Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers (151 Gedichte in einem Band)
Von Erich Mühsam
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Erich Mühsam - Erich Mühsam
Erich Mühsam
Erich Mühsam: Verse eines Kämpfers
(151 Gedichte in einem Band)
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musaicumbooks@okpublishing.info
2017 OK Publishing
ISBN 978-80-272-0503-5
Inhaltsverzeichnis
Brennende Erde: Verse eines Kämpfers
Widmung
Zum Beginn
Weckruf
Freiheit und Land
Der Mahner
Hoffnung (Mühsam)
Tolstojs Tod
Kain
Golgatha
An die Soldaten
Testament
Kalender 1912
Kalender 1913
Dichter und Kämpfer
Vermächtnis
Betäubung Gehe zur gesprochenen Version
Wehe der Erde
Wiegenlied
Gefährtin
Die Schlacht am Birkenbaum
Barbaren
Entlarvung
Ghasel
Klage
Hungersnot
Spruch Gehe zur gesprochenen Version
Weltschändung
An die Dichter
Soldatenlied
... der für die Menschheit starb
Ode zum Jahreswechsel 1916/1917
Kriegslied
Verständigung
Lob der Tat
Epilog
Elegische Ironie
Lied der Jungen
Vision
Das Beispiel lebt
Kriegslenz
Traunstein
Die Pfeife
Dies irae
Versöhnung
Rebellenlied
Trutzlied
Die Stimme des Gemordeten
Räte-Marseillaise
1919
Der Gefangene
Unversöhnlich
Ruf aus der Not
Mensch sein
Rechtfertigung
Sylvester 1919
Andere Gedichte
Gebrauchsanweisung für Literarhistoriker
Ich bin ein Pilger ...
Heimat
Das neue Deutschland
Das Trinklied
Lumpenlied
Im Bruch
Aufforderung zum Tanz
Immer noch die dürftigen Nöte
Versnot
Heimweg
Wenn Gott mich so verstände
Weiter, weiter – unermüdlich
Das Nichts
Das sind die Nächte, die mir Furcht erregen
Meine Seele ist so fremd
Dämmerung
Die Ratte
Wollte nicht der Frühling kommen?
Mein Gemüt brennt heiß wie Kohle
Ich möchte wieder vom Glücke gesunden
Dumpf sengt die Mittagssommersonnenglut
Die Kirchenuhr schlägt Mitternacht
An dem kleinen Himmel meiner Liebe
Folg mir in mein Domizil
Gebt mir Schnaps
Mädchen mit den krummen Beinen
Rendezvous
Weihnachten
Liebesweisheit
Warum faltest du die Hände
Frühlingserwachen
Füllet Wein in goldne Schalen
Du gingst mit mir ...
Du hast mich fortgeschickt ...
Die uns scheiden, miß nicht die Meilen
Spiel nur, lustiger Musikante
Und wieder tritt das Leben mir
Hinter den Häusern heult ein Hund
Was ist der Mensch?
Es stand ein Mann am Siegestor
Disput
Ach, ihr Seelendreher
Der tote Kater
Erziehung
Ich zog einmal ein liebes Kind
Trostspruch
Motto
Produktion
Kracht der Topf in Scherben
O Mitmensch, willst du sicher sein
Ich möchte Gott sein ...
Heilige Nacht
Lebensregel
Ewiges Diesseits
Jeden Abend werfe ich
Erwachen
Wenn mich dereinst in fernen Ewigkeiten
Verwirrt von dem Erlebnis dieser Tage
Sei's in Jahren, sei's schon morgen
März
Der Glockenturm
Der Bahnhof
Nacht im Schwarzwald
Überschwemmung
Lerchen schmettern mir den Morgengruß
Der Schornstein
Der Torbogen
Das Wasserrohr
Moses
Ich weiß von allem Leid ...
Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen
Noch geb ich nicht den Sieg verloren
Gesichte
Nun flammt das Feuer auf ...
Nach all den Nächten, die voll Sternen hingen
Verhüllt der Himmel und die Welt
Die drei Gesellen
Meta und der Finkenschafter
Das kleine Mädchen
Kleiner Roman
Amanda
Adelgunde
Altonaische Romanzen
Poeta Laureatus
Seenot
Elegie im Kriege
Vampir Erde
Weltwende
Ewige Wiederkunft
Hybris
Predigt
Kein Himmel hilft
Wunderglaube
Appell
Streit und Kampf
Kampfruf
Marschlied der Zwölfjährigen
Gesang der jungen Anarchisten
Gesang der Arbeiter
Gesang der Intellektuellen
Der Revoluzzer
Bürgers Alpdruck
Das Volk der Denker
Vor der Vergeltung
Der Tote
Mahnung der Gefallenen
Fanal
Geschonte Kraft
Einzelhaft
Gefängnis
Herz in Not
In der Zelle
Die Pflicht
Zuversicht
Herbstmorgen im Kerker
Freiheit in Ketten
Ich lade euch zum Requiem
Curt Siegfried
Francesco Ferrer
Tolstois Tod
Peter Kropotkin
Frank Wedekind
Gustav Landauer
August Hagemeister
Lenin
Karl Liebknecht – Rosa Luxemburg
Sacco und Vanzetti
Sacco und Vanzetti
Seppl Wittmann
Brennende Erde: Verse eines Kämpfers
Inhaltsverzeichnis
Widmung
Inhaltsverzeichnis
Dem treuesten Kameraden,
dem tapfersten Kampfgenossen,
der Gefährtin in Glück und Not
meiner Zenzl
zugeeignet.
Zum Beginn
Inhaltsverzeichnis
(Geleitwort zu Gustav Landauers Zeitschrift „Der Sozialist") Januar 1909
Wollt ihr die Freiheit, so seid keine Knechte!
Wollt ihr das Glück, so schaffet das Rechte!
Wollt ihr die Früchte, so ackert die Saat!
Wollt ihr das Leben, so leistet die Tat!...
⁵
Pestluft lagert über der Welt;
um das Große drängt sich die Kleinheit;
trübe Dünste verfinstern die Reinheit,
und der Mensch ist vom Haß entstellt.
Um das Daseins armselige Brocken
¹⁰
sind alle Fäuste wütend geballt.
Denn die Not schleicht auf leisen Socken, –
und Not ist hungrig und krank und kalt.
Gute Menschen sind Räuber geworden,
Denn sie haben, was andere entbehren.
¹⁵
Gute Menschen sengen und morden,
denn sie schützen, was andre begehren.
Friedliche Menschen sind tobende Horden,
freie Menschen sind Sklaven geworden, –
und Gottes gepriesenes Ebenbild
²⁰
ward zum reißenden Tier, raubgierig und wild.
Blutend am Boden wimmert der Geist.
Denn die Fäuste haben die Macht, –
und unter den Hieben der Fäuste zerreißt
das Licht des Geistes – und sinkt in die Nacht.
²⁵
Und um die Stirne schlingt sich ein Netz
und schnürt dem Denken den Atem zusammen
und tötet der Seele flackernde Flammen
und fesselt das Fühlen – und heißt Gesetz.
Und die da stöhnen in tausend Wunden,
³⁰
die sie einander im Hasse geschlagen,
und die einander vor Gott verklagen, –
sie werden von einer Kette gebunden...
Und doch sehnt sich der Mensch nach Glück,
und sehnt sich nach Freiheit und sehnt sich nach Leben,
³⁵
und möchte als Freund zum Menschen zurück,
und möchte den Geist zur Freude erheben! –
Möchtet ihr, Menschen? Wohl! Reckt eure Köpfe!
Öffnet die Augen! Dehnt eure Brust!
Fühlt euch als freie, als eigne Geschöpfe!
⁴⁰
Wollet die Freiheit! Wollet die Lust!
Alles Geschehens Geheimnis ist Wollen.
Wollt euer Glück! Erwacht! Erwacht!
Die Wellen nur fließen, die Steine nur rollen,
die eine Kraft zur Bewegung gebracht.
⁴⁵
Menschen! Besinnt euch auf eure Kraft!
Zur Arbeit, die Frieden und Freude schafft!
Eine Welt der Freiheit ist zu gewinnen, –
und der erste Schritt zum Glück heißt: Beginnen!
Weckruf
Inhaltsverzeichnis
1909
Die Augen auf! Erwachen
aus Druck und Zwang und Staat!
Ihr Armen und ihr Schwachen,
besinnt euch auf die Tat!
⁵
Die ihr dem Herrn den Spaten führt,
die Häuser baut, das Feuer schürt, –
sehnt ihr euch nicht nach Brot und Land?
Den eignen Spaten in die Hand!
Fort mit der Fessel, die euch band!
¹⁰
In Reihen, Kameraden!
Die ihr die Arbeit haßt,
mit der man euch beladen, –
werft von euch eure Last!
Werft sie, wohin sie fallen mag!
¹⁵
Schafft selbst euch euern Arbeitstag!
Pfeift auf des Herren Dienstgebot!
Nicht ihm – euch selbst backt euer Brot!
Nicht ihn – euch selbst helft aus der Not!
Ans Werk! Die Kinder schreien
²⁰
nach Brot und Bett und Kleid!
Ans Werk, sie zu befreien
Aus ihrem Weh und Leid!
Ans Werk ihr Männer und ihr Frauen!
Den Kindern gilt’s die Welt zu bauen!
²⁵
Mensch, fühl dich Mensch und sei kein Hund!
Freiheit auf freiem Ackergrund!
Dem Volk den Boden! Schließt den Bund!
Freiheit und Land
Inhaltsverzeichnis
1910
Es schwillt die Kraft. Der Arm greift aus.
Die Sense schwingt sich übers Feld.
Der Schweiß quillt aus der Stirn heraus.
Doch nicht erlahmt die die starke Hand
⁵
des Arbeitsmanns. Es denkt der Held:
Freiheit und Land!
In Schwaden liegt das Korn gemäht.
Der es geackert, fährt es heim.
Noch einmal schweift sein Auge, späht,
¹⁰
wo hoch und stolz die Ähre stand.
Noch einmal formt sein Mund den Reim:
Freiheit und Land!
Die Sonne überstrahlt die Flur,
die sich nach neuem Samen sehnt.
¹⁵
zum Menschen flüstert die Natur,
zum Menschen, der die Garben band,
dem Sehnsucht alle Muskeln dehnt:
Freiheit und Land!
Der Mahner
Inhaltsverzeichnis
1910
Wo bleibt ihr nur, Genossen meiner Zeit?
Ich schau zurück und kann euch kaum noch sehn.
Ein wirres Stimmentosen hör ich weit,
weit hinter mir und kann es nicht verstehn.
⁵
Ich ruf euch zu, doch euer Echo fehlt
den Laut, der rein aus meiner Stimme klingt.
Ich wink euch her. Doch ihr, wie unbeseelt,
horcht tauben Ohrs, ob euch ein Stummer singt.
Vergebne Zeichen! Aus den Zähnen pfeift
¹⁰
mißtönig euer ärgerlicher Spott.
Kommt nie die Zeit, da ihr die Zeit begreift?
Tritt nie aus finstern Kirchen euer Gott?
Hoffnung (Mühsam)
Inhaltsverzeichnis
1910
Von meiner Hoffnung laß ich nicht,
ich ließe denn mein Leben,
daß einmal noch das Weltgericht
ein Lächeln muß umschweben.
⁵
Und kann es nicht durch Gott geschehn,
daß sich die Menschheit liebe,
so muß es mit dem Teufel gehn,
dem sich die Welt verschriebe.
Der Teufel hol Gesetz und Zwang
¹⁰
samt allen toten Lettern!
Er leih dem Geiste Mut und Drang,
die Tafeln zu zerschmettern!
Am Anfang trennte Gottes Rat
die Guten von den Bösen.
¹⁵
Am Ende steht die Menschentat,
den Gottesbann zu lösen.
Stumm starrt der Weltengeist und friert,
wo wild Begriffe toben.
Wenn einst das Wort die Tat gebiert,
²⁰
wird er uns lächelnd loben.
Tolstojs Tod
Inhaltsverzeichnis
(am 20. November 1910)
Die Liebe ist verwaist. Ihr stärkster Hort,
ihr Schützer, ihr Prophet, ihr Held, ihr Sohn,
die menschgewordne Liebe selbst ging fort.
Das Herz der Welt erbebt in seinen Festen,
⁵
erschüttert von des Worts Posaunenton,
vom Testament des Weisesten und Besten.
Er ging, wie nie ein Mensch noch sterben ging,
nicht müde flüchtend, nicht mit Todesbeben;
er sprengte seines Daseins goldnen Ring,
¹⁰
zu einen seines Herzens mächtigen Schlag
mit dem der Welt. – An seinem Sterbetag
grüßt ihn der Sieg des langen Kampfs: das Leben...
Noch schläft die Sonne hinter Reif und Frost;
vereiste Wege, nur vom Schnee erhellt,
¹⁵
durchkreuzen bleich und lang erfrorne Gründe.
Durch den Novembermorgen pfeift und gellt,
wie Atemstöße roher Menschensünde,
von Schmerz und Wollust heulend der Nordost.
Da trappeln Pferde. Eine Wagenspur
²⁰
spult flimmernd sich im schneeigen Boden ab.
Ein Greis verläßt sein Weib, sein Gut, sein Haus.
Hinaus in Gottes einsame Natur!
Die Hufe schlagen auf im scharfen Trab, –
in Rußlands stillste Einsamkeit hinaus.
²⁵
Was arme Menschen Wohlstand dünkt und Glück:
Bequemlichkeit und festliches Geschmeide
und Zärtlichkeit und liebende Betreuung, –
der flüchtige Greis wirft keinen Blick zurück.
Die Seele, eingekrustet im Genuß,
³⁰
sehnt sich nach Reinigung und nach Erneuung.
Sie wäscht sich rein von aller Menschheit Leid
Und aller Menschheit weiht sie ihren Kuß. –
Sucht nicht den Gatten, sucht den Vater nicht,
der ohne Abschied ging, um Gott zu finden;
³⁵
in seiner Sterbestunde für die Blinden
Gott anzuflehn um Stab und Mut und Licht.
Der euch verließ, gehört euch nicht allein.
Stört nicht sein Tun, so ihr die Menschheit achtet!
Wenn ihr barmherzig seid, tränkt nicht mit Wein
⁴⁰
den Sterblichen, der nach Erlösung schmachtet! –
Der Tag steigt auf. Die helle Sonne leuchtet
ins herbstliche Gefild mit heller Glut,
daß rings vom Tau und
