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Brennende Pfeile: Die großen Western 300
Brennende Pfeile: Die großen Western 300
Brennende Pfeile: Die großen Western 300
eBook141 Seiten1 StundeDie großen Western

Brennende Pfeile: Die großen Western 300

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Über dieses E-Book

Der Autor steht für einen unverwechselbaren Schreibstil. Er versteht es besonders plastisch spannende Revolverduelle zu schildern und den ewigen Kampf zwischen einem gesetzestreuen Sheriff und einem Outlaw zu gestalten. Er scheut sich nicht detailliert zu berichten, wenn das Blut fließt und die Fehde um Recht und Gesetz eskaliert.
Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen).

Feuer regnete vom Himmel. Brennende Pfeile schnellten durch die Dämmerung und bohrten sich klatschend in Stall und Haus. Dumpf schlug ein glühender Pfeil in die Brust des Mannes, der gerade aus dem Stall kam. Markerschütterndes Geschrei gellte über John Wards Farm hinweg. Jetzt fielen die ersten Schüsse. Stichflammen blitzten im Dunkel auf. Kugeln fauchten über den Platz zwischen Stall und Haus, zertrümmerten die Fenster. Gurgelnd brach einer der Farmhelfer zusammen, rollte von der hölzernen Terrasse. »Wo ist der Junge?« schrie ein Mann im Haus mit wilder, heiserer Stimme. »Mein Gott, wo steckt der Junge, Frau?« Heulend hetzten Pinal-Apachen am Haus vorbei und feuerten durch die Fenster. Die bleigraue Dämmerung verwischte die Konturen, schützte die Apachen. Die Männer im Haus konnten die Apachen nur schemenhaft erkennen. Immer wieder flammten Mündungsfeuer auf. Die Stimme des Farmers tönte aus dem Haus, erstickte vor Sorge und Verzweiflung. Dann war die Stimme der Farmersfrau zu hören. »Ich weiß es nicht, John! Er muß noch im Stall sein! John, um Gottes willen, der Junge darf nicht…«
SpracheDeutsch
HerausgeberBlattwerk Handel GmbH
Erscheinungsdatum9. März 2021
ISBN9783740977641
Brennende Pfeile: Die großen Western 300

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    Buchvorschau

    Brennende Pfeile - U.H. Wilken

    Die großen Western

    – 300 –

    Brennende Pfeile

    U.H. Wilken

    Feuer regnete vom Himmel. Brennende Pfeile schnellten durch die Dämmerung und bohrten sich klatschend in Stall und Haus. Dumpf schlug ein glühender Pfeil in die Brust des Mannes, der gerade aus dem Stall kam. Er machte zwei Schritte und brach zusammen…

    Markerschütterndes Geschrei gellte über John Wards Farm hinweg. Jetzt fielen die ersten Schüsse. Stichflammen blitzten im Dunkel auf. Kugeln fauchten über den Platz zwischen Stall und Haus, zertrümmerten die Fenster. Gurgelnd brach einer der Farmhelfer zusammen, rollte von der hölzernen Terrasse.

    »Wo ist der Junge?« schrie ein Mann im Haus mit wilder, heiserer Stimme. »Mein Gott, wo steckt der Junge, Frau?«

    Heulend hetzten Pinal-Apachen am Haus vorbei und feuerten durch die Fenster. Die bleigraue Dämmerung verwischte die Konturen, schützte die Apachen. Die Männer im Haus konnten die Apachen nur schemenhaft erkennen. Immer wieder flammten Mündungsfeuer auf.

    Die Stimme des Farmers tönte aus dem Haus, erstickte vor Sorge und Verzweiflung.

    Dann war die Stimme der Farmersfrau zu hören.

    »Ich weiß es nicht, John! Er muß noch im Stall sein! John, um Gottes willen, der Junge darf nicht…«

    Schüsse übertönten die Stimme der Mexikanerin. Brennende Pfeile bohrten sich ins Holz der Tür. Feuer leckte am Stall hoch.

    Der Tod war auf die Farm gekommen…

    John Ward lebte schon jahrelang im Gebiet des Gadsden Purchase. Seine Hände waren von schwerer Arbeit aufgerissen. Er hielt das Gewehr wie einen Knüppel und feuerte hinaus. Die Angst um den Sohn machte ihn fast verrückt. Hinter ihm schrie und schluchzte seine Frau, betete verzweifelt und wollte plötzlich zur Tür. Männer packten sie, hielten sie fest.

    »Sie treiben das Vieh weg!« schrie John Ward. Heftiges Gewehrfeuer löschte seine Stimme. Er schoß hinaus und sah, wie die Flammen immer höher am Stall hochschlugen.

    Einer seiner Männer riß auf einmal die Tür auf und rannte hinaus. Todesmutig rannte er zum Stall. Kugeln und Pfeile umfauchten ihn, zerfetzten seine Kleidung. Pinal-Apachen tauchten auf und schnellten heran. Sie trugen die Farben des Krieges im Gesicht. Die schwarz und rot bemalten Gesichter erschienen im Dunst wie teuflische Fratzen.

    Verzweifelt warf sich der Mann gegen das Stalltor, zerrte es auf. Flammen leckten hoch, setzten die Kleidung in Brand, aber der Mann kam in den Stall, sah den Jungen am Boden kauern und husten, riß ihn hoch und lief mit ihm hinaus.

    Da traf ihn die Kugel.

    Er schlug lang hin, lag still – und seine Kleidung brannte. Der Junge schrie gellend und lief weiter.

    Diese Nacht war furchtbar.

    Auf den schnellen Beinen eines wiehernden Pferdes kam ein Apache he­rangejagt, beugte sich weit vom Pferd weg, packte den Jungen am Nacken und riß ihn aufs Pferd. Wie ein Spuk verschwand er mit dem Farmersjungen in der Dunkelheit. Die Stimme des Jungen gellte durch die Nacht und verlor sich weitab der Farm. Heulend trieben die Apachen das wenige Vieh davon. Noch fielen Schüsse, peitschten über den Platz. Der Stall brach zusammen, Funken tanzten durch die Dunkelheit.

    In dieser Nacht starb so mancher Mann…

    *

    Räder rollten durch Staub und Sand. Zaumzeug rasselte hell. Keuchend rannten sechs Pferde vor der Postkutsche. Hart riß der Fahrer an den Zügel­enden. Staub schlug über die Kutsche hinweg. Mit einer schlenkernden Bewegung blieb die Kutsche stehen, noch stampften die Pferde vor dem Wagen und zerrten am Geschirr.

    Tom Jeffords neigte den Oberkörper und horchte. Das harte, knochige Gesicht verriet höchste Anspannung. Selbst im Mondlicht schimmerte sein Bart rot wie Feuer. Die Augen blickten klar und forschend über das weite Land hinweg.

    Einer der Reisenden beugte sich aus dem offenen Fenster der Kutsche.

    »He, warum fahren wir nicht weiter? Was ist los?«

    Jeffords antwortete nicht sofort. Er starrte voraus und lauschte den dumpfen Lauten. Der Wind brachte den Knall der Gewehrschüsse heran.

    »Überfall«, sagte Tom heiser. »Ich hoffe, daß ihr alle schießen und treffen könnt!«

    Er wartete ihre Antwort erst gar nicht ab, fauchend fuhr die lange Peitsche durch die Luft und klatschte laut. Die Pferde warfen sich ins Geschirr und rasten los. Wieder rollten die Räder im wahnsinnigen Tempo durchs staubige Land. Wie ein König saß Tom Jeffords auf seiner Kutsche und lenkte die Pferde. Die Räder schleuderten den Sand hoch und knallten über kahles Gestein hinweg. In der Kutsche riefen die Fahrgäste, aber Tom Jeffords hörte nicht auf sie. Der Fahrtwind stieß ihm ins Gesicht, hart hatte er den Mund verkniffen. Er hielt das Bündel Zügelenden sicher in den Händen und brachte die Kutsche geschickt um alle Hindernisse.

    Jäh breitete sich das Tal vor ihm aus. Er sah die Farm, das hochschlagende Feuer und die berittenen Apachen, wie sie um die Farm jagten.

    Furchtlos trieb er die Pferde ins Tal. Unterwegs schlang er die Zügelenden um die Bremse und hob das Gewehr hoch. Schon schoß er auf die Apachen. Zwei fielen vom Pferd. Die anderen jagten mit schrillem Geschrei davon.

    Rasselnd hielt die Kutsche vor dem Haus. Der Funkenflug gefährdete die Pferde, und Tom fuhr die Kutsche hinters Haus. Mit einem Sprung war er neben der Kutsche und riß das Gewehr hoch.

    Er fürchtete nichts auf dieser Welt. Sein Leben war wie ein Tanz am Abgrund. Jahrelang raste er nun schon mit seiner Kutsche durch den Westen, und jedesmal hatte er seine Fahrgäste sicher ans Ziel gebracht. Er hatte blutige Überfälle erlebt, hatte Naturkatastrophen durchstanden und war mehr als einmal verwundet worden. Er war selber ein Stück Wildnis geworden – und er roch nach Lagerfeuern, Wild und Einöde.

    In dieser Nacht aber hörte er Worte, die ihn tief erschütterten. Er sah die weinende Frau und den Farmer, wie er über den Platz hastete und in der Dunkelheit verschwand. Und er blickte in die Gesichter der Farmershelfer und sah die Toten vor dem Haus.

    Die Apachen waren verschwunden.

    Hell leuchtete das Feuer durch die Nacht.

    Die Frau sank erschöpft zu Boden. Zwei Männer hoben sie hoch, stützten sie. Sie wimmerte leise und flüsterte immer wieder den Namen ihres Jungen.

    Die Fahrgäste kamen vorsichtig und zögernd heran.

    »Mein Junge«, schluchzte die Frau. »Sie haben meinen Jungen mitgenommen!«

    Die Männer hielten sie fest. Sie versuchte, sich loszureißen, wollte davonlaufen, aber die Männer gaben nicht nach. Ihre Worte konnten sie nicht trösten.

    Langsam kam John Ward zurück. Mit festen Schritten näherte er sich dem Haus und blieb vor seiner Frau stehen. Sein Gesicht war aschgrau.

    »Sie sind weg«, flüsterte er mit zerrissener Stimme. »Der Junge ist nirgendwo. Sie nahmen ihn mit.«

    Ohnmächtig sackte die Frau zusammen. Die Männer brachten sie sanft ins Haus und legten sie aufs Bett.

    Tom Jeffords stand draußen und horchte. Längst war das Geheul der Apachen verstummt, das Land schien in tiefem Frieden unter dem Sternenhimmel zu liegen. Aus der Ferne kam das klagende Heulen der Wölfe herüber.

    Dort begann die Wildnis, dort war das Land der Indianer.

    Er hörte John Ward und drehte sich um. Der Farmer kam mit schleppenden Schritten aus dem Haus.

    »Zu spät«, flüsterte er.

    Tom sah zum Korral hinüber. Vieh und Pferde waren geraubt worden.

    »Ich hol Hilfe vom Fort«, murmelte Tom. »Ich sag ihnen, daß sie ein paar Pferde mitbringen sollen.«

    Ward nickte geistesabwesend und ging wieder ins Haus. Seine Männer standen herum und starrten in die Nacht. Schließlich ging einer von ihnen zu den Toten und sagte, daß sie beerdigt werden müßten.

    Mit steifen Schritten ging Tom zur Kutsche zurück und kletterte hinauf.

    »Einsteigen!« rief er heiser. »Wir fahren weiter!«

    Die Fahrgäste stiegen in die Kutsche. Schon trieb Tom die Pferde an. Schnell rollte die Kutsche über den Platz und dann in die Dunkelheit hinein.

    *

    Tom stand im Schatten der Palisaden und rauchte seine Pfeife. Das Tor war weit geöffnet. Draußen zogen die grauen Schleier der Dämmerung übers Land. Die Abteilung kam im klirrenden Trab zurückgeritten und hielt im Fort.

    Langsam klopfte Tom die Pfeife aus und zertrat die Glut. Sein Gesicht war völlig ausdruckslos. Ruhig blickte er Captain Bascom entgegen.

    »Nichts«, sagte Bascom heiser. »Kein Apache zu sehen. Sie haben die Spuren gelöscht und sich davongemacht. Ich habe noch in den Bergen nach dem Jungen gesucht, aber es war zwecklos. Wen diese Teufel in den Klauen haben, den geben sie nicht mehr frei.«

    Tom nickte und schob die Pfeife in die Tasche seiner langen Lederjacke.

    »Ich will heute nacht weiter.«

    »Tun Sie das nicht, Jeffords. Die Gegend wimmelt nur so von Apachen, aber die Kerle lassen sich nicht sehen. Sie würden das Leben Ihrer Fahrgäste aufs Spiel setzen.«

    »Bis zur nächsten Station könnte ich es schaffen.«

    »Warten Sie lieber. Ich weiß, Sie haben bisher alles geschafft, aber fordern Sie nicht den Tod heraus!«

    Nachdenklich sah Tom durchs Tor und hinaus auf das nächtliche Land. Zwei Tage war er nun schon im Fort.

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