Über dieses E-Book
Kommissar Mark Kössner hat Zweifel. Nicht zuletzt, weil die tödliche Kugel nirgends aufzufinden ist. Doch wer sollte Interesse daran haben, den beliebten Familienvater zu ermorden? Seine Jagdfreunde doch wohl nicht! Keine Kugel, kein Schütze, kein Motiv. Mark ist kurz davor aufzugeben.
Doch die Freundschaft der Jäger war nicht so eng, wie sie auf den ersten Blick wirkte, und auch im privaten Leben der Männer findet Mark Ungereimtheiten. Kann er darin das Motiv und somit auch den Mörder finden?
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Buchvorschau
Jagdunglück - Irmela Schröck
Jagdunglück
Ein Emsland-Krimi
Irmela Schröck
©Irmela Schröck 2022
Machandel Verlag Haselünne
Charlotte Erpenbeck
Cover : artush / yayimages.com
ISBN 978-3-95959-372-4
Informationen zum Buch:
Alle Personen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen oder Begebenheiten sind, soweit überhaupt vorhanden, dem Zufall zu verdanken.
Und die Arbeit der Polizei ist in Wirklichkeit noch um einiges komplizierter und aufwändiger als hier dargestellt.
1.Kapitel
Kommissar Mark Kössner arbeitete an seinem Schreibtisch in der Haselünner Polizeiwache und versuchte, die tanzenden Herbstblätter zu ignorieren, die der Wind vor seinem Fenster immer wieder durch die Luft wirbelte. Gerade wollte er nach der Kaffeetasse greifen, als das Telefon schrillte. Eine aufgeregte männliche Stimme gab ihm nicht einmal Zeit, guten Tag zu sagen.
„Bitte, wir brauchen Hilfe, ganz schnell! Wir hatten einen Unfall, ein Jagdbruder ist angeschossen worden, er verblutet!"
„Wo genau befindet sich der Unfallort?", fragte Mark Kössner.
Noch während er die genaue Beschreibung notierte, beauftragte er bereits seine Kollegen, einen Rettungswagen zu alarmieren. Den Unfallort, eine Lichtung im Engelberts Wald, kannte Mark, bis zu der angegebenen Stelle konnte man auf keinen Fall mit dem Auto fahren. Er warf ein klappbares Fahrrad in den Kofferraum und fuhr los. An der Osterbrocker Straße parkte er den Wagen gut sichtbar an der Stelle, wo ein holperiger Weg links in den Wald führte. Ab hier musste das Rad herhalten.
Gott sei Dank war es nicht weit bis zu der angegebenen Lichtung. Eine Gruppe Männer stand dort und sah ihm sichtlich erleichtert entgegen. Etwas außer Atem sprang er von seinem Rad, warf es hin und eilte zu ihnen. Mitten in der Gruppe lag ein Mann auf dem Bauch. Eine blutgetränkte Rückenwunde ließ nichts Gutes vermuten. Der Kommissar kniete nieder und drehte den Kopf des Verletzten kurz zur Seite, um das Gesicht zu sehen. Ein Blick in die starren Augen des Mannes genügte. Aber Mark tastete trotzdem noch einmal sorgfältig nach der Halsschlagader. Sie blieb unbeweglich unter seinen Fingerkuppen. Mark blickte irritiert auf den Toten, er kannte ihn irgendwie, wusste aber im Moment nicht woher.
„Das tut mir leid. Da ist nichts mehr zu machen", sagte er, noch kniend, zu den Männern. Dann richtete er sich auf und beorderte per Funk die Spurensicherung und den Rechtsmediziner zu dem Unfallort. Die fünf Jäger des Hegerings Haselünne und sechs Treiber, die den Toten umringten, schauten sichtlich geschockt drein. Mark versuchte, einen schuldbewussten Blick zu erhaschen, einer in der Runde musste ja für diesen tödlichen Jagdunfall verantwortlich sein. Doch alle hielten seinem Blick stand.
Die sechs Treiber kamen für den Tod des Jägers nicht in Betracht, weil Treiber keine Waffen bei der Jagd tragen dürfen. Die konnte er gedanklich schon einmal abhaken.
„Wie heißt der Tote?", fragte er.
„Thomas Kelt", antwortete ein Mann mit einem weißen Bart.
„Können Sie mir Näheres über ihn sagen?, fragte Mark weiter und notierte sich „Thomas Kelt
in sein Notizbuch. „Ist er verheiratet und wo wohnt er?"
„Ja, er ist verheiratet und wohnt auf dem Distelring", antwortete jetzt ein leicht korpulenter Mann, der ein Taschentuch aus der Hose nahm und sich damit über die Stirn fuhr. Dort hatten sich Schweißperlen gebildet.
„Und die Hausnummer?"
„Hundertsechsundfünfzig."
„Wer hat den tödlichen Schuss abgegeben?", fragte der Kommissar. Ratloses Schweigen.
„Das wissen wir nicht, er lag schon so da, als wir auf die Lichtung kamen", antwortete nach einigem Zögern ein großer, schlanker Mann mit grauen Schläfen.
„Und warum sind Sie alle auf diese Lichtung gekommen?"
„Die Jagd war zu Ende. Wir hatten eine Treibjagd auf einen Bock veranstaltet, sechs Jäger und sechs Treiber. Das Hornsignal hat uns alle hierher beordert", antwortete der Mann.
Mark Kössner versuchte, sich das Ganze vorzustellen. Die Männer veranstalten eine Treibjagd, aber anstatt einen Bock zu erschießen, wird einer der Jäger tödlich getroffen. Bei der Art, wie eine Treibjagd normalerweise ausgeführt wurde, sollte das eigentlich ausgeschlossen sein. Er schüttelte verständnislos den Kopf. „Wer hat den Notruf getätigt?"
„Das war ich", antwortete der Mann mit den grauen Schläfen.
„Sie sind ...?", fragte der Kommissar.
„Karl Mayer."
„Sie waren also als Erster auf der Lichtung."
„Nein, Gert Börger war vor mir da", antwortete Herr Mayer und zeigte auf einen jungen Mann.
Mark musterte Herrn Börger. Ein großer, gut aussehender Blonder, der mit gesenktem Haupt etwas abseits der Gruppe stand.
„Herr Börger, warum haben Sie nicht den Notarzt gerufen?"
Der Mann schaute ihn mit leeren Augen an und schüttelte mehrfach den Kopf. „Ich weiß nicht, ich war einfach fassungslos und geschockt", sagte er.
„Hatten Sie denn kein Handy dabei?",
„Doch, ich habe es immer dabei, antwortete er. „Aber ich war einfach handlungsunfähig.
Er blickte beschämt zu Boden.
Der Kommissar ging erst einmal nicht näher auf diese Aussage ein, weil zwei Sanitäter mit einer Trage herangehetzt kamen. Ihren Krankenwagen hatten sie ebenfalls an der Straße stehen lassen müssen.
„Es ist zu spät, rief Mark den Männern zu, „hier muss jetzt der Rechtsmediziner weitermachen. Tut mir leid, dass Sie umsonst hergekommen sind.
Die Sanitäter kamen trotzdem näher und warfen einen schrägen Blick auf den Mann, der mit dem Gesicht nach unten auf der Erde lag. Es summten bereits erste Fliegen um die Wunde.
„Sollen wir nicht noch einmal ...", fragte einer der beiden Sanitäter.
Der Kommissar schüttelte den Kopf. Die Sanitäter nahmen die Trage wieder hoch und traten den Rückweg an.
Mark schaute in die Runde. Keiner der Männer schaute ihn jetzt voll an, alle blickten an ihm vorbei. Jeder von ihnen könnte der Unglücksschütze gewesen sein. Vermutlich fühlten sich alle unschuldig, und doch konnte keiner ausschließen, dass es nicht gerade sein Schuss gewesen war, der den Mann getroffen und getötet hatte. Sie alle hatten ja vermutlich in unmittelbarer Nähe geschossen.
Die Männer murmelten und grummelten vor sich hin. Mark verstand kaum etwas von ihren Worten. Es wurde höchste Zeit für etwas Struktur. „Bitte nennen Sie mir Ihre Namen", forderte er.
„August Lingmann", begann der Bärtige. Die anderen folgten mit ihrer Namensnennung.
Der Kommissar notierte alle, auch die Namen der Treiber. Wenn sie auch nicht als Täter infrage kamen, so auf jeden Fall als Zeugen. Weitere Fragen hatte er im Moment nicht, dazu war es noch zu früh. Er schaute sie alle noch einmal eindringlich an und versuchte, in ihren Gesichtern zu lesen. Er sah niemanden, der die Augen niederschlug. Fühlte sich demnach keiner von ihnen schuldig? Na, gut, wir werden sehen, dachte er. Er würde die Befragung später im Büro mit jedem Einzelnen fortführen.
„Meine Herren, sagte Mark ernst, „Sie müssen spätestens morgen auf das Revier kommen, um ihre Aussagen zu machen. Bitte melden Sie sich telefonisch für einen Termin an.
„Können wir das erlegte Wild mitnehmen?", fragte Herr Lingmann und deutete auf drei kleine, pelzige Körper, die Mark erst jetzt bemerkte. Kaninchen.
„Die wird die Rechtsmedizin wohl nicht brauchen, sagte Mark. „Nehmen Sie die Tiere mit.
Die Spurensicherung und der Rechtsmediziner waren eingetroffen. Mark Kössner dirigierte die Treiber und die fünf Jäger vom Unglücksort weg, damit die Spurensicherung ungehindert ihre Arbeit tun konnte. Die Männer folgten ihm nur zögernd.
Gert Börger blieb stehen und schaute zurück. Dann seufzte er tief. „Mensch, Thomas!"
Etwas abseits des Tatorts ließ der Kommissar sie wissen: „Sie können vorerst gehen, aber Ihre Gewehre müssen für unsere weiteren Untersuchungen konfisziert werden. Bitte geben Sie diese dort hinten bei dem Polizeiwagen ab."
Wieder hörte Mark ein undeutliches, aber zustimmendes Gemurmel. Die Männer schauten sich gegenseitig fragend an, entfernten sich dann aber langsam und schweigend in Richtung des Polizeiwagens.
Mark trat zu der Spurensicherung und bat den Fotografen, auch Bilder von der Umgebung zu machen, damit er einen Lageplan erarbeiten könnte. Er musste klären, wer sich während der Jagd wo befunden hatte. Die Kugel, die den Tod verursacht hatte, war bislang noch nicht gefunden worden. Sie war von vorn in den Körper eingedrungen und hinten wieder ausgetreten, wie man aus der Wunde schließen konnte. Der Rechtsmediziner hatte das bestätigt. Irgendwo hier musste sich das Projektil befinden. Es war wichtig, um es einer Waffe zuordnen zu können und damit den Schützen zu ermitteln.
Eine gute Stunde später gaben sie vorläufig auf. Die Männer hatten die tödliche Kugel nicht finden können. Der Wald war zu unübersichtlich, Herbstblätter waren schon gefallen und bedeckten den Boden. Sie würden mit einem Metalldetektor wiederkommen und es noch einmal versuchen müssen. Die Spurensicherung sperrte das Gebiet mit rot-weißem Flatterband ab. Nachdem alle Fotos gemacht worden waren, konnte der Tote endlich abtransportiert werden.
2. Kapitel
Mark fuhr zurück zur Wache. Dort erwartete ihn sein Kollege Jens Köppke.
„Was ist passiert?, fragte er interessiert. Mark berichtete ihm von dem Unfalltod des jungen Mannes und von den fünf Jägern, die dort anwesend waren. Dann fragte er: „Sag mal, kennst du einen Thomas Kelt? Er kommt mir bekannt vor, aber ich weiß im Moment nicht woher.
„Thomas Kelt? Ist das der Tote?", fragte Jens entgeistert zurück.
„Ja", bestätigte Mark.
„Herr Kelt war doch vor etwa zwei Monaten hier und hat eine Anzeige gegen Unbekannt gemacht."
Mark schaute seinen Kollegen fragend an, er versuchte sich, zu erinnern.
„Es ging um sein demoliertes Auto und Fahrerflucht", ergänzte Jens.
„Ja, richtig, jetzt fällt es mir wieder ein. Die Anzeige verlief im Sand, wir konnten keinen Täter ermitteln." Merkwürdig, dachte Mark, dass zweimal derselbe Mann in meinem Umkreis vorkommt, wo ich doch kaum jemanden in Haselünne kenne.
„Was ist mit den anderen Männern?, wollte Jens wissen. „Kennen wir die auch?
„Ich kenne keinen von ihnen. Vielleicht du?" Mark schaute auf sein Notizblock und las Jens die Namen vor.
„Zwei sind mir zumindest dem Namen nach bekannt, erklärte Jens. „Karl Mayer ist der Leiter der Oldenburgischen Landesbank, aber Näheres kann ich dir auch nicht sagen.
„Okay."
Mark setzte sich an seinen Computer und protokollierte das Ereignis.
11. Oktober 2019, Notruf um 16. 05 Uhr
Bei einer Jagdveranstaltung wurde ein Teilnehmer tödlich getroffen.
Sein Name: Thomas Kelt.
Der Unfallort: Lichtung im Engelbertswald, vierhundert Meter links abseits des befahrbaren Weges.
Fünf Jäger und sechs Treiber waren bei meinem Eintreffen auf der Lichtung anwesend: Die Namen der Jäger lauten:
Gert Börger
August Lingmann
Karl Mayer
Frank Oster
Michael Schuber
und die Treiber sind:
Georg Backmann
Frank Krabben
Dirk Kuhlmann
Bernhard Wosten
Dieter Winkel
Alex Sander
Bei der ersten schnellen Befragung im Wald konnte keiner der Männer eine genaue Erklärung über den Vorgang abgeben. Sie hatten sich nach zwei Stunden Jagd planmäßig auf der Lichtung getroffen, um gemeinsam die erlegten Tiere nach Hause zu bringen. Auf dem vereinbarten Treffpunkt fanden sie ihren Jagdbruder Thomas Kelt leblos am Boden liegen. Er lag in einer Blutlache auf dem Bauch. Eine große Wunde war am Rücken sichtbar, vermutlich die Austrittsöffnung einer Kugel. Einer der Jäger, Karl Mayer, hatte sofort mit seinem Handy einen Notruf getätigt. Die Jäger haben gewartet, bis ich eintraf.
Gezeichnet Mark Kössner.
Er schloss seinen Bericht und wandte sich seinem Kollegen zu. „Hoffentlich können wir den Fall Thomas Kelt schnell klären. Es wird schwierig werden, wenn wir das Projektil nicht finden. Bislang ist es der Spusi nicht gelungen. Wir sollten mit einem Metalldetektor noch einmal gründlich suchen. Kann Kevin das übernehmen oder willst du das tun?"
„Ich mache das, Kevin ist unterwegs."
„Dann müssen wir auf ihn warten, denn ich muss zuerst Frau Kelt die Todesnachricht überbringen. Wenn Kevin zurück ist, kannst du los."
„Wo genau ist der Unglücksort?"
Noch während Mark es ihm erklärte, kam sein Kollege Kevin zurück. Er zog seine Jacke aus und trat neugierig zu den beiden anderen. Auch er wollte wissen, was geschehen war und wurde von seinen Kollegen aufgeklärt.
„Wenn es recht ist, fahre ich in den Wald, um die Kugel zu suchen. Ihr seid ja beide anderweitig beschäftigt", schlug Kevin vor.
Mark nickte, Kevin zog seine Jacke wieder an und holte sich aus einer Kammer einen Metalldetektor. Damit verließ er das Polizeibüro.
Mark seufzte tief, ihm blieb die unangenehme Aufgabe, der Frau des Erschossenen die traurige Nachricht zu überbringen. Das muss ein Schock für sie sein. Noch jung und schon Witwe, dachte er.
3. Kapitel
Vor dem Haus der Familie Kelt spielten zwei Kinder mit einem Ball auf der Straße. Sie liefen sofort zur Seite, damit Mark ungehindert vorbeifahren konnte. Gehörten die Kinder zu den Kelts? Er stieg aus und klingelte an der Haustür. Frau Kelt öffnete die Tür, Mark sah an ihren verweinten Augen sofort, dass jemand schneller als er gewesen war.
„Frau Kelt, ich vermute, dass Sie bereits vom Tod Ihres Mannes erfahren haben. Mein Name ist Mark Kössner von der hiesigen Polizei. Darf ich kurz hereinkommen?"
Die hübsche, junge Frau mit langen, glatten Haaren nickte, trat zur Seite und öffnete die Tür weit. Mark folgte ihr in die Küche, wo sich Frau Kelt auf einen Stuhl fallen ließ und die Hände vor ihr Gesicht schlug. Sie weinte und schluchzte heftig. Die Tränen tropften zwischen ihren Fingern
