Die weiße Rose der Cherokee: Eine Geschichte über Auswanderung und Flucht
Von Heike Boeke
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Über dieses E-Book
Hier treffen sich die Einwanderer aus dem Schwarzwald und die Vertriebenen aus Georgia. Die Geschichte erzählt über Flucht, Abenteuer und Freundschaft, und sie gibt Hoffnung für all diejenigen, die fest daran glauben, dass mit gegenseitiger Achtung und Respekt ein Zusammenleben möglich ist.
Heike Boeke
Heike Boeke geboren 1963 in Essen begann im Jahre 2017 mit dem Schreiben von ersten Gedichtbänden. Hinzu kamen Kurzgeschichten, ein Westernroman und viele weitere Gedichtbände zu den unterschiedlichsten Themenfeldern.
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Buchvorschau
Die weiße Rose der Cherokee - Heike Boeke
Welche Strapazen nahmen Pioniere der alten Zeit auf sich, in der Hoffnung auf ein neues, besseres Leben? Viele Bücher sind schon darüber geschrieben worden. Diese Geschichte handelt von einer solchen Auswanderung. Die Reise führt die Einwanderer aus dem fernen Schwarzwald nach Oklahoma in die neue Welt. Zur gleichen Zeit machen sich hunderte Indianer auf den ungewollten Weg dorthin, um endlich ihren Frieden und eine dauerhafte Zuflucht dort zu finden. Eine Rose ist das Symbol dieser Flucht.
Hier treffen sich die Einwanderer aus dem Schwarzwald und die Vertriebenen aus Georgia. Die Geschichte erzählt über Flucht, Abenteuer und Freundschaft, und sie gibt Hoffnung für all diejenigen, die fest daran glauben, dass mit gegenseitiger Achtung und Respekt ein Zusammenleben möglich ist.
Ich wünsche Ihnen allen viel Spaß bei Lesen.
Heike Boeke
Eine Abenteuergeschichte aus dem Wilden Westen
Es war einmal, vor uralter Zeit -
der Weg zum Nächsten, er war nicht sehr weit.
Ganz leicht begegnen konnte man sich,
manch Kontinent doch bald entwich.
Dort, wo zuvor ein Kontinent,
jetzt Grenze, die die Menschen trennt.
Wie schade, dass die Zeit vorbei,
als Menschen damals waren frei!
Inhaltsverzeichnis
Elisabeth
Hubertus
Onacona
Der Aufbruch
Der Weg in die neue Heimat
Die Ankunft
Das Zusammentreffen
Wilfried
Die Lehre
Der Pfad der Tränen
Wilfrieds Suche
Das Wiedersehen
Der Krieg bricht aus
Galilahi
Adsila und Degotoga
Die Reise zum Ursprung
Elisabeth
Ein eisiger Wind blies durch die Straßen des kleinen Dorfes im Schwarzwald. Niemand begab sich bei diesem Wetter vor die Tür. Die Dorfstraße war daher wie leergefegt. Doch Elisabeth blieb nichts anderes übrig. Sie war bisher beim Gutsherrn Frieder als Dienstmagd tätig gewesen. Doch Frieders Sohn hatte ihr nachgestellt, und nun trug sie unter ihrem Herzen ein Kind von ihm. Der Friederbauer war nicht gewillt dieses Kind als seinen Enkel anzuerkennen. Er hatte mit Wolfgang, seinem Sohn, etwas anderes vor. Etwas weiter entfernt lebten die reichen Fallers, und deren Tochter sollte seinen Sohn ehelichen. Dadurch würden die Ländereien erheblich vergrößert werden. Frieders Vermögen würde so weiter anwachsen, denn die Ländereien, die er dann verpachteten konnte, verdoppelten sich durch die Einheirat. Und diesem Ziel war er schon recht nahe, denn Mathilde hatte sich in seinen Wolfgang tatsächlich verguckt. Sich seinen Plan durch eine dahergelaufene Schlampe streitig machen zu lassen kam für ihn überhaupt nicht infrage. Und so wurde Elisabeth kurzerhand vor die Tür gesetzt.
Sie fror erbärmlich. Wohin sollte sie nur gehen? Vor langer Zeit wurde sie von ihren Eltern aus purer Not an Frieder verkauft. Dorthin konnte sie auf keinen Fall mehr zurück. Ein weiteres Maul zu stopfen konnte die Familie sich nicht leisten. Das Essen reichte schon so nicht aus. Elisabeth hatte erfahren, dass im nahegelegenen Dorfgasthaus eine Bedienung gesucht wurde. Also wandte sie sich dorthin, obwohl sie wenig Hoffnung hatte. Wenn der Gastwirt erfuhr, dass sie schwanger und ledig war, war es wohl aus mit einer Anstellung. Aber versuchen konnte sie es ja.
Also begab sie sich zu Hubertus Staller. Sie klopfte zaghaft an die Haustür. Hubertus rief laut von oben herunter. „Ich komme! Wer geht denn bei diesem Sauwetter vor die Tür?" Elisabeths Herz klopfte heftig beim Klang der Stimme. Das würde wohl nichts werden. Sie nahm jedoch ihren ganzen Mut zusammen und blieb standhaft vor der Tür stehen.
Ein großer breitschultriger Mann öffnete die Tür und schaute auf sie hinunter. Hubertus war ein junger Mann Mitte 20 und sah sehr gut aus. Seine blonden Haare standen ihm wirr auf dem Kopf. Er war bekannt als fröhlicher Geselle, der viele Geschichten erzählen konnte, und gerne auf seiner Fiedel lustige Weisen spielte. Und obwohl er oft ruppig auftrat, verbarg sich hinter seiner harten Schale ein weicher Kern. „Was willst? Elisabeth stammelte.
Ich habe erfahren, dass ihr eine Bedienung sucht. Ich kann schwer arbeiten. Wenn ich Kost und ein warmes Bett bekäme, würde das ausreichen."
Hubertus betrachtete sie von oben bis unten. „Bist schwanger – was? Eins kann ich dir sagen, wennst nicht mehr schaffen kannst fliegst. Du kannst bleiben, aber wenn das Kind da ist, musst du gehen. Ich bin keine Heimstadt für ledige Mütter. Also komm rein, es ist ja eisig da draußen."
Auch wenn Hubertus so polterte, hatte er ein gutes Herz und wusste, dass die Mägde der Umgebung Freiwild für die hohen Herren waren und letztendlich wenig für ihre Situation konnten. Doch er konnte ja schließlich nicht das halbe Dorf aufnehmen. Elisabeth jedoch tat ihm leid, und da er gerade auch noch eine Bedienung suchte, war es ihm Recht, dass sie vor seiner Tür stand.
Elisabeth trat in die warme Stube. Hubertus zeigte ihr den Weg zu einer der Kammern, und sie legte ihr kleines Bündel auf das Bett ab. „Morgen früh um 10.00 Uhr öffne ich die Schankstube. Es wird gearbeitet bis der letzte Gast die Stube verlässt. Kannst dich bis dahin ausruhen." Damit wandte er sich zur Tür und wünschte ihr eine gute Nacht.
Elisabeth sank erschöpft auf das Bett. Sie schaute sich in der Kammer um. Ein kleiner Schrank stand in der Ecke für die paar Habseligkeiten, die sie mit sich führte. Eine Waschschüssel, ein Waschkrug mit kleinen blauen Blumen und ein blinder Spiegel dienten als Waschgelegenheit und um sich etwas zu richten. Über dem Bett hing ein gemaltes Bild mit der Landschaft des Schwarzwaldes so wie sie sie kannte. Dunkle Tannen, ein Bauernhaus davor. Auf der Wiese ein paar Kühe und Haufen von aufgeschichtetem Heu.
Es war wohlig warm im Zimmer. Sie kuschelte sich unter die Decke und überlegte was wohl aus ihr und dem Kind werden würde. Hier im Schwarzwald würde sie kein Bein mehr auf die Erde bekommen. Eine ledige Mutter hatte keine Chance. Entweder sie musste das Kind fortgeben, um wieder aufs Neue beginnen zu können, oder sie musste mit ihm weit fort von hier. Fort von bekannten Orten und Menschen, fort aus der Heimat. Aber wohin? Über das viele Grübeln schlief sie schließlich erschöpft ein.
Am nächsten Morgen wachte sie früh auf. Sie richtete sich und lief hinunter in die Schankstube. Es war noch ganz still im Haus. Sie ging in die kleine Küche dahinter und bereitete ein Frühstück für sich und Hubertus. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und gebratenen Spiegeleiern mit Brot und etwas Speck zog durch die Stube. Davon angelockt kam Hubertus die Treppe hinunter. "Mmh, das riecht
