Wandel bei Politik und Klima: und andere Satiren
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Über dieses E-Book
Ein Hoch auf die Ignoranz, was soll bloß jener Affentanz, der ständig hinterfragt, ist doch sowieso schon alles gesagt. Wer meint, weil es so scheint, es renke sich das Meiste einfach ein, der läßt sich blenden vom Schein. Man verändert lediglich den gepflegten Ton in Gesprächen, egal wer dafür darf hinterher für enorme Schäden blechen, schon erreichen jene Haßprediger ihr Ziel, am Ende ist nichts mehr stabil.
Lotar Martin Kamm
Lotar Martin Kamm, Jahrgang 1957, geboren in Tübingen, als Kleinkind aufgewachsen in Schottland, gelernter Möbelschreiner, gearbeitet als Bühnentischler, Holzbildhauer, lebt im Oberbergischen Kreis, betreibt den WordPress-Blog Makadomo.
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Buchvorschau
Wandel bei Politik und Klima - Lotar Martin Kamm
„Keine Sekunde schweigen an Orten,
wo Gebrüll zerstört.
Das will uns das Leben zeigen,
wenn sinnlose Gewalt Leute betört."
Inhaltsverzeichnis
Abends bevor die Welt untergeht
Ab heute wird deutsch getafelt in Essen
April, April, Politik macht sowieso, was sie will
Auf The Donald’s kriegsrhetorische Ansagen folgen Fragen
Auslaufmodell NPD – das tut aber weh
Bevor Wahlkampfgetöse lostritt diese Ehe ein guter Schritt?
Bloß nicht stillhalten, während Politiker schalten und walten
Brunftschreie völkischer Pappnasen
CAfD nimmt schärfere Konturen an
Da hilft kein Keifen oder gar Kneifen, sie werden Euch einseifen
Das ist der Gipfel: Europa und die Welt an Angelas Rockzipfel
Demokratie im Sommerloch pflegt ihr Wahlvieh
Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte
Der Trump vom Bosporus tönt herum
Deutschland am Scheideweg: Nicht nur Mäuse fängt man mit Speck
Deutschland zwischen Jamaika-Fieber und rechten Altlasten
Die anrüchig verlogenen Abenteuer des HdI
Die Saat geht auf – oder wieso obsiegt hau drauf?
Eine Show jagt die andere – Menschen im Aus der Superlative
Erdo-Kann und seine treuen Weckgefährten
Europa Spielball übellauniger Versager in der Politik
Ex und hopp – digitales Zeitalter doch ein Flop
Frankreich oder vive États-Unis, that’s the question
Frenetischer Applaus oder gähnende Langeweile hierzulande
Friedensengel Trump darf endlich frohlocken
Frühlingserwachen mit nur halben Sachen
Gemotze um Pöstchen im Rausche gewisser Selbstgefälligkeiten
GroKo-Taufe ohne rosarote Schlaufe
Gut Ding will Weile haben
Hörst du die Glocken schon läuten, wenn Politiker sich häuten?
Humpty-Trumptys narzißtischen Entgleisungen
Hurra, hurra die AfDa kommt
Hurra, wir gehen zur Wahl, egal wie schal die Qual, das tiefe Tal
Islamisches Sultanat Türkei und sein Despot Erdo-Kann
Italienern wird der Zutritt an nordafrikanischen Küsten verwehrt
Jeder Mensch ist illegal unterwegs – weg mit den Freiheiten
Karnevalistische Einlagen umschwirren politisches Einerlei
Kein „Hau ab" bringt politische Entscheidungen auf Trapp
Kein Spaß ohne Haß, kein Traum ohne jenen rechten Abschaum
Klein Horsts Sommermärchen vom Fußball geplatzt
Make war no peace ein Präsident überzeugt gewähren ließ
Märchen werden wahr: Seht allesamt die politische Vogelschar
Merkel muß weg – und zwar endgültig
Nach Trumps Redeschwall: Lug und Trug sei überall
Nur nicht zu lange warten, Ihr aufgescheuchten Demokraten
Ostern am 01. April macht ohnehin, was es will
Politischer Frühling der Eitelkeiten
Rechts, zwo, drei, vier… am Ende sind sie wieder hier
Satansbraten mögen den Weg zur Hölle finden
Schneid’ ab den alten politischen Zopf, du Tropf
Seehofsöder wie gemeine Köter kläffen
Spa(h)nferkel unter sich – wie die dritte GroKo tickt
Stiller Atem im Rauhreif politischer Fakes
„Stoppt den Haß" – solche Politik keineswegs ein Spaß
The Donald brüskiert Establishment: You’re fired!
The Donald gegen den Rest der Welt
The Donald im Fadenkreuz der Medien
Tönend völkische Barden erobern Nachbars Garten
Trübe Aussichten lassen den August verblassen
Trumpelstilzchen entfleucht aus Teufels Hölle
Trumps heldenhafte Woche der Handshakes
Trumps Mainstream-Gezeter ein Eigentor
Unsicheres Geraune zwischen Fakes und knallharter Politik
US-Wahlkampf beginnt bereits im Herbst 2018
Versiebt, verspekuliert, verschrien – die Welt nur ausgeliehen
Wandel bei Politik und Klima – alles prima?
Welch kriegerischer Chor – von Einsicht keine Spur
Wenn das Sommerloch ausfällt
Wenn Haie Angie veranlassen, Jean-Claude anzurufen
Wer hat Angst vorm blonden Dollen?
Wer mag schon gern im Trüben fischen und rühren
Wertegemeinschaft in vieler Munde macht die Runde
Zeitalter des Gríma hat längst begonnen
2017 war gestern – morgen erwartet uns das neue Jahr 2018
Zwischen DSDS und ESC wird’s weltweit nimmer schee
Abends bevor die Welt untergeht
Irgendwie ziemlich schräg die Vorstellung einer Welt ohne Tiere und Pflanzen, zumindest dort draußen in ehemals freier Natur. Fast alles plattgemacht von jener Spezies, auf die man so gar nicht stolz sein kann, vom Irrweg eines gewissen Nationalstolzes mal ganz zu schweigen, der hat sich ohnehin erledigt. Organismen scheren sich einen Dreck um Grenzzäune, Mauern, Stacheldraht, Minen oder Kameras, sie leben einfach dort, wo es ihnen paßt.
Aber davon will Mensch nichts wissen, stört keineswegs den technisch Fortschrittlichen, der nur eines im Visier hat: möglichst bequem sein idiotisch langweilig beschissenes kleines Dasein genießen, sich dabei einbildend, er hätte alles im Griff. Nichts hat er, außer daß ihm der Kosmos und Mutter Erde eines Besseren belehren werden. Schade um die wenigen, die noch Hoffnung haben, es könnten Rückbesinnungen vielleicht erfolgen. Mitnichten.
Als ob es eine Ewigkeit her wäre, obwohl Zeit keinerlei Bedeutung hat in jener dramatischen Entwicklung auf diesem Blauen Planeten, erinnern sich manche noch an die folgenschwere Entscheidung dieses Cholerikers Humpty-Trumpty. Jener Kretin, der sich als US-Präsident wählen läßt, stoppt doch einfach mir nichts dir nichts ein Klimaabkommen, wenngleich die Amis selbst hinter China die zweitschlimmsten Umweltsünder sind.
Egal, nach uns die Sintflut, so die Einstellung, ganz nach demselben Prinzip der historischen Expansion. Einmal verinnerlicht, kommen die meisten nicht mehr los davon, ganz ähnlich wie ne Droge, ein unbewußter Rausch ohne jedwede Gewissensbisse oder gar moralische Bedenken.
Und der große Rest der Welt schaut erstaunt dem Schicksal einer rasanten Zerstörung entgegen. Wie Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden.
Dabei gäbe es stets die Möglichkeit, jene Storyteller zu stoppen. But the show must go on. Das habt ihr nun davon! Die Luft zum Schneiden heiß und stickig, wer einen Moment lang sich nach draußen begibt, in der Sonne an die achtzig Grad, im Schatten mit ein wenig Glück 65. Letzte Woche sind im Planquadrat C4517 über dreihundert Seelen verendet, die Wasserknappheit macht obendrein erheblich zu schaffen, zumal etliche nicht rechtzeitig vorsorgten. Wer nicht hören will, muß verrecken.
Der Kollege bleibt noch optimistisch, keine Ahnung, woher er das nimmt, wo doch überall die Chancen fast aussichtslos. Die radioaktive Wolke aus Korea hat just den 40. Längengrad passiert, Moskau wird unmittelbar betroffen sein, dabei hockt angeblich die Duma in sicherem Bunker, so ein Blödsinn, irgendwann sind die Vorräte aufgebraucht. Und dann? Klar doch, dann ticken gefälligst keine Geigerzähler mehr. Nö, so simpel läßt die Physik sich nicht austricksen. Die Armen und Obdachlosen haben es wenigstens gleich hinter sich, die besser Betuchten sterben dafür qualvoll langsamer. Welch zynische Pointe, nicht wahr?!
Ganz leise wimmert irgendwo hinter einem verdorrten Strauch ein kleines Mädchen, dessen Mutter es zu beruhigen versucht, die Sonne verschwindet gerade blutrot hinterm Horizont, wo dunkle Rauchschwaden in den blauen Himmel ziehen, der üble Gestank ereilt bald die hier Verbliebenen am Abend, bevor die Welt untergeht.
Nonsens, nicht die Welt geht unter, der Planet zieht weiterhin seine vorherbestimmte Bahn um die Sonne.
Nur Mensch blickt seinem Ende entgegen, welches er selbst herbeigeführt. Danach haben Pflanzen und Tiere erneut die große Chance auf eine friedliche Zukunft.
Ab heute wird deutsch getafelt in Essen
Wir sind deshalb längst keineswegs Rassisten
„Aber unser Augenmerk liegt auf den Interessen derjenigen, die in Deutschland geboren, die lassen wir auf alle Fälle nicht im Stich, das wäre ja noch schöner. Genausowenig widersprechen wir vehement, uns in irgendeine rechte Ecke stecken zu wollen*, damit haben wir schon gleich gar nichts am Hut."
Die Presseleute wenden sich angewidert ab, versteht sich von selbst. Alldieweil Tafeln ohnehin nicht unbedingt einen guten Ruf haben. Davon wollen sich nur die Journalisten vor Ort lieber ein Bild machen. Schließlich verbreitet sich ziemlich schnell das merkwürdige Verhalten in der Ruhrpottmetropole Essen im Herzen von Nordrhein-Westfalen.
„Überhaupt, was soll der ganze Medienrummel hier? Wir haben Sie nicht eingeladen, uns über die Schulter zu schauen! Vergessen Sie nicht, daß hier Ehrenamtliche stehen, mit Herz und Seele den bedürftigen Menschen helfen. Wir könnten doch auch einer anderen Tätigkeit nachgehen, in dieser Zeit Geld verdienen. Darauf verzichten wir halt."
Einer von der taz schüttelt entrüstet den Kopf, während sein Kollege vom freitag ihm beipflichtet, soviel Schmierenkomödie sei kaum noch auszuhalten, und gleichwohl gäbe es nicht die geringste Begründung ob jener Bestimmung, ausländischen Mitbürgern das Essen zu verweigern.
„Tafeln haben schlichtweg den Ruf weg, Armut im Lande zu etablieren. Eine Klientel der Reichen und Superreichen vermittelt dadurch obendrein eine Hilfsindustrie, die in ihrer gesamten Verlogenheit kaum noch zu toppen ist. Erinnert fatal ein wenig an die Entwicklungshilfepolitik in Afrika, nur mit dem Unterschied, daß dies jetzt hier mitten im Herzen Europas völlig selbstverständlich den Alltag bestimmt. Haben wir ebenso den Sozen zu verdanken, die mit jenem Schröder das Ganze anleierten."
Der Mitarbeiter dreht sich für einen Moment weg, um zwei Tränen von der linken Wange mit dem Hemdsärmel etwas umständlich wegzuwischen. Die Journalistin vom Spiegel hat dennoch jene kurze Geste beobachtet, hakt gleich nach, warum er denn die Tafel selbst dermaßen schlecht rede.
„Wissen Sie, ich mach das nur, weil mir die Leute leidtun, und mir sonst vor Langeweile zu Hause die Decke auf dem Kopf fällt. Gleichzeitig hatte ich schnell bemerkt, mit welcher Heuchelei die Menschen abgefertigt werden. Am schlimmsten sind wohl diese AWO-Leute, vor ein paar Jahren noch unterwegs, um mit ihren dusseligen Maßnahmen den Leidtragenden auf den Keks zu gehen. So, als ob jene kleine Kinder wären, die man an die Hand nehmen müsse, um ihnen das Leben zu erklären! Unglaublich, dabei haben etliche lange im Beruftsleben ihren Mann oder Frau gestanden. Die können gern auf solch bevormundendes Gesabbel verzichten!"
Die Presseleute klatschen prompt, auch wenn die wenigsten jene berechtigte, harsche Kritik leider nicht aufgreifen. Befehl von oben, möglichst gleichgeschaltet nicht zu viele Details zu schildern, man könne an diesem Hartz-IV-System eh nichts ändern.
„Bullshit. Man kann, will aber nicht. Morgen steige ich aus, will mich doch nicht als AfD-Depp oder Neonazi beschimpfen lassen, mir geht die Tafel sowieso schon länger gegen den Strich!"
*https://www.focus.de/politik/deutschland/aufnahmestopp-fuer-auslaender-bei-essener-tafel-tafel-chef-lache-mich-kaputt-ueber-das-ganze-theater_id_8518443.html
April, April, Politik macht sowieso, was sie will
Das klingt zunächst schrill, doch wir kennen doch allesamt diesen
