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Tobias: Geschichten aus dem Altertum, Band III
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Tobias: Geschichten aus dem Altertum, Band III
eBook245 Seiten3 Stunden

Tobias: Geschichten aus dem Altertum, Band III

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Über dieses E-Book

Dieses Buch ist die biblische, apokryphe Geschichte von Tobit, dem Mann aus Judäa. Der gesamte, nur kurze Bibeltext ist im Buch enthalten und unverändert geblieben. Zusätzlich ist die Überzeugung des Autors, vermischt mit seiner Fantasie und alle weit verstreuten Einzelheiten, die in der Bibel darüber zu finden sind, enthalten. Dieses ganze Material ist vom Verfasser zu einer einzigen, fliessenden und schönen Geschichte verarbeitet worden, die den Leser freuen und begeistern soll. Am Ende wird er vielleicht sagen: Es ist wohl so gewesen, wie es hier geschrieben steht.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum27. Jan. 2021
ISBN9783752654295
Tobias: Geschichten aus dem Altertum, Band III

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    Buchvorschau

    Tobias - Benjamin

    INHALTSVERZEICHNIS

    Vorwort des Autors

    Das uralte, einst friedliche Jerusalem

    Ninive, die Grosse, Schreckliche

    Tobit, der Sohn Tobiels aus dem Stamme Naphthali

    Die Geschicke der Sara zu Ekbatana

    Abschiedsgespräche zwischen Tobit und Tobias

    Der Reisegefährte des Tobias

    Die Reise nach Ekbatana und die Aufnahme bei Raguel

    Die Hochzeit von Tobias und Sara

    Tobias Heimkehr, und Tobits Heilung

    Die Erkennung des Engels

    Tobits Lobgesang

    Das Ende der Geschichte

    Abbildungen

    1 Der Tempel zu Jerusalem heute

    2 Landkarte des damaligen Zweistromlandes

    3 Tobias mit Raphael im Tigris Gebiet, von Giovanni G. Savoldo, 1542

    4 Tobias schleudert den Fisch ans Ufer, von Gian Antonio Quardi

    5 Die Ankunft Gabaels zum Fest in Ekbatana, Maler unbekannt

    6 Tobias streicht Tobit die Galle in die Augen, von Gian Antonio Quardi

    7 Die Hochzeit in Ninive wirdvorbereitet,von Gian Antonio Quardi

    8 Der Engel Raphael gibt sich zu erkennen, von Gian Antonio Quardi

    9 Der Geist Asmodi

    VORWORT DES AUTORS

    Die Geschichte, die ich nun erzählen will, ist ursprünglich ein Buch aus der Bibel. Es ist allgemein als das Buch Tobit bekannt, zu finden im dritten Viertel der Bibel nach dem Buch Judith und vordem Buch Jesus Sirach. Aber auch aus dem 2. Buch der Könige werde ich Informationen herausschöpfen und natürlich vom Propheten Jona, der im Fischbauch gesessen hat; und auch die Propheten Nahum und Zephanja werden zu Wort kommen. Alle die Begebnisse, die in diesem Buche beschrieben sind, haben mich schon früh begeistert und demzufolge natürlich brennend interessiert. Nicht zuletzt deswegen, weil es mir einen der herrlichen Erzengel fassbar gemacht hat, weil er als Mensch auftritt, und aus diesem Grund habe ich mich dann eines Tages entschlossen, ganz einfach meine Fantasie diesen überaus schönen und interessanten Texten hinzuzufügen. Natürlich nur, um sie auf diese Weise weiter auszuschmücken und für den Leser wirklich spannend zu machen. Und diese unglaublichen Geschichten, die dann daraus entstanden sind, will ich nun ausführlich und in voller Länge in diesem dritten Buch der «Geschichten aus dem Altertum» erzählen, so wie sie in meinem Innern angewachsen,- und gross geworden sind. Natürlich geht ein roter Faden durch alle diese Geschichten hindurch, dieses Buch wird an die letzten Geschichten vom grossen Land Atlantis anschliessen, aber ich möchte nichts vorher verraten, der Leser soll ja selbst den Faden finden, der vom ersten Buch über das Zweite bis zum Dritten gelangt. Der aus dem Letzten in das nun Vorliegende hinein läuft, denn das macht ja das Ganze interessant! Ich erachte es aber als meine überaus grosse und ernste Pflicht, explizit und betont darauf hinzuweisen, dass es nicht mein Wille ist, in die heiligen Texte der Bibel hineinzureden. Sondern ich leihe mir den Text aus der Bibel aus, um ihn für mich zu ergänzen, so wie ich diese Geschichte als richtig und schön erachte. Es ist nicht meine Meinung, ich wüsste alles besser, sogar als die Bibel selbst, das nun ja schon gar nicht. Sondern ich will einfach einen wunderbaren, alten Text nehmen, oder besser, ihn mir ausleihen, um ihn zu bearbeiten. Ich will den alten Text ausschmücken mit meinen eigenen schönen Geschichten und ihn damit ergänzen. Mit neuen Geschichten, die in meinem inneren Denken angewachsen, und schlussendlich mir halt als wie erzählenswert vorgekommen sind.

    Weil ich in der Bibel auf diverse Bruchstücke gestossen bin, die ja alle von den gleichen Ereignissen erzählen, habe ich diese Teile alle zusammengenommen und daraus nun eine einzige Geschichte gemacht und diese will ich jetzt wiedererzählen. Natürlich eben mit viel Eigenem darin enthalten.

    Ich bitte also den Leser, nur den Bibeltext als hundert Prozent anzusehen, und das Hinzugefügte nicht etwa als Bibelwahrheit anzunehmen. Aber man darf natürlich herzlich gern prüfen, ob die Geschichte, die ich nun erzählen werde, sich nicht doch so zugetragen haben könnte, wie ich sie nun erzählen will. Ob nicht etwa das von mir Hinzugeschriebene in der Bibel gar fehlen könnte. Wenn der Leser am Ende des Buches dieses Gefühl hat und es ihm erscheint, es könnte sich so zugetragen haben, so hat sich meine Mühe gelohnt und macht mich sehr glücklich!

    Und so versetze ich nun den Leser in seinen Gedanken wieder ins Heilige Land und nehme ihn wieder mit nach Jerusalem, dem Mittelpunkt der irdischen Welt. Nach Jerusalem, in die grosse und Heilige Stadt, die ihr Pendent im Himmel findet, aber nur hier auf Erden Jerusalem heisst, dasjenige im Himmel heisst Hierusalem, weil ihm das göttliche He hinzugefügt wurde. Die Stadt Jerusalem liegt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer. Sie ist ungefähr um ca. 3000 v. Chr. gegründet worden, also jetzt etwa 5000 Jahre alt.

    Alte Legenden erzählen, wenn im alten Gemäuer von Jerusalem endlich, ja doch endlich Frieden eingekehrt sei, so senke sich das Himmlische Hierusalem auf das weltliche Jerusalem hernieder und vereinige sich wieder mit ihm zu einer einzigen Stadt, sowie es eben einmal gewesen sein müsste. Und diese Legende ist natürlich die reine Wahrheit! So wie einst die himmlischen Gärten Eden, und auch Schurrupak vom Himmel kamen, und aber vernichtet werden mussten, weil das Böse in ihnen Einzug gehalten hatte und sich gar festgesetzt, ja festgeklammert hat. Eben genau so wie es dem Menschen geht, wenn er als Kind aus dem Himmel auf die Erde geboren wird, so ist es Schuldfrei und rein, bis es von der Welt infiziert wird und Böses in sein Herz einziehen kann. Aber der momentane Stand in Jerusalem sieht nicht gerade so aus, als würde das in nächster Zeit geschehen können! Solange sich zwei Völker von verschiedenen Ethnien um das Vorrecht streiten, Jerusalem als die Hauptstadt auszurufen, wird wohl der Friede noch lange nicht in die alte Stadt, und also ins alte Gemäuer zurückkehren. Dabei wäre dieses Wunder eigentlich einfach, denn die Menschen müssten sich bloss wieder ertragen! Müssten in ihren Forderungen nachgeben und endlich die Brüder lieben, wie das die Bibel ja fordert, auch wenn sie einem anderen Volk angehören. Der Fanatismus müsste aus den Herzen verbannt werden können, denn das ist das Schlimme, und trägt die Schuld am sinnlosen morden und dem Tod von hunderten, ja tausenden von Menschen, die in, und um die Stadt herum wohnen, und gewohnt haben und weiterhin wohnen werden. Der Fanatismus ist die furchtbarste Krankheit die die Welt kennt, denn sie fordert vermutlich die meisten Opfer weit und breit. Aber wie ist diesem Fanatismus beizukommen? Es erscheint fast unmöglich zu sein, denn es braucht dazu ein ruhiges, ausgeglichenes Wesen, ein offenes Herz und ein Haufe Liebe! Und diese Liebe will ich dem Leser näherbringen und ihm zeigen, dass sie immer vom Himmel herkommt und ausschliesslich von da zu beziehen ist.

    *

    Wie ich daran ging, diese Geschichte zu schreiben, kam mir ein Buch in die Hand, indem lauter Engelsgeschichten erzählt werden. Neugierig wie ich eben bin, begann ich sofort damit, darin zu lesen, denn es hiess schlicht und einfach – Engel.

    Am Anfang stand ein Gedicht von Conrad Ferdinand Meyer über die Erschaffung der Engel, ein wunderschönes Gedicht!

    Und als Zweites aus Doktor Faust, von Johann Wolfgang von Goethe: «Der Gesang der Erzengel» wie wunderschön, so dachte ich mir!

    Und als Drittes, wen wunderts? Eine Erzählung des Buches Tobit aus der Bibel! Ich erschrak und dachte bei mir: Da hat ja schon jemand mein Vorhaben ausgeführt! Natürlich ging ich sofort daran, diese Geschichte zu lesen. Aber ich habe sie fast nicht zu Ende lesen können, denn diese Erzählung wurde so schludrig und so impertinent geschrieben, dass ich es kaum aushielt. Und zu Allem hin, stimmte die Geschichte nicht einmal mit dem berühmten Original überein, und aus der Herzensguten Hanna machte der Autor einen Hausdrachen namens Anna. Ich stellte dieses Buch gleich weg und wusste nun mit einem Mal, dass ich meine Tobias Geschichte nun erst recht schreiben müsse, aber hundert Mal besser, so nahm ich mir vor! Denn es hat mir richtig weh getan, die schöne und sinnvolle Geschichte so dermassen verhunzt zu wissen, wie sie in diesem Buch dargestellt wird, und dann noch mit dem Titel «Engel». Und ich hoffe so darauf, dass ich dem Leser nun eine schöne, Herzerwärmende Geschichte erzählen darf!

    *

    DAS URALTE, EINST FRIEDLICHE JERUSALEM

    So treten wir also in die Geschichte ein, ungefähr im Jahre des Herrn 722 vor Christus ins alte Jerusalem. Doch will ich zuerst den damaligen Stand des Nahen Ostens schildern: Schauplatz ist eben Jerusalem und die Städte und Dörfer, um den Nabel der Welt herum. König über Israel war damals Hosea, der sein Land mit harter, aber gerechter Hand, regierte. Im dritten Jahr seiner Herrschaft wurde Hiskia, der Sohn des Ahas, König über Juda und regierte in Jerusalem, es ging den Menschen nicht gar so schlecht, denn Hiskia tat, was dem Herrn gefiel, und so musste es ja gut gehen. Er war erst im zarten Alter von 25 Jahren, als er König wurde, und man ihm die glänzende Krone aufs jugendliche Haupt setzte. Er regierte sein Land 29 Jahre lang. Er war ein schlauer Kopf und ein vorsorglicher König, denn dieser Hiskia war es, der die Stadtmauern um Jerusalem herum erbauen liess, und er legte auch den berühmten Wassertunnel an, um die Stadt mit Wasser zu versorgen und dafür zu garantieren, dass sie immer Wasser haben werde, auch wenn sie einmal belagert werden sollte. Denn die grosse Stadt wurde viel besucht, vor allem von Pilgern, die zu den berühmten Stätten pilgern wollten, wo einst König David herrschte und dann sein Nachfahre, der weise König Salomo. Der salomonische Tempel war schon damals in der halben Welt berühmt geworden, den noch König David geplant hatte, also seine Idee war, und später von seinem Sohn Salomo, aus Verehrung für seinen berühmten Vater, erbaut wurde. Unter den etwas höherstehenden Menschen war es damals fast eine Pflicht, und wer es sich leisten konnte, reiste hin, um sich einmal die berühmten Säulen vor dem Tempel, Jachin und Boas, selbst, mit eigenen Augen anzusehen. Der weise König Salomo hatte sie von Hiram, einem aus der Stadt Tyrus stammenden Kupferschmied für den Tempel anfertigen lassen. Hiram war der Sohn einer Witwe aus dem Stamme Naphthali, sein Vater war aber aus Tyrus gewesen. Hiram war ein Kupferschmied voller Weisheit, Verstand und Kunst in allerlei Kupferarbeiten gewesen. Er also kam zum König Salomo und machte ihm alle Werke, die der gute König wünschte. Er machte ihm zwei Säulen aus Kupfer, jede achtzehn Ellen hoch, und eine Schnur von zwölf Ellen war das Mass um jede Säule herum. (1 Elle-46cm) Und er machte zwei Knäufe oben auf die Säulen, beide aus Kupfer und jeder Knauf war fünf Ellen hoch, und es war an jedem Knauf oben auf den Säulen Gitterwerk, sieben geflochtene Reifen, die wie Ketten aussahen. Und er machte an jedem Knauf zwei Reihen Granatäpfel ringsumher an dem Gitterwerk, mit denen der Knauf bedeckt wurde. Und die Knäufe oben auf den Säulen waren wie Lilien, jeder vier Ellen dick. Und es waren zweihundert Granatäpfel in den Reihen ringsum, oben und unten an dem Gitterwerk, das rund um die Rundung der Säulen ging. Und als er die Säulen fertig hatte, richtete er sie auf vor der Vorhalle des Tempels. Diejenige, welche er zur rechten Hand versetzte, nannte er Jachin und die zur Linken Boas. Und oben auf den Säulen war der Lilienschmuck. So wurde vollendet das Werk der Säulen.

    ABBILDUNG 1

    Der Tempel zu Jerusalem heute mit seinen Säulen Jachin u. Boas

    In der grossen Stadt waren auch sämtliche Handwerker zu finden, die es damals gab, und die guten Handelszentren waren da und die Märkte, wo man alles bekam, wessen man damals bedurfte und was nottat. Die Bauern verkauften ihre Erzeugnisse, die Handwerker boten ihre Dienste an, die Heilkundigen heilten die Notleidenden, die Tierärzte heilten Ross und Kamel, sowie den Esel, alles war zu haben. Auch Quacksalber gab es natürlich, die notdürftig Wunden salbten und verbanden, und dafür horrende Summen verlangten. Waffenschmiede fertigten jede Art von Waffenwünschen an. Trinkstuben gab es, sittliche wie auch unsittliche, daneben hatte der Hufschmid seine Werkstätte und in der gleichen Strasse öffnete der Tuchhändler jeden Morgen seinen Laden, damit der Kunde seinen Körper neu einkleiden konnte. Weiter vorne bot der Barbier seine Dienste an, er schnitt die zu langen Haare und Bärte und er strich duftendes Salböl in das Haar! Nebenan betrieb der Ledergerber seine Geschäfte, so wie der Färber auch. Alles war zu haben, wessen das Herz nur begehrte.

    In Jerusalem, da wohnten mehrere Schichten von Menschen. Es gab da die arme Bevölkerung, wie es sie überall auf der Welt gibt, noch heutzutage. Es gab aber natürlich auch das Gegenteil, nämlich sehr wohlhabende Menschen, die wohnten aber eher etwas ausserhalb, sie hatten ihre stattlichen Häuser an die Hügel gebaut, die hie und da von kleinen Bächen, herrlich umflossen wurden, wenn es denn Wasser gab! Die leitete man in private Teiche, die von Sklaven oder Tagelöhnern ausgegraben werden mussten und wiederum als Wasserreservoir benutzt werden konnten, um sie dann wohlfeil, wieder weiterzuleiten zu späterem Gebrauch. Natürlich um die eigenen, von den Knechten und Mägden, vor allem aber von den Tagelöhnern bewirtschafteten Obst und Gemüsegärten zu bewässern. Dort, in dieser Gegend waren auch die alten Zedernhaine zu finden, und die flachen, weitläufigen Steinbauten der reichen Gutsbesitzer, die ihre riesigen Schafherden hielten, die die Wolle und die Milch der Schafe bewirtschaften liessen, vornehmlich auch von Tagelöhnern. Diese flachen Steinbauten waren umstanden von 8-10 Meter hohen Terebinthen, die ihre kühlen Schatten auf die Herrengüter warfen und so die begehrte Kühle spendeten. Auf diese Weise sonderten sich die Menschen in Jerusalem voneinander ab.

    In der Stadt selbst wohnten meist die Mittelschichten, das waren dann die Handwerker und die Krämer, sowie die Geistlichen und auch die Amtspersonen. Aussenherum, also ausserhalb der Stadtmauern, da standen die windschiefen Behausungen der Armen, die selbsterrichtet waren, mit dem Material, das man eben grad vorfand. Aber diese selbstgebauten Häuser boten keinen Schutz gegen die Hitze, auch nicht gegen den Staub der Strassen, der vom Wind durch sie hindurch geblasen wurde. Auch nicht gegen die Kälte, sie boten höchstens etwas Schatten und Schutz gegen den Regen. Aber diese jämmerlichen Bauten hatten keinen Bestand, denn es sackte fast jede Woche eine in sich zusammen! Und wenn ein Besitzer gestorben war, so holten die Nachbarn das Baumaterial und verbesserten damit ihre eigenen Hütten ein wenig, dort wo es eben noch ging. Oder einer der jungen Generation eignete sie sich einfach an, denn für diese Bauten gab es keine Verträge, keinerlei Abmachungen, dem, der seine Hand draufhatte, dem gehörte sie schlussendlich. Diese Armen waren meist Tagelöhner auf den Gütern der Herrenklasse, und all ihre windschiefen Hütten klebten sie wie aussen an die Stadtmauern an, denn dort hatte man schon eine gute, stabile Wand gewonnen. Drinnen, innerhalb der Stadtmauern wollte man keine solchen Hütten haben.

    Wenn aber keiner der reichen Gutsbesitzer sie brauchen konnte, so erbettelten sie sich in der Stadt, was sie grad brauchten, um ihren ärgsten Hunger zu stillen. Dies taten sie meist vor dem Tempel des Salomo, wo die Fremden eher noch eine offene Hand besassen, weil sie, erschreckt von der ihnen offenbar gewordenen Pflicht, ihnen eher ein Almosen in die dürre, heischende Hand legten.

    Die Zeiten aber, wo die Stadt Jerusalem so friedlich dalag von der Sonne beschienen und die Bewohner müssig einherschlenderten, die Ladenbesitzer im Schatten vor ihren Geschäften sassen, waren rar und selten! Denn die Menschen aus jener Gegend waren schon immer erhitzbare Gemüter gewesen! Sowohl die Ureigentümer des Landes, die Palästinenser, sowie auch die Eindringlinge, die Juden, die den Landeigentümern zu erklären versuchten, ihr Gott Jehova habe ihnen dieses Land mit Fug und Recht geschenkt, der Wille ihres Gottes gehe über die Interessen der ursprünglichen Eigentümer. Die Palästinenser wussten aber von diesem Geschenk nichts, ja sie kannten den Gott der Juden bis dahin gar nicht. Sie sahen nur, dass ihnen ein grosses und auch fruchtbares Land weggenommen wurde. An ein Geschenk Gottes glaubte von ihnen natürlich niemand. Und dieser Länderkonflikt dauert bis heute an und eben, es ist bis heute keine Lösung in Sicht! Denn das Land hiess damals eben Kanaan, und war das gelobte Land, in dem Milch und Honig fliessen! Es war dem Spötter Ham in seine Hand gegeben, der die Nacktheit seines Vaters belächelt hatte. Also stand, und steht es noch immer unter keinem guten Stern! Denn wer Freude am Missgeschick eines lieben Menschen hat, dem kann es in seinem Leben nicht wohlergehen, im Gegenteil sogar, er stachelt ja seine Mitmenschen auf, dass sie mit ihm belachen, wo es doch gälte, mit helfender Hand einzugreifen, so wie es Sem und Japhet

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