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Spirit Junkie: Mein Weg zu einem schwungvollen Leben
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Spirit Junkie: Mein Weg zu einem schwungvollen Leben
eBook282 Seiten4 Stunden

Spirit Junkie: Mein Weg zu einem schwungvollen Leben

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Über dieses E-Book

Radikal ehrlich erzählt Gabrielle Bernstein wie sie ihr Suchtverhalten bei Liebe, Drogen, Essen, Arbeit und Angst überwunden hat. Der metaphysische Text "Ein Kurs in Wundern" wurde ihr Wegweiser zu einem neuen Leben. Ihr in den USA bereits legendäres Memoir ist das Schlüsselbuch zu einer neuen urbanen Spiritualität, deren Ikone Gabrielle inzwischen auch bei uns geworden ist.
SpracheDeutsch
HerausgeberScorpio Verlag
Erscheinungsdatum1. Okt. 2022
ISBN9783958034952
Spirit Junkie: Mein Weg zu einem schwungvollen Leben

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    Buchvorschau

    Spirit Junkie - Gabrielle Bernstein

    TEIL 1

    Der Umweg in die Angst

    1

    Eine winzig kleine wahnidee

    Alle flachen Wurzeln müssen

    ausgerissen werden,

    weil sie nicht tief genug sind,

    um dich zu erhalten.

    – Ein Kurs in Wundern

    Die meiste Zeit meines Lebens bin ich mir wie eine Betrügerin vorgekommen. Ich arbeitete superhart daran, als cool wahrgenommen zu werden. Ich tat alles, was ich konnte, um Schritt zu halten, dazuzugehören und akzeptiert zu werden. Ich zog mich auf eine bestimmte Art an, belegte bestimmte Fächer, probierte verschiedene Hobbys aus. In der Highschool trug ich Doc Martens, schlang mir ein Flanellhemd um die Taille und versuchte, süß auszusehen, indem ich an Spieltagen meinen Feldhockeyrock in der Schule trug. Ich wollte unbedingt dazugehören, aber nichts funktionierte. Ich fühlte mich nie so, als sei ich Teil der Gruppe.

    Heute ist mir klar, dass hinter all meinem Streben die Suche nach Bedeutung und Sinn stand. In Beziehungen, ob mit Freunden, Familie oder Liebespartnern, suchte ich Selbstwertgefühl. Nach außen war ich das redselige, weiße, jüdische Mädchen aus der Mittelschicht, das in der Vorstadt bei seinen geschiedenen Hippie-Eltern aufwuchs. Aber ich hatte keine Ahnung, wer ich im Inneren war.

    Um alles noch schlimmer zu machen, hatte ich das Gefühl, als ob meine Gedanken total anders seien als die durchschnittlicher Jugendlicher. Mir kam es so vor, als seien meine Altersgenossen völlig zufrieden damit, sich auf Sport, den neuesten Kinofilm und Dates zu konzentrieren. In meinem Kopf hingegen schwirrten andere Gedanken herum. Ich fragte mich ständig, warum ich diese Person in diesem Körper mit dieser Familie zu genau dieser Zeit war. Ich dachte immer: Ist das alles? Wir werden geboren, wir lernen etwas, wir verdienen Geld, wir verlieben uns, kriegen ein paar Kinder, und dann sterben wir? Ist das alles im Leben? Ich war eine Heranwachsende in einer existenziellen Krise. Mein innerer Aufruhr ließ mich das gesamte Glaubenssystem, in dem ich aufgewachsen war, infrage stellen.

    Die Welt um mich herum lehrte eine Denkweise von Ungleichheit, Getrenntheit und Wettbewerb. Es gab immer ein Besser-als und ein Geringer-als. Mir wurde beigebracht, Geld, einen Liebespartner und Erfolg als wichtigste Faktoren für wahres Glück anzusehen. Die Welt lehrte mich, an Archetypen zu glauben, wie gemeine Mädchen, heiße Jungs, reiche Väter, arme Kinder, coole Cliquen und Loser, die alleine beim Mittagessen saßen. Ich musste glauben, dass diese Welt real war, aber tief in mir waren Zweifel. In meinem Kopf wütete ein Kampf zwischen dem, was ich gelernt hatte, und einer tief verwurzelten Intuition, dass es noch mehr geben musste. Meine innere Stimme schrie: Wach auf, Mädchen, es gibt einen besseren Weg!

    Während meiner Schulzeit gab es flüchtige Begegnungen mit dem, was ich suchte: eine friedliche Welt hinter dem, was ich gelernt hatte zu sehen. Das begann, als ich sechzehn war. Damals war mein innerer Aufruhr so schlimm geworden, dass ich ständig Angst hatte. Ich fürchtete einfach alles. Ich hatte Angst davor, alleine zu sein, zu dick zu werden, nicht cool genug zu sein. An manchen Tagen gab es noch nicht einmal einen Grund – ich hatte einfach Angst. Ich kam mir vor wie ein Freak. Mein Bruder und seine Freunde wirkten völlig entspannt, wohingegen ich ständig Panik empfand. Meine Hippie-Mom beschloss, diese Angst mit dem zu heilen, was sie am besten kannte: mit Meditation. Ich wollte unbedingt mit dem ständigen Grübeln aufhören und aus dieser beängstigenden Welt, die ich mir im Kopf geschaffen hatte, heraus, deshalb nahm ich ihr Angebot, mir Meditation beizubringen, an. Ich willigte ein, es einmal zu versuchen. Meine Mom zündete Räucherstäbchen an, und ich musste mich auf ein Meditationskissen setzen. Sie brachte mir bei, im Schneidersitz mit nach oben gebogenen Handflächen dazusitzen, damit ich die sogenannte »Energie« um mich herum aufnehmen konnte. Ich fand die Haltung schrecklich unbequem, aber unglücklich, wie ich war, war ich mit allem einverstanden.

    Schon früh stellte ich bei meinen Meditationsübungen fest, dass ich mit meiner Intuition richtiggelegen hatte. Es gab tatsächlich einen besseren Weg. Wenn ich nur lange genug still saß, beruhigten sich meine Gedanken, und meine Angst verging. Und eines Nachmittags lernte ich noch mehr. Mitten in meiner Meditation spürte ich, wie mich ein tiefer Frieden überkam. Meine Gliedmaßen begannen zu prickeln, und ich fühlte mich von Liebe umgeben. Zum ersten Mal fühlte ich mich zu Hause. Die Erfahrung zeigte mir, dass ich mit meiner Intuition richtiggelegen hatte. Glück war mehr als Shopping-Malls, Fernsehen und beliebt zu sein. Es gab eine Energiequelle, die größer war als ich, und wenn ich nur lange genug meditierte, konnte ich sie anzapfen. Obwohl ich über meine Existenz immer noch völlig verwirrt war, hatte ich jetzt etwas, woran ich mich festhalten konnte. Es erfüllte mich mit Hoffnung, dass es tatsächlich einen besseren Weg gab, die Welt wahrzunehmen.

    Leider konnte ich diese Erfahrung nicht mit meinen Mitschülern auf der Highschool teilen. Schließlich konnte ich nicht einfach in der Schule auftauchen und sagen: »Hey, Leute, letzte Nacht habe ich meditiert, und mein Körper wurde von einer liebevollen Energie umfangen. Es war total cool.« Sie würden mich auslachen, weil sie alle nach dem Motto lebten: Nur was du sehen kannst, ist real. Mir kam es so vor, als ob sie an eine Welt voller Getrenntheit, Angst, Wettbewerb und Abschlussbälle glaubten. Sie hätten mich ausgeschlossen, wenn ich meine existenziellen Erfahrungen mit ihnen geteilt hätte. Ich war ja bereits seltsam genug.

    Ich wählte also stattdessen die Angst. Ich wandte den Gefühlen von Liebe und Gelassenheit den Rücken zu und schlug den Weg des geringsten Widerstands ein. Ich bog in die Angst ab und vergaß meine Begegnung mit der Liebe. Lieber traf ich die Entscheidung, mich anzupassen und daran zu glauben, dass das Leben hart ist. Je älter ich wurde, desto mehr konzentrierte ich mich auf die Form, die ich auf mein Leben projiziert hatte. Ich sah mich als Freundin von dem und dem, als Schauspielschülerin, als junge Unternehmerin, als Partygirl, das in der Yellow Press erwähnt wird und dessen Namen man googeln kann. Ich tat so, als sei ich besser als die anderen, aber tief im Inneren fühlte ich mich geringer als jeder andere. Von außen sah es so aus, als ob ich mir erfolgreich eine »coole« Existenz zurechtgebastelt hätte. Aber ich konnte die Stimme im Hinterkopf nicht ignorieren, die mich ständig daran erinnerte, dass es einen besseren Weg gab.

    Aber ich wich dieser Stimme aus. Ich leugnete sie. Lieber ließ ich mich von der Angst leiten und mich von ihr ziellos durchs Leben steuern. Diese Wahl führte mich in einige ziemlich gefährliche Sackgassen, einschließlich verschiedener Suchterkrankungen – auch Drogensucht gehörte dazu – und ungesunder Beziehungen voller Dramen. Zum Glück verirrte ich mich so oft, dass ich schließlich doch auf meine innere Stimme hörte und meine »Landkarte« zu Hilfe nahm. Diese Landkarte war Ein Kurs in Wundern, und sie zeigte mir den Weg.

    Heute steckt die Karte in meiner Hosentasche, und ich freue mich darauf, sie auch dir zu zeigen. Ich weiß, dass du dich nach so etwas wie Führung sehnst. Vielleicht erlebst du gerade eine Trennung, bist arbeitslos oder betrauerst einen Toten. Vielleicht erholst du dich von einer Suchtkrankheit, hasst deinen Körper oder durchlebst eine existenzielle Krise, so wie ich damals. Was auch immer es ist, ich weiß, es ist nicht leicht, und auf irgendeine Weise ist immer Angst im Spiel. Im Klartext: Du bist letztendlich in der Lebenshilfe-/Ratgeber-Abteilung der Buchhandlung gelandet. Aber das ist völlig in Ordnung. Du hast mich gefunden, weil du bereit bist, dein Leben zu verbessern. Dein jetziger Zustand ist völlig normal. Dort enden wir alle früher oder später, weil die meisten von uns sich schon in frühester Kindheit von der Liebe trennen und stattdessen die Angst wählen. Wir alle erleben flüchtige Momente von Inspiration und Wahrheit. Wir fühlen Liebe durch einen Songtext, ein Bild oder nach einer warmen Umarmung. Wir spüren Liebe, aber wir glauben nicht daran. Unseren Glauben heben wir uns für die Angst auf. Aber letztlich gibt es in jedem von uns eine leise Stimme, die sich nach etwas Besserem sehnt. Diese Stimme in dir hat dich zu diesem Buch geführt. Irgendwie hat deine innere Stimme der Liebe lauter gesprochen als die Angst und gesagt: Vielleicht gibt es einen besseren Weg. Und du hast zugehört.

    Gut gemacht! Ich bin stolz auf dich. Dann wollen wir mal loslegen! Ich werde dir einen ganz neuen Weg nahebringen, die Welt wahrzunehmen. Wie bereits erwähnt, wird Ein Kurs in Wundern unsere Landkarte sein. Wie die meisten Landkarten ist auch der Kurs auf den ersten Blick nur schwer zu verstehen. Deshalb ist es wichtig, dass du offen bist. Ich kann mir vorstellen, dass dir dieser ganze New-Age-Kram ein bisschen abgedreht vorkommt, aber lass dich davon nicht abschrecken. Ich bitte dich ja nur, den Vorschlägen offen gegenüberzustehen. Manchmal bist du vielleicht überhaupt nicht einverstanden mit dem, was ich lehre. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es so sein wird. Das meiste von dem, was du in diesem Buch lernst, ist das genaue Gegenteil von dem, was du gewohnt bist zu glauben. Aber das ist in Ordnung. Wir brauchen neue Ideen. Deine alten Methoden haben doch offensichtlich nicht funktioniert. Ich werde dir zeigen, dass das Leben nicht hart zu sein braucht, dass du dich nicht alleine fühlen musst und dass du ein Recht auf Wunder hast. Sei also bereit, die Dinge einmal anders zu sehen, und du wirst zu all dem Glück und der Gelassenheit geführt, die du anstrebst. Das ist eine ziemlich kühne Behauptung, aber ich werde sie sofort belegen. Im Kurs steht: »Es gibt eine Art, in dieser Welt zu leben, die nicht hier ist, auch wenn sie es zu sein scheint. Du veränderst deine Erscheinung nicht, obschon du öfter lächelst. Deine Stirn ist heiter, deine Augen blicken ruhig.« Klingt toll, oder? Ja, das ist es auch.

    In diesem Kapitel bringe ich uns auf den Weg, indem ich die wichtigsten Prinzipien des Kurses vorstelle, nach denen Angst als Illusion und die Verschiebung in der Wahrnehmung als Wunder identifiziert wird. Meistens verwende ich die Sprache des Kurses, aber ab und zu drücke ich manches auch auf meine Weise aus. Zunächst erinnere ich dich an den Geisteszustand, mit dem wir geboren wurden. Ich nenne ihn »Liebe«. Du wirst noch einmal den Frieden erleben, den du als unschuldiges Kind kanntest. Dann werde ich die Hauptgründe dafür aufzeigen, weshalb du aufgehört hast, in diesem Zustand zu leben. Der Kurs lehrt uns, dass eine der Hauptursachen für unser Unglück die Trennung von unserem inneren Zustand der Freude ist. Ich werde dich dazu anleiten, das zu verstehen. Ich schließe das Kapitel mit einer Übung, die dir helfen soll, die negativen Gedankenmuster zu identifizieren, die du in deinem Geist geschaffen hast. Diese Muster zu erkennen ist der erste Schritt, um sie zu verändern. Unsere Reise wird mit »Liebe« beginnen. Es gibt keinen besseren Start!

    In Liebe geboren

    Die Liebe, von der ich in diesem Buch spreche, sollte nicht mit romantischer Liebe verwechselt werden. Der Kurs definiert Liebe als »das rechtgesinnte Gefühl von Frieden und Freude«. Das ist nicht die Liebe, die wir einigen Personen schenken und anderen verweigern – diese Liebe umfasst alles und jeden. Im Zustand der Liebe sind alle gleich, und wir fühlen uns die ganze Zeit über wohl. Dieser Zustand ist angstfrei und vertrauensvoll.

    Liebe steht am Anfang von allem. Wenn wir geboren werden, kennen wir nur Liebe. Unsere Intuition funktioniert! Unsere Gedanken sind auf Liebe ausgerichtet, und unser Geist ist friedvoll. Unser liebender Geist glaubt, dass alle Menschen gleich sind und dass wir Teil von etwas Größerem als wir selbst sind. Wir glauben, dass wir gestützt werden und mit allem überall verbunden sind. Wir glauben, dass nur Liebe real ist. Wir glauben an Wunder.

    Als ich zum ersten Mal auf diese Lektion aus dem Kurs stieß, fiel es mir schwer, mich an eine Zeit zu erinnern, als es nur Liebe gab. Schon als kleines Kind war ich scheu und ängstlich. Mir kam immer alles merkwürdig vor. Als ich bei meinen frühen Meditationsübungen diese flüchtige Begegnung mit der Liebe hatte, wusste ich mit Gewissheit, dass es Liebe als Konstante in meinem Leben nie gegeben hatte. In diesem flüchtigen Augenblick während der Meditation jedoch spürte ich sie, und sie war real. Obwohl ich sie damals nicht festhalten und greifen konnte, gab mir die Erinnerung daran ein gewisses Gefühl von Gelassenheit.

    Eine winzig kleine Wahnidee

    Wir sind also in Liebe geboren, aber schon kurz darauf tritt die Angst in unser Leben. Wir nehmen die Angst um uns herum auf und lernen, die Liebe zu leugnen. Eine winzig kleine Wahnidee kann unsere liebenden Gedanken mit Beschlag belegen, und »wir vergessen zu lachen«, wie es im Kurs heißt. Das kann schon im Kleinkindalter passieren. Vielleicht war Mom sehr ängstlich, oder Dad hat viel rumgebrüllt. Als unschuldige Babys nehmen wir die Angst von außen auf, und es braucht nur eine winzig kleine Wahnidee, damit wir einen Umweg in die Angst machen. Ein Gedanke wie »Ich bin nicht klug genug« oder »Daddy mag mich nicht, weil er gegangen ist« oder »Ich bin nicht hübsch genug« kann uns von der Liebe trennen. In dem Augenblick, in dem wir diesen winzigen Gedanken ernst nehmen, stecken wir in einem und vergessen aufzuwachen.

    Mit einem einzigen Angstgedanken verlieren wir die Liebe und sind von unserer Intuition getrennt. Das definiert der Kurs als »Entscheidung zu vergessen«. Wir entscheiden uns zu vergessen, dass wir genauso liebenswert und wertvoll sind wie jeder andere Mensch. Stattdessen entscheiden wir uns dafür, an die Angst zu glauben und uns in jeder Hinsicht als getrennt wahrzunehmen. Manchmal glauben wir, wir seien besser als andere und etwas Besonderes, und manchmal halten wir uns für nicht gut genug und weniger wert. Dieses Denken ist destruktiv und unproduktiv: Es führt zu nichts.

    Die winzig kleine Wahnidee, die meine Intuition untergehen ließ, kam, als ich acht war und in einem Fernsehwerbespot mitspielte. Das war eine Riesensache, und zwar nicht nur, weil ich stolz darauf war, schauspielern zu müssen, oder aufgeregt, weil ich ins Fernsehen kam, sondern auch, weil es das erste Mal war, dass mein Vater jemals Notiz von mir nahm. Mein Vater war nicht gemein, und er war sicher auch kein schlechter Vater, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich als kleines Kind eine besondere Verbindung zu ihm gehabt hätte. Und als ich dann zum ersten Mal gespürt hatte, wie seine Liebe sich anfühlte, wurde sie wie eine Droge für mich, von der ich nicht genug bekommen konnte. Von diesem Punkt an war ich auf der Jagd nach mehr. Ich wurde ein Love Junkie.

    Zwar merkte ich es nicht, aber diese Erfahrung begann, mein Gehirn umzuprogrammieren. Sie lehrte mich, dass Erfolg nach außen gleich »Daddy liebt mich« war, und ohne seine Aufmerksamkeit war ich nicht gut genug. Also tat ich weiter alles, um bemerkt zu werden. Und damals machte ich einen Umweg in die Angst. Diese winzig kleine Wahnidee wurde mein grundlegendes Thema, und dieser abgefahrene emotionale Entwurf bildete die Grundlage für die nächsten zwanzig Jahre meines Lebens. Ich verlor mein Vertrauen in die Liebe und setzte stattdessen auf Angst.

    Das Ego

    Wenn wir erst einmal von der winzig kleinen Wahnidee wissen, haben wir die Wahl. Der Kurs sagt: Du kannst nicht zwei Herren dienen, die widersprüchliche Dinge von dir verlangen. Deshalb müssen wir uns zwischen der winzig kleinen Wahnidee und der Liebe, aus der wir kommen, entscheiden. Meistens wählen wir die Angst. Diese Wahl spaltet unseren Geist in ein anderes Denksystem ab, das der Kurs das »Ego« nennt. (Nicht zu verwechseln mit dem Ego-Begriff in der Psychologie.) Innerhalb kürzester Zeit sind wir von der Liebe getrennt und erlauben dem Ego zu übernehmen. Das Ego beginnt, unsere Gedanken zu tyrannisieren. Sein Ziel ist es, die Love Party zu beenden und uns auf einer dunklen, einsamen Straße auszusetzen, indem es uns glauben macht, wir seien von den liebenden Gedanken, mit denen wir geboren wurden, getrennt. Im Licht unseres liebenden Geistes kann das Ego nicht überleben, deshalb wird es alles tun, um das Licht zu unterdrücken. In Bezug auf das Ego erklärt der Kurs: »Höre auf das, was das Ego sagt, und sieh, was es dich zu sehen anweist, so wirst du dich mit Sicherheit als winzig, ängstlich und verletzlich sehen. Du wirst Depression und ein Empfinden der Wertlosigkeit sowie Gefühle der Vergänglichkeit und Unwirklichkeit verspüren.« Diese Lektion aus dem Kurs erklärte meine tief verwurzelte Angst und den Glauben, ich sei nicht gut genug. Mein liebender

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