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Ein Engel für Hotte
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eBook71 Seiten51 Minuten

Ein Engel für Hotte

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Über dieses E-Book

Der Kleinganove Eddi und die Handgranate. Glückselig schaute er sie an. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er meinen: täuschend echt.

Seine Zeit im Gefängnis hat er dafür genutzt, ein Drehbuch zu schreiben. Welches erfolgreich verfilmt wurde. Eddi bekam jedoch nur einen Hungerlohn dafür. Arm und mittellos ist er.

Deswegen plant er jetzt seinen großen Wurf zusammen mit zwei Kumpel in der Haspa auf der Reeperbahn. Doch auch dieses Mal hat Eddi kein Glück: Er wird von Hotte, dem schüchternen Polizeibeamten, erschossen.

Für Hotte eine große Tragödie, denn seit dem Zwischenfall geht Eddi ihm nicht mehr aus dem Kopf. Aber er versteht schnell, daraus Kapital zu schlagen ...


Aus dem Buch: Früher hieß der Imbiss »Zum Löffel". Weil »Zum Löffel" bald nur noch »Zum dreckigen Löffel" genannt wurde, entschloss sich Erna eines Tages, ihrem Laden einen neuen Anstrich und einen neuen Namen zu geben: »Zur Ecke". Seitdem wird der Imbiss, der in einer Seitenstraße der Reeperbahn liegt, von vielen nur noch »Dreckeck" genannt.
SpracheDeutsch
HerausgeberVirulent
Erscheinungsdatum4. Okt. 2007
ISBN9783864740190
Ein Engel für Hotte
Autor

Anke Gebert

Anke Gebert studierte u.a. am Deutschen Institut für Literatur in Leipzig. Sie arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie in Hamburg an der Master School Film ein Drehbuch-Studium absolvierte. Seit einigen Jahren ist sie freie Autorin von Romanen, erzählenden Sachbüchern und Drehbüchern. Sie gibt Seminare für fiktives und autobiografisches Schreiben. Für ihre Arbeiten erhielt sie diverse Preise. Die Autorin im Internet: www.ankegebert.de Bei dotbooks veröffentlicht Anke Gebert: »Eine Liebe im Adlon« und die Krimireihe um Nina Wagner mit den Titeln »Mord in Travemünde – Tödliche Brise«, »Mord in Travemünde: Tödliche Wellen« und »Mord in Travemünde: Tödliche Küste«

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    Buchvorschau

    Ein Engel für Hotte - Anke Gebert

    Inhalt

    Ein Engel für Hotte

    Impressum

    Leseprobe

    „Schmucklos" von Anke Gebert

    Virulent Kurzkrimis

    Kriminalromane von Anke Gebert

    Ein Engel für Hotte

    Horst greift nach den zwei mit Pommes und Wurst gefüllten Pappen, die Erna ihm über den Tresen schiebt. Im »Zur Ecke« gibt es die beste Currywurst, die man auf dem Kiez kaufen kann, Jägermeister in Fläschchen für zwei Mark und fünfzig das Stück und Holsten Edel in der Flasche. Bei Erna bekommt man für einen Heiermann ein Mittagessen – inklusive Getränk. Wo bekommt man das in Hamburg sonst noch?

    Früher hieß der Imbiss »Zum Löffel«. Weil »Zum Löffel« bald nur noch »Zum dreckigen Löffel« genannt wurde, entschloss sich Erna eines Tages, ihrem Laden einen neuen Anstrich und einen neuen Namen zu geben: »Zur Ecke«. Seitdem wird der Imbiss, der in einer Seitenstraße der Reeperbahn liegt, von vielen nur noch »Dreckeck« genannt. Jeder, der Erna kennt, weiß aber, dass es bei ihr nicht dreckig ist.

    Horst schiebt sich auf die rote Sitzbank. Er hat das Gefühl, als sei es in Ernas Laden enger geworden, und versucht, den hellgrünen Tisch weiter von sich wegzurücken. Doch das Teil ist festgeschraubt, schon immer. Horst beobachtet Barbara, die am Tresen noch ein Weilchen mit Erna schwatzt. Er liebt diese Stunden, in der er und seine Kollegin die Mittagspause hier im fremden Revier verbringen, nur um ein paar Pommes und die obligatorische Currywurst zu essen. Sie sind allein im Dreckeck. Die meisten Leute kehren um, wenn sie die beiden Uniformierten im Imbiss sitzen sehen. Barbara und Horst.

    Und Erna. Wie jeden Tag steht sie in ihrer rosa Kittelschürze mit dem rosa-grün karierten Kragen über den Spültisch gebeugt. Es sieht aus, als könne sie sich nicht mehr aufrichten, als würde sie nur in dieser Haltung in den schmalen Gang zwischen Flaschenregal und Tresen passen. Horst versucht sich vorzustellen, ob Erna irgendwann einmal anders ausgesehen haben könnte, anders als mit dieser weißen Kribbelkrause auf dem Kopf, anders als schätzungsweise siebzig Jahre alt. Wenn Erna eine Marlboro inhaliert, pfeift es in ihrer Lunge. Nach ein paar Zügen hustet sie einen schleimigen Husten, den sie hinunterzuschlucken versucht, wobei ihr Gesicht rot anläuft. Bei anderen Menschen würde Horst sich in solchen Momenten ekeln. Doch genauso wie seiner Mutter vergibt er auch Erna, was er an anderen Menschen unverzeihlich findet.

    Auf St. Pauli gibt es Kneipen, die allem Anschein nach niemals schließen, in denen Betrunkene schon morgens um zehn Uhr nach Liedern aus der Musikbox tanzen. »Manchmal möchte ich so gern mit dir …« oder »Fiesta Mexikana« bis zum Abwinken. Bei Erna jedoch wird allmorgendlich vor dem Aufschließen frisch gewischt. Hier merkt man noch, dass ein neuer Tag beginnt. Abends kommen Nutten in die »Ecke«, um sich aufzuwärmen. Dann gerät Erna in Hektik, weil sie unermüdlich für Freier, Touristen und Penner Appelkorn oder Kakao über den Tresen schieben und viele Currywürste klein schneiden muss. Abends löst sich Erna aus ihrer Versteinerung, bewegt sich hin und her in ihrem schmalen Gang.

    An einem dieser Abende entdeckten Horst und Barbara »Zur Ecke«. Weil sie zufällig zur gleichen Zeit auf das Revier in Winterhude versetzt worden waren, fühlten sie sich als »die Neuen« verbündet. In einem Anfall von Mut fragte Horst damals Barbara, ob sie etwas zusammen unternehmen wollen, um sich besser kennen zu lernen, für die Arbeit – zum Einstand sozusagen. Horst hatte dabei an Essengehen im Blockhaus (in der unteren Etage, wo sich das preiswerte Selbstbedienungslokal befindet) oder an einen gemeinsamen Kinobesuch (mit Einladung zum »Pizza Hut«, wo man zwei Stück Pizza plus Getränk für weniger als acht Mark bekommt) gedacht. Barbara aber schlug einen Kiezbummel vor. Begeistert war Horst davon nicht gewesen, denn er hatte sich als Polizist nicht umsonst in einen der heilsten Bezirke Hamburgs – nach Winterhude – versetzen lassen. Er hasste das allgegenwärtige Elend in St. Pauli. In Winterhude passierte es äußerst selten, dass er bei Ausübung seines Dienstes in Wohnungen einbrechen musste, um verwahrloste Kinder herauszuholen, deren Mütter seit zwei Tagen im »Goldenen Handschuh« in den »Suren Montag« hineinfeierten und bei jedem Schnaps, der hier montags nur eine Mark achtzig kostete, immer lauter »Hossa« brüllten. Doch auch in Winterhude gibt es Elend, eine andere Form von Verwahrlosung – modern, nennt Horst sie, und sehr

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