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Torgo - Prinz von Atlantis 03: Die Tochter des Pharao
Torgo - Prinz von Atlantis 03: Die Tochter des Pharao
Torgo - Prinz von Atlantis 03: Die Tochter des Pharao
eBook144 Seiten1 StundeTorgo - Prinz von Atlantis

Torgo - Prinz von Atlantis 03: Die Tochter des Pharao

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Über dieses E-Book

Der ägyptische Pharao hatte seine Tochter dem König von Griechenland versprochen. Doch Torgo und die Prinzessin haben sich ineinander verliebt.
Atlantis droht unter dem Druck der beiden mächtigen Reiche zu zerbrechen.
SpracheDeutsch
HerausgeberBLITZ-Verlag
Erscheinungsdatum30. Apr. 2024
ISBN9783957196187
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    Buchvorschau

    Torgo - Prinz von Atlantis 03 - Charles de Clermont

    Kapitel 1

    „Seht, der König kommt – es ist der König!"

    Mit diesen Worten empfingen die rauen Krieger Numrods den Zug, der bleich und zerschunden durch die Pforten des befestigten Bergwerks wankte. Hauptmann Alwa hatte bei dem Kampf mit den Männern Regs starke Verluste erlitten. Der König selbst lag schwer verletzt in dem zertrümmerten Wagen. Auch Alwa blutete aus mehreren Schrammen und Wunden. Numrod stürzte vor seine Behausung, er hatte erhofft, dass er Zuzug an Arbeitskräften bekäme. An Stelle neuer Gefangener kam nun aber der König. Das hatte er nicht erwartet. Ohne es zu wissen hatte er dem König dadurch, dass er Alwa Hilfe geschickt hatte, das Leben gerettet. Aber Numrod ahnte den Grund, um dessentwillen der König aus der Hauptstadt gekommen war. Der Grund hieß wohl Nimbur, stammte aus Ägypten, war einst Vertrauter des Pharao gewesen und nunmehr Gefangener der Atlanter. Und seit ein paar Tagen war Nimbur außerdem noch blind. Er hatte nach so langem Aufenthalt in der Finsternis das grelle Sonnenlicht nicht mehr ertragen. Was sollte Numrod tun, was dem König sagen, wenn dieser Rechenschaft von ihm fordern würde über diesen Gefangenen? Er besaß die Papyrusrolle noch, die ihm der Bote des Königs überbracht hatte. Er, Numrod hatte dem König an Stelle Nimburs einen dummen Galeerensklaven geschickt, der unmöglich imstande gewesen sein konnte, die Fragen die König Amur von Bedeutung waren zu beantworten. All dies ging Numrod, dem Verwalter des Bergwerks durch den Kopf, als die königliche Kavalkade durch das breite, offene Bohlentor seinen Einzug hielt, um schließlich auf dem von greller Sonne beschienenen Platz zwischen den Wachtürmen Aufstellung zu nehmen. Der halb demolierte königliche Wagen fuhr bis vor Numrods Terrasse. Dann hoben Alwas Krieger den Herrscher von Atlantis aus dem deformierten Gestell und trugen ihn sogleich unters Vordach in den schützenden Schatten.

    „Einen Schemel, steht nicht herum, bringt einen Schemel!", rief Numrod seinen dienstbaren Geistern zu und diese beeilten sich, dem Befehl so rasch als möglich Folge zu leisten. Der König sah übel aus. Er hatte eine blutende Wunde am Hinterhaupt, die offenbar von einem Stein herrührte und war bleich durch den Blutverlust, den er erlitten hatte. Seine Lippen waren trocken und es war klar, dass er Fieber bekommen würde. Seine Augen hatten einen eigentümlichen Glanz, offenbar nahm er seine Umgebung nicht wahr, sondern befand sich in einem Zustand halber Bewusstlosigkeit und bedurfte dringend ärztlicher Hilfe.

    „Hast du einen Heilkundigen hier im Bergwerk?, herrschte Alwa Numrod an. „Rufe ihn sofort zur Stelle. Es ist ein Überfall an dem König verübt worden.

    „Ich habe einen Heilkundigen, gewiss, erklärte Numrod, „aber ob seine Kenntnisse für die Behandlung des Königs reichen? Für gewöhnlich kuriert er nur mich und meine Leute.

    „Einerlei, er wird wohl so viel Kenntnisse besitzen, zu wissen, was hier zu tun ist. Auch befinden sich unter meinen Männern Verwundete und ich selbst hätte einen Verband nötig. Und dann muss sogleich ein Bote nach Atlantis gesandt werden. Man muss trachten, der Übeltäter die es auf das Leben des Königs abgesehen hatten, habhaft zu werden."

    Numrod gab die nötigen Befehle. Der Heilkundige war sogleich zur Stelle, er hatte gleich gesehen, dass man ihn brauchen würde und sich deshalb in Bereitschaft gehalten. Er ließ den König sogleich ins Haus und auf ein Lager schaffen. Dann verarztete er ihn mit Hilfe eines Sacks voller Kräuter, einer Räucherschale und zahlreichen lautstarken Gebeten an Bel, den Beschirmer allen Lebens auf Atlantis. Mit Alwa machte er nicht ganz so viel Umstände und mit dessen Kriegern noch weniger. Bei denen ließ er es bei den Kräutern bewenden. Numrod sandte auch auf Alwas Befehl den verlangten Boten nach der Hauptstadt. Als er nach ein paar Tagen wiederkam, brachte er schlimme Nachricht. Der König hatte gerade das Wundfieber zur Not überstanden. Aber der Heilkundige meinte, es sei besser ihn nicht sogleich aufzuregen, sondern ihn erst noch ein paar Tage ruhen zu lassen.

    Hauptmann Alwa tobte. „Und Prinz Torgo?, fragte er, die Fäuste schüttelnd. „Er ist unterdessen im Königspalast eingeschlossen und von den Rebellen belagert. Ich kann unmöglich mit meiner Truppe hier liegen bleiben und zusehen, was in der Hauptstadt passiert. Ich weiß, dass Wusso mit seinen Leuten zu schwach ist und dass sich Hauptmann Sarga mit den Schiffen auf See befindet.

    „Aber deine Aufgabe ist es den König zu schützen, widersprach Numrod. „Du kannst keinen von deinen Leuten abziehen. Hier im Bergwerk sind wir alle sicher, wir können es gut verteidigen, aber es ist trotzdem besser, wenn ihr alle vollzählig hier bleibt. Der Prinz ist jung und man sagt, er vollbringe Wunder an Tapferkeit. Er wird sich zu helfen wissen.

    Man beschloss schließlich, noch einen Tag zuzuwarten und dann dem König die Lage in der Hauptstadt zu melden. Amur sollte selbst entscheiden, was zu tun sei. Er hatte schon unterwegs von der Rebellion erfahren, aber ebenso gesprochen wie Numrod. Auch er setzte alle Hoffnungen auf seinen Sohn, Prinz Torgo und hatte befohlen, die Reise nach dem Bergwerk fortzusetzen. Er wollte Nimbur sehen und sprechen. Nimbur, den geheimnisvollen, gefangenen Ägypter. Den Mann, der unterdessen die Tage in seiner Hütte verbrachte, umgeben von ewiger Finsternis ...

    Freilich, Numrod mutete ihm keine Arbeit mehr zu. Nimbur brauchte nicht mehr in die Tiefen zu steigen, hinab zu den Sklaven, die unter der Knute der Aufseher das Erz schürfen mussten. Man ließ ihn in Ruhe. Er saß den ganzen Tag nahezu unbeweglich und schien den Bildern und Stimmen der Erinnerung zu lauschen, die ihm seine Phantasie wiedererweckte. Es waren wohl die Tage der Vergangenheit in den Palästen am Nil, die ihn beschäftigten und eine Rechnung die Nimbur aufgestellt hatte. Eine Rechnung, die ein anderes Resultat ergab als erhofft und erwartet. Es war die Bilanz seines bisherigen Lebens. Ab und zu suchte Numrod ihn auf und versuchte mit ihm ins Gespräch zu kommen. Aber die Antworten, die ihm der Ägypter gab, waren einsilbig und der Bergwerks­verwalter glaubte zudem in all seinen Worten den Grundton der Verachtung zu spüren. Er ging dann jedes Mal voll kaum verhehlter Wut, aber auch dieser spottete Nimbur. Nein, der Tyrann des Kupferberges vermochte ihm nichts anzuhaben, weder seinem Geist noch seinem Körper, der nun ein Wrack war. Numrod fühlte es deutlich und darum wurde ihm die Nähe des Ägypters immer unheimlicher. Er dachte oft daran, ihn hinab in den Abgrund werfen zu lassen. Aber er wagte es nicht. Er dachte daran, dass der Tote dann eines Nachts neben seinem Lager stehen könne, um von ihm Rechenschaft zu fordern für diese Tat und all die anderen die er begangen hatte. Was von dem, was um ihn vorging Nimbur gewahr wurde und was nicht, wusste niemand. Die Ankunft des Königs und seiner Leute hatte er zumindest hören müssen. Numrod wusste, dass Nimbur eine Gelegenheit herbeigesehnt hatte, um mit dem König in Verbindung zu treten, ein Umstand von dem sich der Ägypter für sein Leben die Wiederherstellung menschenwürdiger Daseinsbedingungen erhoffte. Aber nun, da die Gelegenheit gekommen war, ließ er sie offenbar ungenützt. Oder wusste, ahnte er tatsächlich, dass der König seinetwegen diese beschwerliche Reise unternommen hatte und wartete in Ruhe darauf, dass der König zu ihm kam. Numrod war sich darüber sehr im Zweifel, Nimbur war der undurchschaubarste Mensch, der ihm in seinem Leben begegnet war und obgleich er mit ihm gewisse Pläne gehabt und ihn deshalb entgegen der königlichen Weisung hier behalten hatte, wäre er jetzt fast froh gewesen, wenn ihn Amur von hier wieder in die Residenz gebracht hätte. Des Königs Fieber wich nach einer knappen Woche. Er sah bleich und abgezehrt aus war aber dann endlich wieder vollständig klaren Sinnes. Während der Zeit seiner Krankheit war der Medizinmann kaum von dem Bett gewichen und auch Numrod und Alwa hatten ihn oft besucht. So waren sie Zeugen seiner Fieberphantasien geworden, in denen der Name Nif-Iritt immer wiederkehrte. Nif-Iritt, jüngste Tochter des Pharao. Braut König Telaus von Griechenland und Gefangene von Atlantis … Um sie kreisen die Gedanken König Amurs, seine Hoffnungen und Wünsche, während er in schweren Fieberträumen lag. Er hoffte für seinen Sohn, den Prinzen und wusste nicht, dass in seinen geheimsten Wünschen und Träumen die schöne Prinzessin ihm selbst gehörte. Er hatte bis heute nicht gewagt, es sich einzugestehen. Die Jahre, die auf seinen Schultern lasteten und sein Haar weiß gemacht hatten, schienen ihm wie eine unübersteigbare Mauer, die sich zwischen ihm und Nif-Iritt erhob und welche die Natur errichtet hatte. An einem Morgen erwachte König Amur zum ersten Mal wieder klaren Geistes. Er blickte um sich und seine Augen nahmen mit einer gewissen Verwunderung die ungewohnte Umgebung wahr. Nein, das waren nicht die vertrauten Gemächer des königlichen Palastes in der Hauptstadt, das war nicht das weiche Ruhelager auf dem er gewohnt war, seine Nächte zuzubringen. Der Raum hier war einfach, schmucklos, um nicht zu sagen primitiv. Dann erst sah der König die Gesichter der beiden Männer, die an

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