Meister Eckhart: 33 Tore zum guten Leben
Von Paul J. Kohtes
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Über dieses E-Book
Ein Buch, das berührt und zum Nachdenken und Neudenken einlädt.
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Buchvorschau
Meister Eckhart - Paul J. Kohtes
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Cover
Haupttitel
Inhalt
Über den Autor
Über das Buch
Impressum
Hinweise des Verlags
Paul J. Kohtes
Meister Eckhart – 33 Tore zum guten Leben
Patmos Verlag
Inhalt
Vorwort
1. Stille und Schweigen muss sein, wo das Wort vernommen werden soll.
2. Das ist das Jetzt der Ewigkeit, wo die Seele in Gott alle Dinge neu macht.
3. Lass los von allem, da findest du wahren Frieden.
4. Gäbe es nichts Neues – so würde nichts Altes.
5. Der gesamten Natur ist es unmöglich, etwas zu verändern, ohne damit etwas Besseres anzustreben.
6. Alle Zufälle stiften ein Warum.
7. Liebe kennt kein Warum.
8. Alles, was geschaffen ist, das ist Nichts.
9. Als ich geboren wurde, da wurden alle Dinge geboren.
10. Solange ich Knecht bin, bin ich dem eingeborenen Sohn sehr fern.
11. Ich lebe darum, dass ich lebe.
12. Ihr tragt doch alle Wahrheit wesenhaft in euch selbst.
13. Was nimmst du alles in Kauf – für einen kleinen und ungewissen Nutzen.
14. Richte dein Augenmerk auf dich selbst, und wo du dich findest, da lass ab von dir.
15. Die Menschen sollten besser nicht so viel darüber nachdenken, was sie tun sollen, sondern beachten, was sie sind.
16. Gott ist weder gut noch vollkommen.
17. Die Neigung zur Sünde ist nicht Sünde, aber sündigen wollen, das ist Sünde.
18. Mit dem Willen vermag ich alles.
19. Gott ist ein Gott der Gegenwart.
20. Nimm dich selber wahr.
21. Wer sich selbst einen Augenblick lang völlig lassen könnte, dem würde alles gegeben.
22. Gelingt dir das Sehnen nicht, so habe doch wenigstens Sehnsucht nach der Sehnsucht.
23. Alles Leid und alle Freude kommen von der Liebe.
24. Bist du gerecht, so sind auch deine Werke gerecht.
25. Gott und ich, wir sind eins.
26. Die Kraft der Seele reicht weiter als der Himmel.
27. Eins als Eins ergibt keine Liebe, zwei als eins aber ergibt natürliche, heiße Liebe.
28. Folge der ersten Eingebung – und geh dann einfach weiter.
29. Das Leben schenkt die edelsten Erkenntnisse.
30. Wenn du den Kern haben willst, musst du die Schale aufbrechen.
31. Willst du Freude und Trost finden, so sieh zu, dass du frei bist..
32. Das, was wir tun, macht nicht uns heilig, vielmehr sollen wir unsere Werke heilig machen.
33. Vernunft ist der Tempel Gottes.
Vorwort
Das uns erhaltene Werk von Meister Eckhart ist nicht besonders groß, wenn man bedenkt, dass er ein ganzes Leben lang gepredigt und geschrieben hat. Der Grund dafür liegt in der Verurteilung durch den damaligen Papst Johannes XXII. in Avignon. Die daraus resultierende Vernichtung seiner schriftlichen Unterlagen, Mitschriften und Abschriften ist jedoch glücklicherweise nicht vollständig gewesen, sodass eine Fülle von spannenden Texten dennoch vorliegt.
Die hier vorgestellten Zitate fußen auf der Ausgabe von Josef Quint, sind aber in modernes Deutsch übertragen, so weit es mir notwendig und dem Textverständnis zuträglich schien. Das dürfte durchaus ganz im Sinne des Meisters sein. Als man ihm vorwarf, die »Dummen« völlig unnötigerweise auf Deutsch und nicht auf Latein über die wahre Bedeutung der biblischen Botschaft zu informieren, da antwortete er auf seine unnachahmliche direkte Weise: Wenn wir nicht die Unwissenden belehren, wen dann? Die Wissenden brauchen doch keine Unterweisung. Eckharts Unterweisung zielt immer direkt auf den Menschen im Hier und Jetzt. Dabei gibt es durchaus sehr verschiedene Ebenen im Denken und in den Texten von Meister Eckhart, nämlich theologische, philosophische und lebenspraktisch-psychologische. Entsprechend kann man diese Sammlung in drei Felder aufgliedern:
1. Meister Eckhart spricht sehr häufig von Gott, und er greift dabei auf das theologische Gedankengut der damals gut 1000 Jahre alten Christenheit zurück. Wenn Eckhart sagt: »Gott und ich, wir sind eins«, dann zeigt dieser schlichte Satz allerdings auch, wie weit er sich aus dem patriarchalen Gottesbild der christlichen Theologie herauswagt.
2. Das klassische philosophische Gedankengut, griechisch-römisch geprägt, ist dem Meister sehr präsent. Sein berühmter Satz »Nimm din Selbes wahr« entspricht eins zu eins dem Spruch über dem Eingang des Tempels von Delphi: »Erkenne dich selbst.«
3. Ganz praktische Lebenshilfe für den Alltag hat bei Meister Eckhart hohe Priorität. Auch damit hebt er sich wohltuend von der verquasten Kirchensprache ab, die Menschen nicht aufklären oder gar befreien will, sondern in Abhängigkeit halten möchte von den elitären Strukturen der jeweils Mächtigen. Man soll, sagt er, »der ersten Eingebung folgen – und dann einfach weitergehen« (Predigt 62). Heute würden wir in der modernen Psychologie von emotionaler Intelligenz und von der Kraft der Intuition sprechen. Meister Eckhart wusste das schon 750 Jahre früher.
Hier noch einige Empfehlungen zum Umgang mit diesem Buch. Es ist eine Art Stunden-Buch geworden, das heißt, es ist nicht zum Durchlesen, sondern zum Innehalten. Es ist wie bei einer Weinprobe oder beim Parfüm testen: Nach drei oder vier Proben verliert sich der Geschmack. Wie wir alle wissen, verlieren sich viele gute Gedanken Ideen und Vorsätze, solange wir sie nicht konkret in unser Leben integrieren. Das geht nur durch Übung. Deshalb gibt es zu jedem der 33 Impulse eine konkrete Übungsidee, ein Tor zum guten Leben. Auch das entspräche dem Lebenswerk von Meister Eckhart, das nicht nur auf einen radikalen mentalen Perspektivwechsel zielt, sondern uns immer wieder ganz konkret zu einem guten, gelungenen Leben in dieser Zeit führen will.
Paul. J. Kohtes
33 x Meister Eckhart
1
Stille und Schweigen muss sein, wo das Wort vernommen werden soll.
Predigten
Ist es nicht so, dass wir sehr häufig schnell dabei sind, etwas, das wir gehört haben, in ein vorgefertigtes Urteil zu packen? Weil wir ja wissen, wie das ist. Diese automatische Reaktion unserer Gedanken ist im alltäglichen Leben eine große Hilfe. Müssen wir doch nicht jedes Mal darüber nachdenken, was es mit dem, was wir gehört oder erfahren haben, auf sich hat. Der Nachteil ist natürlich, dass sie auf diese Weise alle unsere Erfahrungen vorschnell fixieren, sie mit einem Etikett versehen und damit ihnen die Lebendigkeit nehmen.
»Stille und Schweigen« gehören nicht unbedingt zu den Favoriten unserer Zeit – ganz im Gegenteil! Unsere Zeit ist zu 90 Prozent auf äußere Werke ausgerichtet. Diese Einseitigkeit – wie jede – ist nicht besonders gesund. Deshalb spricht Meister Eckhart auch von einem Menschen, der sein inneres Werk vollbringen will. Und er meint nicht ein inneres Werk. Will sagen, jeder von uns hat
