Über dieses E-Book
So verzweifelt, dass sie für sich keine andere Möglichkeit mehr sieht als den Tod. Und ausgerechnet Ben, der nicht gerade als der selbstbewussteste Mensch auf Erden bezeichnet werden kann, begegnet ihr in diesem Moment. Verzweifelt versucht er, Zoes und schließlich auch seinem Leben einen Sinn zu geben. Denn der Tod war noch nie eine Alternative zum Leben.
Man muss nämlich einfach nur wissen, wofür es sich wirklich lohnt, zu leben.
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Das was man Leben nennt - Lara Licollin
1
Das
was man
»Leben«
nennt
Lara Licollin
Copyright © 2015 by Lara Licollin
Alle Rechte vorbehalten.
Facebook: Lara Licollin
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr merken,
dass man Geld nicht essen kann.
– Weisheit der Cree-Indianer
Die alte Brücke wirkt verlassen.
Fast so, als ob hier nicht jeden Tag etwa 300 Menschen die Elbe überqueren würden, um zur Hochschule zu gelangen, um dort Umweltwissenschaften zu studieren.
Die ganze Umgebung wirkt im Moment so, als ob mich hier am nächsten Morgen niemand finden würde. Aber vielleicht wird das sowieso niemand, denn wahrscheinlich wurde ich dann schon von der Elbe woandershin getragen.
Jedenfalls kommt es mir so vor, als wäre es die perfekte Stelle, um das zu beenden, was sich Leben nennt.
Leben. Dieser Begriff trifft bei mir schon lange nicht mehr auf das zu, was es für mich ist. Mit Leben verbindet man Freiheit, Freude und gute Freunde. Liebe und einfach das Gefühl, glücklich zu sein.
Aber das alles habe ich nicht mehr. Das alles bekomme und fühle ich nicht mehr.
Schon lange nicht.
Und ich glaube, das ist nur bei mir der Fall.
Nur kapiert das keiner. Niemand versteht es.
Vielleicht verdrängen es alle. Mich jedenfalls würde es nicht wundern, wenn sie hier morgen früh mehr als nur eine Person auffinden würden, nicht nur mich.
Aber so wird es nicht kommen. Denn alle lieben das Leben ja. Oder nicht?
Warum kommt es mir manchmal so vor, als würden einige das nur vortäuschen? Als ob sie einfach versuchen, es zu überleben. Das Leben zu überleben.
Als würden sie hoffen, dass es schnell vorbeigeht.
Geht es aber nicht. Das weiß ich. Ich weiß, dass man heutzutage locker über 80 Jahre alt werden kann. Außer man stirbt früher, aufgrund eines Herzinfarkts zum Beispiel, wie mein Vater.
Aber das ist nicht garantiert.
Leider.
Früher wollte ich deshalb Medizin studieren. Vor ein bis zwei Jahren hatte ich diese Idee. Diese Idee, dass ich doch später an etwas forschen könnte, das den Menschen vom Schlimmsten, was es gibt, befreit: vom Leben.
Und zwar nicht, indem man etwas einnimmt und dann vielleicht sogar noch Schmerzen leiden muss. Als ob man das nicht schon die ganze Zeit müsste.
Nein, ich wollte – ich will -, dass man nur noch auf einen Knopf drücken muss. Nur ein kleiner Knopf und schon wäre man all seine Probleme los.
Aber dann ist mir aufgefallen, dass Schlaftabletten auch keine so schlechte Lösung sind. Also verwarf ich den Gedanken relativ schnell wieder.
Dennoch ist es meiner Meinung nach unmenschlich, dass es kein Arzneimittel gibt, das sich jeder einfach kaufen kann, der das Gleiche vorhat, wie ich.
Zum einen, weil man sich so erstmal im Internet schlaumachen muss, woher man so ein Todesserum überhaupt bekommt, zum anderen ist es wahrscheinlich ziemlich teuer.
Und auch wenn das meine letzte Investition wäre, ich würde keine 10 € dafür ausgeben, wenn es auch die Variante mit den Schlaftabletten gibt.
Doch ich will keine Tabletten nehmen. Ich will fühlen, dass ich gleich sterbe, zum Beispiel durch einen starken Stromschlag oder durch den Aufprall auf Asphalt; ich will nicht das Gefühl haben, gleich friedlich einzuschlafen.
Und wenn man das für sich ausschließt, muss man sich erst einmal überlegen, wie man es sonst noch tun könnte.
Soll man sich noch ein letztes Mal Schmerzen zufügen oder einfach springen?
Für mich war die Antwort gleich ganz klar.
Denn meine Arme spüren mittlerweile schon fast nichts mehr.
Man kann die Menschen leider nicht zwingen, einzusehen, dass es vielen so geht wie mir.
Oder vielleicht noch irgendwann so gehen wird. Manche brauchen vielleicht länger, um zu bemerken, dass das Leben einfach nicht lebenswert ist. Zumindest ist es nicht lebenswert für diejenigen, die sich nicht jeden Morgen einfach noch mal umdrehen können, um weiterzuschlafen. Auch nicht für diejenigen, die allein sind.
Ich finde es seltsam, wie man nicht bemerken kann, dass man alleine ist. Ich jedenfalls kann mich noch an einige aus meiner Klasse auf dem Gymnasium erinnern, die definitiv allein waren, es aber nicht wahrgenommen haben oder es nicht wahrnehmen wollten.
Wie konnten sie nicht bemerken, dass sie einfach nicht zu der Gruppe der Mädchen gehörten, bei der sie jeden Tag standen? Dass sie einfach nur ausgenutzt wurden?
Ich habe es gemerkt. Natürlich, ich bin ja nicht blöd. Deshalb habe ich mich immer absichtlich in eine der verlassenen Ecken im Schulhof gestellt. Wozu so tun, als sei man nicht allein? Wozu so tun, als mache es einem nichts aus?
Natürlich habe ich nicht auf dem Schulhof angefangen zu weinen. So schwach war ich nicht. Ich habe es alles zu Hause ausgelassen. Aber dort gab man mir nur die Schuld dafür, dass ich keine Freunde hatte und alleine war. Und irgendwann hat es meine Eltern einfach gar nicht mehr interessiert.
Mein Vater hat ständig nur gearbeitet und kam spät nach Hause. Wahrscheinlich um den Problemen mit mir aus dem Weg zu gehen. Um vor dem Leben mit einer Außenseiterin zu flüchten.
Aber hat er sich mal gefragt, warum ich so wurde?
Hat er mal in Erwägung gezogen, dass Menschen manchmal Dinge tun ohne Begründung? Zum Beispiel andere ignorieren?
Nein.
Meine Mutter hat ebenfalls versucht, es zu ignorieren. Am Anfang wollte sie mir ja wirklich noch helfen, aber irgendwann hat sie es auch aufgegeben. Der Stress mit mir, der Versuch die Beziehung mit meinem Vater aufrechtzuerhalten, ihre Probleme mit den ständigen Kopfschmerzen, ihre Arbeit. Das alles wuchs ihr irgendwann über den Kopf. Und so musste sie Prioritäten setzen. Was war ihr wichtig?
Die Arbeit natürlich. Und irgendwie auch mein Vater. Ihn zu verlassen war nie eine Frage gewesen.
Obwohl er nie zu Hause war und sich nur von ihr bedienen ließ.
Trotzdem ist er irgendwann wegen des ganzen Stresses gestorben.
Für mich hat es eigentlich gar keinen Unterschied gemacht, ob er nun nachts da war oder nicht. Denn schon zu Lebzeiten hat er nur noch hier übernachtet. Am Wochenende war er ab und zu auch mal tagsüber da, aber die meiste Zeit schlug er mit Ausreden um sich, wonach denen er ständig mit seinen Kumpels Bowling spielen ging.
Jeden Samstag.
Und fast jeden Sonntag traf er sich dann mit ein paar anderen Freunden von früher.
Natürlich.
Nach dem Tod meines Vaters hat sich meine Mutter dann nur noch um ihren Alkohol gekümmert. Um ihren neuen besten Freund.
Wenigstens hatte sie einen!
Ich jedoch hatte niemanden, und da der Alkohol schon vergeben war, blieb mir nichts anderes übrig, als weiter allein zu sein.
Nach meinem Abschluss war ich froh, das Haus und meine Mutter hinter mir lassen zu können. Ich schöpfte sogar Hoffnung! Vielleicht wird ja alles besser, wenn ich erst einmal auf der neuen Schule bin!
Aber Pustekuchen. Nichts wurde besser. Schon am ersten Tag teilte sich die Klasse in verschiedene Gruppen auf, völlig automatisch, so als ob sie sich alle schon kennen. Doch ich blieb allein. Natürlich hätte ich hingehen können, ich hätte hingehen sollen, aber weil ich es schon gewohnt war, kam es mir plötzlich gar nicht mehr so schlimm vor, in den Pausen den kichernden und lachenden Grüppchen zuzusehen. Also war ich gewissermaßen selbst schuld daran.
Doch das Außenseiterleben ist nur einer der Gründe, warum ich hier stehe.
Die Straßenlaterne flackert; ich sehe nach oben. Fliegen sammeln sich unter der Lampe an, lassen sich täuschen vom künstlichen Licht.
Ich sehe wieder geradeaus und setze einen Fuß vor den anderen. Der harte Beton fühlt sich so kalt an wie Eis unter meinen nackten Füßen und ich fröstle.
Ganz oben auf der Brücke bleibe ich stehen und schaue nach unten auf das Wasser. Es sieht fast schwarz aus. Ob es kalt ist?
Vielleicht bleibt mir auch schneller das Herz stehen, wenn es so kalt ist. Man muss immer positiv denken.
Ich atme noch einmal tief durch und trete dann näher an das breite, steinerne Geländer heran, das aussieht wie eine Balustrade.
Ich sehe mich noch einmal um. Es ist keiner zu sehen.
Plötzlich kommt Wind auf und ich bekomme Gänsehaut. Es ist noch nicht ganz Frühling, deshalb wird es abends noch ziemlich kalt und ich trage nur ein T-Shirt.
Ich drücke mich nach oben und setze mich für einen Moment auf die kalte Mauer, die als Geländer dient.
Der Wind wird stärker.
Als ich schließlich stehe, muss ich mir die Haare aus dem Gesicht streichen, um nach unten sehen zu können, weil es plötzlich so windig ist. Das Wasser unter mir glitzert und wartet nur auf mich. Ich muss es jetzt tun. Es wird sowieso nicht besser. Wie sollte es? Es ist seit fast neun Jahren schon so, was sollte sich jetzt noch ändern?
Also los!
Spring schon!
2
Als ich die Tür hinter mir schließe, atme ich erst einmal tief durch. Diese Zimmerluft kann ja niemand auf Dauer aushalten.
Manchmal frage ich mich, warum ich nur IT studiert hatte. Es war doch klar gewesen, dass man da niemals an die frische Luft kommt.
Ich hätte meinem alten Traumberuf folgen sollen: Förster. Da wäre ich wenigstens jeden Tag draußen im Wald, an der Luft. Aber nein, ich musste ja Computertechniker werden.
Ich seufze und gehe nach links, in Richtung Elbe, wie immer.
Je länger ich laufe, desto windiger wird es plötzlich. Der Wind ist kühl, nicht warm.
Zum Glück wird es bald Frühling, dann wird es wieder wärmer, auch abends.
Wieder atme ich tief durch. Ich liebe diese Luft. Es ist fast so, als würde man schon den Frühling riechen.
Ich begegne einigen bekannten Gesichtern, die mit ihren Hunden Gassi gehen. Für sie ist dieser abendliche Spaziergang ein Muss, weil sie einen Hund haben. Doch auch für mich ist es inzwischen auch ein Muss geworden, denn ohne kann ich abends einfach nicht einschlafen.
Manchmal frage ich mich, ob ich jemals eine Frau finde, die diese Leidenschaft, ja eher diese Angewohnheit mit mir teilen würde. Oder ob ich dann immer noch alleine spazieren gehen müsste.
Oder ob ich dann zu Hause bleiben würde, weil ich sie den ganzen Tag nicht gesehen habe.
Ich kann diese Fragen nicht beantworten. Ich hatte schon seit meiner Studienzeit keine feste Freundin mehr. Und ehrlich gesagt ist das gar nicht so schlimm.
Ich habe von meinem damaligen besten Freund Patrik mitbekommen, dass das inzwischen gar nicht mehr so einfach sei. Na ja, wann war es mit Frauen je einfach?
Auf jeden Fall dachte er, Ehrlichkeit wäre wichtig. Also antwortete er auf die Frage seiner damaligen Freundin, ob sie in einem Kleid, das sie gerade anprobierte, hübsch aussehe, dass es doch vielleicht eine Größe größer noch besser aussehen würde. Da sei sie wutentbrannt zurück in die Umkleidekabine marschiert. Währenddessen suchte er schon einmal nach einem weiteren Frühlingskleid, doch nach einer Viertelstunde musste er schließlich feststellen, dass sie gar nicht mehr da war, seine Freundin. „Besser gesagt: Meine Ex-Freundin", ergänzte Patrik, als er mir vor Jahren von der Geschichte erzählte, und senkte den Blick.
In diesem Moment schwor ich mir, niemals die Wahrheit gegenüber einer Frau zu sagen oder besser erst gar keine zu haben.
Außerdem, dachte ich weiter nach, was war, wenn sie meine Angewohnheit nicht akzeptieren würde? Wenn sie mich schließlich zwingen würde, abends zu Hause bei ihr zu bleiben? Oder sich deshalb wieder bei mir trennte? Vielleicht auch, weil ich einfach nicht anders konnte, als abends einen Spaziergang zu machen?
Genau deshalb brauche ich keine Freundin. Wozu? Die würde sowieso nur Probleme machen und mein Geld wollen. Waren nicht alle Frauen so?
Nach fünf Minuten erreiche ich die Brücke, die zur Hochschule führt.
Ich weiß immer noch nicht, was genau dort gelehrt wird. Ich laufe ständig über diese Brücke zu dieser Schule, aber nie so nahe, dass ich das Schild lesen könnte, auf dem steht, was genau es für eine Schule ist.
Die Straßenlaternen beginnen wieder zu flackern. Das tun sie jeden Abend.
Auch die Brücke ist um diese Uhrzeit verlassen, wie immer. Niemand ist …
„Ach du ..."
Die Brücke ist nicht wie immer verlassen. Oben auf ihr, auf dem Geländer, da steht eine Frau. Ihr blondes langes Haar weht im immer stürmischer werdenden Wind. Sie trägt keine Socken, aber eine Jeans, wie ich, doch sonst auch nur ein T-Shirt. Ich trage eine Jacke und Schuhe und trotzdem ist mir kühl. Wie muss es ihr dann gehen?
Mein Blick fällt auf ihren rechten Arm und ich erkenne, obwohl ich gar nicht so nahe bei ihr bin, die roten Schnittwunden. Die Narben. Ihr ganzer rechter Arm ist damit übersät. Auf dem anderen wird es wohl nicht anders aussehen.
Doch darüber kann ich nicht länger nachdenken, denn natürlich ist mir sofort klar, was sie vorhat: Sie will sich das Leben nehmen.
Schon will ich ihr zurufen, doch dann frage ich mich, ob das sinnvoll ist. Was, wenn sie dann erst recht springt?
Noch hat sie mich nicht gesehen, aber was, wenn sie erschrickt, wenn sie mich sieht?
Also beschließe ich, ganz langsam zu ihr zu gehen. Noch hat sie den Blick starr nach unten gerichtet, die Arme aber ausgebreitet, fast so, als ob sie zum Flug bereit wäre …
Noch ein paar Schritte.
„Hey."
Sie dreht sich ruckartig um, starrt mich an. Ihr Gesicht blass, aber nicht, wie ich es erwartet hätte, tränenüberströmt. Sie sieht eigentlich ganz gelassen aus, doch ich weiß, dass ich nicht viel Zeit habe, und wie ernst die Lage ist.
„Kommen Sie runter!" Ich schreie nicht, aber meine Stimme klingt fest und entschlossen.
Die Frau starrt wieder nach unten, dann wieder zu mir. Daraufhin schüttelt sie langsam den Kopf.
„Machen Sie keinen Unsinn, kommen Sie runter."
Ich reiche ihr meine Hand, aber sie ignoriert mich.
„Hey, rufe ich wieder, aber sie dreht sich nicht um. „Ich rede mit Ihnen. Was machen Sie da?
Natürlich weiß ich es, aber was soll ich denn sonst sagen? Ich muss sie ablenken, so viel ist klar.
Doch worauf soll ich warten? In Filmen kommen immer Passanten vorbei, die schließlich die Polizei rufen, aber hier ist niemand außer ich. Und ich kann die Polizei nicht rufen, ohne dass sie es bemerkt. Sie würde springen, noch während ich wähle. Das kann ich nicht zulassen.
Ich weiß nicht, was genau ich vorhabe, aber mein Mund öffnet sich von alleine.
„Kommen Sie! Ich kann Ihnen helfen. Das hat doch keinen Sinn. Warum tun Sie das?"
Die Frau bewegt sich nicht, sie steht einfach nur da, mit dem Rücken zu mir. Der Wind zerzaust ihr Haar immer mehr.
„Ich kann Ihnen runter helfen. Ich weiß, dass es sinnlos ist, aber für einen Moment strecke ich erneut meinen Arm aus, aber sie sieht es gar nicht. Ich lasse den Arm wieder sinken. „Warum wollen Sie das denn überhaupt tun? Das bringt doch nichts. Glauben Sie mir, man kann über alles reden.
Ich erwarte schon gar keine Reaktion mehr, als sie sich plötzlich umdreht und mich fassungslos ansieht.
„Reden?"
Ich weiß nicht, was ich antworten soll, aber ich bekomme auch gar keine Chance dafür, denn sie fährt fort.
„Reden? Haben Sie eben ernsthaft gesagt, man kann über alles reden?"
Immer noch antworte ich nicht und sie spricht weiter.
„Ich bin zwar noch nicht so alt wie Sie, aber ich weiß, dass reden nichts, aber wirklich gar nichts bringt. Man kann nicht über alles reden. Oder haben Sie mal die Idioten in Syrien oder in Gaza reden sehen? Haben Sie jemals mitbekommen, dass sie das Reden daran gehindert hat, sich weiter zu töten? "
Dass sie mich als alt bezeichnet hat, ist nicht das Schlimmste an dem, was sie gerade gesagt hat. Das Schlimmste daran ist, dass sie recht hat.
Ich schweige und sehe sie nur an. Sie verschränkt die Arme vor der Brust.
„Hab ich Sie jetzt zum Nachdenken gebracht?"
Ich schlucke und sehe für einen Moment weg. Nur für einen kleinen Moment, doch als ich wieder aufsehe, hat sie sich mit dem Rücken zu mir auf das Geländer gesetzt.
„Hey, rufe ich wieder. Sie schweigt. „Vielleicht haben Sie recht, man kann nicht alles mit Reden wiedergutmachen. Aber Sie müssen vernünftig sein. Das hier ist kein Ausweg.
Sie bewegt sich nicht, sondern starrt weiter nur auf das Wasser unter ihr. Genau das bringt mich schließlich dazu, sie am Oberarm zu packen und zu mir herum zu zerren.
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„Ich lasse Sie nicht los", sage ich und versuche ruhiger zu klingen, als ich bin.
Wenn uns jetzt jemand beobachten würde, würde
