Engel des Bösen (Ein Patricia Vanhelsing Roman)
Von Alfred Bekker
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Mein Name ist Patricia Vanhelsing und – ja, ich bin tatsächlich mit dem berühmten Vampirjäger gleichen Namens verwandt. Weshalb unser Zweig der Familie seine Schreibweise von "van Helsing" in "Vanhelsing" änderte, kann ich Ihnen allerdings auch nicht genau sagen. Es existieren da innerhalb meiner Verwandtschaft die unterschiedlichsten Theorien. Um ehrlich zu sein, besonders einleuchtend erscheint mir keine davon. Aber muss es nicht auch Geheimnisse geben, die sich letztlich nicht erklären lassen? Eins können Sie mir jedenfalls glauben: Das Übernatürliche spielte bei uns schon immer eine besondere Rolle.
In meinem Fall war es Fluch und Gabe zugleich.
Alfred Bekker
Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
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Ein Patricia Vanhelsing Roman
Mein Name ist Patricia Vanhelsing und – ja, ich bin tatsächlich mit dem berühmten Vampirjäger gleichen Namens verwandt. Weshalb unser Zweig der Familie seine Schreibweise von „van Helsing in „Vanhelsing
änderte, kann ich Ihnen allerdings auch nicht genau sagen. Es existieren da innerhalb meiner Verwandtschaft die unterschiedlichsten Theorien. Um ehrlich zu sein, besonders einleuchtend erscheint mir keine davon. Aber muss es nicht auch Geheimnisse geben, die sich letztlich nicht erklären lassen? Eins können Sie mir jedenfalls glauben: Das Übernatürliche spielte bei uns schon immer eine besondere Rolle.
In meinem Fall war es Fluch und Gabe zugleich.
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© 2013 der Digitalausgabe by AlfredBekker/Cassiopeiapress, Lengerich/Westfalen
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Ich hielt den Atem an und blickte hinunter zum Themseufer.
Wie angewurzelt stand ich im Schatten eines halbverfallenen Hauses und lauschte dem deutlich hörbaren Hufschlag.
Vier Reiter mit knochenbleichen Gesichtern preschten aus der Dunkelheit hervor. Ihre Augen waren leer und blind, die Haut wie vertrocknetes Pergament.
Aschfahl wirkten ihre Gesichter im Licht des Mondes.
Wie tot.
Aber um ihre dünnen, blutleeren Lippen spielte ein triumphierender Zug.
Die skelettartige Hand des ersten Reiters hielt einen Bogen. Pfeile sirrten durch die Luft. Todesschreie gellten in der Nacht und mischten sich mit dem triumphierenden Gelächter der Reiter zu einem schauerlichen Chor des Grauens.
Der zweite Reiter ließ ein gewaltiges, monströses Schwert über dem Kopf kreisen. Er hieb damit nach rechts und links in die Schwärze der Nacht hinein, während sein feuerrotes Pferd in der Dunkelheit zu leuchten begann.
Undeutlich erkannte ich fliehende Gestalten. Sie waren kaum mehr als schattenhafte Umrisse. Aber die Reiter waren unerbittlich. Pfeil auf Pfeil legte der erste Reiter in seinen Bogen und verschoss sie mit einer gespenstischen Treffsicherheit.
Und wann immer der zweite Reiter sein Schwert niedergehen ließ, erscholl ein grauenerregender Todesschrei.
Die Reiter näherten sich.
Sie hielten genau auf mich zu.
Ich wollte fliehen, aber meine Füße fühlten sich an, als ob sie im Asphalt der Straße verwurzelt wären. Einer der Flüchtenden taumelte mir entgegen. Sein Gesicht war von namenloser Furcht gezeichnet. Er schrie mir etwas Unverständliches entgegen, ehe ein Pfeil ihn in den Rücken traf und niedersinken ließ. Reglos blieb er am Boden liegen.
Die Schreie verebbten.
Die Reiter preschten heran und zügelten schließlich ihre Pferde, als sie bis auf einige Dutzend Schritte herangekommen waren.
Ich war ihnen ausgeliefert.
Eine Gefangene, durch geheimnisvolle Kräfte an den Boden gefesselt.
Kalter Angstschweiß stand mir auf der Stirn und meine Knie drohten weich zu werden.
Jetzt erst konnte ich im Schein des Mondes auch die letzten beiden Reiter genauer erkennen. Der eine trug eine Waage in der Hand, ließ sie hin und her schaukeln und kicherte dabei. Die toten, blicklosen Augen leuchteten gespenstisch. Sein Gewand erinnerte an ein stockiges Leichentuch. Der Mund war ein dünner Strich, und die Haut spannte sich so faltig und wächsern über die hervorstehenden Wangenknochen, dass man an eine entblößte Mumie erinnert war.
Der vierte Reiter trug nur zerrissene Fetzen am Leib. Sein Gesicht war zum Skelett abgemagert. Und die knochendürren Hände balancierten eine Schale, aus der blaustichige Flammen emporloderten.
Der Geruch von Moder und Verwesung schlug mir entgegen und betäubte meine Sinne.
Flieh!
Immer wieder schrie eine innere Stimme dieses Wort. Aber ich hatte keine Möglichkeit dazu. Mein Wille war gelähmt. Eine unheimliche Kraft fesselte mich an das kleine Stück Erde, auf dem ich stand.
Die Reiter bildeten einen Halbkreis um mich und verharrten einige Augenblicke.
Der Herz schlug mir bis zum Hals.
Kalter Angstschweiß stand mir auf der Stirn.
„Wer seid ihr?", murmelte ich, kaum hörbar. Ein kalter Wind pfiff indessen durch die Straßen am Themseufer und wirbelte die Nebelschwaden durcheinander, die sich am Ufer gebildet hatten.
Ein dröhnendes Lachen antwortete mir.
Dann hörte ich eine Stimme.
Sie sprach leise und erinnerte mich an das Wispern einer Schlange.
„Wir sind die Boten des Untergangs, gekommen um das Verderben zu bringen..."
Meine Kehle war trocken. Ich konnte nichts sagen. Völlig starr stand ich da. Ich hatte jetzt nicht einmal mehr die Macht, meine Hände zu bewegen. Eine geheimnisvolle Kraft hielt mich in ihrem eisernen Griff, der wie ein stählernes Korsett war.
Ich versuchte, den Mund zu öffnen und etwas zu sagen.
Aber auch diese Muskeln gehorchten mir nicht mehr.
Der vierte Reiter, der in seinen knochendürren Händen die blauschimmernde Schale balancierte, brach jetzt aus der Phalanx dieser Schreckensgestalten heraus.
Er ließ sein Pferd, dessen Farbgebung ebenso bleich war wie die seines Totenschädel-Gesichtes, ein paar Meter auf mich zutraben, bevor es stoppte.
Wie eine Verkörperung des Todes!
Seine Augen waren vollkommen weiß. Das Mondlicht wurde von diesen blicklosen Augäpfeln reflektiert, so dass man den Eindruck hatte, dass kleine Lampen aus dem Knochenkopf herausleuchteten. Die Haut war im Bereich des Kopfes derart dünn und pergamentartig, dass die Knochen bereits hindurchschimmerten. Sie war noch fadenscheiniger, als seine ihm in Fetzen vom Leib hängende Kleidung.
Mein Gott, was geht hier vor!
Der Reiter stieg von seinem Klepper. Die Augen des Tiers waren ebenso blicklos und tot wie die seines Herren.
Er trat auf mich zu, hob etwas den Kopf und der Ausdruck in seinen Zügen wirkte fast wie die Karikatur eines Lächelns. Seine Lippen bewegten sich nicht. Und doch sprach er mit einer dunklen, sonoren Stimme, deren Klang dafür sorgte, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten.
„Sieh her, Menschenkind", sagte er.
Wie hypnotisiert starrte ich in sein grauenerregendes Antlitz, dass mir auf gleichermaßen unerklärliche und unangenehme Weise bekannt vorkam...
Wer um alles in der Welt ist er, Patricia?
Das Gelächter meines Gegenübers wirkte wie eine höhnische Antwort auf diese Frage, die durch meine Gedanken blitzte.
Ich schauderte.
„Es ist nicht wichtig, wer ich bin, erklärte der Knochenmann dann, so als ob er meinen Gedanken gelesen hatte. „Wichtig ist nur, was ich dir bringe... Die Schale des Todes!
Er hob die Schale an und balancierte sie in der Linken. Das bläuliche Feuer züngelte daraus empor.
Seine Augen begannen grell aufzuleuchten. Und das hatte nichts mehr mit den Reflektionen des Mondlichts zu tun, sondern mit der dämonischen Kraft, die ihm wohnte.
Der Knochenmann lachte heiser.
Er wandte sich von mir ab. Dabei glitt die Schale des Todes aus seiner Hand und fiel auf den Asphalt. Eine pechschwarze Flüssigkeit ergoss sich daraus und verteilte sich in rasender Geschwindigkeit über den Boden. Auf der Oberfläche dieser Flüssigkeit tanzte das blau schimmernde Feuer. Die Flammen fraßen sich an meine Füße heran. Ein geradezu höllischer Schmerz durchfuhr meinen gesamten Körper. Alles krampfte sich in mir zusammen. Ich wollte schreien, aber ich brachte keinen Ton heraus.
In welche Hölle bist du geraten?, durchzuckte es mich, bevor eine erneute Welle aus rasendem Schmerz jeglichen Gedanken erstickte.
*
„Patti, du verplemperst deinen Sekt!"
Tom Hamiltons Stimme riss mich aus dem beinahe tranceartigen Zustand heraus, in dem ich mir für einige Augenblicke befunden hatte.
Es ist bereits das dritte Mal, dass du die Reiter gesehen hast, ging es mir durch den Kopf. Und allein die Erinnerung an die düsteren Bilder, die ich soeben vor meinem inneren Auge gesehen hatte, jagte mir kalte Schauder über den Rücken. Ein leichtes Schwindelgefühl erfasste mich.
Tom sah mich an. Er fasste mich am Arm.
„Du bist plötzlich so blass, Patti..."
Ich lehnte mich gegen ihn, reckte mich ein bisschen und flüsterte ihm ins Ohr.
„Ich hatte eine Vision, Tom."
Tom Hamilton war einer der ganz wenigen Menschen, die von meiner leichten übersinnlichen Begabung wussten. Und das sollte
