Schweben auf Zuckerwatte
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Der einen Glück, der anderen Leid Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas paradoxe Spiel des Schicksals Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
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Buchvorschau
Schweben auf Zuckerwatte - Patricia Clara Meile
1 Wiedersehen
Es gab jemanden, den ich nie vergessen hatte. Niemals hätte ich geahnt, wo und unter welchen Umständen ich ihn wiedersehen würde.
Wenn ich keine Tabletten nahm, herrschten in meinem Kopf nur noch Schmerzen. Um die Augen herum – bei jedem Atemzug – hatte ich ein Ziehen, was sich anfühlte wie eine akute Stirnhöhlenentzündung, die jedoch faktisch nicht vorhanden war. Der Hausarzt hatte geröntgt. Es gab keinerlei Vereiterungen. Nacken und Schultern waren pausenlos verkrampft. Der Wirbelsäule entlang verspürte ich bei Druck, auf der linken Seite, ein unangenehmes Stechen an den Querfortsätzen. Selbst der Schlaf brachte keine wirkliche Erholung mehr.
Auf meinen Augen lag meist ein trüber Schleier, durch den ich die Umwelt wahrnahm, wie durch milchiges Glas. Starrte ich in die Ferne, verlor sich mein Blick komplett. Mein Gehirn stand für einen Moment still, ähnlich einem Rechner, der sich aufgehängt hatte. Ich war unendlich ausgelaugt und erschöpft, hatte Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme. Kaum noch konnte ich die Kraft aufbringen, mich aufrecht zu halten. Mein Kreuzbein schien zu schwach, um mein moderates Körpergewicht zu tragen. Ich kam mir vor, wie von einem Lastwagen überfahren. Aufgrund von Rückenbeschwerden hatte ich an meinem Arbeitsplatz zwar ein Stehpult gekriegt, doch ich nutzte es bloß noch selten. Ich schaffte es einfach nicht mehr, längere Zeit zu stehen. Innerlich zitterte ich. Vor einigen Tagen war es bereits so weit gegangen, dass mein inneres Beben sich nach außen kehrte und für mein Umfeld sichtbar wurde. Als ich morgens in der Betriebskantine mein Pausenbrot holte, gelang es mir beinahe nicht mehr, die Münzen aus meiner Brieftasche zu klauben, derart zitterten meine Hände. Ein durchaus attraktiver Kollege hatte sich eingebildet, mich mit seiner charmanten Erscheinung aus der Ruhe gebracht zu haben, was er mir natürlich sofort unter die Nase reiben musste. Ich schämte mich. Zugegeben, er gefiel mir wirklich verdammt gut und ich verhielt mich in seiner Gegenwart des Öfteren schüchtern und unbeholfen wie eine Halbwüchsige, doch das war es nicht gewesen – so weit ging meine Schwärmerei dann doch nicht! Kurz gesagt, ich war völlig fertig und nicht mehr die, die ich einst gewesen war.
Ab und an, manchmal inmitten einer Unterhaltung, hatte ich jähe, unerwartete Zuckungen, die sich über den gesamten Oberkörper bis hin zum Kopf zogen. Meine Gesprächspartner erschraken oder schauten mich schief an und ich fühlte mich irgendwie abnormal, als ob ich eine Behinderung oder einen Tick hätte. In Wahrheit sind Muskelzuckungen meist harmlos. Oftmals gehen sie von psychischen Faktoren, wie erhöhtem Stress, aus.
Mein Atem war flach und mein Puls raste. Bisweilen wusste ich nicht, ob es die Schmerzen waren, die in mir Schwindel und Übelkeit verursachten oder die Medikamentenüberdosis. War es richtig gewesen, mich selbst einzuliefern? Arbeiten ging doch irgendwie immer und genau das wurde auch erwartet! Stattdessen betrat ich eine Klinik. Das Zentrum war spezialisiert auf Alkoholismus und Drogenabhängigkeit, Tablettensucht, Sex- und Liebessucht, Spielsucht, Co-Abhängigkeit und viele andere.
Ich machte mir Vorwürfe für das, was ich, wie so vieles, als Schwäche empfand. Überhaupt war meine Achtung vor mir selbst tiefer gesunken denn je. Ich fragte mich, warum andere scheinbar so viel konnten, taten und ertrugen und ich nicht. Ich war schnell gestresst, überlastet, überfordert, kraft- und energielos – außerdem ständig am Gähnen. Ich konnte mich schwer aufraffen, etwas zu tun. Da waren weder Motivation noch Elan. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zu viel wurde und über mir zusammenbrach. Das Vergleichen war Gift. Vielleicht reagierten die Körper, jener Menschen, mit denen ich mich maß, einfach nur später und anders. Vielleicht sollte ich sogar dankbar sein, dass meiner mir frühzeitig klare Signale gab. Man nahm mir Blut ab, um zu kontrollieren, ob meine Leberwerte, durch die Chemikalien, gelitten hatten. Mir wurde flau im Magen. Die Ergebnisse fielen allerdings, wie die Schwester beteuerte, den Umständen entsprechend, gut aus.
Seit vier Monaten hatte ich meinen Konsum von Schmerztabletten kontinuierlich gesteigert. Inzwischen nahm ich Tabletten, die man höchstens an zehn Tagen im Monat einnehmen dürfte, täglich und davon mehrere. Schon früh morgens, wenn ich zum ersten Mal aufwachte, um meine Blase zu entleeren, griff ich zur roten Packung im Badschrank wie zu einem Rettungsanker. Darum war ich nun in der Klinik – Lena Sabrina Sommer, ein Name so heiter, wie er gar nicht zu meinem Zustand passte. Meine Gefühle waren sehr gemischt. Was würde mich hier erwarten? Konnte das, auf Dauer gesehen, überhaupt etwas ändern und bewirken? War ein solcher Aufenthalt sinnvoll?
Ein schlaksiger glatzköpfiger Pfleger mit schiefen Zähnen führte mich hinauf. Mein erster bitterböser Gedanke als ich ihn sah war, dass er ausschaute wie ein Psychopath. Er wirkte zugleich besserwisserisch und doch irgendwie unbeholfen. Dritter Stock, Station 15, Zimmer 306. Meine Zimmernachbarin sprach nicht. Ich fragte sie: „Seit wann sind Sie hier? Sie hob Daumen und Zeigefinger. „Zwei Tage?
Kopfschütteln. „Zwei Monate? Sie nickte. „Und wissen Sie, wie lange Sie noch bleiben müssen?
Sie schüttelte den Kopf und drehte sich weg. Ich schätzte sie auf Anfang/Mitte dreissig. Sie war klein und zierlich mit heller, durchscheinender Haut. Bloß ihr Busen hatte noch eine gesunde, runde Wölbung. An ihrem rechten Unterarm sah ich eine feine, verschnörkelte schwarze Tätowierung unter dem Ärmel ihrer Strickjacke hervorgucken. Um den Hals hatte sie einen bunten Schal gebunden. Ihre blond gesträhnten Haare waren auffallend ausgefranst in unterschiedlichen Längen, als ob sie Haarausfall gehabt hätte. Die aschigen Brauen über ihren wässrigen Augen waren ebenso strubbelig. Sie sah sehr zerbrechlich aus. Unverzüglich weckte sie in mir eine Art Beschützerinstinkt. Hinter ihrer heruntergekommenen Fassade, erkannte ich eine tiefe, reine Schönheit.
Durch das offene Fenster, das den Blick auf saftige Grünflächen freigab, wehte ein angenehm kühler Luftzug.
Wie viel von dieser Abhängigkeit war Kranksein, das in den Griff zu kriegen war und wie viel war ich selbst? Welche Gedanken waren von mir, welche von der Sucht gesteuert? Welche Launen waren «normal», über welche sollte ich mir Sorgen machen? Und wenn ich mir Sorgen machte, waren diese in Ordnung oder bereits Teil der Krankheit? Mein Großvater mütterlicherseits war Alkoholiker gewesen. Steckte die Anfälligkeit zum Suchtverhalten also schon in meinen Genen?
Ich hatte mein Leben zahlreichen zwanghaften Strukturen unterworfen. Es musste alles nach genauem Plan ablaufen; wie ich meinen Haushalt führte, wie ich meine Körperpflege vornahm und wie ich mich im Normalzustand, anderen Menschen gegenüber verhielt. Außerdem neigte ich generell zu Maßlosigkeit im Konsum, sei es bezüglich Essen, Fasten oder Kaufen.
