen Sallee Rapid Transit
2020 Tobias Reckermann (Hrsg.) Metempsychosen
2021 Michael Schmidt & Matthias Käther (Hrsg.) Fantastic Pulp 4
Fantastic Pulp 4
Phantastische Geschichten
Phantastische Storys
Buch 21
Michael Schmidt (Hrsg.)
Matthias Käther (Hrsg.)
BLITZ-Verlag BLITZ-Verlag
Dieses Buch gehört zu unseren exklusiven Sammler-Editionen
und ist nur unter www.BLITZ-Verlag.de versandkostenfrei erhältlich.
In unserem Shop ist dieser Roman auch als E-Book lieferbar.
Bei einer automatischen Belieferung gewähren wir Serien-Subskriptionsrabatt. Alle E-Books und Hörbücher sind zudem über alle bekannten Portale zu beziehen.
© 2024 Blitz Verlag
Ein Unternehmen der SilberScore Beteiligungs GmbH
Mühlsteig 10 • A-6633 Biberwier
Redaktion: Danny Winter
Titelbild: Oliver Pflug
Umschlaggestaltung: Mario Heyer
Übersetzungen von Matthias Käther, Achim Hildebrand und Reinhard Klein-Arendt
Satz: Gero Reimer
2020 vom 15.09.2024
ISBN: 978-3-68984-082-2
Inhalt
Vorwort
Das Manuskript des George Seamore (1875)
Ernest Favenc
Die Essenz des Bösen (1924)
Otis Adelbert Kline
In Amundsens Zelt (1928)
John Martin Leahy
Dr. Muncing, Exorzist (1931)
Gordon MacCreagh
Die Mitternachtsbestie / Midnight Fangs (1934)
Arthur Leo Zagat
Dr. Macbeth (1940)
Laurence Kirk
The Case of Jonathan Lane (1942)
David Wright O’Brien
Die Körperformer kommen! (1955)
Winston K. Marks
Viktorianischer Schrecken
Matthias Käther
Mitarbeitende
Vorwort
Liebe Leser phantastischer Literatur,
zum vierten Mal besuchen wir die phantastische Vergangenheit und machen den Pulps unsere Aufwartung. Besser gesagt dem Geist der Pulps, denn die Geschichten erschienen in den unterschiedlichsten Publikationen, vereinen sich aber darin, einerseits den gleichen phantastischen Geist zu atmen, andererseits aber genügend Abwechslung zu bieten, um den Leser zu überraschen und Neues entdecken zu lassen.
Acht Geschichten, so unterschiedlich wie das Genre an sich, dazu ein kenntnisreicher Artikel über den Viktorianischen Schrecken.
Der Zeitraum der ausgewählten Geschichten umfasst die Jahre 1875 bis 1955. Ernest Favenc mit Das Manuskript des George Seamore ist die älteste Story der Sammlung und ein wahrer Schatz, denn es handelt sich um eine australische Geschichte mit wechselnder Publikationsgeschichte, wie der Übersetzer Reinhard Klein-Arendt berichten kann. Da sind wir schon an der Neuerung der vorliegenden Ausgabe. Mit Achim Hildebrand und Reinhard Klein-Arendt unterstützen zwei weitere Übersetzer Matthias Käther, und so hoffen wir, in Zukunft einen schnelleren Erscheinungsrhythmus hinzubekommen.
Wir wünschen Ihnen eine schöne Reise durch die Zeit, durch die Genres und die unterschiedlichen Erzählstimmen der vertretenen Autoren.
Wir hatten definitiv Vergnügen beim Zusammenstellen dieses Bandes und freuen uns über Ihre Rückmeldungen zu den Geschichten, aber auch zur Reihe Fantastic Pulp ganz allgemein.
Mit phantastischen Grüßen,
Matthias Käther und Michael Schmidt
Das Manuskript des George Seamore (1875)
Ernest Favenc
Ernest Favenc (1845-1908) gilt als der bedeutendste Vertreter der frühen australischen Phantastik. Geboren wurde er in England und erhielt seine schulische Ausbildung im englischen Cowley und am Werderschen Gymnasium in Berlin. 1863 kam er nach Australien und blieb dort bis zum Ende seines Lebens. Er arbeitete unter anderem als Farmgehilfe und Schäfer, hauptsächlich in Nord-Queensland, damals die äußerste Grenze der europäischen Expansion. Er begann 1871 zu schreiben, Kurzgeschichten und Gedichte, die er zunächst meist in The Queenslander veröffentlichte, häufig unter dem Pseudonym Dramingo (das soll der Name des Aborigine-Clans gewesen sein, dem sein damals bester Kumpel angehörte). The Queenslander war die wöchentliche Zusammenfassung der Tageszeitung Brisbane Courier und als Nachrichten- und Unterhaltungsmedium für die entlegenen Orte und Farmen von Queensland gedacht – eine tagesaktuelle Ausgabe hätte für diese von Brisbane aus äußerst schwer zu erreichenden Außenposten keinen Sinn gemacht. Er unterbrach seine schriftstellerische Tätigkeit allerdings für mehrere Jahre, als der Redaktionsleiter von The Queenslander, Gresley Lukin, ihm die Leitung einer Expedition übertrug, welche das an der westlichen Grenze von Queensland gelegene Gebiet bis nach Darwin erkunden sollte, um die Machbarkeit einer Eisenbahnverbindung von Brisbane nach Darwin beurteilen zu können. Nach der Expedition, die sechs Monate dauerte, schätzte Favenc das Eisenbahnprojekt zwar als realistisch ein, es wurde aber nicht in Angriff genommen. In den frühen 1880ern folgten weitere erfolgreiche, teils spektakuläre Expeditionen, die Favenc einigen Entdeckerruhm einbrachten. Zu dieser Zeit war er, wegen seiner profunden Kenntnisse der noch nicht durch Europäer besiedelten Gegenden von Queensland, ein gefragter Experte: Gerade Unternehmer, die im Outback neue Großfarmen anlegen wollten, suchten seinen Rat. Seine historischen Kenntnisse der Erforschung Australiens legte er in mehreren sehr erfolgreichen Sachbüchern nieder (die teils heute noch nachgedruckt werden), so in The History of Australian Exploration from 1788 to 1888 (1888). Ab den 1890ern nahm er seine Tätigkeit als Autor von (überwiegend phantastischen) Romanen und Kurzgeschichten wieder auf, in die sein Wissen über Land und Leute einfloss (ein Teil der folgenden Geschichte spielt in einer Gegend Queenslands, die er schon vor seinen Expeditionen intensiv erkundet hatte). Diese späteren Geschichten wurden besonders in der Wochenzeitschrift The Bulletin, Sydney, und im kurzlebigen Phil May’s Illustrated Annual, London, abgedruckt. Viele seiner Kurzgeschichten finden sich in den Sammelbänden The Last of Six (1893), Tales of the Austral Tropics (1894) sowie My Only Murder and Other Tales (1899) wieder.
Die Erzählung Das Manuskript des George Seamore gehört zur frühen Schaffensperiode Favencs und ist in keinem der genannten drei Bände enthalten.
Ich habe versucht, das folgende Abenteuer so schlicht und wahrheitsgemäß wie möglich wiederzugeben. Dass es ziemlich verrückt und nur schwer glaubhaft erscheint, weiß ich sehr wohl. Aber ich berichte hier wirklich nichts als die Tatsachen.
Es war im Jahr 1871, als wir drei die Schürfstellen am Cloncurry River verließen, um uns nach Port Darwin durchzuschlagen und auf dem Weg dorthin nach Gold zu suchen. Wir hatten uns dem Roper River bis auf etwa einhundert Meilen genähert, als ein verstörendes Ereignis alle unsere Pläne über den Haufen warf.
Meine beiden Begleiter hießen Owen Davy und Charles Morton Hawthorne. Mein Name ist James Drummond. Davy und ich waren alte Freunde, Hawthorne uns dagegen ein Fremder, ein gut gebauter, stattlicher Kerl mittleren Alters mit dunklen Augen und einem Blick von besonderer Intensität und Schärfe. Wenn er sprach, pflegte er sein Gegenüber mit einem seltsamen, starren Blick zu fixieren, einem Blick, der zweifellos jeden ängstlichen Menschen eingeschüchtert hätte. Seine untere Gesichtshälfte war von einer Narbe gezeichnet, die sich schräg über die Oberlippe zog. Sein Schnurrbart verdeckte sie teilweise, aber man konnte den Verlauf der Nahtstellen am ungleichmäßigen Wuchs der Haare erkennen.
Davy und ich hatten seine Bekanntschaft zufällig gemacht, etwa vierzehn Tage, bevor wir den Cloncurry hinter uns ließen. Er hatte den dringlichen Wunsch geäußert, sich uns anzuschließen, als er von unserer geplanten Expedition hörte, und es endete damit, dass er uns begleitete.
In den ersten paar Wochen kamen wir gut miteinander aus. Unser neuer Gefährte war ein angenehmer Begleiter und erwies sich als guter Buschmann. Nach einiger Zeit änderte er sein Verhalten jedoch und zeigte deutliche Anzeichen von Faulheit. Außerdem befleißigte er sich eines herrischen, schroffen Befehlstons, wenn es um unsere weitere Reiseplanung ging. Schließlich drückte er sich vor allen notwendigen Arbeiten im Lager, einmal abgesehen vom morgendlichen Satteln seines eigenen Pferdes und vielleicht noch dem trägen Versuch, ein Feuer zu entfachen. Davy, ein jähzorniger kleiner Waliser, hatte sich bereits mehrmals mit ihm gestritten. Eines Abends wäre es ohne mein Eingreifen zu einer Schlägerei gekommen. In diesem Moment wurde mir klar, dass Hawthorne trotz seines arroganten Auftretens und seiner herrischen, schwarzen Augen im Grunde ein Feigling war. Ich konnte die Erleichterung auf seinem Gesicht sehen, als ich dazwischenging und darauf bestand, den Streit zu beenden. Danach sah ich oft ein Aufblitzen von Hass in seinen Augen, der die raubtierhafte Grausamkeit verriet, die er in sich barg. Älter als Davy, hatte ich mein Temperament besser unter Kontrolle, und obwohl ich wusste, dass Hawthorne mich nicht mochte, gelang es uns, unseren Umgang miteinander so zu gestalten, dass die Regeln des Anstands gewahrt wurden. Als noch Kameraderie zwischen uns geherrscht hatte, war es Hawthorne gewesen, der durch seine brillante und in gewisser Weise faszinierende Konversation viel dazu beigetragen hatte, die Monotonie unserer Reise zu unterbrechen. Er wusste offensichtlich eine ganze Menge über die Welt und über flotte, wenn auch nicht gerade gute Gesellschaft. Er hatte oft auf nebulöse Weise davon gesprochen, dass er im Besitz eines grandiosen Geheimnisses sei, aber seine Andeutungen waren stets so vage, dass Davy und ich uns wenig Gedanken darüber machten – bis das seltsame Ereignis eintrat, von dem ich nun berichten werde.
Davy und Hawthorne redeten nicht mehr miteinander. Die Tagesreisen verliefen im Allgemeinen in mürrischer und unzufriedener Stimmung, und ich wollte schon vorschlagen, unsere Schürfpläne aufzugeben und den Weg direkt nach Port Darwin einzuschlagen, als sich plötzlich alles änderte. Wir waren zwischen vier und fünf Wochen unterwegs, unsere Pferde waren immer noch in bester Verfassung und unsere Vorräte reichlich. Seit wir Bourketown verlassen hatten, waren wir auf keinen Weißen mehr gestoßen und hatten nur geringe Schwierigkeiten mit den Schwarzen gehabt. Wir befanden uns jetzt, wie wir glaubten, etwa hundert Meilen vom Roper River entfernt und hatten bisher nicht den geringsten Hinweis auf Gold gefunden. Dies war die Situation am 31. November 1871, als wir die Pferde absattelten und unser Mittagslager am Ufer eines kleinen Baches aufschlugen.
Das Land, das wir in den letzten drei Tagen durchquert hatten, war karg und sandig, einzig Waldteebäume und verkrüppelte Eisenrinden unterbrachen die Monotonie. Auch die Bergrücken waren kümmerlich bewachsen, aber an den Bachufern gab es hier und da kleine Grünflächen, die stets gutes Futter für die Pferde boten. Auf einem solchen grünen Flecken, der an der Biegung eines sandigen Baches lag, machten wir an diesem Tag Halt. Nachdem wir ausgepackt hatten, nahm Davy die Pferde und ging zum Bach hinunter, um Wasser zu holen. Er war einige Zeit weg. Als er zurückkam, stellte er die Wasserkessel ab und verkündete, dass er frische Pferdespuren im Bachbett entdeckt hätte.
Hawthorne, der sich hingekniet hatte, um Feuer zu machen, schaute erwartungsvoll auf, sprach aber nicht.
„Viele?", fragte ich.
„Anscheinend nur zwei, antwortete er. „Eins von ihnen hat sich im Sand gewälzt.
„Wer in aller Welt kann das sein?, überlegte ich. „Leute, die schürfen wollen oder nach Land suchen, schätze ich. Aber wenn dem so ist, müsste es eigentlich noch mehr Spuren geben, denn sie würden mehr als zwei Pferde mit sich führen.
„Vielleicht haben sie sie hiergelassen oder weiter oben am Bach verloren. Die Tiere scheinen den Bach heruntergekommen zu sein und werden wohl nicht weit weg sein, denn die Spuren stammen von heute Morgen."
Hawthorne hatte bis dahin geschwiegen. Nun aber bemerkte er in seltsam versöhnlichem Ton: „Davis hat zweifellos recht – die Pferde müssen den Bach heruntergekommen sein, und wenn wir seinem Verlauf folgen, finden wir das Lager ihrer Besitzer."
Davy, der sonst jeden Vorschlag von Hawthorne schon aus Prinzip abgelehnt hätte, schien nun von dessen verändertem Tonfall angenehm überrascht und stimmte mit ihm überein, dass es vielleicht gut wäre, den Plan für den Tag wie vorgeschlagen zu gestalten. Ich schloss mich der Meinung der beiden an, und in dieser teuflischen Stunde brachen wir zu unserem verhängnisvollen Ritt auf.
Als unsere Mahlzeit beendet war, zogen Davy und Hawthorne los, um die Pferde zusammenzutreiben. Dabei stellten sie fest, dass sich zwei fremde Pferde zu diesen gesellt hatten – ein Brauner und ein Fuchs – beide in armseliger Verfassung und mit Spuren des Sattels auf dem Rücken. Da wir davon ausgingen, ihre Besitzer einzuholen, trieben wir sie gemeinsam mit unseren Ersatzpferden weiter.
Wir ritten etwa fünf Meilen den Bach hinauf, und das Land wurde immer zerklüfteter und karger. Kleine weiße Sandhügel, mit niedrigen Flechten bewachsen, und hier und da riesige Granitblöcke erhoben sich zu beiden Seiten des Baches. Der Bach selbst war auf den letzten zwei Meilen erheblich tiefer und schmaler geworden, und sein Bett war voller Löcher mit weißem, milchig aussehendem Wasser darin. Die beiden Pferde hatten den Bach mehrmals durchquert. Wir konnten ihren Hufspuren auf der gesamten Strecke leicht folgen.
Hawthorne ritt voraus, Davy und ich trieben die Pferde hinter ihm her. Plötzlich hielt er an, winkte uns zu und zeigte dann nach vorne. Wir schauten in die angegebene Richtung, wo sich in der Ferne eine primitive Rundhütte abzeichnete. Wir trieben die Pferde bis auf ein paar Hundert Yards heran und ließen sie dann stehen, damit sie grasen konnten. Zu dritt ritten wir weiter zum Lager. Es brannte kein Feuer, ein paar Krähen stiegen auf und flogen mit lautem Krächzen davon, als wir uns näherten. Davy lenkte sein Pferd dicht an die Hütte heran und spähte durch die Zweige.
„Da drinnen schläft jemand", meldete er und stieg ab. Hawthorne und ich taten dasselbe. Davy betrat ohne zu zögern die elende Behausung.
„Schläfst du, Kumpel?", fragte er.
Keine Antwort. „Hallo?", rief er, bückte sich und schaute in das Gesicht des Schläfers.
„Himmel noch mal, er ist tot!"
Hawthorne und ich drängten uns vor und sahen einen Mann, der auf einer Decke lag, die über getrocknetem Gras ausgebreitet war, und dessen Kopf auf einigen ordentlich zusammengefalteten Kleidungsstücken ruhte. Er lag auf dem Rücken, die Augen halb geöffnet, Spuren der Verwesung waren keine sichtbar, das Leben schien erst vor Kurzem aus ihm gewichen zu sein. Als ich meinen Blick von dem toten Mann abwandte, sah ich zufällig Hawthorne an und war erschrocken über den Ausdruck von Freude und Wiedererkennung, der sich auf seinem Gesicht zeigte. Wieder blickte ich auf den Leichnam, und die schreckliche Vorstellung überkam mich, dass der tote, schlaffe Körper sich des hämischen Blicks bewusst war, der auf ihn gerichtet war, und dass die glasigen Augäpfel nun ängstlich, gehetzt, erschrocken dreinblickten. Ich wollte nicht länger bleiben, rief nach Davy und eilte nach draußen. Hawthorne, mit einem nur halb unterdrückten Lächeln, folgte mir.
Wir fragten uns, was wir als Nächstes tun sollten. Das Lager untersuchen und nachsehen, ob wir einen Hinweis auf seinen Namen finden konnten, war die einhellige Meinung. Das taten wir. Außerhalb der Hütte lagen ein Reitsattel und ein Packsattel, außerdem Zaumzeug und Halfter. Im Inneren befanden sich einige Rationstüten mit etwas Mehl, Tee und Zucker, ein leeres Fläschchen mit der Aufschrift Laudanum, ein Viertelmaß mit Teeblättern darin und eine stark nach Laudanum riechende Bierkanne. Dass der Mann sich selbst vergiftet hatte, lag auf der Hand. Sein Körper war gut genährt und wies keine Spuren von Gewalt auf. Als Nächstes entfernten wir die Kleidungsstücke unter seinem Kopf und fanden in den Taschen etwa dreizehn Pfund in Scheinen und Silber sowie zwei Quittungen für den Kauf von Pferden, ausgestellt auf den Namen George Seamore. Unter dem Kopfkissen lag, als hätte man es daruntergeschoben, ein mit Bleistift vollgekritzeltes Notizbuch. Sonst stießen wir dort nur noch auf ein paar Kleinigkeiten wie Tabak, Pfeife und Streichhölzer. Wir untersuchten den Mann sorgfältig und waren uns sicher, dass er nicht mehr lebte. Er war groß gewachsen, mit einem feinen, entschlossenen Gesicht, einem kastanienbraunen Bart und grauen Augen. Seine Lider ließen sich nicht schließen, die Augen schienen mir immer noch diesen entsetzten, zurückschaudernden Ausdruck zu haben.
Wir luden nun unsere Pferde ab, richteten unser eigenes Lager ein und begannen, ein Grab auszuheben, was mit unseren Schürfwerkzeugen natürlich ein Leichtes war. Als wir damit fertig waren, wurde es dunkel, und wir trugen den Leichnam zu seinem Grab. Ich hatte ein Gebetbuch in meiner Tasche und las über dem Leichnam einen Teil des Beerdigungsgottesdienstes. Der sandige Boden war leicht aufzugraben, die Grube war schließlich etwa vier Fuß tief. Der Leichnam wurde, eingerollt in die Decke, auf der er gelegen hatte, hineingebettet. Wir füllten das Grab auf, als es gerade dunkel wurde. Während ich das schreibe, sehe ich die ganze Szene vor mir: die trostlos aussehenden Hügel, ein unnatürlich großer, roter Mond, der hinter ihnen aufging und die phantastisch aussehenden Geröllhaufen in seinem Licht schwarz und düster erscheinen ließ, meine beiden Begleiter und ich, wie wir schweigend neben dem Erdhügel standen, bevor wir uns abwandten.
Während wir jedoch noch dabei gewesen waren, das Grab auszuheben, hatte uns Hawthorne verlassen und war hinunter zum Lager gegangen, wo die Leiche lag. Bald darauf rief ich ihm zu, er solle etwas Wasser mitbringen, wenn er zurückkäme. Da ich keine Antwort erhielt, ging ich selbst hinunter, da ich vom Graben durstig war. Als ich das Lager erreichte, sah ich Hawthorne in der Hütte, wie er sich über die Leiche beugte und etwas machte, was wie mesmerische Armbewegungen aussah. Ich rief ihn mit scharfer Stimme an, um zu erfahren, was er da tat. Er schreckte auf und stammelte, er habe sich nur vergewissern wollen, dass es keine Anzeichen von Atmung mehr gebe. Ich erwiderte verärgert, dass für eine derartige Kontrolle wohl kein Anlass mehr sei, und er trollte sich zum Grab zurück.
Nach dem Abendessen versuchte ich, die Schrift in dem Notizbuch zu entziffern, aber sie war zu sehr dahingekritzelt, als dass dies ohne große Mühe möglich gewesen wäre. Nach dem wenigen, was ich entziffern konnte, schien es ein Bericht über das Leben des Mannes zu sein, den wir gerade beerdigt hatten, geschrieben von ihm selbst in seinen letzten Stunden. Wir unterhielten uns noch eine Weile über die rätselhafte Angelegenheit und schliefen dann einer nach dem anderen ein. Wir nächtigten gleich um das Feuer herum, da wir zu beschäftigt gewesen waren, unser Zelt aufzuschlagen.
Ungefähr gegen Mitternacht, der Mond schien gerade sehr hell über mir, wurde ich davon geweckt, dass sich etwas unter meinem Kissen bewegte. Als ich meinen Kopf hob, sah ich Hawthorne, der mit seiner Hand unter dem Kissen herumtastete. Wütend fragte ich ihn, was er da tat. Er antwortete zunächst nicht, sondern starrte mich nur aggressiv an, sah mir direkt in die Augen und schien mich durch die Wildheit seines Blicks einschüchtern zu wollen. Aber meine Nerven waren stark, und ich schaute standhaft und trotzig zurück und bemerkte dann, wie er verwirrt den Blick senkte, aber sein furchtbarer, fast übermenschlicher Blick hatte mich stärker beeindruckt, als mir damals bewusst war.
„Ich habe nach deinen Streichhölzern gesucht, meine sind alle verbraucht. Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe", sagte er.
Ich reichte ihm wortlos meine Streichholzschachtel, und er ging zurück zu seinen Decken und zündete sich seine Pfeife an. Nach kurzer Zeit schlief ich wieder ein, nicht ohne vorher nach dem Notizbuch des Toten getastet zu haben, da ich mir sicher war, dass dies das Objekt von Hawthornes Suche gewesen war. Es lag dort, wo ich es verstaut hatte. Dann wurde ich erneut gestört. Davy rüttelte mich an der Schulter und rief mich beim Namen. Ich richtete mich auf und sah mich um. Der kalte Atem der kommenden Morgendämmerung machte sich bemerkbar. Der Mond, der tief im Westen stand, spendete ein nur schwaches Halblicht und warf die langen Schatten der verkümmerten Bäume auf den weißen Sandboden um uns herum. Vor dem Dunkel hoben sich hohe Eukalyptusbäume am Ufer des Baches fahl und gespenstisch ab.
Davy stand neben meinem Lager und war offensichtlich sehr aufgeregt. „Denk dir nur, flüsterte er angstvoll. „Hawthorne ist mit dem toten Mann davongeritten!
Ich starrte ihn verblüfft an.
„Ich sah ihn, sah ihn reiten, und so wahr ich lebe, der Tote ritt mit ihm!"
Mein Mut ist bereits in vielen Ländern auf die Probe gestellt worden, und ich glaube nicht, dass es mir damals an Mut gefehlt hat, aber ich muss gestehen, dass mich, als mir diese unheimliche Mitteilung im grässlich schwindenden Mondlicht der Wüste, weit weg von unseren Mitmenschen, ins Ohr geflüstert wurde, ein Schauer erbärmlicher Angst überkam. Ich legte meine Hand auf die Schulter meines Gefährten, und bei dieser menschlichen Berührung verließ mich das feige abergläubische Gefühl, dem ich derart schwach nachgegeben hatte. „Was soll das heißen? Wie kann er denn einen toten Mann mitnehmen?", fragte ich.
„Ich sage dir, dass ich sie wegreiten sah. So hör doch! Kannst du es nicht hören?"
Wir lauschten beide und hielten den Atem an, aber kein Laut durchbrach die Totenstille, nicht einmal der Schrei eines Brachvogels oder das Heulen eines Wildhundes.
„Nein", sagte Davy, „sie sind jetzt wohl außer Hörweite. Vor Kurzem bin ich aufgewacht
