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Wertebilanz: Werte nachhaltig bilanzieren - für eine zukunftsfähige Ökonomie
Wertebilanz: Werte nachhaltig bilanzieren - für eine zukunftsfähige Ökonomie
Wertebilanz: Werte nachhaltig bilanzieren - für eine zukunftsfähige Ökonomie
eBook293 Seiten2 StundenLindemanns Bibliothek

Wertebilanz: Werte nachhaltig bilanzieren - für eine zukunftsfähige Ökonomie

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Über dieses E-Book

Die traditionelle Bilanz weist Lücken und Defizite auf. Den komplexen Herausforderungen der heutigen Welt wird sie nicht mehr gerecht. Ökologische Schwellenwerte und Werte wie Zukunftsfähigkeit, Resilienz, Kooperation, Risiko, Motivation oder Identifikation finden sich heute nicht hinreichend in den Bilanzen repräsentiert. Vieles läuft jenseits der Buchhaltung und Bilanzierung: unbeachtet, verborgen oder externalisiert. Die Wertebilanz schafft Abhilfe. Mit ihrem neuartigen System wird das Bilanzieren um wesentliche Gesichtspunkte ergänzt und realitätsnäher. Werte bilanzierende Unternehmen machen transparent und nachvollziehbar, was sie sozial, kulturell, ökologisch und nachhaltig leisten.

Die Wertebilanz misst 42 relevante Unternehmenswerte, die bisher keine Berücksichtigung finden. Unternehmen werden durch die neuartige Bilanzierung "wertvoller", weil sie Auskunft über ihre tatsächliche Unternehmensrealität geben. Die identifizierten Werte werden messbar, indem wir sie in Zahlen "geldwert" dokumentieren. Am Ende steht eine Bilanz, die sich qualitativ sehen lassen kann, weil das Unternehmen in seiner ganzen Wirklichkeit erfasst wird. Die Wertebilanz schafft durch "Aufklärung" heute die Voraussetzung für die zukünftige Prosperität unserer Ökonomie.

Rainer Monnet war über zwei Jahrzehnte für Mittelstand und Industrie ­tätig, davon 10 Jahre als Berater und Innovation Manager der SAP AG.
SpracheDeutsch
HerausgeberLindemanns
Erscheinungsdatum27. Apr. 2021
ISBN9783963081255
Wertebilanz: Werte nachhaltig bilanzieren - für eine zukunftsfähige Ökonomie

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    Buchvorschau

    Wertebilanz - Rainer Monnet

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    für meine Kinder und deren Kinder

    Monnet_Wertebilanz_Logo_SW.tif www.wertebilanz.com

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    „Energie sparen, enthaltsam sein, die Produktionsprozesse effizienter und weniger schädlich machen, diese Prinzipien von Nachhaltigkeit, wie wir sie heute verstehen, klingen nicht besonders attraktiv. Denn nur, wenn die Produkte und Produktionsprozesse so entwickelt und gestaltet werden, dass Verschwendung kein Problem mehr ist, und sie nicht nur weniger schädlich, sondern nützlich für Mensch und Natur sind, sind sie wirklich sinnvoll. Durch die Digitalisierung ergeben sich völlig neue Herausforderungen für Unternehmen – beispielsweise in der Herstellung und im Vertrieb von technischen Gütern und Dienstleistungen. Daher sind neue Geschäftsmodelle notwendig."

    Prof. Michael Braungart

    Cradle to Cradle-Pionier

    (Leuphana Universität Lüneburg;

    EPEA – Internationale Umweltforschung, Hamburg)

    1. VORWORT von Prof. DR. rer. nat. PETER SCHMUCK

    Wenn heute Menschen im Alter um 60 ihre Lebenszeit im Zeitraffer Revue passieren lassen – und daraufhin liebevoll ihre Bücherregale oder Bücherschränke inspizieren – machen viele eine interessante und aufregende Erfahrung. Da gibt es den Strom der Zeit, der Jahrzehnte seit den 1960er-Jahren, in den das eigene Leben eingebettet war, mit Höhepunkten und dunklen Abschnitten: Unsere Eltern und Großeltern erzählten von Weltkriegen. Wir kamen im Frieden, in einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwunges zur Welt, bekamen die 1968er Flower-Power Zeit mit und danach die Ängste des Kalten Krieges in den 1980ern. Dann dessen Ende mit dem Übergang in die 1990er, die neue Aufbruchstimmung zwischen dem Brundtland-Bericht und dem Weltkongress von Rio de Janeiro 1992. Es folgten nach der Jahrtausendwende die mutmachende Erdcharta-Bewegung und die Nachhaltigkeitswissenschaft, die positive Psychologie – aber auch 9/11, viele Kriege um die Welt, zwei Finanzkrisen und immer wieder Grippewellen. In diesem Auf und Ab, vor diesen wechselnden historischen Kulissen, spielt sich unser Leben mit den endlos vielen Detailerlebnissen ab, wie sie sich in unseren Fotoalben widerspiegeln.

    Schaue ich in meine Bücherregale, finde ich auch hier das Rauschen der Wälder der Geschichte – in den vielen Erzählungen, Romanen, Bildbänden und wissenschaftlichen Büchern und Beiträgen. Ich mag alle diese Bücher, die mich über Jahre und Jahrzehnte begleitet und bereichert haben. Doch auch hier gibt es Höhepunkte, ganz besondere Exemplare, welche wie Spitzen von Bergen aus dem Strom der Zeit und der Bücher weit herausragen: Rachel Carsons „Stummer Frühling von 1962, die „Grenzen des Wachstums von den Meadows, 1972, das Buch „Cradle to Cradle" von William McDonough und Michael Braungart, die Bücher von Albert Schweitzer, Hermann Scheer, Victor Frankl, Hans-Peter Dürr, Udo Simonis oder von Mihaly Csikszentmihaly, dem Gründer der positiven Psychologie, und Gunter Pauli, dem Gründer der Blue Economy. Deren Bücher haben in meinem Schrank einen Ehrenplatz.

    Und damit komme ich zu dem vorliegenden Buch von Rainer Monnet. Was Bücher aus dem Bücherstrom heraushebt, sind ein frischer Blick auf die aktuellen Ereignisse, der Mut, unabhängig vom Mainstream-Getöse mit klarem Blick zu diagnostizieren, was auf dieser Welt gerade passiert. Hinzu kommen Kreativität und Scharfsinn, welche mit bekannten Puzzleteilen aus der Rückschau und mit bekannten oder neuen Visionen Entwürfe schaffen, welche der Welt Inspirationen für die Zeit nach schlimmen Krisen bereitstellen. Dazu scheint mir das vorliegende Buch das Zeug zu haben: Rainer Monnet geht zunächst, wie viele andere kritische Autorinnen und Autoren auch, davon aus, dass eine Ökonomie-Konzeption, welche die gegenwärtigen Verwerfungen in der Weltwirtschaft hervorgerufen hat, die Probleme der Zukunft nicht lösen kann, sondern dringlichst reformbedürftig ist. Doch was seine Arbeit von der vieler Zeitgenossen abhebt: Rainer Monnet geht das Wagnis ein, bislang kaum einander berührende Teilwissenschaften und Denkströmungen zusammenzuführen: Das sind so unterschiedliche Gebiete wie die Ethik als Teil der Philosophie, die neue Strömung der positiven Psychologie, die Nachhaltigkeitswissenschaft und aktuelle Ansätze innerhalb der Ökonomie. Wesentliche Elemente daraus nimmt er zusammen und schöpft daraus eine Basis für den innovativen Entwurf eines Bilanzierungssystems einer Ökonomie der Zukunft.

    Einer Ökonomie, welche die ökologischen und sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit nicht länger als kaschierendes Feigenblatt der klassischen Ökonomik behandelt, sondern sie zur Basis der Bewertung und Bilanzierung in Firmen und Organisationen macht. Dabei greift er Impulse der vergangenen Jahre auf, welche bereits in diese Richtung weisen: Etwa die Gemeinwohlökonomie und die bereits gängigen Nachhaltigkeitsstandards, - normen-, -siegel und -ratings. Auf dieser Grundlage stellt Rainer Monnet sein neues System der Wertebilanz vor.

    Ich wünsche dem Buch aufgeschlossene Leser – und dass es viel Licht der Inspiration für den Aufbau einer Ökonomie der Zukunft bringen möge.

    2. Einleitung

    Die Welt hat sich seit Februar 2020 grundlegend verändert. Die Krise hat uns wachgerüttelt. Der Virus SARS-CoV-2 löste eine weltweite Pandemiewarnung aus. Die Fragilität unserer Zivilisation und Weltwirtschaft, der Staaten und des Lebens traten schonungslos zu Tage. Zunehmende Panik, Ohnmachtsgefühle und Existenzängste wurden zu Beginn der Pandemie präsenter mit jedem Tag der Einschränkung unserer alltäglichen Gewohnheiten. Die Regierungen haben weltweit mehr oder weniger drastisch Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erlassen. Diese schränken unsere Grundrechte und Werte ein. Verfassungsrechtlich gesicherte Werte wie Freiheit, Würde und Autonomie, Versammlungsfreiheit, Religions- und Berufsausübung wurden zugunsten des Grundrechtes auf körperliche Unversehrtheit und der Sicherheit der Bevölkerung durch die eingeleiteten staatlichen Maßnahmen eingeschränkt. Auch in unserem sozialen und kulturellen Leben wurden massive Einschnitte deutlich spürbar. Der ehemalige Bundesverfassungsgerichtspräsident Prof. Hans-Jürgen Papier sagte: „Ich warne vor Tendenzen hin zu einem totalen Überwachungsstaat." ¹ Vielen Menschen wurde der Zugang zur Arbeit verwehrt und ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt – eine soziale wie räumliche „Cocoonisierung". Welche Auswirkung wird es langfristig auf die Humanität haben?

    Was geschieht weiterhin in Pflegeheimen? Aufgrund von Überbelegungen und Versorgungsengpässen in Krankenhäusern hatten in einigen Ländern ältere Menschen bereits das Nachsehen. Die Mäßigung wurde zeitweise außer Kraft gesetzt. Durch Hamsterkäufe waren vielerorts die Regale wie leergefegt. Medizinische Artikel für Pflege, Patienten, Ärzte und Krankenhäuser waren in notwendigem Umfang mitunter nicht verfügbar.

    Massive Kursschwankungen bis hin zu dramatischen Abstürzen zu Beginn der Krise waren an den Börsen die Folge einer globalen Verunsicherung. Rezession, drohende Insolvenzen eines Teils der weltweit agierenden Unternehmen sind zu befürchten. Viele mittelständische und vor allem kleine Unternehmen sind an den Rand des finanziellen Abgrundes geraten, oft auch trotz staatlicher Hilfen. Durch die Pandemie kommen wiederholte Unterlassungen von notwendigen Kurskorrekturen unseres Finanz- und Wirtschaftssystems und verdeckte Fehler mit Wucht an die Oberfläche. Die Nachwehen ziehen, trotz staatlicher Schuldenbremse, eine neue Verschuldungswelle nach sich. Hilfsprogramme spülen Geld aus ungedeckter Wert- und Geldschöpfung in die Unternehmen und über Steuererleichterungen in die Bevölkerung. Wird es eine Rückkehr zur Normalität geben oder geraten wir in einen dauerhaften Krisenmodus? Wir geben Hunderte von Milliarden, ja ein Vermögen aus, um wieder das Alte zurückzuholen, das zu großen Teilen schon lange keine Zukunft mehr hatte. Neben einem Wandel im Bewusstsein und Verhalten jedes Einzelnen brauchen wir vor allem ein neues System für die Dokumentation und Buchhaltung unserer Veränderungsfähigkeit. Zukunftsfähigkeit „meets" Nachhaltigkeit. Mehr-Werte erhalten Eingang und Anklang in Bilanzen.

    Mit dem vorliegenden Buch möge eine Erweiterung der Perspektiven zum besseren Verständnis unserer komplexen Weltlage und der drängenden Gegenwartsfragen beitragen. Es geht darum, die Welt zu wandeln und zukunftsfähiger zu machen.

    ZUR GENDER-FRAGE

    In diesem Buch werden eine geschlechtsspezifische Form bevorzugt beziehungsweise neutrale Formulierungen verwendet. Der Autor ist sich darüber im Klaren, damit sprachlich den anderen Geschlechtern (feminin, maskulin und divers) nicht umfänglich gerecht zu werden und wirbt um Verständnis. Die deutsche Sprache ist aktuell nicht für gendergerechtes Schreiben geschaffen. Drei Genderrollen in einem Buch sinnvoll, optisch und lesbar unter einen Hut zu bringen, kann nur in Kompromissen münden. So wird dies letztendlich keiner der Angesprochenen gerecht werden; zudem würde es die Lesefreude mindern und das Schriftbild beeinträchtigen.

    1 https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-grundrechte-freiheit- verfassungsgericht-hans-juergen-papier-1.4864792?reduced=true

    3. KURZ UND BÜNDIG

    Spiegeln Bilanzen die tatsächlichen Verhältnisse in einem Unternehmen wider? Bilden diese vollständig und wahrheitsgemäß die unternehmerischen Prozesse ab? Für die meisten Mitarbeitenden und Führungskräfte sind Bilanzen langweilig, und es macht keinen Spaß, sich damit zu beschäftigen, geschweige denn, diese zu erstellen. Was fehlt? Bilanzen stellen üblicherweise eher Zahlen und Berichte dar. Die finanzielle Entwicklung der Geschäftsaktivitäten in definierten Zeiträumen wird abgebildet. Doch was ist mit anderen unternehmerischen Belangen? Und wie steht es mit der Zukunft des Unternehmens? Was will ein Unternehmen im nächsten Jahr erreichen? Was können wir in der Bilanz in buchbaren Werten ergänzen? Eigentlich schreibt die Gesetzgebung sogar vor, korrekt, vollständig und wahrheitsgemäß zu bilanzieren. Nur werden Bilanzen bislang vereinfacht und auf rein finanzielle Aspekte und fiskalische Anforderungen reduziert. Was änderte sich, würde korrekt und vollständig bilanziert werden? Vieles, für das bereits in Unternehmen gearbeitet wird, wird sichtbar und bewertet, wertgeschätzt und damit buchbar. Bislang wenig Gesehenes würde offenbar, neben den Potenzialen auch die Risiken und Gefahren für ein Unternehmen.

    Die Wertebilanz ist ein neuartiges System zur umfassenden Buchhaltung und Bilanzierung. Mittels erweiterter Methoden wird die herkömmliche Bilanz um soziale, ökologische, nachhaltige und kulturelle Faktoren ergänzt. Und zwar durch reale Buchungen, nicht mittels Reporting. Es ist von besonderer Bedeutung herauszuarbeiten, welche Werte für ein Unternehmen eine Rolle spielen. Hierbei ist erstens zu fragen, welche Werte dies sind; zweitens, ob diese Werte bilanziell wirksam werden und drittens inwiefern sich diese auch in Geldwerten niederschlagen. Wir untersuchen über hundert Werte, die in der westlichen Welt von Belang sind. Interessanterweise haben mehr als zu erwarten, einen erheblichen Hebel bei der Entstehung von Unternehmenswerten. Jedoch werden diese Werte bisher gar nicht in der Bilanz gewürdigt. Das möchten wir ändern, indem wir die Werte mehr achten und ins Bewusstsein der Unternehmen bringen. Es gleicht einer Entdeckungsreise in das Land der Werte. Die Beschäftigung mit einem oder mehreren Werten selbst kann schon eine Wertschöpfung bewirken. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie wir einen Wert neben der Wertentstehung bemessen.

    Die Wertemessung dient der erhöhten Übersichtlichkeit von Prozessen und der Entscheidungsfindung im Unternehmen. Nutzbar ist sie ebenfalls bei der Verfolgung und Überprüfung von Wirkungen in der Zukunft, die durch unternehmerische Entscheidungen ausgelöst werden. Damit wird die gewöhnliche Bilanz um wesentliche Gesichtspunkte ergänzt und auf ein höheres Niveau gehoben. Nicht aus den Augen gelassen wird bei aller Systematik, dass Werte und deren Entstehung eine zentrale Bedeutung für jedes Unternehmen haben.

    Unternehmen, die die Wertebilanz einsetzen, zeigen offensiv, was sie können und leisten: sozial, kulturell, ökologisch und nachhaltig. Es wird auch untersucht, welche makroökonomischen Beziehungen zur Wertebilanz bestehen. Langfristig wird die Wertebilanz das Verhalten der Führungskräfte und Mitarbeitenden grundlegend verändern. Die verschiedenen Faktoren erfahren mehr Aufmerksamkeit im Unternehmen. Es bedarf eines initialen Aufwands zum regelmäßigen Arbeiten an den Faktoren der Wertebilanz. Dies wird zu Wertsteigerungen, aber auch zu entsprechenden Korrekturen führen. Eines ist gewiss: Die Wertebilanz wird die ökonomischen Verhältnisse realistischer abbilden und sie mit der unternehmerischen Wirklichkeit in Einklang bringen.

    Die makroökonomischen Grundlagen der Wertebilanz versteht nur, wer das große Ganze anzuschauen vermag. Dazu gehört vor allem die Schöpfung von Werten, eben die Wertschöpfung. Es bedarf eines Ruckes und Mutes, sich ins bislang nahezu unbekannte Land der Werte und ihrer Wirkungen zu wagen. So werden Buchhaltung und Bilanzierung lebendig und können Freude bereiten. Warum? Die Erkenntnisse dieser Entdeckungsreise in das Land der Werte werden tatsächlich auch in die Bilanz geschrieben. Am Ende steht eine Wertebilanz, die sich qualitativ sehen lassen kann. Sie wird in Zukunft von den Mitarbeitenden, Kunden, Lieferfirmen, vielleicht sogar von Finanzbeamten und anderen Interessierten gerne gelesen. Begeisterung kommt auf für das Erreichte. Auch dann, wenn durch gemeinsames Hinsehen Neues entdeckt wurde. Durch die Anwendung des Systems der Wertebilanz entstehen gegebenenfalls neue Werte; auf jeden Fall ein Werte-sensibilisiertes Bewusstsein. Fakten und Prozesse, die vorher wenig beachtet und bearbeitet wurden, werden offensichtlich. Dabei hilft auch die Wirkungsbuchhaltung, ein elementarer Bestandteil der Wertebilanz. Sie nimmt die Zukunft ins Visier.

    • Wir erweitern neben der finanziellen Transparenz die bestehende Bilanzform um soziale, kulturelle, nachhaltige und ökologische Faktoren und machen diese sichtbar.

    • Frühzeitig werden Verbesserungspotenziale für das Unternehmen erkannt.

    • Die neue Transparenz sorgt für Klarheit und Effizienz in der Unternehmensführung.

    • Der Prozess motiviert und begeistert Mitarbeitende, da sie sich mit dem Unternehmen

    verbunden fühlen und mit einbezogen erleben.

    • Das macht das Unternehmen für Fachkräfte und neue Mitarbeitende besonders

    attraktiv im Wettbewerb um Talente.

    4. MOMENTUM UND MOTIVATION

    Im 21. Jahrhundert finden wir eine noch nie dagewesene Situation vor. Maßgebliches, das heute versäumt wird zu entscheiden oder vernachlässigt wird, kann von unseren Kindern und Enkelkindern nicht wieder rückgängig gemacht oder in den ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Der Klimawandel ist das Menetekel unserer Zukunft. Damit verbunden hat sich ein kollektives Unbehagen ausgebreitet. Fragen stellt vor allem die junge Generation: Wieviel Zeit bleibt uns? Wieviel Ressourcen und Raum werden wir noch zum Leben haben? Schuldige und Verursacher werden gesucht. Menschen neigen zu polarisierenden Reaktionen. Das reicht von panikartiger Stimmung bis hin zur totalen Verweigerung, Meinungen Andersdenkender oder gar Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Bei der Verbreitung von Endzeitstimmung werden gerne die Zeit, die uns noch bleibt, und die Transformationsgeschwindigkeit ins Feld geführt. Wir haben uns in einem tatsächlichen oder auch nur herbeigeredeten Elend gemütlich eingerichtet und die Sackgasse, in der wir zu stecken scheinen, auch noch tapeziert. Die Komfortzone ist manifest. Unternehmen schneiden in der Frage der Vertrauenswürdigkeit laut Umfragen sehr schlecht ab. Aber sie haben auch einen wichtigen Hebel in der Hand, um die Welt zu verbessern und lebenswerter zu gestalten.¹ Wie können Unternehmen in einem veränderten und verbesserten Koordinatensystem der Werte erfolgreicher werden? Unternehmerische Entdeckerfreude führt Mitarbeitende, Führungsverantwortliche und Unternehmer zu Wertschöpfungsprozessen. Bestehende Werte werden erkannt, neue geschaffen, weniger Wertvolles verändert. Dazu müssen Unternehmensentwicklungen angestoßen, Transformationsprozesse in Gang gesetzt werden. Mit Methodik, Struktur und Mut. Die Wertebilanz wirft Fragen auf, die derzeit noch latenter Natur sind. Sie fördert ein neues Unternehmensbewusstsein.

    Erkenntnisleitende Fragen:

    • Wie transparent ist mein Unternehmen, wie stelle ich die notwendige Transparenz her?

    • Wird die Bilanz dem Anspruch gerecht, alle wesentlichen Vorgänge im Unternehmen

    zu erfassen und zu dokumentieren?

    • Wie erweitere ich den Blick und die Erkenntnis für das Unternehmen?

    • Sehe ich wirklich alles?

    • Was ist das geeignete Instrument, diese Erkenntnisse widerzuspiegeln?

    1 https://www.nim.org/sites/default/files/medien/135/dokumente/ 2018_-_trust_in_professions_-_deutsch.pdf

    5. WERTE UND IHRE BEDEUTUNG FÜR EINE WERTEBILANZ

    Werte werden als moralische oder ethische Eigenschaften und Qualitäten verstanden. Diese werden innerhalb einer sozialen Gemeinschaft für gut und erstrebenswert erachtet.¹ Ein gutes Beispiel für einen hohen und gleichzeitig sehr komplexen Wert ist die Würde des Menschen. Auf ihr baut unser Grundgesetz auf. Der Wertekanon unserer abendländischen Zivilisation umfasst überraschend viele Werte. Diese Werte spielen in unterschiedlichen Lebensbereichen eine Rolle – individuell, familiär, gesellschaftlich, menschheitlich und naturbezogen.² Sie können idealer oder materialistischer

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