Das Land der Panaiti: Untergang und der Wiedergeburt eines Volkes
Von Heike Boeke
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Über dieses E-Book
Das Buch erzählt die Überlebensgeschichte des Stammes der Panaiti (Bannock-Indianer) die gekennzeichnet durch ihren unbedingten Willen die Traditionen ihres Volkes nicht zu verleugnen heute gemeinsam mit Shoshonen in der Fort Hall Reservation im US-Bundesstaat Idaho leben.
Heike Boeke
Heike Boeke geboren 1963 in Essen begann im Jahre 2017 mit dem Schreiben von ersten Gedichtbänden. Hinzu kamen Kurzgeschichten, ein Westernroman und viele weitere Gedichtbände zu den unterschiedlichsten Themenfeldern.
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Buchvorschau
Das Land der Panaiti - Heike Boeke
Heike Boeke
Liebe Leserinnen und Leser,
in meinem neusten Kurzroman erzähle ich die Geschichte eines Volkes, das im Laufe seiner Geschichte gelernt hat seine Vergangenheit nicht zu vergessen, und trotzdem einen Platz in der Gesellschaft der USA zu erringen.
Dennoch sind die mahnenden Worte von Chief Hollow Horn Bear der Oglala Lakota so aktuell, wie nie zuvor.
Eines Tages wird die Erde weinen, sie wird um ihr Leben flehen, sie wird Tränen von Blut weinen. Ihr werdet die Wahl haben ihr zu helfen oder sie sterben zu lassen und wenn sie stirbt, sterbt auch ihr.
Inhalt
Vorwort
Glückliche Zeiten
Krieg , Not und Krankheit
Ein Leben in Freiheit
Eine neue Zeit bricht an
Vorwort
Ich erzähle von einer Zeit der Freiheit, als das Volk der Panaiti noch ziehen dürfte wohin es wollte. Von einer Zeit, als Mutter Erde ihnen Nahrung und Kleidung im Überfluss gab. Eine Zeit, in der Esa seine Hand über sie ausbreitete und ein jeder Tag kostbar war und mit Freude begrüßt wurde. Ich erzähle von einer Zeit, in der jeder Tag heilig war, eine Zeit in der es keine Kirchen gab, keinen Sonntag und doch beteten die Menschen zum großen Geist. Tage in denen gesungen und getanzt wurde.
Die Panaiti wanderten dorthin, wo immer sie wollten. Sie lebten mit der Sonne und nicht in großen Käfigen, die die Sonne aussperrten und krank machten. Sie verstanden es besser zu leben als die Weißen die vergessen haben, dass sie die Geschöpfe der Erde, die Luft und die Sonne und klares Wasser brauchen, um zu leben und gesund zu bleiben.
Es war eine Zeit in der sie Träume und Visionen begleiteten und Schamanen sie mit Kräutern und Singen heilten. Eine glückliche Zeit.
Glückliche Zeiten
Coo-sha-gan war voller Vorfreude. Bald würden sie wieder zurück an den Snake-River ziehen. Er gehörte dem Stamm der Pia Agaideka, den Lachsessern vom Volk der Panaiti an. Jedes Frühjahr machten sie sich in Richtung Westen zu den Shoshone-Fällen auf, um dort Lachs zu fangen und das Sommerlager aufzubauen. Nach dem langen und kalten Winter im Yellowstone Gebiet, in dem sie ab Herbst lebten und sich von Büffelfleisch ernährten, war er voller Ungeduld wieder ins Sommerlager zurückkehren zu können. Er freute sich auf den Weg dorthin und auf die Frühlingstänze mit denen sie den Lachs zur Rückkehr aufforderten.
Nuakkinna war ein wilder und fröhlicher Tanz und Coo-sha-gan tanzte für sein Leben gerne. Er spielte auch die Pfeife gefertigt aus einem Knochen bei den zahllosen Festen, die im Jahresverlauf gefeiert wurden. Damit beeindruckte er so manches Mädchen im Stamm. Er war in seinem fünfzehnten Lebensjahr, aber jagte bereits für den Stamm Kaninchen, hatte ein eigenes Pferd gezähmt und sogar schon einen Coup errungen, indem er ein Pferd aus dem Lager der gefürchteten Blackfood gestohlen hatte. Seine Vorfahren nutzten noch große graue Hunde für den Transport der Gegenstände, die sie auf ihren langen Wanderungen von Westen nach Nordosten mit sich führten. Dazu wurden Travois gebaut vor denen die großen Hunde gespannt wurden.
Inzwischen hatten sie jedoch die verwilderten Pferde, die sie vor einigen Jahren auf einen ihrer Züge nach Westen entdeckt hatten, gefangen und gezähmt und sie dienten nun als Lastenträger. Damit konnte viel mehr an Last gezogen werden und die gefährliche Büffeljagd, die einstmals zu Fuß durchgeführt worden war, war nun mit den Pferden wesentlich ungefährlicher. Zu Zeiten seiner Vorfahren schlichen sie sich an die riesigen Tiere mit Büffelfellen bedeckt an und trieben sie so lange in den tiefen Schnee, bis sie aufgaben und mit dem Speer getötet werden konnten. Diese Art der Jagd war gefährlich, denn die Tiere töteten manchen mutigen Krieger bei dem verzweifelten Versuch sich zu retten. Da die Krieger ebenso im tiefen Schnee versanken, wurden selbst die mutigsten von ihnen manchmal von dem wütenden Büffel zertrampelt. Aber das Volk brauchte Fleisch um zu überleben und so begaben sie sich immer wieder auf die gefährliche Jagd.
Zuvor wurden die Schamanen des Volkes über die Aussicht auf eine gute Jagd befragt und wenn die Zeichen gut standen, machten sie sich auf, begleitet von den vielen guten Wünschen der Frauen im Lager, denn einige Krieger würden nicht wieder zurückkehren. Doch ihre Namen wurden an den Lagern immer wieder mit Ehrfurcht genannt.
Seitdem sie aber Pferde hatten, waren sie wesentlich wendiger bei der Jagd. Ein solches Büffelpferd war sehr wertvoll und wurde daher bei Angriffen von fremden Stämmen mitunter sogar im Tipi versteckt.
Noch durfte er an der Jagd nicht teilnehmen, denn nur die erfahrensten Krieger hatten das Recht Bagootsoo zu jagen. Doch irgendwann war er sicherlich so weit und darauf wartete er begierig. Bis dahin begnügte er sich Tuhudda, den Hirsch zu jagen. Sein Freund A-wite-etse hatte sogar schon einmal mit ihm eine Hirschkuh erlegt.
