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Buchvorschau
Mordbrücke - Jan Michaelis
Jan Michaelis
MORDBRÜCKE
Großdruck-Ausgabe
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2021
Der Spielort der Handlung ist Düsseldorf in den 50er Jahren. Die Figuren und die Handlung sind mir von einem Taxifahrer genau so erzählt worden, ich habe nichts daran geändert oder hinzugefügt. Die sogenannte „Mordbrücke wurde als „Nordbrücke
gebaut und dann in „Theodor-Heuss-Brücke" umbenannt.
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar.
Copyright (2021) Engelsdorfer Verlag Leipzig Alle Rechte beim Autor Umschlagsfotografie: Judith Michaelis Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)
www.engelsdorfer-verlag.de
Inhalt
Cover
Titel
Impressum
Der Taxifahrer redete ohne Punkt und Komma
Die Frau in den Ruinen
Phönix aus der Asche
Herrenbesuch
Knallerei in der Kunstakademie
Geheimniskrämerei
Stippvisite in der Galerie
Die Mandantin
Augen zu und durch
Im Roxy Kino
Ein Böser Blick aus Bilk
Fotos im Dunkeln
Spurlos verschwunden
Chorprobe in Bilk
Am Tatort
Der Schlag auf den Kopf
Es gibt kein Recht auf ein Happy End
Blind in Bilk
Auf der Kö
Der Freischütz
Die Premierenfeier
In Köln
Der Dumm
Mordbrücke
Im alten Zum Jorvas
Im Pikbubeneck
Wer späht da wen aus?
Der Traum von der Hochzeit
Der Teppichmord
Die Verfolgung
Die Suche nach der Leiche
Wieder kein Mord
Urlaub mit 20 D-Mark
Kunst auf der Golzheimer Heide
Konrad und sein Doppelgänger
Waschtag in Bilk
Im Nordpark
Was beweisen die Fotos?
Der Albtraum
Taxifahrer leben länger
Das Traugespräch
Der Trauzeuge
Die weiße Frau
Eine raffinierte Frau
Seilschaften
Die Exmatrikulation
Rock and Roll
Das possierliche Monster
Der Reiz beim Drehen
Der drohende Tod des Taxifahrers
Der Aufstand
Sog der Tiefe
Herbert rettet seinen Vater
Die Beerdigung von Katharina Reiz
Die Hochzeit
Das perfekte Verbrechen
Ein raffinierter Dreh
Warum ließen Sie mich erblinden?
Wer war es dann?
Der Taxifahrerball
Und unsern kranken Nachbarn auch
Nachwort
Zitat aus der Düsseldorfer Stadtchronik 1956:
„17.2.1956 – Offizielle Gedenkfeier der Bundesrepublik anlässlich des 100. Todestages von Heinrich Heine im Robert-Schumann-Saal in Anwesenheit des Bundespräsidenten Theodor Heuss."
Der Taxifahrer redete ohne Punkt und Komma
Jetzt saß ich also in diesem cremefarbenen Taxi und der Taxifahrer redete zu viel. Dass die Taxifahrer im Jahr 2020 noch so geschwätzig waren; dieser hier redete definitiv zu viel, schon eine halbe Stunde erzählte er mir diesen Krimi, am Stück.
„Ich habe das schon vielen erzählt. Irgendwann werde ich auf den treffen, der daraus was machen kann. Dann verdiene ich damit Geld, richtig Geld …"
„Hm." Ich gab mich nicht als Filmproduzent zu erkennen. Ich wollte wegen eines anderen Projekts nach Düsseldorf zur Filmstiftung NRW, dieser Krimi hier konnte warten. Der Taxifahrer hatte mich vom Flughafen mitgenommen, war den Zubringer gefahren, hatte beim Mercedes-Werk gewendet und dann die neue Toulouser Allee durch Derendorf genommen. Es dauerte, weil uns überall der Stau aufhielt, dieser Stau, der nicht ausbleiben konnte bei diesem Sturm, der sogar die Flugzeuge abdrehen ließ. Ich war mit dem Zug bis Düsseldorf-Flughafen gekommen, doch ab da war die Strecke gesperrt, weil es einen Oberleitungsschaden gab. Wie empfindlich unsere Infrastruktur doch war. Ein solcher Sturm und nichts ging mehr. Ich wählte ein Taxi, weil ich keine Hoffnung hatte, mit der U-Bahn weiterzukommen, denn die Rheinbahn hatte auch Oberleitungsstörungen gemeldet. Also fuhr ich mit diesem redseligen Taxifahrer. Der erzählte seine Story und ich muss gestehen, sie war nicht schlecht.
„Haben Sie das schon mal aufgeschrieben?"
„Nein!"
„Warum nicht?"
„Hab ich alles hier oben." Der Taxifahrer tippte sich gegen die Stirn und drehte sich dabei zu mir um.
„Sie sollten lieber auf die Fahrbahn achten!"
Er redete weiter. Ohne Punkt und Komma. Wie ein Wasserfall.
Schließlich hielten wir an der Adresse, die ich ihm genannt hatte, und ich war erleichtert, dass die Filmstiftung keinen großen Schriftzug am Eingang hatte, denn würde der Kerl lesen, wo ich hinfuhr, würde ich ihn nie wieder los werden können.
Nach zwei Stunden war die Verhandlung über die Bühne gegangen und mein Projekt war bewilligt, jetzt stand die Finanzierung. NRW war ein guter Partner für internationale Filmproduktionen wie meine. Hier konnten wir passende Drehorte finden und zu dem Geld, das wir investieren konnten, gab das Land über die Stiftungen etwas obendrauf. Ich wollte feiern.
Ich bat den Pförtner, einen Briten mit charmantem Akzent, mir ein Taxi zu rufen und war verwundert, als die Limousine vorfuhr. Das war doch mein Taxifahrer.
„Ich habe auf Sie gewartet", sagte er und machte weiter, wo er aufgehört hatte.
Plötzlich hatte er mich am Haken. Wie jetzt, der Held erblindet? Er war doch Fotograf. Das hatte was: ein blinder Fotograf. Und noch besser: ein blinder Detektiv. Jetzt ging die Story erst richtig los.
Also sagte ich: „Erzählen Sie, am besten noch mal ganz von vorne!"
Die Frau in den Ruinen
Er zielte durch Kimme und Korn der Pistole Modell Walther P 38, die er aus seiner Zeit bei der Wehrmacht behalten hatte. Von dieser Stelle wurde der Schuss abgegeben, der tödliche, denn dort auf dem Trümmergrundstück lag der Körper der Frau und er konnte ihre Wunde am Kopf erkennen, wo der mörderische Schuss sie getroffen hatte, das war keine 15 Meter entfernt.
Er machte ein Foto mit seiner Leica, um den Blick auf den Tatort aus der Position des Täters einzufangen. Die Frau lag reglos zwischen den Steinen, nur der Wind, der hier über das Grundstück fegte, pustete ihr Sommerkleid ein wenig auf. Sie war schön. Er würde das Foto allen zeigen.
Er steckte seine Militärpistole wieder ein. Und die Leica, die er um den Hals an einem Lederband trug, packte er unter seinen Tweetmantel. Es war zugig. Der Wind blies vom Rhein kommend durch Derendorf. Nach den vielen Luftangriffen waren nur noch ein Drittel der Häuser stehen geblieben, seit Mitte der 50er Jahre füllten sich die Baulücken allerdings wieder, Zug um Zug.
Ein Mann trat an ihn heran. Es war Georg, der fragte: „Und, hast du es im Kasten?"
„Ja, du kannst gehen!, sagte er. „Und noch mal: Danke!
Herbert schätzte den Freund.
„Immer wieder gerne, bis zum nächsten Mal Herbert! Hier hast du noch was zum Abwischen, sagte Georg. „Und tschüss!
Herbert Weber nahm das Tuch mit der linken Hand, in der anderen trug er eine Ledertasche, stieg über das Trümmerfeld zu der Frau und sagte: „Ich habe das Foto."
Die schöne Leiche öffnete die Augen. „Mir ist kalt. Länger hätte ich das nicht durchgehalten."
Herbert Weber öffnete die Ledertasche und entnahm ihr eine Wollhose und einen Wollpullover.
„Hier zieh das an! Aber warte noch!"
Der Maskenbildner Georg hatte gute Arbeit geleistet, schließlich war er Profi und arbeitete an der Deutschen Oper am Rhein, die eben erst gegründet worden war. Er wischte mit dem Tuch über ihre Stirnwunde und das Theaterblut verschwand.
„Du hast toll ausgesehen, sagte Herbert. „Das Bild wird in der Ausstellung bei Schmölke großartig wirken.
„Das hoffe ich, denn dauernd für dich die Tote in den Trümmern zu geben ist anstrengend, schließlich liegt es sich nicht bequem auf den Steinen hier in diesen Ruinen."
Anne Gebhardt war das Model für Herbert Webers Fotoserie. Der Fotokünstler wollte die Trümmergrundstücke als Orte des Todes inszenieren. Dass die Galerie Schmölke ihn zeigte, sollte für ihn der Durchbruch seiner Künstlerkarriere sein. Albert Schmölke hatte Herbert Weber unter Vertrag genommen. Er war der erste Kunsthändler im Rheinland, der in den 50er Jahren künstlerische Fotografie anbot. In der Szene nannte man ihn das „Trüffelschwein der Kunst", weil er unbekannte Künstler entdeckte, die dann Weltruhm erlangten.
Anne hatte sich inzwischen warm angezogen. Herbert Weber sagte: „So, nachdem du auferstanden bist, mein Engel, fahre ich uns beiden Hübschen nach Hause."
„Lass mich fahren!"
„Gerne", sagte Herbert zögernd. Es war in den 50ern nicht üblich, dass Männer ihre Frauen oder Freundinnen gerne ans Lenkrad ließen.
Anne steuerte den waldgrünen Opel Kapitän Baujahr 1955. Herbert himmelte seine Geliebte an. Und so schaute er sich während der Fahrt nicht um, er versuchte souverän und ohne Furcht zu wirken. Beide saßen sie auf der durchgezogenen Vorderbank, denn das Fahrzeug hatte keine getrennten Sitze. Und auch keine Sicherheitsgurte.
Herbert war Jahrgang 1917. Er würde nächstes Jahr seinen Vierzigsten feiern. Anne war 30 Jahre alt. Beide vermieden sie das Thema Heirat. Wenn er nur endlich mit seiner Kunst Geld verdienen würde, dann würde er Anne einen Antrag machen, das war sein Plan, den er seinem Freund Georg schon oft mitgeteilt hatte. Er hatte in dieser Hinsicht konservative Vorstellungen. Er wollte ihr etwas bieten können.
Aber noch war Herbert auf andere Aufträge angewiesen. Die brachten im Moment mehr Geld als die Fotokunst und auch bei den anderen Jobs kam oft seine Leica zum Einsatz. Und gelegentlich setzte er dabei auch seine Pistole Typ Walther P 38 ein.
Phönix aus der Asche
Die Zeit war reif für die Fotografie als Kunstform. Die Sammler und Museen begriffen das jetzt in der Nachkriegszeit. Herbert war Ende Dreißig mit vollem Haar. Er wollte als Fotograf Erfolg haben. Er wusste, dass er da von Schmölke eine Chance erhalten hatte, er, der Soldat, der Kriegsheimkehrer, der in Düsseldorf neu anfangen musste nach dem Wahnsinn des Zweiten Weltkrieges.
Herbert glaubte an Wunder. Und er wollte sein eigenes Wirtschaftswunder erleben, sein eigenes Wunder von Bern. Herbert wollte gewinnen, so wie es die Spieler im Fußball getan
