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Die Schwarze Fledermaus 46: Der Todeskandidat
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Die Schwarze Fledermaus 46: Der Todeskandidat

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Über dieses E-Book

In Chicago wird die Frau eines zum Tode verurteilten und hingerichteten Kriminellen ermordet. Der Tat verdächtigt wird Theodore Slater, der sich mit der Absicht trug, diese Frau zu heiraten. Slater beteuert verzweifelt seine Unschuld, doch er hat kein Alibi. Seine Erklärungen sind unglaubwürdig. Nur Rechtsanwalt Tony Quinn glaubt ihm. Er versucht, Slaters Unschuld zu beweisen und die Hinrichtung zu verhindern. Der tatsächliche Täter muss gefunden werden. Für die Schwarze Fledermaus beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
SpracheDeutsch
HerausgeberBLITZ-Verlag
Erscheinungsdatum30. Apr. 2024
ISBN9783957190468
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    Buchvorschau

    Die Schwarze Fledermaus 46 - G.W. Jones

    Kapitel 1

    Sergeant Lannigan von der Funkstreife drückte noch einmal auf den Klingelknopf. Er konnte es drinnen läuten hören, aber niemand öffnete ihm. Er wandte sich dem kleinen Mann mit den hervortretenden Augen zu, der die Wohnung nebenan bewohnte.

    „Und Sie sind ganz sicher, dass Sie da drin Stimmen gehört haben und später dann einen Schrei? Ich trete höchst ungern Türen ein, wenn es nicht absolut sein muss, und zufällig ist im Augenblick der Hausmeister nicht da, von dem ich mir den Schlüssel verschaffen könnte."

    Der Kleine nickte heftig. „Ich habe Stimmen gehört. Die von Mistress Titus und die eines Mannes. Ich habe gerade Radio gehört, die Kriminalserie, wissen Sie, und als ich abschaltete, hörte ich den Schrei. Nur einmal."

    „Brach er ganz plötzlich ab?", fragte Lannigan.

    „Ja, erwiderte der Kleine eifrig. „Ich lauschte noch eine Weile, und als ich nichts mehr hörte, rief ich die Polizei.

    Sergeant Lannigan sah seinen Kollegen vielsagend an, trat einen Schritt zurück und warf sich gegen die Tür, mit erheblicher Wucht übrigens, denn Sergeant Lannigan wog gut und gern seine hundertzehn Kilo. Er prallte wie ein Gummiball von der Tür ab. Lannigan gab seinem Kollegen ein Zeichen, und dann warfen sie sich mit vereinter Kraft dagegen.

    Schließlich splitterte die Füllung. Lannigan griff mit der Hand durch das entstandene Loch, um das Schnappschloss von innen aufzudrücken, und in diesem Augenblick sah er die Leiche des blonden Mädchens auf dem Boden. Lannigan verschwendete keine Sekunde. Während er den Schnapper zurückzog, sah er, dass der Riegel des Sicherheitsschlosses und die Kette nicht vorgelegt waren. Dann stürmte er in den Wohnraum.

    Es handelte sich um eine große, teure Wohnung, die zweifellos von einem Innenarchitekten eingerichtet worden war, der bei der Auswahl des Mobiliars mehr auf Form und Linie geachtet hatte als auf wohnliche Wärme und Atmosphäre.

    Lannigan griff nach dem Handgelenk des Mädchens, um den Pulsschlag zu fühlen, spürte ihn jedoch nicht mehr. Er sah die brutalen Würgemale am Hals, einem schönen Hals übrigens. Mrs Phyllis Titus war etwa dreißig Jahre alt gewesen, eine kühle Blondine und selbst im Tode noch schön.

    Sie trug ein leichtes Gabardinekostüm, das ihre schlanke, hochgewachsene Erscheinung gut kleidete. Ein ungewöhnlich großer Diamantring und ein mit Brillanten besetzter Ehering glitzerten am Ringfinger ihrer linken Hand. Am Handgelenk trug sie eine mit Juwelen besetzte Armbanduhr, und die weiße Bluse unter ihrer Kostümjacke wurde am Hals von einer Diamantbrosche zusammengehalten. Um einen Raubmord an ihr schien es sich also nicht zu handeln.

    „Mike, sagte Lannigan, „bleib hier stehen und rühr nichts an!

    Dann trat er ans Telefon und wählte.

    „Sergeant Lannigan, Funkstreife neunzehnter Bezirk, meldete er sich. „Bitte, die Mordkommission!

    Nach dem Anruf begann Lannigan, den kleinen Mann von nebenan zu verhören, dessen Augen jetzt noch stärker hervorgetreten waren. Ja, so gab er zu, Mistress Titus hatte manchmal Herrenbesuch gehabt. Warum auch nicht? Sie war Witwe, jung und zweifellos sehr hübsch. Nein, er hatte nicht die leiseste Ahnung, woher sie das Geld bekam, um eine teure Wohnung wie diese zu unterhalten, und er schätzte, dass sie etwa vierhundert Dollar pro Monat kostete. Mrs Titus wohnte schon seit drei Jahren hier. Sie war eine ruhige Mieterin. Nie hatte es bei ihr Streit oder Lärm gegeben, bis auf heute Abend.

    Eine halbe Stunde später traf Kommissar McGrath mit der Mordkommission ein. McGrath war nicht besonders groß, verbreitete jedoch eine Aura von Energie und Tatkraft um sich.

    Er berührte die Leiche nicht, sondern sah sie vielleicht drei Minuten lang unverwandt an. Dann wandte er sich zu Lannigan um.

    „Kennen Sie sie?, fragte er den Beamten. „Vermutlich nicht, weil sie in letzter Zeit bemüht war, nicht in der Öffentlichkeit hervorzutreten. Aber denken Sie einmal zurück, dann werden Sie sich erinnern, dass ihr Gesicht einmal in allen Zeitungen erschien. Damals war sie gerade Witwe geworden. Ihr Mann war Joe Titus.

    „Jetzt soll doch …, sagte Lannigan. „Wissen Sie, ich habe dauernd darüber nachgedacht, wo ich sie schon einmal gesehen habe.

    McGrath schob sich den Hut ins Genick. „Aber damit wir uns richtig verstehen, Sergeant, fuhr er fort, „Phyllis Titus wusste nie, dass ihr Mann ein Gangster und Mörder war. Sie erfuhr das erst, als ich ihn verhaftete und er dann auf dem elektrischen Stuhl endete. Er ist vor etwa drei Jahren in der Todeszelle von Sing-Sing gestorben. Jetzt scheint die Sache ihr Nachspiel zu haben.

    Während die Fingerabdruckexperten ihre Arbeit begannen und der Gerichtsarzt die Leiche untersuchte, begann McGrath mit seinen Ermittlungen. Er hatte in bemerkenswert kurzer Zeit eine ganze Menge in Erfahrung gebracht. Dann telefonierte er um Unterstützung und drängte anschließend ein halbes Dutzend Detektivsergeanten und Leutnants in das Schlafzimmer.

    „Folgendes wissen wir, sagte er. „Phyllis Titus wurde vom Pförtner gesehen, als sie das Haus betrat. Sie befand sich in Begleitung eines Mannes, mit dem er sie schon früher gesehen hatte. Der Pförtner sah, wie sie aus einer Taxe ausstiegen, dem Wagen einer Taxigesellschaft, die ihren Standplatz in der Nähe des Grand ­Central hat. Sie hatte kein Gepäck und war nicht für eine Reise gekleidet. Daraus folgt, dass sie und ihr Begleiter in der Nähe von Grand Central in die Taxe gestiegen sind. Sergeant Brady, nehmen Sie sich fünf Leute, und stellen Sie Erkundigungen an. Ich möchte den Fahrer der Taxe sprechen.

    Brady salutierte und eilte hinaus. McGrath hob ein Briefchen Streichhölzer auf, das er gefunden hatte. Die Klappe war grellviolett bedruckt und enthielt die Reklame des Club Restaurant, eines Lokals in der Nähe der Grand-Central-Station.

    Er warf Leutnant Anderson das Päckchen hin.

    „Andy, sagte er, „gehen Sie mit zwei Leuten dorthin. Im Wohnzimmer finden Sie ein paar gute Aufnahmen der Ermordeten. Nehmen Sie sich die beste davon und sehen Sie nach, ob sie in dem Restaurant jemand identifizieren kann. In erster Linie interessiert mich allerdings der Mann, der sich in ihrer Begleitung befand.

    Anderson machte sich sofort auf den Weg.

    Jetzt hob McGrath vorsichtig einen halb gerauchten Zigarrenstummel auf. Auf der Bauchbinde stand Flora y Ca. Als alter Zigarrenraucher sah McGrath sofort, dass es sich um eine teure Zigarre handelte. Das Mundstück war noch feucht.

    „Diesen Zündholzbrief habe ich in der Handtasche der Ermordeten gefunden, sagte McGrath. „Sie rauchte ziemlich stark, das sieht man an ihren Fingern, folglich muss sie die Streichhölzer noch nicht lange haben. Deshalb wollte ich, dass in dem Restaurant nachgesehen wurde. Jetzt haben wir hier eine Zigarre. Ich habe fest­gestellt, dass die Aschenbecher in einen Abfallkorb neben dem Schreibtisch im Wohnzimmer geleert worden sind. Wahrscheinlich ganz mechanisch. Sie wissen ja, wie Frauen da sind.

    „Ja, natürlich, Kommissar, sagte Inspektor ­Cummings. „Aber eine Zigarre ist schließlich eine Zigarre. Millionen werden jeden Tag geraucht.

    McGrath drehte den Stummel zwischen den Fingern.

    „Ja, aber nicht diese Art. Ich rauche auch Zigarren, viel zu viele sogar. Ich kenne alle Sorten. Diese hier nicht. Cummings, nehmen Sie diese Bauchbinde, stellen Sie fest, von welcher Firma diese Zigarren hergestellt oder importiert und wo sie verkauft werden. Das ist eine Menge Arbeit und führt vielleicht zu nichts, aber wir müssen das erfahren. Nehmen Sie sich zwölf Leute dazu."

    Zwei Sergeanten gab McGrath Anweisung, jeden einzelnen Bewohner des großen Miethauses zu verhören.

    „Ich möchte ganz genaue Beschreibungen von allen Männern, mit denen sie in Verbindung stand, erklärte er. „Besonders interessiert mich ein Mann von einem Meter fünfundsiebzig Größe mit Schultern wie ein Athlet. Der Pförtner kennt ihn und sagt, er könne ihn sofort identifizieren, wenn man ihn ihm gegenüberstellt. Also an die Arbeit.

    Die Leute von der Fingerabdruckabteilung kamen herein.

    „Eine ganze Menge Abdrücke, Kommissar, wie üblich, sagte einer von ihnen. „Hauptsächlich die der Ermordeten und die eines Dienstmädchens, das jeden Tag kommt. Mit den anderen ist nichts anzufangen. Sie sind alle verschmiert.

    McGrath seufzte. „Wenn man mit Fingerabdrücken nur so viel anfangen könnte, wie die meisten Leute glauben. Okay, Sie können gehen. Wo ist denn der Gerichtsarzt?"

    Der Beamte wurde gerufen. „Die Todeszeit scheint schon ohne meine Untersuchung ziemlich genau festzustehen, erklärte er. „Und zwar war es der Zeitpunkt, als die Frau schrie am Ende des Kriminalhörspiels des Senders WBCX. Nach Untersuchung der Leiche kann ich diese Zeit als Zeit des Eintritts ihres Todes bestätigen. Sie brauchen vermutlich keine Autopsie, Kommissar. Sie ist von einem Mann mit kräftigen Händen erwürgt worden. Druckstellen deuten darauf hin, dass der Mörder sich mit dem Knie gegen ihre Brust gestemmt hat, um sie auf den Boden zu drücken.

    „Danke, Doc! McGrath machte sich Notizen. „Fertigen Sie trotzdem noch einen Bericht an.

    Jetzt hatten sich die Fotografen der Leiche angenommen.

    McGrath ließ sich in sein Büro zurückfahren. Bald würden die ersten Berichte hereinkommen, und es war seine Aufgabe, sich aus diesen Berichten ein zusammenhängendes Bild zu machen.

    Tatsächlich ging es bald los. Sergeant Brady hatte die Taxe gefunden, die Mrs Titus und ihren Begleiter nach Hause gebracht hatte.

    „Wenn Sie mir wieder einen solchen Auftrag geben, sagte Brady lachend, „ist die Frau hoffentlich auch so hübsch. Der Fahrer muss sie mit den Augen förmlich verschlungen haben. Sie befand sich in Begleitung eines Mannes, aber der Fahrer hat ihn kaum beachtet. Er soll vielleicht ein Meter achtzig oder etwas kleiner, schlank und gut gekleidet sein, schmales Gesicht und keinen Bart haben. Er trug einen grauen Hut mit ringsum aufgebogener Krempe.

    „Bringen Sie den Fahrer her!, befahl McGrath. „Wir brauchen ihn für die Identifizierung.

    Anschließend meldete sich Sergeant Anderson. Er hatte festgestellt, dass Mrs Titus und ein Mann, offensichtlich derselbe, den der Taxifahrer beschrieben hatte, im Club-Restaurant zu Abend gegessen hatten und gegen 20.45 Uhr dort weggegangen waren. Anderson wollte den Kellner mitbringen, der sie bedient hatte und überzeugt war, den Mann wiederzuerkennen.

    McGrath überlegte. Mrs Titus hatte mit dem Mörder zu Abend gegessen, war in einer Taxe mit ihm zu ihrer Wohnung gefahren und dort um Punkt neun Uhr erwürgt worden, gerade als das Kriminalhörspiel zu Ende war. Der Mörder hatte also die Tat kurz nach

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