Elisabeth Kulmanns Gedichte, 13. bis 24. Saal: Neuauflage in lateinischer, statt gotischer Schrift der Gedichte Elisabeth Kulmanns
Von Roger Monnerat (Editor)
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Buchvorschau
Elisabeth Kulmanns Gedichte, 13. bis 24. Saal - Roger Monnerat
Inhaltsverzeichnis
Kurzbiographie der Dichterin
Vorwort Karl Friedrich von Grossheinrich
Dreizehnter Saal
1. Scenen aus dem Paradiese
2.
Erster Engel
Zweiter Engel
Erster Engel
Zweiter Engel
Erster Engel
Zweiter Engel
Erster Engel
Zweiter Engel
3.
4.
5.
6. Adams Morgengebet
7.
8.
9.
Kain
Eva
Kain
Eva
Kain I
Eva
10.
Eva
Abel
Eva
Abel
Vierzehnter Saal
1. An die heilige Jungfrau
2. La Madonna del Lago
3. An das Jesuskind
4. Die Taufe Christi
5. Der Jüngling von Nain
6. Der Hauptmann von Kapernaum
8. Die Heilung des Blinden
9. Die Heilung des Lahmen
10. Die Verklärung Christi
11. Der Sturm auf dem Meere
12. Die Erweckung des Lazarus
13. Die Begnadigung des Missethäters
14. Die Auferstehung Christi
Eine der Frauen
Die Sonne
Fünfzehnter Saal
1. Sibirische Scene
2. Sibirische Scene
3. Tatarische Scene
4. Mantschurische Scene
5. Tibetanische Scene
6. Chinesische Scene
7. Chinesische Scene
8. Chinesische Scene
9. Chinesische Scene
10. Chinesische Scene
Sechzehnter Saal
1. Hindostanische Scene
2. Hindostanische Scene
3. Hindostanische Scene
4. Das Kaschemirsche Thal
5. Hindostanische Scene
6. Hindostanische Scene.
7. Hindostanische Scene
8. Hindostanische Scene
9. Hindostanische Scene
10. Maldivische Scene
11. Zeilonische Scene
12. Der Thurm von Schumadu
Siebzehnter Saal
1. Syrische Scene
2. Syrische Scene
3. Syrische Scene
4. Eilisische Scene
5. Seescene
6. Seescene
7. Syrische Scene
8. Bethlehem
9. Der See Genezareth
10. Jerusalem
Achtzehnter Saal
1. Die Pyramiden
2. Theben
3. Afrikanische Scene
4. Afrikanische Scene
5. Amerikanische Scene
6. Amerikanische Scene
7. Amerikanische Scene
8. Amerikanische Scene
9. Amerikanische Scene
10. Amerikanische Scene
11. Amerikanische Scene
12. Amerikanische Scene
Neunzehnter Saal
1. Abendgebet und Traum
2. Armuth
3. An die Geduld
4. Nach einem Gemälde
5. Abend - und Morgenthau
6. Das Denkmal
7.
8.
9.
10. Das Boot
11. Rousseau und Dershawin
12. Das Hirtenhorn
13. Der Rose Traum.
14. Die Fregatte
15
16. Ahnung
17. Der Nachtigall Traum
Die Mutter
18.
19. An Peter den Großen
Zwanzigster Saal
1. Der Hund und der Mond
2. Der Greis und der Mond
3. Die Feenwelt
4. Die Waldgeister
5. Die Wassergeister
6. Die Schöpfung der Erde
7. Die Schöpfung des Himmels
8. Vertrauen auf Gott
Einundzwanzigster Saal
1. Der Adler
2. Der Sperling
3. Die Schmetterlinge
4. Das Moos
5. Die Margariten
6. Die Natur
7. Die Natur
8. Die kranke Mutter
Zweiundzwanzigster Saal (1824)
1. Der Reichthum des Armen
2. Der Mond
3. Meine Seele
4. Begeisterung
5. Der Rauch
6. Der fallende Stern
7. Der Sturmwind
8. Der Sonnenuntergang
9. Der Tod
10. Die Wege Gottes
Dreiundzwanzigster Saal (1825)
1.
Der Sturm
2. Die Jugendjahre
3. Die Quellen der Rhone und des Rheins
4. Heimathsliebe
5. Stufengang der Natur
6. Orpheus
7. Lomonossow
8. Der Ruhm
9. Tasso
11. Raphael
12. Vesuv und Somma
Vesuv
Somma
13. Zeit und Phantasie
Die Zeit
Die Phantasie
14. Die Birkenrinde
15. An die Erinnerung
Vierundzwanzigster Saal
1.
2.
4.
5. Abschied der Blumen.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13. An den Tod.
14.
15.
16. Luftfahrt
17.
18. Verhängnis
19. An die Natur
20. An meine Mutter
21. Abschied vom Leben
22. An den Frühling
Impressum
Kurzbiographie der Dichterin
Elisabeth Kulmann war die jüngste Tochter einer Deutschen, Maria (geborene Rosenberg), und des russischen Offiziers Boris Feodorowitsch Kulmann, Enkel einer deutschen, nach Russland eingewanderten Familie aus dem Elsass. Als ihr Vater früh verstarb, geriet die Mutter mit ihren neun Kindern in große Armut, ließ ihnen aber trotzdem eine gute Erziehung zuteilwerden. Elisabeth, die ein großes Sprachtalent besaß, wuchs mehrsprachig auf. Aufgrund der Schulung durch ihre Mutter konnte sie schon als Sechsjährige fließend Russisch und Deutsch sprechen und lesen. Sie bekam des Weiteren von einem Bekannten der Familie, Karl Friedrich von Großheinrich, Fremdsprachenunterricht. Außer ihren beiden Muttersprachen lernte sie bis zu ihrem 15. Lebensjahr fließend Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Neugriechisch Sie beherrschte aber nicht nur lebende, sondern auch die klassischen Sprachen Latein, Altgriechisch und Kirchenslawisch. Neugriechen erklärten, sie könne deren Sprache so gut wie sie selbst. Zusammen mit den beiden Töchtern des Sankt Petersburger Bergwerksdirektors Meder wurde sie daneben in Mathematik, Naturwissenschaften, Zeichnen, Tanz und Musik unterrichtet.
In ihrem elften Lebensjahr erschienen die ersten Dichtungen Kulmanns. Damals begann sie, deutsche Verse zu machen; später dichtete sie auch in ihren beiden anderen Lieblingssprachen Russisch und Italienisch. Darüber hinaus betätigte sie sich auch als Übersetzerin. Beispielsweise übertrug sie Werke des altgriechischen Lyrikers Anakreon in acht Sprachen. Innerhalb von sechs Jahren dichtete Kulmann rund tausend Gedichte auf deutsch. Sie besaß eine treffliche Beobachtungs–und Schilderungsgabe, Gemüt und Fantasie. Fremden Stoffen, wie ihren Schilderungen amerikanischer und afrikanischer Literatur, wusste sie große Anschaulichkeit zu verleihen, die zahlreicheren der nächsten Umgebung entnommenen mit kindlicher Anmut zu beleben. Karl Goedeke (1814 –1887) urteilte: «Ihr Stil ist einfach, klar, ohne Redeschmuck, aber durch die bloße Darstellung ergreifend; nur mitunter verliert sie sich ins Breite, niemals ins Flache.»
Als Sankt Petersburg am 7. November 1824 von einer verheerenden Überschwemmung betroffen war, bei der zehntausend Menschen in den Fluten starben, erkrankte sie schwer. Sie starb rund ein Jahr später im Alter von nur 17 Jahren in ihrer Heimatstadt. Auf dem dortigen smolenkischen Friedhof erhielt sie ihre letzte Ruhestätte mit einem von der Kaiserin Alexandra Feodorowna und der Großfürstin Helena Palowna gestifteten Denkmal aus karrarischem Marmor. Dieses zieren sie feiernde Inschriften in den elf von ihr beherrschten Sprachen.
Vorwort Karl Friedrich von Grossheinrich
Die Verfasserin selbst hat nur ihre, in russischer, deutscher und italienischer Sprache nachgelassenen Poetischen Versuche zum Drucke bestimmt. Kenner aber haben uns ngerathen, auch diese früheren, nur in deutscher Sprache vorhandenen Gedichte herauszugeben, die sie vom Anfange ihreszwölften bis zum Ende ihres fünfzehnten Jahres schrieb, etliche ausgenommen, die späteren Ursprungs sind.
Dreizehnter Saal
Das Paradies
Lenz, reich all deine Farben,
All deine Düfte dar,
Den schönsten Ort zu schildern,
Der je auf Erden war.
Von holder Hügel Höhen
Senkt sanft sich überall
Das Paradies, und bildet
Das anmuthsvollste Thal.
Nie hat ein menschlich Auge
Au'n, Quellen, Haine, Seen,
Gebüsche, Grotten, Lauben
So wunderschön gesehn.
Darüber dehnt sich heiter
Des reinsaphirnen Blau's
Durchsichtiges Gewölbe,
Der Erde näher, aus.
Und aus dem Paradiese
Schwang sich zum Himmelsthor
In Regenbogenfarben
Ein Strahlenweg empor.
Aus diesem Wege wallte,
Als rein der Mensch noch war,
Oft zu der Erde nieder
Der hohen Engel Schaar.
Und bildete des Menschen
Erwachenden Verstand,
Und führte ihn zur Tugend
Mit eines Freundes Hand
1. Scenen aus dem Paradiese
Es saß in einer Laube
Das erste Menschenpaar,
Mit ihnen eins der Häupter
Der hohen Himmelsschaar.
O sag ' uns, Engel Gottes,
Der damals sie gesehn,
Ist unsre Welt dieselbe,
Die sie war beim Entstehn?
Eh ' Himmel war und Erde,
War überall nur Nacht.
Gott spricht, und durch das Leere
Ertönt das Wort der Macht:
Es werde Erd ' und Himmel!
und Erd ' und Himmel ward,
Zwei ungeheure Räume;
Jedoch die Nacht beharrt
Noch stets aus ihrem Sitze.
Da sprach aus's neue Gott:
Es werde Licht! und siehe,
Es strahlt das Morgenroth,
Enthüllt des weiten Himmels
Unsäglich schönes Blau,
Beleuchtet auch die Erde,
Doch die war wüst und grau,
Zwar heben sich die Berge
Bis an des Himmels Saum,
Es zeigt sich Thal und Ebne,
Doch weder Gras noch Baum.
Es tönt des Schöpfers Stimme.
Und sieh! die Erd ' umhüllt
Ein weicher grüner Teppich,
Die Luft umher erfüllt
Der Duft von tausend Blumen
Und Kräutern aller Art.
Wie rings sich Form und Farbe:
Zum schönen Ganzen paart!
Zum ersten Mal durchwallten
Die weite Himmelsflur
Jetzt Sonne, Mond und Sterne,
Die Perlen der Natur.
Es drang ein neues Leben
In der Gewässer Schooß,
Indeß dem Reich der Lüfte
Rings Harmonie entfloß.
Der sechste Tag nun siehet
Die namenlose Zahl
Der Landthier ' sich gestalten:
Pferd, Elephant, Schakal.
Da überschaut der Schöpfer
Der Schöpfung weites Reich,
Und sieht, daß alles gut sei.
Da schuf zulegt er euch.
2.
Am Abhang eines Hügels,
Als Nacht den Tag gebar,
Ruht aus und zwischen Blumen
Ein junges Engelpaar,
Als ihre ersten Strahlen
Die Sonne sehen ließ,
Durchtönte
