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Handbuch für den Muschelsammler: Käferschnecken, Zahnschnecken, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Brachiopoden, Seeigel, Seesterne & Landschnecken sowie Mollusken des Süßwassers aus aller Welt
Handbuch für den Muschelsammler: Käferschnecken, Zahnschnecken, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Brachiopoden, Seeigel, Seesterne & Landschnecken sowie Mollusken des Süßwassers aus aller Welt
Handbuch für den Muschelsammler: Käferschnecken, Zahnschnecken, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Brachiopoden, Seeigel, Seesterne & Landschnecken sowie Mollusken des Süßwassers aus aller Welt
eBook761 Seiten2 Stunden

Handbuch für den Muschelsammler: Käferschnecken, Zahnschnecken, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Brachiopoden, Seeigel, Seesterne & Landschnecken sowie Mollusken des Süßwassers aus aller Welt

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Über dieses E-Book

Dieses Werk basiert auf dem "World Register Of Marine Species (Worms)", welches eine internationale Plattform der Wissenschaft darstellt. Diese umfasst die derzeit gültigen wissenschaftlichen Namen und Systematiken unserer rezenten Meerestiere. Dieses Buch stellt mehr als 600 verschiedene Arten der Mollusken aus Meer-und Süßwasser vor. Und darüber hinaus auch einige Arten der Seeigel, Seesterne und Armfüßer, womit sich die Zahl der diversen Arten auf insgesamt mehr als 780 erhöhte. Das Werk stellt die Arten in den Kontext ihrer Lebensräume, ihrer Überlebens- und Fortpflanzungsstrategien, sowie ihrer aquaristischen Haltbarkeit, sofern man lebende Exemplare bekommen kann. Dieses Buch stellt beides vor: Die lebenden Tiere für die Vivaristen und ihre leeren Schalen für die Sammler. Viele der hier gezeigten Arten sind nicht häufig, ungewöhnlich oder sogar selten. Darüber hinaus runden einige Fotos von Originalhabitaten und Aquarienaufnahmen das Werk ab. Am Rande wurde auch zu einigen aktuellen Umweltproblematiken Stellung genommen, welche in herkömmlichen Werken über diese Materie leider meist nicht erwähnt werden. Ein sehr informatives Buch, welches gleichzeitig zum Nachdenken und Aktivwerden anregen soll.
SpracheDeutsch
HerausgeberBoD - Books on Demand
Erscheinungsdatum4. Juni 2020
ISBN9783751928366
Handbuch für den Muschelsammler: Käferschnecken, Zahnschnecken, Muscheln, Schnecken, Kopffüßer, Brachiopoden, Seeigel, Seesterne & Landschnecken sowie Mollusken des Süßwassers aus aller Welt
Autor

Sven Erik Gehrmann

Sven Erik Gehrmann, born in 1969 in Berlin and currently living in Norden near Norddeich on the coast of Lower Saxony, has been interested in everything that lives under water since he was a child. He has always been particularly interested in and fascinated by crustaceans and fish. Since 1983, he has been an enthusiastic hobby aquarist and nature fan of our native aquatic animals, especially North Sea animals. In his cellar he keeps a collection of various preserved species, so that whenever he gives a tour of the cellar, he is wont to say: "So, others have a carcass in the cellar? I have a few more..." (Estimated 500 preserved species. Or are there in-between 600?). So far, he has published various articles in aquaristics journals, ranging from North Sea animals to articles on anemone fish and various crustaceans. You can find him on the internet at: www.nordseefauna.org. In his publications, he never minces his words and calls a spade a spade, since obviously no one else does. In doing so, he has no regard for the false kind of "political correctness" that has been successfully installed everywhere here in order to preserve the appearance of decency. Nor does he profess to belong to any political party or direction, but only feels committed to the cause of the North Sea animals. Due to the dramatic climate changes in the North Sea within the last decade, he now sees himself as an independent nature activist, nature cryptographer and climate protector.

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    Buchvorschau

    Handbuch für den Muschelsammler - Sven Erik Gehrmann

    Einführung

    Zwar trägt dieses Werk den Titel „Handbuch für den Muschelsammler", doch soll es nicht nur irgendwelche toten Molluskenschalen illustrieren. Diese Intention lag bei der Erstellung dieses Buches nicht vor. Vielmehr wollte ich die großartige biologische Diversität mariner Schalen aus allen Weltmeeren zeigen, was sowohl tropische Arten als auch Spezies der Kaltwasserzonen einschließt. Dabei habe ich als Grundlage das WORLD REGISTER OF MARINE SPECIES (WORMS) herangezogen, welches eine internationale Plattform der Wissenschaft darstellt. Diese umfasst die derzeit gültigen wissenschaftlichen Namen und Systematiken unserer rezenten Meerestiere. Falls sich nach Veröffentlichung dieses Buches mal wieder der eine oder andere lateinische Gattungsname geändert hat, so bitte ich hierfür um etwas Nachsicht. Leider sind die Taxonomen ständig mit Revisionen beschäftigt, weshalb man die Vergabe der wissenschaftlichen Namen nicht als statisches Gebilde verstehen darf.

    Wenn man sich so daran herantastet, Meerestiere besser kennen zu lernen, so entwickelt man schnell ein umfangreiches Wissen und Verständnis über die verschiedenen Arten, ihre Überlebensstrategien, ihre Art des Nahrungserwerbes und wie sich die Arten selbst gegen die vielen Räuber wehren und verteidigen. Und darin liegt ein viel größerer Gewinn als der bloße Besitz einer toten Schale eines verblichenen Lebewesens. Darüber hinaus habe ich dann und wann auch erwähnt, ob und wie verfügbare Arten in einem Meerwasseraquarium gehalten werden können. Und sehr viele dieser Erfahrungen sind meine eigenen, die ich auf diesem Wege gerne mit der stetig wachsenden Zahl der Meerwasseraquarianer teilen möchte. Denn lebende Seetiere in einem Aquarium zu beobachten bedeutet gleichzeitig die Chance, diese Tiere besser kennen und schätzen zu lernen, als wenn man tote Schalen sammelt. Und dies beinhaltet die Hoffnung, dass eine weltweite Gemeinschaft von naturbegeisterten Menschen wächst, welche beginnt, eine Lobby für diese interessanten Tiere zu bilden und deren Habitate zu schützen. Die allermeisten Arten sind inzwischen bedroht, weil die Menschheit immer stärker wächst und die Lebensbedingungen für Wildtiere sich stetig verschlechtern. So sagen uns diverse Experten ein bisher nicht dagewesenes Artensterben voraus, dem schätzungsweise 30-40% aller bisher bekannten Arten zum Opfer fallen könnten! Und dies „nur" durch anthropogene Einflüsse. So wie Klimaveränderungen, Meeresverschmutzung und Überfischung, um nur die wichtigsten zu erwähnen. Darüber hinaus gibt es weitere Schalen von Seetieren, die für Sammler und Hobbybiologen interessant sind. Hierzu gehören unter anderem Armfüßer, Seeigel und Seesterne. Und weil eine wachsende Anzahl von Sammlern sich neuerdings auch diesen Feldern zugewandt hat, habe ich einige dieser interessanten Tiere in den Kontext dieses Werkes integriert. Das Internet bietet uns die großartige Chance, internationale Netzwerke zu gründen und zu unterstützen, um uns für die (leider!) breitflächig schwindende Fauna des einen Weltmeeres gemeinsam mit vielen Stimmen und Unterstützern einzusetzen. Zugunsten einer offensichtlich in vielerlei Hinsicht geschädigten Umwelt, deren Geschöpfe bisher ungehört von der Masse der Menschen jeden Tag nach Erlösung schreien…

    Sven Erik Gehrmann, im Frühjahr 2020.

    Inhaltsverzeichnis

    Allgemeine Hinweise:

    Das wissenschaftliche System der Mollusken (stark vereinfacht)

    Klassifizierung einer Molluske

    Historische Muschelschalen

    Wie man Muschelschalen in Szene setzt

    Die Muschelsammlung

    Marine Habitate

    Mangrovengürtel

    Seegraswiesen

    Lagunen

    Felsenküsten

    Korallenriffe

    Wracks

    Muschelbänke

    Offener Ozean

    Die Gemeine Müllbank

    Stamm Mollusca - Weichtiere:

    Klasse Polyplacophora - Käferschnecken

    Superfamilie Chitonoidea

    Klasse Scaphopoda - Zahnschnecken

    Zahnschnecken - Dentaliidae

    Klasse Gastropoda – Schnecken

    Kugelschnecken - Akeridae

    Seehasen - Aplysiidae

    Sonnenradschnecken – Architectonicidae

    Klinkhörner & Wellhornschnecken – Superfamilie Buccinoidea

    Familie Buccinidae

    Familie Colubrariidae

    Familie Columbellidae

    Familie Fasciolariidae

    Familie Melongenidae

    Familie Pisaniidae

    Blasenschnecken - Bullidae

    Pantoffelschnecken - Calyptraeidae

    Wurm-, Turm- und Hornschnecken - Superfamilie Cerithioidea

    Hornschnecken – Cerithiidae

    Schlammhornschnecken – Potamididae

    Schlitzwurmschnecken – Siliquariidae

    Turm-, Schrauben- und Wurmschnecken – Turritellidae

    Superfamilie Conoidea – Kegelschnecken, Schraubenschnecken, Turriden etc.

    Kegelschnecken - Conidae

    Weitere Turridenschnecken - Raphitomidae

    Schraubenschnecken - Terebridae

    Kanopenkrüge - Cylichnidae

    Turridenschnecken - Turridae

    Kauris – Cypraeidae

    Wendeltreppen - Epitoniidae

    Kaffeebohnen - Ellobiidae

    Feigenschnecken - Ficidae

    Wattschnecken - Hydrobiidae

    Floßschnecken – Janthinidae

    Schlitzschnecken - Fissurellidae

    Seeohren oder Abalonen - Haliotidae

    Strandschnecken - Littorinidae

    Felsenschnecken – Superfamilie Muricoidea

    Babylonschnecken - Babyloniidae

    Gerippte Mitraschnecken - Costellariidae

    Harfenschnecken - Harpidae

    Randschnecken - Marginellidae

    Mitraschnecken - Mitridae

    Felsen- oder Stachelschnecken - Muricidae

    Unterfamilie Ergalataxinae

    Unterfamilie Coralliophilinae - Korallenschnecken

    Unterfamilie Muricinae

    Unterfamilie Muricopsinae

    Unterfamilie Rapaninae – Igelschnecken und andere

    Unterfamilie Ocenebrinae

    Lampen- & Vasenschnecken - Turbinellidae

    Faltenschnecken - Volutidae

    Unterfamilie Amoriinae

    Unterfamilie Athletinae

    Unterfamilie Volutinae

    Netzreusenschnecken - Nassariidae

    Mond- oder Nabelschnecken - Naticidae

    Superfamilie Lottioidea – Schildkrötennapfschnecken – Lottiidae

    Nixenschnecken - Neritidae

    Olivenschnecken - Olividae

    Schlitzschnecken - Pleurotomariidae

    Weberschiffchen & Eischnecken - Ovulidae

    Superfamilie Patelloidea - Echte Napfschnecken - Patellidae

    Kerfen - Triviidae

    Flügelschnecken und Teufelskrallen – Superfamilie Stromboidea

    Flügelschnecken aus Atlantik und Mittelmeer - Aporrhaiidae

    Geschossflügelschnecken - Seraphsidae

    Tibiaschnecken - Rostellariidae

    Flügelschnecken und Teufelskrallen - Strombidae

    Tonnenschneckenartige – Tonnoidea

    Froschschnecken – Bursidae

    Helmschnecken – Cassidae

    Tritonshörner – Charoniidae

    Behaarte Tritonshörner – Cymatiidae

    Tonnenschnecken - Tonnidae

    Superfamilie – Trochoidea - Kreiselschneckenartige

    Delphinchen – Angariidae

    Kreiselschnecken – Calliostomatidae

    Kreiselschnecken – Tegulidae

    Kreiselschnecken – Trochidae

    Turbanschnecken - Turbinidae

    Schirmmützenschnecken – Umbraculidae

    Wurmschnecken - Vermetidae

    Trägerschnecken - Xenophoridae

    Klasse Bivalvia, Muscheln

    Sattelmuscheln - Anomiidae

    Archenmuscheln - Arcidae

    Islandmuscheln - Arcticidae

    Astarte Muscheln - Astartidae

    Herzmuscheln - Cardiidae

    Unterfamilie Cardiinae

    Unterfamilie Fraginae

    Unterfamilie Lymnocardiinae

    Unterfamilie Laevicardiinae

    Unterfamilie Orthocardiinae

    Unterfamilie Trachycardiinae

    Unterfamilie Tridacninae - Riesenmuscheln

    Juwelenkästchen - Chamidae

    Trapezmuscheln - Carditidae

    Gebogene Archenmuscheln - Cucullaeidae

    Samtmuscheln - Glycymerididae

    Felsenbohrer – Hiatellidae

    Zungenmuscheln – Glossidae

    Zackenaustern - Gryphaeidae

    Mangrovenaustern - Isognomonidae

    Hammeraustern - Malleidae

    Feilenmuscheln - Limidae

    Mondmuscheln - Lucinidae

    Unterfamilie Fimbriinae – Körbchenmondmuscheln

    Superfamilie Mactroidea – Korbmuscheln

    Korbmuscheln – Mactridae

    Schnabelmuscheln - Nuculanidae

    Sandklaffmuscheln - Myidae

    Miesmuscheln - Mytilidae

    Austern - Ostreidae

    Büchsenmuscheln – Pandoridae

    Kammmuscheln - Pectinidae

    Steckmuscheln - Pinnidae

    Sattelaustern - Placunidae

    Perlaustern - Pteriidae

    Superfamilie Solenoidea – Rasiermesser- & Scheidenmuscheln

    Rasiermessermuscheln – Pharidae

    Scheidenmuscheln - Solenidae

    Stachelaustern - Spondylidae

    Echte Bohrmuscheln - Pholadidae

    Superfamilie Tellinoidea - Sägezähne, Pfeffermuscheln, Sandmuscheln, Tellmuscheln und andere

    Pfeffermuscheln - Semelidae

    Sandmuscheln - Psammobiidae

    Tellmuscheln - Tellinidae

    Superfamilie Veneroidea – Venusmuscheln

    Falsche Bohrmuscheln – Unterfamilie Petricolinae

    Venusmuscheln - Veneridae

    Bohnenmuscheln - Thraciidae

    Klasse Cephalopoda, Kopffüßer

    Zehnarmige Kopffüßer – Superordnung Decapodiformes

    Präparation eines Kopffüßers

    Posthörnchen- Spirulidae

    Perlboote - Nautiloida

    Papierboote - Argonautidae

    Landschnecken

    Landschnecken aus Europa

    Tropische Landschnecken

    Süß- und Brackwasserschnecken

    Tropische Schnecken aus dem Süßwasser

    Nixenschnecken des tropischen Brack- und Süßwassers

    Europäische Süßwasserschnecken

    Süßwassermuscheln

    Süßwassermuscheln aus Eurasien

    Muscheln aus Südostasien für die Aquaristik

    Muscheln aus Südostasien der Schmuckindustrie

    Tiere aus anderen Stämmen, die nicht zu den Weichtieren gehören

    Stamm Brachiopoda, Armfüßer

    Stamm Echinodermata, Stachelhäuter:

    Seeigel - Echinoidea

    Seesterne – Asteroidea

    Abschließende Hinweise:

    Danksagungen

    Literatur und Quellen

    Warum die moderne Meerwasseraquaristik einen echten Beitrag zum Umweltschutz leisten kann

    Ein Aquarium für Schnecken aus dem Mittelmeer

    Epilog, Frühjahr 2020

    Index der wissenschaftlichen Namen

    Das wissenschaftliche System der Mollusken (stark vereinfacht)

    Benötigen Muschelsammler und Hobbyisten überhaupt wissenschaftliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Mollusken? Natürlich nicht, würden wohl die meisten Leute sagen. Aber auf der anderen Seite ist es eine profane Tatsache, dass insbesondere die Mollusken meist unter ihrem wissenschaftlichen Namen gehandelt werden. So ist es also doch geboten, zumindest den wissenschaftlichen Namen einer Muschel zu kennen, um Missverständnissen vorzubeugen. Der große Vorteil liegt darin, dass alle Muschelsammler aller Länder eine einzige gemeinsame wissenschaftliche Sprache benutzen: Latein. So ist es überhaupt kein Problem mehr, Muschelschalen zu bestellen oder anzubieten, auch wenn man diese von der anderen Seite des Globus bestellt. Das habe ich selbst ausprobiert! So bestellte ich mir Muscheln aus Neukaledonien (einer Inselgruppe bei Australien mit der Hauptstadt Noumea), die mir dann nach Hannover in Deutschland geschickt wurden. Hierfür eignen sich besonders Internet-Netzwerke wie etwa das Liebhabernetz delcampe.net, wo Käufer und Verkäufer ständig bewertet und überwacht werden. Hier kann man bei entsprechend guter Beurteilung auch sehr hochpreisige Stücke ohne Risiko einkaufen. Wenn alle Beteiligten das gleiche Grundwissen hätten, so könnten also auch alle von dem wissenschaftlichen System profitieren. Und das scheint in der Tat auch die Grundidee der ersten Wissenschaftler wie etwa Linne`, Lammarck, Leach oder Montague gewesen zu sein, die dieses System anwendeten. Heutzutage könnte theoretisch jeder eine neue Art beschreiben, sofern er die dafür vorgeschriebenen Regeln beachtet. Hierfür ist es noch nicht einmal nötig, Biologie studiert zu haben. In den letzten Jahrzehnten wurden so etliche neue Arten auch von wissenschaftlichen Laien beschrieben – also was hindert Sie daran? Das Einzige was man dafür benötigt, sind ein paar Grundkenntnisse in der Taxonomie und der Anatomie der beschriebenen Art. Mit Hilfe von Universitäten kann man sich auch Beschreibungen ähnlicher Arten beschaffen und sich daran entlang hangeln. Dann sollte man die Arbeit noch von einer wissenschaftlichen Fachkraft prüfen lassen, bevor man sie dann in einem entsprechenden Journal publiziert. Sofern es zu der neuen Art schon eine Gattung gibt, sollte man diese dann auch übernehmen, um späteren Revisionen vorzubeugen. Der Artname einer neuen Art kann dagegen frei gewählt werden, sollte jedoch möglichst latinisiert werden und vor allem sinnvoll sein. Gut gewählte lateinische Namen können oft schon eine kleine prägnante Beschreibung der Art liefern, in dem sie wesentliche Eigenschaften der Art komprimiert darstellen. Trägt eine Art etwa den Namen „ruber", dann weiß man schon, dass sie rot gefärbt ist. Oder heißt sie gar „cornutus", dann weiß man, dass es sich um eine Art mit Hörnern handelt. Man kann Artnamen aber auch zu Ehren anderer vergeben, indem man deren Nach- oder Vornamen latinisiert. So entstehen dann Namen wie etwa „muelleri", „weinkauffi" etc.. Der Nachteil dieser Benennungsmethode besteht jedoch darin, dass ein so vergebener Name leider kaum noch etwas über das beschriebene Lebewesen und dessen

    Merkmale aussagt. Deshalb sollte eigentlich besser immer das beschriebene Subjekt im Fokus sein.

    Klassifizierung einer Molluske

    Nachfolgend sei ein Beispiel aufgeführt, wie ein Weichtier in den wissenschaftlichen „Baum der Taxonomie einsortiert werden kann. Dieser „Baum sollte jedoch besser als eine Kette verstanden werden, denn das griechische Wort Taxon (Plural Taxa) bedeutet wörtlich übersetzt „Glied einer Kette". Um diesen Sachverhalt näher zu beleuchten, wurde hier die Herkuleskeule Bolinus brandaris, eine häufige Purpurschnecke des Mittelmeeres, mitsamt der taxonomischen „Kette" dargestellt:

    Klassifikation: Biota (Lebewesens)

    Königreich: Animalia (Tiere)

    Stamm: Mollusca (Weichtiere)

    Klasse: Gastropoda (Schnecken;

    wörtlich = „Magenfüßer")

    Unterklasse: Caenogastropoda

    (Schnecken mit Gehäuse)

    Ordnung: Neogastropoda (Neue Schnecken)

    Superfamilie: Muricoidea (Felsenschnecken und andere)

    Familie: Muricidae (Felsenschnecken)

    Unterfamilie: Muricinae (Echte Felsenschnecken)

    Gattung: Bolinus (Purpurschnecken)

    Art: brandaris (Herkuleskeule)

    Während der letzten Jahrzehnte wurde das taxonomische System stark revidiert. Dabei wurden immer mehr Teile in die taxonomische Gliederung eingefügt. So wurde die ursprüngliche Materie leider immer komplizierter und intransparent. Es mag sein, dass sich die Taxonomen lediglich als die „wahren" Experten etablieren wollten, es kann aber auch durchaus zutreffen, dass einige Ergänzungen sinnvoll waren, um verschiedene Familien und Arten besser voneinander abgrenzen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass sich hier langfristig eine objektive Wahrheit durchsetzen wird.

    Historische Muschelschalen

    Dieses Bild zeigt eine Skulptur aus den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Dabei handelt es sich um Aphrodite, die griechische Göttin der weiblichen Schönheit.

    Bacchus, der Gott des Weines und des Müßigganges.

    Die Geburt der Venus, Sandro Botticelli, gemalt anno 1485/1486.

    Seite → ganz und Vorseite, oben:

    Statuen und Muscheln

    Während des 16. und des 17. Jahrhunderts wurden die Schalen tropischer Muscheln aus der Karibik und dem Indischen Ozean bei der adligen Oberschicht in Europa populär. Solche Schalen wurden gerne in Gärten und Gebäude integriert und bedeuteten ein Statussymbol. Zu dieser Zeit waren solche Schalen extrem teuer und waren für die nichtadlige Bevölkerung meist unerschwinglich. Die hier gezeigten mit Muscheln geschmückten Mauern zeigten das Kunstverständnis der Könige und Königinnen von Hannover in Deutschland, welche mit der königlichen Familie in England verwandt waren und für einige Jahre sogar beiden Königreichen gleichzeitig vorstanden. Hätte diese politische Union nur einige Jahrzehnte länger bestanden, so wären Europa möglicherweise einige sinnlose Kriege erspart geblieben. Die Aufnahmen zeigen typische Gebäude der Rokoko-Ära aus den Herrenhäuser Gärten in Hannover, der Hauptstadt Niedersachsens. Nach dem 2. Weltkrieg wurden diese historischen Gebäude wiederhergestellt und renoviert, da die meisten von ihnen den alliierten Bomben zum Opfer fielen. Alle paar Jahre müssen die dort eingearbeiteten Muscheln ebenfalls erneuert werden, weil insbesondere ihre Farben unter dem Einfluss von saurem Regen und den ultravioletten Anteilen des Sonnenlichtes unweigerlich ausbleichen. So kann man hier gut sehen, dass die Schale rechts oben im Bild ein neueres Exemplar ist, während die anderen bereits etwas älter sind. Das Arrangement selbst stellt den griechischen Gott Bacchus dar, der bekannt war als der Gott des Luxus und des Weines.

    Vorseite, unten:

    Die Geburt der Venus

    Dieses großartige Gemälde malte Sandro Botticelli für Lorenzo de Medici, der einst einer der größten Kunstmäzene seiner Epoche war. In Wahrheit zeigt das Bild nicht die Geburt der Venus, sondern vielmehr die Ankunft der neuen Göttin auf der griechischen Insel Cythera. Im Gegensatz zur Darstellung der Göttin als nackter Schönheit wurde die Venus jedoch nicht als antikes Sexsymbol verstanden. Vielmehr galt die Göttin als ein Symbol für einen reinen Verstand und für Weisheit.

    Die Bekleidung der anderen Personen rund um die Göttin ist typisch für die Renaissance. Zum Glück für die Nachwelt entging dieses Werk den Bilderverbrennungen der Reformationszeit. Während denen diverse großartige Kunstwerke öffentlich wegen religiösem Fanatismus verbrannt wurden, weil man sie für obszön hielt. Dieses geschah insbesondere in Florenz, wo der Mönch Savanarola ein unerbittliches religiöses Regiment führte, um göttliche Strafen abzuwenden.

    Noch heute kann das Originalgemälde in den Uffizien von Florenz in Italien bestaunt werden. Die gemalte überdimensionierte Muschel ist sehr typisch für die mediterrane Meeresfauna. Es handelt sich dabei um die Große Pilgermuschel Pecten maximus, welche außerdem eine hervorragende Delikatesse ist. Ergänzend dazu sei angemerkt, dass die Muschel ihren Namen der Tatsache verdankt, dass tatsächlich Pilgerreisende die leeren Schalen verwendeten, um zu betteln oder um sie als leicht tragbares Essgeschirr zu verwenden. Diese Schalen waren sehr praktisch, da sie leicht waren und schnell unter dem Gewand verstaut werden konnten.

    Wie man Muschelschalen in Szene setzt

    Selbstverständlich wäre es die beste Aufbewahrungsmethode für Molluskenschalen, wenn man diese in geschlossenen Schränken lagern würde, um ihre Farben vor den ultravioletten Anteilen des Sonnenlichtes zu schützen. Das würde allerdings auch bedeuten, dass man die Sammlung nicht vor Augen hat. Diese „korrekte" Art der Aufbewahrung würde daher die gleiche Langeweile wie das Sammeln von Briefmarken bedeuten! Daher könnte es ein guter Kompromiss sein, Teile der Sammlung in einem Vitrinen Schrank auszustellen. Eine Prämisse dafür ist es jedoch, dass direktes Sonnenlicht vermieden wird, welches die Farben der Schalen ausbleicht. Die Schalen selbst kann man mit Elementen wie kleinen Steinen, anderen Seetieren oder auch künstlichen Dekorationen kombinieren. In dem hier gezeigten Vitrinen Schrank wurden künstliche Steine und Korallen verwendet, um ein fiktives marines Habitat darzustellen – hier eine Felsenküste. Selbstverständlich wäre echter Sand eines Strandes ein gutes Element, um die Schalen von Muscheln zu präsentieren, die sich darin eingraben. Für die Darstellung weiterer Arten des Meeresgrundes eignen sich auch Kies und Schill (Bruchstücke kleiner Muschelschalen). Die richtige Mischung aus echten und künstlichen Bestandteilen kann dem Betrachter einen gewissen Überrealismus vermitteln, so dass im besten Falle ein Kind fragen würde, ob die ausgestellten Seetiere noch leben!

    Die Muschelsammlung

    Möchte man kleine und zerbrechliche Schalen dauerhaft aufheben, so sollte man diese in kleinen Plastikkisten aufbewahren, um sie vor Zerbruch, Staub und Sonnenlicht zu schützen, welches ihre Farben zerstören könnte. Diese Muschelkistchen sollte man in Ordnern oder in geschlossenen Schränken aufbewahren. Einzelne Schalen sollten zunächst bestimmt werden und dann mit kleinen Zetteln versehen werden, welche den lateinischen Namen, den Fundort oder andere wichtige Details beinhalten. Große Muschelgläser oder Setzer Kästen mögen zwar auf den ersten Blick dekorativ erscheinen, aber speziell zerbrechliche dünne Schalen sind hier nicht gut aufgehoben. Außerdem können den Schalen so Staub und Sonnenlicht zusetzen und sie schnell unansehnlich werden lassen. Außerdem können sie aus einem offenen Setzer-Kasten auch herausfallen und zerbrechen. Das Beste wäre es, wenn man die Schalen im Setzer-Kasten durch eine davor angebrachte Scheibe aus Glas oder Plexiglas sichern würde. Das würde die Schalen tatsächlich vor Bruch und Staub schützen, doch dürfen sie trotzdem niemals direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Darüber hinaus könnte man den Setzer-Kasten auch einfach in einem geschlossenen Schrank unterbringen. Die Schalen ihrerseits sollte man nach Familien oder Herkunft sortieren, was ebenfalls ein ästhetisches Element für die Sammlung sein könnte.

    Kegelschnecken (Conidae) in einem Setzer-Kasten. So präsentiert bleichen sie entweder durch das Sonnenlicht aus oder sie könnten sogar herausfallen… Allerdings sind solche Kästen immer ein sehr dekoratives Element bei der Innenraumgestaltung.

    Diese Plastikboxen können in Schränken oder Aktenordnern aufgehoben werden. Eine sehr effektive Methode, um insbesondere schmale, dünne und leicht zerbrechliche Schalen zu schützen und übersichtlich sortiert aufzubewahren.

    Solche Muschelgläser sind eine sehr unsichere Aufbewahrungsmethode

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