Über dieses E-Book
Einer guten Gesundheit gilt das Hauptaugenmerk, je älter ein Mensch wird.
Zuweilen kommt es aber vor, dass man selbst keinen Einfluss darauf hat.
Ein Unfall, dessen Folgen und der langwierige Heilungsprozess sind Gegenstand dieser Erzählung.
Einige persönliche Gedanken und Erfahrungen umrahmen das Ganze.
Ein wenig Humor ist auch dabei.
Monika Genzow
Vor etlichen Jahren habe ich begonnen, Ereignisse und Episoden aus meinem Leben festzuhalten in der Hoffnung, dass sich meine Nachkommen dafür interessieren. Ich bin 82 Jahre alt, habe zwei Kinder, sechs Enkel und vier Urenkel. Gemeinsam mit meinem Mann lebe ich seit mehr als 50 Jahren in einem kleinen Ort nahe der Ostsee. Hier fühle ich mich wohl. Hier ist mein Zuhause.
Mehr von Monika Genzow lesen
China - immer eine Reise wert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenReisen auf dem Sofa: quer durch halb Europa Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFreie Fahrt ins Unbekannte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAls Fliegen noch nicht alltäglich war Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Von Fall zu Fall
Ähnliche E-Books
Mit Otto aufs Land: (Ver)-Zweifeln, Staunen, Ausprobieren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBest of Mark Galsworthy: COOLNESS 3.0 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnd der Himmel zeigte ein strahlendes Blau: Prosa-Miniaturen. Mit Fotos von Jörg Zoch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Laubenpieper von Norderstedt: Neues von der Ameise !!! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMatti, das kleine Murmeltier: Ein Bergsommer unter den Murmeltieren. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Sommer in K.: Erzählung aus einem russischen Dorf Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZu Fuß und mit Esel durch halb Europa: Bebildertes Reisebuch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPaulo bei den Krat (11) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Kladde Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBergtöchter: Ein Südtiroler Familienroman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNur die Regenwürmer hören mein Stöhnen: Betriebsanleitung für Gartenfreaks... garantiert biologisch abbaubar Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSamstags war Badetag: Kurzgeschichten. Zum Vorlesen für Menschen mit Anfangsdemenz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen17 Jahre Cevennen: Der steinige Pfad zur Traumherberge Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Himmel ist altes Silber: Nature Writing Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFranzi - die Schildkröte, die vom Himmel fiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLust auf Hütte?: Kurzgeschichten über Urlaub abseits von Komfort und Luxus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlle spinnen. Ich stricke.: Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDu und dein Kind - eine tolle Zeit beginnt: Frühlings- und Sommergedichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNächster Halt Schweden: Vom Loslassen, Aufbrechen und Ankommen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErlebter Garten: Motto: Jeden Tag raus! Von Pflanzen, Tieren und Menschen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSchau mal an!: Bilder und Texte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMohnblumen: Ein Traum in Grün Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Schattengarten: Wie ich mein Glück im Moos fand Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTiere sind auch nur Menschen: Ein Lesebuch für kleine und große Kinder Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Tannennadelbär: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWas der Tag mir zuträgt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHinter den Feldern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMit Hummel Berta unterwegs Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrumme Verse aus Ellerbek Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Biografien / Autofiktion für Sie
Der Mann ohne Eigenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Idiot: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrieg und Liebe: Erich Maria Remarque und die Frauen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStolz und Vorurteil: Vollständige deutsche Ausgabe mit neuer Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen33 Länder, 33 Wochen, 33 Jobs: Als Jobhopper unterwegs von Aalborg bis Zagreb Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHinter Frack und Fliege: Intime Geschichten um die Wiener Symphoniker 1977 bis 1988 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMontaigne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSeelenTanz: John Cranko und das Wunder des Balletts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGanz normale Tage: Geschichten von Träumen und Traumata Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte: Eine wahre Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDIE SEELE IM JENSEITS. Erleuchtung geschieht, wenn von uns nichts als Liebe übrig ist Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Bahnwärter Thiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMao Zedong. ›Es wird Kampf geben‹: Eine Biografie Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Im Familiengericht mit einem Narzissten: Russisches Roulette in deutschen Behörden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWolfgang Borchert: Alle Werke, alle Schriften: Die Gesamtausgabe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMagellan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter des Bildhauers Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Trinker: - Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAchterbahn - Eine Biografie Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Limonow Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kundalini und die Lehren eines Meisters Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Warum nur einen lieben, wenn ich alle haben kann?: Bekenntnisse einer Nymphomanin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie das Jugendamt wirklich tickt: Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEiserner Wille: Mein Leben und die Lektionen von Cus D'Amato Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDraußen vor der Tür Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenYo es otro. Septología III-V: Septología III-V Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Von Fall zu Fall
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Von Fall zu Fall - Monika Genzow
Du darfst im Leben ruhig hinfallen
Du darfst aber niemals liegen bleiben
Chinesisches Sprichwort
Inhaltsverzeichnis
_____________________________________
Hilfe in der Not
Begleitung
HILFE in der NOT
Montag, 10. Oktober
Goldener Oktober – für das letzte Wochenende und die kommenden zwei, drei Tage trifft das genau ins Schwarze. Ich sitze im Garten unter dem alten Süßkirschenbaum, den es vor beinahe zehn Jahren bei einem kurzen, aber heftigen Frühjahrssturm in zwei Hälften gespalten hat. Die eine Stammhälfte lag samt Geäst und reifen Kirschen quer vor den Zwergfichten und ermöglichte uns eine leichte Ernte. Inzwischen sind die Äste abgesägt und der Stamm, der den Enkeln als Balancier- und Turngerät diente, verrottet und abgetragen. Der zweite Teil des Baumes hält sich standhaft und hat sogar neue Austriebe bekommen. Die Kirschernte ist allerdings bescheiden. Einerseits sind sie nicht mehr so groß und saftig wie einst und andererseits sind die Stare zumeist schneller als wir.
Unter diesen Baum hat Robert für mich einen stabilen Plastikstuhl gestellt und Sitzkissen darauf gelegt, damit ich mich nicht verkühle und mir womöglich noch eine Blasenentzündung hole. Das wäre fatal, denn ich bin ohnehin lädiert. Um zu diesem Stuhl in die wärmende Oktobersonne zu kommen, hüpfe ich, auf zwei Krücken gestützt, unter Roberts fürsorglicher Begleitung auf einem Bein die zirka fünfzig Meter durch den grasbewachsenen Garten.
Ich darf den rechten Fuß nicht belasten, darf nur mit der Zehenspitze kurz antippen. Mit dem Rebound Air Walker, einem etwa drei Kilo schweren, stabilen Kunststoffstiefel am Bein ist das gar nicht so einfach.
Der Weg von der Haustür bis zum Stuhl wird zu einer echten Herausforderung. Und es dauert. Die Strecke, die ich normalerweise am Tag mehrfach in weniger als zwei Minuten zurücklege, scheint immer länger zu werden.
Es geht mal ab- und mal aufwärts - minimal - für das Auge kaum sichtbar, aber in meiner Armmuskulatur doch merklich spürbar. Ich komme mir wie ein Gewichtheber vor. Das ist gar nicht so falsch. Bei jedem Schritt – oder besser Hüpfer – stemme ich knapp siebzig Kilo (incl. Stiefel), um mich kaum zehn Zentimeter vom Boden zu lösen und den vorangestellten Krücken zu folgen.
Ich bin das nicht gewöhnt. Meine Arme neigen dazu, zur Seite wegzudrehen. Deshalb bin ich bisher auch keinen Schritt ohne Roberts Begleitung gegangen. Für ihn ist das auch nervenaufreibend, denn wenn ich tatsächlich strauchel, muss er schnell und hart zugreifen, bevor die Erdanziehung die Oberhand gewinnt. Es geht alles gut. Nun sitze ich in der Sonne, stütze den gestiefelten Fuß auf die vor mir gekreuzten Gehhilfen und wärme meine müden Glieder.
Eigentlich ist es schade um den schönen Nachmittag. Wir könnten in den Wald fahren und Pilze sammeln. Es soll viele geben in diesem Jahr. Unsere Nachbarn hatten am vorigen Wochenende in kaum einer halben Stunde einen Korb voller Maronen, Birkenpilzen und Rotkappen gesammelt. Auch etliche Steinpilze und sogar eine Krause Glucke waren dabei.
Wir könnten auch einen schönen Strandbummel in Dierhagen machen und Hühnergötter für meine Sammlung suchen. Die sind in diesem Jahr allerdings rar geworden, denn seit der Strand im Frühjahr aufgespült wurde, ist nur an vereinzelten Stellen neues Geröll angelandet.
Wir könnten aber auch zum späten Nachmittag nach Zingst fahren und den imposanten Einflug der Kraniche verfolgen, die jetzt zu Hunderten im Flachwasser zwischenlanden, bevor sie in den Tagen darauf den weiten Weg nach Afrika antreten.
Wir könnten..., wir könnten...
Aber ich will nicht undankbar sein. Es ist auch in unserem Garten schön in der Herbstsonne. Das Laub an den Bäumen beginnt, sich zu färben, die Herbstastern und Fetthennen leuchten in der Sonne. Die Heide blüht und selbst die Nacht- und Königskerzen haben noch einmal leuchtend gelbe Blüten getrieben. Der wilde Wein an der Südwestseite des Hauses rankt, eng verschlungen mit dem Efeu, bis zum Giebel und hat auch schon das Dach in Beschlag genommen. Seine Blätter leuchten in einem kräftigen Pink. Der Efeu ist mit seinen unzähligen Blütenständen ein Paradies für Bienen, Wespen, Hornissen und andere geflügelte Kleinlebewesen.
Nein, ich kann nicht klagen. Ein sonniger Oktobertag ist auch in unserem Garten sehr schön.
Außerdem trage ich ja selbst Schuld an der Misere, das Haus, respektive Grundstück, hüten zu müssen. Und Robert ist der Leid-tragende. Er ist jetzt Hausmann, Kranken-pfleger, Koch und Chauffeur und hat oben-drein noch seine eigenen Verpflichtungen.
Wie konnte es nur dazu kommen?
Es ist Freitag – nein, nicht der 13., sondern der 23. September.
Die beiden letzten Tage waren nicht durchweg sonnig, aber trocken. Gutes Wetter zum Waschen. Die schmutzige Wäsche stammt noch aus dem Urlaub in der Eifel, aus dem wir Anfang der Woche zurück gekehrt sind. Zwei Waschmaschinen voll sind schon luftgetrocknet. Heute kommt der Rest dran. Das hat noch keine Eile.
Erst einmal wird in aller Ruhe gefrühstückt. Ein halbes Brötchen mit Wurst, ein halbes mit Honig. Dazu eine Tasse Kaffee aus der Höllenmaschine und eine frische Kiwi.
Die Kaffeemaschine ist eine Errungenschaft von Tchibo zum Sonderpreis. Wir haben sie bei unserer Tochter Tina in Lommatzsch kennen gelernt. Die Bohnen werden frisch gemahlen und dann mit kochendem Wasser überbrüht. Dabei macht das Mahlwerk der Maschine einen Heidenlärm. Ich wäre beinahe vom Stuhl gefallen, als
