ICD-10-Symptom-Rating (ISR) - Das Handbuch zum Fragebogen
Von Karin Tritt, Friedrich von Heymann, Michael Zaudig und
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Über dieses E-Book
Viele Kliniker, Institutionen des Gesundheitssystems und Kostenträgern schätzen das ISR. Es erfasst und dokumentiert für jeden Einzelfall die subjektive symptomatische Belastung und liefert wichtige Hinweise auf mögliche psychische Komorbidität des Patienten. Auf diese Weise wird der Diagnose-Prozess für psychotherapeutisch tätige Personen erleichtert und objektiviert. Das ISR ist einfach in der Durchführung und Auswertung. Es ist praxisnah, da es in Zusammenarbeit mit Praktikern entwickelt wurde. Der Einsatz des ISR spart in der Praxis Zeit- und - da lizenzfrei – auch Geld. Inzwischen liegen Erfahrungen von über 60.000 Patienten aus konsiliarischen, ambulanten und stationären Bereichen vor.
Nach den bisherigen Studien scheint der ISR auch in psychometrischer Hinsicht zu den besten Instrumenten zu gehören. Es differenziert auch deutlich zwischen den abgefragten Syndromen und bietet eine spezifische Normierung für jedes erfasste Syndrom an.
Das ISR-Handbuch enthält Hinweise zum Bezug des ISR und des dazugehörigen - ebenfalls kostenlosen - Eingabe- und Auswertungsprogramm. Des Weiteren enthält es Ausführungen zur Entstehungsgeschichte, Hinweise zur Durchführung, Auswertung, Normierung und eine Zusammenfassung der wichtigsten Studien zur Güte und Änderungssensitivität des Instruments.
Dieses Handbuch ist in erster Linie als E-Book konzipiert. Da die PDF-Version aus technischen Gründen als E-Book-Version generiert werden musste und ausschließlich ASCII-Zeichen verwendbar waren, fehlen in der PDF-Version verschiedene Sonderzeichen, wie "ist-gleich-größer", " ist-gleich-kleiner" oder Zeichen aus dem griechischen Alphabet (z.B. "alpha"). Entsprechend sollte dieses Handbuch bevorzugt mit einem E-Reader (die ja auch lizenzfrei erhältlich sind) gelesen werden.
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Buchvorschau
ICD-10-Symptom-Rating (ISR) - Das Handbuch zum Fragebogen - Karin Tritt
Das Handbuch
ICD-10-Symptom-Rating (ISR) – Das Handbuch zum Fragebogen -
Karin Tritt, Friedrich von Heymann, Michael Zaudig, Thomas Probst, Thomas Loew, Burghard Klapp, Wolfgang Söllner, Thomas Fydrich & Markus Bühner
unter Mitarbeit von: Sonja Artmann, Bettina Bauer, Robert Bidmon, Corinna Borchard, Wolfram Brandt, Felix Fischer, Herbert Fliege, Eric Gangl, Waltraud Heitzer-Gores, Katharina Losch, Tanja Lüders, Janna Odesser, Julia Probst, Nicole Schirmer, Michael Seidel, Christine Schmidt, Anna Spatzl, Johanna Stelle, Jennifer Stock, Jochen Timmermann & Irina Zacharias
Stand: 12.09.2014
Anmerkung: Dieses Handbuch ist in erster Linie als E-Book konzipiert. Da die PDF-Version aus technischen Gründen als E-Book-Version generiert werden musste und ausschließlich ASCII-Zeichen verwendbar waren, fehlen in der PDF-Version verschiedene Sonderzeichen, wie „ist-gleich-größer, „ ist-gleich-kleiner
oder Zeichen aus dem griechischen Alphabet (z.B. „alpha"). Entsprechend sollte dieses Handbuch bevorzugt mit einem E-Reader (die ja auch lizenzfrei erhältlich sind) gelesen werden.
Überblick
Überblick
1 Konstruktion des Instruments
1.1 Vorüberlegungen
1.2 Zielsetzungen
1.3 Fragebogenkonstruktion
2 Darstellung und Auswertung des ISR
2.1 Itemdarstellung und Skalenzuordnung
2.2 Skalierung der Antwortmöglichkeiten
2.3 Skalenberechnung
2.4 Umgang mit fehlenden Werten
3 Zielsetzungen und Stichprobenbeschreibung der in diesem Manual dargestellten ISR-Einzelstudien
3.1 Übersichtstabelle zu den Stichproben des Manuals
3.2 Kurzdarstellung der Einzelstudien, die im Manual aufgeführt werden
3.2.1 Konstruktionsschritte des ISR und Vorstudien für den Fragebogen – Stichprobe N1
3.2.2 Stichprobenbeschreibung: Prüfung der Faktorenstruktur – Stichprobe N2
3.2.3 Ermittlung der Test-Retest-Reliabilität mit einer unauffälligen Stichprobe N3
3.2.4 Vergleich des ISR mit dem PHQ-D-K: Stichprobe N4
3.2.5 Vergleich der ISR Depressionsskala mit der Skala Depressivität der SCL-90-R und dem BDI I – Stichprobe N5 3.2.6 Prüfung der Test-Retest-Reliabilität und die Änderungssensitivität des ISR – Stichproben N6 – N10
3.2.7 Vergleich des ISR mit der SCL-90-R – Stichprobe N11
3.2.8 Normierung des ISR anhand einer klin. Stichprobe und einer Repräsentativstichprobe–Stichproben N12 und N13
3.2.9 Vergleich zwischen dem ISR und der SCL-90-R – Stichprobe N14
3.2.10 Vergleich zwischen dem ISR und dem Eating Disorder Examination -Questionnaire (EDE-Q) – Stichprobe N15 3.2.11 Erste Validitätsprüfung der Zusatzitems und Vergleich des ISR mit der Langform des PHQ–Stichprobe N16
3.2.12 Regressionsanalysen – Stichprobe N17
3.2.13 Statistische Kennwerte einer ambulanten Stichprobe – Stichprobe N18
3.2.14 Überprüfung der korrelativen Zusammenhänge zwischen dem BDI II und dem ISR – Stichprobe N19
4 Gütekriterien des ISR
4.1 Objektivität des ISR
4.1.1 Durchführungsobjektivität
4.1.2 Auswertungsobjektivität
4.1.3 Interpretationsobjektivität
4.2 Reliabilitätsprüfungen des ISR
4.2.1 Konsistenz
4.2.2 Test-Retest-Korrelationen
4.3 Validierung des ISR
4.3.1 Inhaltsvalidität
4.3.2 Kriteriumsvalidität
4.3.3 Konstruktvalidität
4.4 Skalierbarkeit
4.5 Nebengütekriterien
4.5.1 Vergleichbarkeit
4.5.2 Ökonomie
4.5.3 Nützlichkeit
4.5.4 Zumutbarkeit
4.5.5 Fairness
4.5.6 Nicht-Verfälschbarkeit
5 Normierung des ISR
5.1 Vorgehen bei der ISR-Normierung
5.2 Soziodemografische Effekte auf die ISR-Skalen
5.3 Normierung der ISR-Depressionsskala
5.4 Normierung der ISR-Angstskala
5.5 Normierung der ISR-Zwangsskala
5.6 Normierung der ISR-Skala somatoforme Störungen
5.7 Normierung der Essstörungsskala
5.8 Normierung der Gesamtskala
5.9 Zusammenfassung der Cut-off-Werte der ISR-Skalen
6 Veränderungssensitivität des ISR
6.1 Effektstärken des ISR in bisherigen Evaluationsstudien
6.2 Reliable Change Index
7 Literatur
8 Anhänge
8.1 Anhang I: Bewertung der psychischen Syndrome des ICD-10, die für Patienten-Selbstratings geeignet sind 8.2 Anhang II – Skalenmittelwerte der ISR-Skalen
8.3 Anhang III- Verteilungen der ISR-Items
9 Fußnoten
1. Konstruktion des Instruments
1.1 Vorüberlegungen
In der Medizin - und damit auch in der Psychosomatik und Psychotherapie - nimmt die Erfassung von Symptomen, insbesondere als diagnostisches Zeichen für das Vorliegen einer Erkrankung (Uexküll & Wesiack, 2003), einen besonderen Stellenwert ein. Das Symptom als „vom Betroffenen angegebenes, subjektives Erkrankungszeichen (Pschyrembel, 2007) sowie als „vom Experten erfasste, objektivierte Beschwerde
(Stieglitz, 2008) wird von Patienten, Angehörigen, Behandlern und Kostenträgern1 jeweils als mehr oder minder relevant erachtet.
Patienten und Angehörige: Die Symptomwahrnehmung wird vom Patienten als erster Hinweis für das Vorliegen einer Erkrankung betrachtet und führt in der Regel zur Inanspruchnahme medizinischer oder psychotherapeutischer Leistungen (Tritt et al., 2010a). Darüber hinaus dient die subjektiv wahrgenommene Änderung von Symptomen als Grundlage zur Beurteilung des Behandlungserfolges aus Sicht der Patienten und Angehörigen.
Behandler: Zum einen ist die Symptomerfassung für behandelnde Ärzte und Therapeuten die Grundlage der Syndromzuordnung (Syndrome sind laut Pschyrembel (2007) ein Symptomkomplex, d.h. eine spezifische Bündelung von Symptomen), des psychopathologischen Befundes, der Diagnosen und damit auch der Klassifikation (Stieglitz, 2008). Zum anderen dient die Erfassung von Symptomen auch der Beurteilung therapeutisch induzierter Veränderungen (Verbesserungen und Verschlechterungen) und ermöglicht so eine Abbildung medizinischer und psychotherapeutischer Effekte (Hill & Lambert, 2004). Während die unterschiedlichen psychotherapeutischen Schulen teils verschiedene Vorstellungen darüber haben, welche Funktion(en) und damit welche Relevanz man Symptomen zusprechen sollte, besteht doch eine gewisse Einigkeit darüber, dass sie diagnostisch zumindest beachtenswert sind.
Kostenträger: Für die Kostenträger spielt die Patientenperspektive eine gewichtige Rolle (s.o.). Darüber hinaus besteht zumindest in der Bundesrepublik Deutschland nach SGB V (Bundesministerium der Justiz: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/) für alle gesetzlich Versicherten die Leistungspflicht seitens der gesetzlichen Krankenkassen², wenn eine Störung mit Krankheitswert vorliegt. Generell wird dies durch die ärztliche bzw. psychotherapeutische Vergabe einer ICD-10-Diagnose (Dilling et al., 2005) bestimmt. Dabei wurde bei der Formulierung des ICD-10, Kapitel V (für psychische Störungen), ein kriterienorientierter Ansatz gewählt, der die Diagnosevergabe auf einfach beobachtbare und explorierbare psychopathologische Zeit- und Verlaufskriterien gründet. Die meisten dieser Diagnosekriterien stellen Symptome dar (Freyberger & Stieglitz, 1996). Insbesondere stellt das ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation ein überwiegend symptom-orientiertes Klassifikationssystem dar, das auf weltweitem Konsens aufbaut (Tritt et al., 2008). In anderen Ländern ist der Umfang der Leistungspflicht von den jeweiligen gesetzlichen und versicherungsrechtlichen Bestimmungen abhängig.
Alle diese Faktoren dürften wichtige Gründe dafür sein, warum sich die Symptomerfassung im Rahmen der Diagnostik und Bewertung psychologischer Störungen derartiger Beliebtheit erfreut und vermutlich der am häufigsten erfasste Aspekt in diesem Kontext ist. Um eine Vergleichbarkeit zwischen den Patienten zu erzielen, bedarf es jedoch noch der fundierten, standardisierten Symptomerhebung, die häufig auf der Basis von psychometrischen Selbstratings durch die Betroffenen stattfindet, da dies die ökonomischste Bewertungsform ist. Entsprechend haben solche Ratings längst Eingang in die Routineversorgung gefunden (von Heymann et al., 2003; Tritt et al., 2007).
Sowohl in der Psychotherapieforschung als auch in der klinischen Routine wird häufig der Ressourcenverbrauch beklagt, der mit dem Einsatz umfangreicher psychometrischer Tests im Rahmen der Forschung sowie der gesetzlich geforderten Qualitätssicherung verbunden ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn zugleich störungsübergreifende als auch störungsspezifische Erfassungsinstrumente eingesetzt werden (Herzog, Stein & Wirsching, 2000; Kazdin, 1994). Die jeweilige Störung sollte am besten störungsspezifisch erfasst werden, z.B. bei Essstörungspatienten, sollte ein Instrument zur Erfassung der Symptomatik der Essstörung eingesetzt werden, denn es macht keinen großen Sinn, Symptomveränderungen bei einer Essstörungsbehandlung einzig beispielsweise mit einer Angst- oder Depressionsskala zu messen. Komplizierter wird die Lage, wenn man alle komorbiden psychischen Störungen evaluieren will, wofür – je nach Interesse und Fragestellung - einiges spricht: In der Regel weisen die Patienten insbesondere im stationären Bereich mehr als eine psychische Diagnose auf (z.B. bei einer größeren psychosomatischen Stichprobe (Tritt et al., 2003) wiesen die Patienten im Schnitt 2,1 F-Diagnosen auf und in einer größeren psychiatrischen Stichprobe (Härter et al., 2004) hatten die Patienten durchschnittlich 2,24 F-Diagnosen ) und je mehr komorbide F-Diagnosen die Patienten
