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Wahrnehmungen
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eBook475 Seiten4 Stunden

Wahrnehmungen

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Über dieses E-Book

Zeitkritische Betrachtungen zu Politik, Religion, Wirtschaft und Umweltschutz. Eine Sammlung von Texten zu aktuellen Themen.
SpracheDeutsch
HerausgeberTWENTYSIX
Erscheinungsdatum13. Aug. 2021
ISBN9783740777739
Wahrnehmungen
Autor

Willi Wieser

Willi Wieser, vom Schreiner zum Architekt zum Autor.

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    Buchvorschau

    Wahrnehmungen - Willi Wieser

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort

    Sind wir allein im Kosmos? 1

    Inflation im Kosmos

    Gewalt 2

    Philosophie

    Pizzaconnection 2

    Sind wir allein im Kosmos? 2

    Veränderungen 1

    Inflationäre Entwicklungen

    „Aussersinnliche" Wahrnehmung

    Die Rosetta-Mission

    Bewusstsein

    Pizzaconnection 3

    Diversität

    Evolution im Kosmos

    Naive Vorstellungen

    Epigenetik 1

    Völkerwanderung 1

    Das Kreiselphänomen

    Intermezzo

    Völkerwanderung 2

    Quo vadis Gaia?

    1. & 2. Hauptsatz der Thermodynamik 1

    Integration

    Veränderungen 2

    Klimakonferenz, Dezember 2015, Paris

    Das Digital–Manifest

    Sind wir allein im Kosmos? 3

    Wir sind nicht allein! 2

    Epigenetik 2

    Völkerwanderung 3

    Wir sind nicht allein! 3

    Das „Digitale Manifest" 2

    Algorithmen

    Das „Digitale Manifest" 3

    1. & 2. Hauptsatz der Thermodynamik 2

    Digitale Wirtschaft

    Symbolik im öffentlichen Leben

    Hat der Mensch einen freien Willen? 2

    Brrrr------Exit

    Rassismus

    Hat der Mensch einen freien Willen? 3

    Hat der Mensch einen freien Willen? 4

    Big Bang 2

    Bevölkerungsexplosion 5

    Quo vadis Gaia? 2

    Big Bang 3

    Weltpolitik 4

    Bedrohte Fauna

    Bedrohte Flora

    Ein Klimamanifest

    Kernenergie

    Biologischer Big-Bang

    Das Digitale Manifest 4

    Die menschlichen Sinne 1

    Die menschlichen Sinne 2

    Die menschlichen Sinne 3

    Evolution heute

    Fake–News contra Wahrheit

    Reklame 2

    Big-Bang 3

    Bilanz

    Quo vadis Homo sapiens?

    Bevölkerungsinflation

    Was ist Leben?

    „Lebendige" Potenziale 1

    Klimafluch und Klimaflucht

    Lebendige Potenziale 2 und Diversität

    Der Corona-Virus

    Dunkle Materie

    Lebendigkeit?

    Nachwort 1

    Nachwort 2

    Lebendige Potentiale 3

    Künstliche Intelligenz KI

    Quellenverzeichnis

    Vorwort

    „Wenn du von einem Fremden etwas willst, was

    für dich von Interesse ist, so lege stets eine

    Briefmarke bei."

    Abraham Lincoln

    Eine gute Idee, die es wert ist ernst genommen zu werden.

    Schon unser Sohn Martin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich, wenn ich auf Echos aus meinem Publikum Wert legen würde, diesem auch Gelegenheit geben müsste, sich ohne grossen Aufwand direkt zu äussern. (z.B. über meine Mailadresse )

    So habe auch ich immer wieder den Rat an meine zukünftigen Leser gerichtet, sich gegen meine Gedankensplitter und Spekulationen zur Wehr zu setzen, wenn sie Einwände hätten. Als einem Pensionisten, ohne direkten Draht zur Pizzaconnection (ausgenommen zu Martin im hohen Norden Schwedens), ist es mir leider nur selten gelungen, meine manchmal bewusst provokativen Ideen an den Mann oder die Frau zu bringen, um damit auch bei Lesern ohne Scheuklappen Echos auszulösen.

    Leider wirken aber für viele „potente" Kritiker aus mit vielsagenden Titeln ausgerüsteten Kreisen, meine Wahrnehmungen zu abschreckend um meinem Wunsch nach einem Echo Zeit zu opfern.

    Deshalb habe ich durchaus Verständnis gegenüber Bedenken, Überlegungen und Fragen, welche „Weisheiten wohl dem beschränkten Fundus eines „Laien entsprungen sein könnten, dies sogar manchmal im Gegensatz zum heute verfügbaren ungeheuren Wissen von akademisch legitimierten Repräsentanten.

    Solche Überlegungen müssten sich aber prinzipiell auch alle akademisch gebildeten Autoren stellen, die sich auf Neuland vorwagen. Der grosse Rest der Pizza (siehe auch meinen Artikel über die Pizzaconnection) ist nämlich nicht ausschliesslich für Nerds reserviert. Er war es nie, wie auch die Vergangenheit beweist! Neugier und Kreativität sind nämlich grundsätzliche Eigenschaften des Homo sapiens, die schon seit Urzeiten die Evolution beflügelt haben und zwar schon lange bevor sie mit akademischen Siegeln versehen wurden.

    Die Exponenten der Wissenschaft, welche Mühe haben mit manchmal „nervender" Kreativität aus dem Publikum, bitte ich deshalb um Geduld und Nachsicht gegenüber dem Engagement solcher Leserinnen und Leser! Ein Rückzug auf Nichtverständnis gegenüber natürlicher Neugier hätte nämlich unweigerlich einen Verlust des Publikumsinteresses an akademischen Anliegen, und damit auch an existentiellen Klimafragen zur Folge!

    Zu obiger Aussage passt deshalb hervorragend auch folgender Ausspruch:

    Die grössten Kritiker der heutigen Elche waren

    früher selber welche!

    F.W. Bernstein

    Verstecken Sie sich deshalb nicht hinter der Philosophie von Wilhelm Busch:

    Wer einsam ist, der hat es gut,

    Weil keiner da, der ihm was tut.

    Ihn stört in seinem Lustrevier

    Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,

    Und niemand gibt ihm weise Lehren,

    Die gut gemeint und bös zu hören.

    Der Welt entronnen, geht er still

    In Filzpantoffeln, wann er will.

    Sogar im Schlafrock wandelt er

    Bequem den ganzen Tag umher.

    Er kennt kein weibliches Verbot,

    Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.

    Geschützt vor fremden Späherblicken,

    Kann er sich selbst die Hose flicken.

    Liebt er Musik, so darf er flöten,

    Um angenehm die Zeit zu töten.

    Wilhelm Busch

    Die Freiheiten des „Einsamen müssen nämlich, neben denen der Arrivierten unserer Gesellschaft, auch Rebellen von Zeit zu Zeit beanspruchen können, um ihre Motivation zu manchmal notwendiger Kritik gegen abgehobene akademische oder nichtakademische Standpunkte und „Visionen, nicht zu verlieren.

    Als gelegentlichem Vertreter solcher Minderheiten gegenüber dem heutigen Mainstream, denen auch viele der bisherigen Errungenschaften unserer Zivilisation zugeschrieben werden müssen und auch von ihren spekulativen Ideen ausgelöst wurden, verlange ich deshalb von der akademischen Seite der Gesellschaft, die verdiente Anerkennung!

    Und, glauben Sie mir: Dieser von mir so selbstverständlich geäusserte Anspruch auf Kritik an der Wahrnehmung von wissenschaftlich „erhärteten" Wahrheiten, muss deshalb fairerweise auch gegenüber den zwischen Stühlen und Bänken Eingeklemmten und gegenüber allen Niveaus der Bildungslandschaft möglich bleiben. Eine gegensätzliche Auffassung käme ja, pointiert ausgedrückt, de fakto einem intellektuellen Tunneldenken und Rassismus sehr nahe, das wohl niemand in dieser Form akzeptieren würde!

    Hier existiert noch sehr viel Luft nach oben und zwar nicht nur für die Pizzafreunde, sondern auch für Spekulationen aus dem gesamten Publikum!

    Eigenartigerweise werden nämlich, von der bisher angesprochenen oft nur physikalisch und mathematisch unterstützten Forschung, die nichtmateriellen mentalen Komponenten unserer gesellschaftlichen Entwicklung in sträflicher und nicht nachvollziehbarer Einseitigkeit unterschlagen!

    Die der reinen Mathematik verpflichteten Denkmodelle, müssen sich deshalb den Vorwurf einer logisch nicht vertretbaren Unvollständigkeit gefallen lassen. Den Anspruch einer Wissenschaft nach umfassender Gültigkeit kann schliesslich nur eine Denkweise erfüllen welche den ganzen Kosmos umfasst.

    Neben meinem zentralen Anliegen, diese sich oft auch sozial auswirkenden Gräben, wo erforderlich und notwendig, anzusprechen, existiert ja auch noch das Recht und die Notwendigkeit, allen Neugierigen unserer Gesellschaft die Motivation zur Befriedigung ihrer Neugier zu erhalten.

    Diese Neugierigen waren es nämlich, die schon seit dem Erscheinen der Gattung Homo sapiens und seiner Vorfahren auf unserem Planeten, das eigentliche Fundament unserer Zivilisation und damit auch jeder Wissenschaft, egal welcher Komplexität und Ansprüche, erhalten haben!

    Es kann doch nicht die Absicht der heutigen Wissenschaft sein, diese Verbindung zur nichtakademisch gebildeten Bevölkerung noch weiter abreissen zu lassen, bzw. in Frage zu stellen, wie dies ohnehin bereits der Fall ist.

    So ist es nämlich heute beinahe unmöglich, mit logischen Argumenten, gegenüber dem offiziellen Mainstream der Presse, die breite Oeffentlichkeit für die Bewältigung der realen Umweltproblematik mit logischen Argumenten an Bord zu holen. Die weltweit aktive, oft nur rein wirtschaftlich orientierte Politik, lässt grüssen! Um diese existenzielle Aufgabe zu bewältigen, müssten nämlich alle, und zwar wirklich alle ihrer Vertreter, eingebunden werden!

    Mit meinen Artikeln über die menschlichen Sinne sowie dem Artikel „Lebendige" Potentiale, habe ich deshalb versucht auch solche grundsätzlichen Fragen anzusprechen und wo nötig, unbequeme Antworten zu wagen!

    Apropos Briefmarke

    Sollten Sie, liebe Leserinnen und Leser, nach der Lektüre meiner Bücher deshalb das Bedürfnis haben, mir auch Ihre eigene Auffassung über deren Inhalte nahezulegen, würde mich das besonders freuen, wäre es doch ein deutliches Zeichen, dass meine eigenen Ideen ein ebenso interessiertes und neugieriges Publikum erreicht haben!

    Als Ersatz zur offerierten „Briefmarke" garantiere ich Ihnen in jedem Fall eine Antwort, sei es in einer weiteren Publikation oder unter meiner Mailadresse:

    wahrnehmungen@uyulala.ch

    Die Themen der folgenden Artikel meiner „Wahrnehmungen ergänzen nämlich auch den Inhalt meiner Erstpublikation „Gedankensplitter, und belegen damit die leider existierende Diskrepanz zwischen Realitäten und reinem Wunschdenken unserer heutigen Gesellschaft. Diese Gegensätze haben sich seither, durch die sich täglich verschärfenden Wahrnehmungsdefizite zwischen Wirtschaft und Umwelt, leider unübersehbar verschärft.

    Sommer, 2021

    19.03.2015

    Sind wir allein im Kosmos? 1

    Geht man von der Annahme aus, dass der „Big Bang", zusammen mit dem omnipräsenten Veränderungsdruck (Evolution), auch die nach wie vor wirksamen materieimmanenten Impulse erzeugt und im Kosmos verbreitet hat, so muss man auch akzeptieren, dass durch ihn die Lebendigkeit mit seinen Potentialen im Kosmos umfassend vertreten ist!

    Um die Titelfrage beantworten zu können, muss man also zuerst versuchen den Begriff Leben (oder auch der Lebendigkeit) zu definieren.

    Von den Naturwissenschaften werden diesbezüglich folgende Eigenschaften eines lebenden Organismus aufgelistet, allerdings ohne abschliessende, gleichzeitig für alle Lebensformen zutreffende Antworten zu liefern:

    Jedes Lebewesen reproduziert sich selbst.

    Jedes Lebewesen hat einen Stoffwechsel

    Jedes Lebewesen hat eine beschränkte Lebensdauer.

    Jedes Lebewesen wächst und verändert sich. (Evolution)

    Jedes Lebewesen kann sich gegenüber seiner Umwelt bewegen, „ausgenommen" Pflanzen und Pilze.

    Den Status von Viren zu definieren, bereitet allerdings schon grössere Schwierigkeiten, denn Viren können sich zwar vermehren, aber nicht ohne Wirt und seine Potentiale.

    Die „zwangsläufige" Entstehung von Leben aus unstrukturierter Materie, erschöpfend zu klären, ist uns zur Zeit aber immer noch nicht möglich, es sei denn, man greife auf die Annahme der bereits erwähnten Existenz von materieimmanenten Impulsen und Potentialen zurück, um Leben als grundsätzlichen und zwingend auftretenden Aggregatzustand von Materie zu akzeptieren, wenn es die äusseren Umstände erlauben.

    Die oft angeführte Hypothese, Leben sei gar nicht auf der Erde selbst entstanden (die sogenannte Panspermie), liefert nämlich auch keine befriedigende Antwort. Sie verschiebt sein Entstehen nur von der Erde in den Weltraum (Asteroiden, Kometen etc.).

    Auch die darwinsche Evolutionstheorie mit ihrem Mutations- und Selektionsmotor, bietet dazu keine umfassend plausible Erklärung! Diese Vorgänge hätten ja für ihr Wirken zum Zeitpunkt des Big Bang, mangels fehlender und vorauszusetzender biologischer Materie, sowie deren Veränderungspotentialen, nämlich noch gar keine selektionsfähige Basis gehabt, es sei denn die Evolutions-Theorie gelte auch für „tote" Materie.

    Als Ergänzung zum ersten Satz dieses Artikels, bleibt also für mich nur noch eine überzeugende Erklärung übrig: Die Evolution von „toter zu lebender Materie ist nicht zufällig, sondern die zwangsläufige Folge der materieimmanenten Fähigkeit zur Transformation, die schon seit dem Big Bang nur noch auf die passenden Voraussetzungen zu ihrem Start ins „Leben gewartet hat.

    Diese materieimmanente Fähigkeit ist, um es nochmals festzuhalten, für mich gegenwärtig die einzig denkbare, um die Entwicklung von Leben und seiner kosmos-weiten Verbreitung zu verstehen.

    Die darwinsche Evolutionstheorie beschränkt sich da offensichtlich nur auf, von uns zur Zeit wahrnehmbare Ergebnisse dieses Transformationsvorgangs im biologischen Bereich. Sie bezieht sich mit ihren „konkreten Vermutungen, nämlich nur auf einen Teil des von mir in den „Gedankensplittern festgestellten umfassenden Veränderungsdrucks.

    Auch die schon mehrfach festgestellte schubweise Entwicklung des Lebens, so z.B. vom Einzeller zum Mehrzeller, sowie das plötzliche Auftreten der kambrischen Explosion mit vielen weiteren Meilensteinen in unserer Arena, muss deshalb auch auf grossräumige, zeitlich „rasch" und parallel ablaufende Ereignisse von planetaren und vielleicht sogar kosmischen Dimensionen zurückgeführt werden, ist also nur im weitesten Sinn das Resultat von darwinschen Mechanismen. Auch der neu aufgetauchte Begriff Epigenetik, könnte hier vielleicht zur weiteren Klärung beitragen. Darwin selbst hatte ja mit Sicherheit noch keine Ahnung von der Existenz solcher Vorgänge. Seine Wahrnehmungen waren deshalb auf sein damals zugängliches Wissen beschränkt, eventuelle auf Vorausahnung abgestützte Spekulationen einmal ausgenommen.

    Die Theologie sieht in diesen Vorgängen natürlich in erster Linie nur die Auswirkungen einer göttlichen Vorausplanung, allerdings ohne diese Vorstellungen gegenüber ihren Gläubigen kausal begründen zu können. Die bibelkonformen Argumente ihrer konservativsten Anhänger, die Erde („Schöpfung") sei nur 8000 Jahre alt, sind hier Himweis genug.

    Auf die grundsätzliche Frage ob es ausserirdisches Leben, oder pointiert gefragt, ausserirdisches und intelligentes Leben gibt, lautet meine Antwort auf der Basis des mir zugänglichen Wissens und meiner Überzeugung, eindeutig: Ja!

    Warum wird diese Aussage von den Medien so oft und so vehement in Frage gestellt? Sind die fehlenden sachlichen Beweise der entscheidende Beweggrund, oder ist es die seit Jahrtausenden der Bevölkerung indoktrinierte Überzeugung der gottgewollten Einzigartigkeit und Überlegenheit des Menschen verbunden mit der unterschwelligen Angst vor einer durchaus möglichen uns überlegenen intelligenten Konkurrenz auf der kosmischen Bühne? Wahrscheinlich ist sie eine Mischung von Allem.

    Es fehlt also nur noch eine plausible Erklärung für ein, auf der Basis des darwinschen Mantras „Mutation und Selektion" angenommenen, statistisch aber extrem unwahrscheinlichen Zusammentreffens aller erforderlichen chemischen Bausteine für lebensfähige Zellen als ultimative Voraussetzung für die Entstehung und Verbreitung von komplexen Lebewesen, und dies erst noch in einem substantiell notwendigen vermehrungsfähigen Umfang!

    Als weiteren möglichen Denkansatz zitiere ich deshalb noch einen Ausschnitt aus der Zeitschrift „Orion" des SAG (Schweiz. Astronom. Gesellschaft) Nr.2/2015, Seite 8 von

    Dr. habil. Hansjörg Geiger, mit dem Titel: „Ingredienzen des Lebens":

    Jeder Meteorit bringt Weltraummaterial zu uns. Das Problem ist nur, dass sich ein Meteorit in der Regel beim Einschlag in die Erde eingräbt und dabei seine Materie durch irdisches Material kontaminiert. Besonders spannend sind deshalb Meteoriten, die unmittelbar nach ihrer Ankunft eingesammelt und analysiert werden können. Dies gelang beispielsweise mit dem etwa 100 kg schweren Meteoriten, der über dem australischen Murchison in einer Kuhweide niederging.

    Schnell zeigte sich, dass dieser Meteorit, ein „primitiver" kohliger Chondrit, uraltes Material unseres Sonnensystems in die Labors der Forscher brachte.

    Und siehe da, fanden die Wissenschaftler in seinem Innern eine ganze Laborausrüstung organischer Stoffe, unter anderem grosse Ringmoleküle und zahlreiche verschiedene Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweiss.

    Einer der Wissenschaftler, die den Meteoriten untersuchten, war David Deamer im kalifornischen Davis. Deamer ging nämlich einen Schritt weiter und beobachtete was solche Moleküle in einer wässerigen Lösung tun. In diesem Fall offensichtlich ganz genau das, als ob sie auf einer Urerde in einen Tümpel gefallen wären.

    Was Deamer dann aber in seinem Mikroskop sah, muss bei ihm ein Gefühl metaphysischen Gruselns erzeugt haben. Die kleinen fettähnlichen Moleküle aus dem Meteoriten begannen sich nämlich zu winzigen, zweischichtigen Kügelchen zu formieren! Das Verrückte an der Beobachtung war, dass die Wände dieser „Vesikel" sehr ähnlich aufgebaut waren wie Membrane unserer Zellen, wenn auch deutlich primitiver.

    David Deamer konnte damit zeigen, dass bereits das Material aus dem frühen Sonnensystem, Grundstoffe für abgegrenzte, zellähnliche Strukturen enthielt. Wenn also in unserem Sonnensystem chemische Reaktionen bereits in der protoplanetaren Scheibe zum Start des Lebens beigetragen haben, so dürften an zahllosen anderen Orten im All ähnliche Prozesse abgelaufen sein, was bedeuted, dass es „da draussen" von Leben nur so wimmeln müsste!

    Dieser Artikel gab auch mir zu denken, er schliesst sich nämlich nahtlos an meine eigene Ueberzeugung der Existenz von, schon am Anfang des Artikels postulierten „lebensfreundlichen" Potentialen der Urmaterie, zur Bildung von höher organisierten Materieformen an.

    Diese Potenziale könnte man deshalb auch mit der Existenz und dem Wirken von „Katalisatoren" elementarer, oder komplexer Herkunft begründen, die chemische Vorgänge ermöglichen und steuern, ohne sich selbst zu verändern oder zu verbrauchen.

    Im weitesten Sinne müsste man deshalb die Entwicklung von Lebewesen auch vor dem Hintergrund genetischer und epigenetischer Voraussetzungen zu verstehen suchen. Zu dieser würden konsequenterweise auch die vorausgesagten materieimmanenten Potenziale der Urmaterie zählen. So müsste man feststellen können ob diese nicht sogar elementar sind. Der wesentlichste Unterschied bestünde nur in ihrem zeitlichen Auftreten.

    Sie sehen, vor diesem Hintergrund erscheint plötzlich die Entstehung von Leben nicht mehr ganz so geheimnisvoll und unserem Verstand unzugänglich wie uns erste Eindrücke vermitteln. Eine mögliche Erklärung der Entstehung von Leben rückt damit plötzlich von einer rein spekulativen Ebene, in die einer weitgehend zwangsläufigere Entwicklung in unserer kosmischen Arena vor.

    Zum Schluss noch eine suggestive Frage:

    Sind solche Mechanismen, die so offensichtlich auch den Charakter von veritablen Naturgesetzen aufweisen, auch für unsere fernere Zukunft bestimmend, oder nur wegweisend?

    Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich deshalb ausdrücklich darauf hinweisen, dass mit dem Begriff von materieimmanenten Potenzialen, nicht Programme religiöser „Eingebungen" gemeint sind, sondern nur durch die laufende Evolution bevorzugte Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen.

    10.04.2015

    Inflation im Kosmos

    Der Begriff Inflation wird nicht nur in der Finanzwelt, sondern auch für Ereignisse während und unmittelbar nach dem Big Bang in der Kosmologie verwendet. Er bezeichnet vereinfacht Vorgänge, die, ausserhalb noch unbekannter Ursachen und vielleicht auch Naturgesetzen, scheinbar grundlos beschleunigt ablaufen. Speziell versucht dieser Begriff auch die „explosionsartig erfolgte Bildung von Zeit, Raum und Materie aus dem „Nichts zu erklären! So lautet wenigstens die offizielle Wahrnehmung dieses Vorgangs.

    Warum existiert eigentlich Etwas und nicht einfach Nichts?

    Der inflationären Expansion des Raumes in der Geburtsphase des Big Bang müsste nämlich auch Etwas oder Nichts als Grundlage für auslösende Impulse vorangegangen sein, sofern „Es" nicht einer Fehlinterpretation unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen zuzuschreiben, oder echten Ursachen zugeordnet werden müsste, die de facto bereits vor dem Big Bang existierten!

    Deshalb dürfen wir nicht vergessen, dass zur Auslösung solcher Vorgänge, wie auch für die Inflation, die Zeit selbst mit Sicherheit eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat und damit zwingend eine Vorvergangenheit zum Big Bang voraussetzen würde!

    Bei einer solchen Interpretation taucht auch unweigerlich die Frage auf, ob in dieser Frühphase, unter solch extremen Voraussetzungen, die auslösenden Naturgesetze dieselben Werte hatten wie heute! Allfällige Einflüsse der starken und schwachen Kernkraft kann ich, mangels genügend eigenem Wissen, allerdings nicht beurteilen.

    So stark beschleunigte Vorgänge wie sie in der Geburtsphase des Kosmos angenommen werden, können in meiner Vorstellung aber nur durch signifikante Unterschiede in der Bewertung der Naturgesetze, auch denen von Gravitation und Zeit, zu den heute registrierten, ausgelöst und „gesteuert worden sein. Es sei denn unsere „spekulativ getroffenen Annahmen in der Kosmologie (Big Bang) wären unvollständig oder falsch! Auch Werte der Gravitation und derZeit gegen 0 (dem Nichts,) müssten unter solchen Voraussetzungen möglich gewesen sein.

    Beim Faktor Zeit bin ich mir dessen ziemlich sicher, hat doch bereits Einstein die Zeit, in Fällen wie dem Verhalten von Materie am Ereignishorizont von schwarzen Löchern, als relativ bezeichnet, wo sie gemäss seinen Vorstellungen de fakto zum Stillstand kommt. Die Verhältnisse beim Big Bang dürften wohl ähnlich extrem gewesen sein. Kumulieren sich solche Vorgänge dann zusätzlich noch mit einer von Null unterschiedlichen Zeitdauer des Big Bang, wie ich mir, in meinen „Gedankensplittern" bereits einmal erlaubt habe vorzuschlagen, so stünden für neue Spekulationen, Einsichten und Hypothesen wohl noch einige Türen offen!

    Trotzdem bin ich mir bewusst, dass ich mit meinen Phantasien bei einigen Mitgliedern der Pizzaconnection keine offenen Türen einrenne. Denn Hand aufs Herz, beim Versuch an den, für uns winzige Erdenbürger ohnehin unfassbaren Kosmos, einen Blick hinter seine Kulissen zu werfen, könnten aber auch gewagte Spekulationen aus der Ideenküche von Nichtakademikern hilfreich sein, um den uns alle faszinierenden Geheimnissen einen kleinen Schritt näher zu kommen.

    15.04.2015

    Gewalt 2

    Schon in den „Gedankensplittern" habe ich versucht den Begriff Gewalt in Worte zu fassen, der dieses offensichtlich allgegenwärtige Phänomen unserer Gesellschaft für uns begreifbar machen könnte. Eine eindeutige Antwort musste ich dem Leser allerdings schuldig bleiben, denn diese alles erklärende Antwort gibt es vielleicht auch gar nicht.

    Deshalb möchte ich mich, in dieser schon seit Jahrhunderten-und Jahrtausende andauernden Kontroverse, darauf beschränken mich mit meinen eigenen Wahrnehmungen, diesem Phänomen in Form folgender Fragen nähern:

    Ist Gewalt ein grundsätzlicher Faktor, und damit unverzichtbarer Teil sowohl der menschlichen, wie auch der alles umfassenden Evolution?

    Ist Bewusstsein, ebenfalls ein Element der Evolution, oder nur ein Gegenpol zur unpersönlichen und oft auch das Leben an sich bedrohenden Gewalt?

    Sind Gewalt und ihre Manifestationen nicht auch weitgehend abhängig von unserer zugegebenermassen einseitigen Wahrnehmung?

    Umfasst dieses Phänomen im lebendigen Bereich, nur den „vernunftbegabten" Homo sapiens wie uns seine Geschichte glauben macht, oder sogar die gesamte Natur?

    Ist der Homo sapiens das einzige Lebewesen, der Gewalt auch gegen sich selbst richtet, wenn kranke Psychopathen (Weltkriege und globales Wettrüsten) dies für „nötig" halten?

    Versuchen wir also, um einen Überblick zu gewinnen, alle von uns feststellbaren Erscheinungsformen von Gewalt aufzulisten. und beginnen wir zuerst mit den „gewaltigen Vorgängen in der „unbelebten Natur:

    An erster Stelle steht hier wohl der „Big Bang, in welcher Form dieser auch immer wahrgenommen oder vermutet wird. Dieser kann ja in seinem Auftreten kaum als vernichtende Kraft bezeichnet werden, ist er doch primärer Grund unserer eigenen Existenz und als solcher gleichzeitig auch Ursache aller „Ursachen, die unseren Kosmos ermöglicht hat. Seine Auswirkungen werden in unserer Retrospektive deshalb sinngemäss oft auch als Naturgewalt wahrgenommen. Dieser hat ja nicht nur die Entstehung und weitere Entwicklung unseres Planeten ermöglicht, er (oder sie) tun dies auch in der Zukunft!

    Vulkanismus, Erdbeben, Plattentektonik, Klimaveränderungen, um nur die hauptsächlichsten Ereignisse zu nennen, sind also nur sekundäre Auswirkungen von uns als gewaltsam empfundener, und noch immer stattfindender Veränderungen unseres Planeten.

    An zweiter Stelle der Wahrnehmung von Gewalt, müssen dann auch alle Veränderungen unserer Umwelt genannt werden, welche durch die bisher stattgefundene biologische Evolution ausgelöst wurden, vorläufig aber noch ohne Einbezug des Homo sapiens. Solche Veränderungen wären wohl von allen damals betroffenen Lebewesen, soweit sie als Existenz bedrohend wahrgenommen werden konnten oder auch mussten,, als nicht beeinflussbare Gewalt bezeichnet worden.

    An dritter Stelle ihrer Wahrnehmung stehen dann unbestritten, die gewaltsamen Beziehungen der seither in Konkurrenz entstandenen Arten untereinander, allerdings selten innerhalb der gleichen Spezies.. Solche Verhaltensweisen können stark vereinfacht auch mit „Fressen oder gefressen werden", bezeichnet werden. Die Evolution scheint in dieser Entwicklungsphase ganz explizit, den Starken gegenüber dem Schwachen zu bevorzugen. Biologisch begründbarer Altruismus war in diesen Zeiten, ausserhalb des familiären Nestbautriebes, wohl weitgehend noch nicht feststellbar.

    Als Vorläuferin der Gewalt unter den Lebewesen, muss deshalb auch die evolutionäre Aufspaltung der Lebensformen in Fauna und Flora, oder nur für den Bereich der Fauna formuliert, in Raubtiere und Pflanzenfresser angesehen werden. Die daraus resultierenden Nahrungsketten der Lebewesen erzwangen dann diese Differenzierung schliesslich unwiderruflich, und müssen damit in der gesamten biologisch gesteuerten Welt als Gewaltauslöser akzeptiert werden.

    An vierter Stelle dieser Rangfolge von Gewalt hat sich, als bisheriges „Spitzenprodukt der Evolution, neben der, sich in Jahrmillionen entwickelnden Fauna unseres Planeten, schlussendlich der Homo sapiens etabliert. Sein Erscheinen auf der Weltbühne liegt mit geschätzten rund 300 000 Jahren zwar noch nicht allzu weit zurück. Aber seine „unmittelbaren Vorläufer, der Neandertaler und der Homo erectus, sind zeitlich gesehen aber auch nur einen Wimpernschlag, also nur „unwesentlich" früher, auf der Weltbühne erschienen.

    Seine Gewaltbereitschaft, komplettiert mit der Ausrüstung seiner Vorfahren, hat der Homo sapiens allerdings schon damals mit dem Gewaltpotential seiner „tierischen Vorfahren „ergänzt.

    Mit seinem Erscheinen auf der Weltbühne etablierte sich damit, wohl infolge seiner herausragenden Intelligenz und seines Ich-Bewusstseins, auch seine alle tierischen Mitbewohner unseres Planeten überstrahlende Dominanz, inclusive seinen evolutionär erworbenen Vor- und Nachteilen.

    Als deren Folge war damit allerdings auch das Auftreten von Macht- und Prestigebedürfnis zwischen den Geschlechtern, das Konkurrenzdenken, sowie die Bereitschaft diese Eigenschaften auch mit dem Einsatz von Gewalt durchzusetzen, verbunden.

    Fatalerweise richtete sich das Verhalten des Menschen aber nicht nur gegen seine tierischen Vorfahren, sondern mit der Zeit auch gegen seine eigenen, bald mit ihm selbst konkurrierenden Zeitgenossen und Mitglieder seiner Spezies. Er ist damit das erste Lebewesen mit Bewusstsein, das sein Gewaltpotential auch gegen sich selbst einsetzt! Das Phänomen des Suizids muss in diesem Zusammenhang ebenfalls

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