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Torgo - Prinz von Atlantis 09: Bei den Säulen des Herkules
Torgo - Prinz von Atlantis 09: Bei den Säulen des Herkules
Torgo - Prinz von Atlantis 09: Bei den Säulen des Herkules
eBook153 Seiten1 StundeTorgo - Prinz von Atlantis

Torgo - Prinz von Atlantis 09: Bei den Säulen des Herkules

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Über dieses E-Book

Ein Räuber sucht nach den Überresten vom Goldenen Kalb.
Die ägyptische Prinzessin Nif-Iritt ehelicht den griechischen König, doch ihre Gedanken kreisen immer noch um Torgo.
SpracheDeutsch
HerausgeberBLITZ-Verlag
Erscheinungsdatum30. Apr. 2024
ISBN9783957196248
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    Buchvorschau

    Torgo - Prinz von Atlantis 09 - Charles de Clermont

    Kapitel 1

    Den ganzen Tag über war Hereb von einer selten gekannten inneren Spannung erfüllt. Zu viel hing auch vom Gelingen seines Vorhabens ab. Freiheit, Leben für ihn selbst und Krieg oder Friede für das Volk dem er angehörte. König Telaus war auf alle seine Vorschläge eingegangen, sie würden sich nachts bei der roten Herberge treffen, der König inkognito, wie es vereinbart war und er und seine Freunde. Aber nicht wie der König vermeinte, um Prinz Torgo bei einem heimlichen Liebesabenteuer zu treffen und gefangen zu nehmen. Kodron, Xerxes und Klemon waren verständigt, auch sie waren mit einer kleinen Schar zuverlässiger Getreuer bereit. König Telaus freute sich diebisch auf das Gelingen des, wie ihm vorkam, genialen und durchtriebenen Planes, wie würde er dann vor seinem Volke glänzen, wie vor seiner Gemahlin, der stolzen Königin Nif-Iritt erscheinen können! König Telaus genoss die heimliche Vorfreude des erwarteten Triumphes. Den ganzen Tag über hatte seine Miene einen spöttischen Zug, seine Mundwinkel zuckten verräterisch bei mancher Antwort, die er gab und mehr als einmal war er nahe daran, sein Vorhaben zu verraten. Diese Gefahr kannte Hereb nur zu gut. Des Königs Charakter hatte er nicht studieren können, dazu hatte er bei den kurzen Audienzen auch keine Gelegenheit gehabt. Aber er war ein guter Menschenkenner und besaß eine vortreffliche Beobachtungsgabe, alles Eigenschaften, welche zur Erfüllung seiner gefahrvollen Mission vonnöten waren. Und so war er sich durchaus im Klaren darüber, dass der König zwar kein Schwätzer, aber auch kein großer Schweiger war, seine wunden Punkte waren seine Ruhmsucht und Eitelkeit. Diese beiden wusste Hereb für sich zu nutzen und auf sie setzte er seine Hoffnungen, nicht zu Unrecht, wie sich zeigen sollte. Kodron, Xerxes und Klemon waren zu verschiedenen Zeiten des Tages und unabhängig voneinander nach der roten Herberge aufgebrochen. Ebenso machten es ihre Komplizen. So versammelte sich in der Abenddämmerung in dem nahe der Herberge gelegenen Wäldchen eine kleine Streitmacht, welche hinreichend war, selbst eine bewaffnete Eskorte des Königs zu überwältigen, falls dieser eine solche entgegen der getroffenen Abmachung mitbringen sollte. Als Hereb die Residenz verließ, war es bereits spät am Nachmittag. Das Volk lärmte auf den Straßen, am Brunnen schwatzten die Frauen, die Händler priesen auf den Märkten ihre Ware an, so wie alle Tage. Nur Hereb dachte daran, als er das Stadttor durchschritt und die Schild­wachen passierte, dass dies ein besonderer Tag war und dass die kommende Nacht auch für alle diese Menschen eine Bedeutung erlangen sollte, von der sie noch nichts ahnten, ja die sie in ihrem vollen Umfang vielleicht niemals würden ermessen können. Hereb ritt die Küstenstraße entlang, bis die große Stadt mit ihren weißen Tempeln und Villen ringsum auf den Höhen außer Sicht kam. Er war nachdenklich gestimmt und überlegte im Geiste noch einmal jede Einzelheit. Er rekapitulierte, was er mit dem König besprochen hatte und prüfte, ob auch wirklich alle Gefahrenquellen für ihn selbst und das ganze Unternehmen ausgeschaltet waren. Das kühne Vorhaben, kam er zu dem Schluss, konnte eigentlich nur scheitern, wenn der König wider Erwarten eine Nachricht über den wirklichen Aufenthalt von Prinz Torgo erhielt ... Das aber war nicht anzunehmen. Hereb hatte mittags noch einmal im Palast nachgefragt und durch Domestiken, die er sich zu verpflichten verstanden hatte, Erkundigungen eingezogen. In der Umgebung des Königs wusste man weder etwas über Prinz Torgo noch von dem nächtlichen Vorhaben des Königs.

    In Erinnerung daran kehrte Hereb seine Zuversicht wieder. Ja, es musste gelingen!

    Als Hereb des Waldes ansichtig wurde, beschleunigte er unwillkürlich den Gang seines Tieres. Aber vorher wollte er noch ein letztes tun. Er ritt geradeaus weiter bis zur roten Herberge, Kasseidon der Wirt, war ein struppiger, alter Geselle und obendrein ein Schlaukopf. Der Mann musste von vornherein auf den richtigen Gedanken gebracht werden, denn es stand zu erwarten, dass er bald genug mit dem königlichen Büttel zu tun haben werde. Und auf seine Aussage würde es dann womöglich ankommen, ob Hereb die Flucht gelang.

    Ja, die Flucht ... Hereb hatte schon alles vorbereitet. Unterhalb des Wirtshauses wartete ein Boot auf ihn. Der Besitzer des Bootes hatte eine Stange Geld zu erwarten, wenn er Hereb heil und sicher an einem fremden Hafen an Land brachte. Doch nun zunächst einmal zu Kasseidon. Dort vorn lag die Herberge, niedrig und primitiv gebaut. Durch die offenen Fenster schimmerte matter, rötlicher Lichtschein. Grölender Gesang drang heraus, da gab es offenbar Gäste. Nun, das war nicht übel. Auch Hereb würde einkehren und sich zu ihnen setzen und reden. Er wusste schon, was er zu sagen hatte ...

    Hereb band sein Pferd an einen in die Erde getriebenen Pflock vor dem Herbergseingang und schwang sich aus dem Sattel. Kasseidon hatte gute Ohren, trotz des Lärms in seiner Bude hatte er die Ankunft eines neuen Gastes vernommen. Er riss die Brettertüre auf und steckte seinen struppigen Schädel ins Freie.

    „Nur herein, wer immer da kommt, rief er. „Hier gibt es Licht, Wein und fröhliche Leute, und auch etwas zur Magenstärkung, wenn ihr es nötig habt.

    „Das ist recht, sagte Hereb, und indem er tat, als ob er aus der entgegengesetzten Richtung komme, erklärte er, „ich bin unterwegs nach der Hauptstadt und hoffte, sie heute noch zu erreichen. Aber ich sehe schon, dass es damit nichts mehr werden kann.

    „Es ist nicht mehr weit, meinte Kasseidon. „Wenn es euch nichts ausmacht, bei Nacht zu reiten. Kehrt ein und stärkt euch.

    „Ja, das habe ich nötig."

    Hereb trat ein, grüßte freundlich nach allen Seiten und setzte sich dann an einen Tisch.

    „Was möchtest du?, fragte der struppige Wirt, dem das ungepflegte Haar nach allen Seiten vom Kopf abstand und dessen vom Wein gerötete Knollennase zu allem Überfluss noch eine Warze zierte. „Möchtest du Wein?

    „Gib mir eine Schale vom Besten. Und ein Stück Fleisch, wenn du welches zur Verfügung hast."

    „Ich habe einen Hammel geschlachtet, da werde ich dir eine fette Keule braten. Das stärkt für den Weiterritt", meinte Kasseidon.

    „Ich kann mich dazu nicht recht entschließen, brummte Hereb, scheinbar besorgt. „Zwar bin ich nicht müde, aber ...

    „Du kannst auch hier übernachten, wenn du willst, entbot sich Kasseidon diensteifrig. „Du findest in meinem Hause jede Bequemlichkeit. Du kannst auf frischem Stroh schlafen!

    „Ich werde es mir überlegen, der Ritt in der Nacht, erscheint mir nicht recht geheuer."

    Aus dem Hintergrund ertönte ein Lachen.

    „Du siehst doch gar nicht aus wie ein Hasenfuß, rief einer der Gäste Hereb zu. „Wovor fürchtest du dich denn? Vor Satyrn oder Faunen?

    Hereb wandte sich den Sprechern zu. „Diese haben mir bis jetzt noch nichts getan und werden mich wohl auch in Hinkunft in Ruhe lassen", erklärte er.

    „Also, was fürchtest du sonst", fragte Kasseidon, der sich eben entfernte, um Herebs Bestellung auszuführen, indem er sich noch einmal kurz nach ihm umwandte.

    „Räuber gibt es nicht hier in der Gegend, setzte einer der Gäste hinzu. „So nahe an die Hauptstadt wagen sie sich nicht heran. Hier bist du sicher. Oben im Gebirge, da ist es etwas anderes. Da lebt der berüchtigte Räuber Roduros mit seiner Bande, vor dem alles zittert.

    „Neuerdings soll sogar ein geflohener atlantischer Prinz die Bande anführen, mengte sich ein anderer ins Gespräch. „Man hat schon viel davon gehört.

    „Ja, auch ich habe davon gehört und mehr noch, erklärte Hereb. „Und das ist auch der Grund, weshalb ich so vorsichtig bin.

    „Aber Freund, die sind oben im Gebirge", lachte Kasseidon, mit einer gefüllten Weinschale wiederkehrend.

    „Da täuschst du dich aber", widersprach Hereb, die Schale an den Mund führend.

    Er tat einen tüchtigen Zug und wischte sich dann mit dem Handrücken über den Mund, während die übrigen Gäste die Köpfe zusammensteckten. Kasseidon war kopfschüttelnd nach nebenan gegangen, um für die Hammelkeule Sorge zu tragen. Seine Gäste aber waren unwillkürlich zusammengerückt und reckten ihre Köpfe neugierig zu Hereb herüber.

    „Hast du etwa etwas Neues gehört?, fragte er schließlich. „Du kommst gewiss ein schönes Stück Weges und weißt vieles zu erzählen. Was gibt es Neues im Lande? Sprich! Hörte man etwas von dem atlantischen Prinzen, nach dem der König den Suchbefehl erlassen hat? Ist man seiner schon habhaft geworden?

    Hereb schüttelte den Kopf.

    „Torgo denkt gar nicht daran sich fangen zu lassen, berichtete er. „Im Gegenteil. Er ist mit der Bande Roduros unterwegs nach der Hauptstadt und will sich an dem König rächen. Er kann vielleicht schon hier in der Gegend sein.

    „Der Prinz muss großartig sein, wenn er sich in die Hauptstadt wagt. Das kostet ihn doch das Leben! Was will er denn gegen die Übermacht des Königs!"

    „Diese Übermacht fürchtet der Prinz nicht. Er hat sich bis jetzt erfolgreich gegen sie zu verteidigen gewusst."

    „Ja, ja, Mut hat er das hört man allgemein. Und dennoch halte ich ihn nicht für klug. Wie kann er denn ein solches Unternehmen wagen!"

    Hereb senkte seine Stimme zum Flüstern herab und tat als verrate er ein wichtiges Geheimnis.

    „Man sagt, er habe überall im Volke Verbündete, behauptete er. „Vielleicht will er sich gar selbst auf den Thron Griechenlands setzen. Er und die Königin kennen einander von früher, nun hübsch ist sie ja, das muss man ihr lassen!

    Hereb kicherte wie über einen guten Witz. Kasseidon kam mit der Keule.

    „Ach, das sind dumme Geschichten," plapperte er. „Geschichten, welche die Langeweile

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