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Neuroplastizität – Das Praxisbuch: In 30 Tagen durch gezielte Gehirnentwicklung und Gehirntraining Kreativität, Gedächtnis und Konzentration stärken – inkl. Workbook, Trainingsplan, Checklisten uvm.
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Neuroplastizität – Das Praxisbuch: In 30 Tagen durch gezielte Gehirnentwicklung und Gehirntraining Kreativität, Gedächtnis und Konzentration stärken – inkl. Workbook, Trainingsplan, Checklisten uvm.
eBook294 Seiten2 Stunden

Neuroplastizität – Das Praxisbuch: In 30 Tagen durch gezielte Gehirnentwicklung und Gehirntraining Kreativität, Gedächtnis und Konzentration stärken – inkl. Workbook, Trainingsplan, Checklisten uvm.

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Über dieses E-Book

 
Neuroplastizität: Mit gezielten Übungen und Techniken den Gehirnentwicklungsprozess beeinflussen und in jeder Lebensphase Gedächtnis, Kreativität und Konzentration verbessern
 
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Zum Glück absoluter Unsinn! Denn Ihr Gehirn bleibt form- und trainierbar bis ins hohe Alter – und mit dem Verständnis von Neuroplastizität und diesem Praxisratgeber nehmen Sie diesen Gestaltungsprozess ab jetzt ganz einfach aktiv in die Hand!
Lange herrschte in der Wissenschaft die Auffassung vor, das Gehirn sei eine irgendwann fertig ausgebildete Struktur, an der sich ab einem bestimmten Alter kaum mehr nennenswerte Veränderungen ergeben. Heute weiß man es besser: Ihr Gehirn ist ein hochflexibles Organ, das lebenslang zu enormen Entwicklungen, Veränderungen und Erweiterungen fähig ist – und den Prozess können Sie gezielt gestalten. Das Stichwort "Neuroplastizität" beschreibt genau diese Fähigkeit und dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie das Prinzip nutzen, um tiefgreifende Veränderungen für Ihr Leben zu bewirken. Ob Erinnerungsfähigkeit, Kreativität, Konzentration, geistige Klarheit oder das Erlernen neuer Fähigkeiten, mit genau angeleiteten Übungen, Techniken und Strategien trainieren Sie effektiv und sofort umsetzbar wichtige mentale Kompetenzen und gelangen zu mehr Leistungsfähigkeit, Ausgeglichenheit und Klarheit in allen Bereichen Ihres Lebens. Mentaltraining ist für Sie Neuland? Kein Problem! Denn mit den leicht nachvollziehbaren Erläuterungen erlangen Sie in kürzester Zeit ein gutes Verständnis von der Funktionsweise Ihres Gehirns und dank der gezielten, einfach anzuwendenden Praxisübungen arbeiten Sie mit konkreten Schritten auf Ihre individuellen Ziele hin.
Gehirn & Entwicklung: Machen Sie sich in Kürze mit den wichtigsten Fakten rund um Neuroplastizität vertraut, welche Auswirkungen sie haben kann, und erfahren Sie, wie Sie den Prozess selbst steuern können.
Sofort-Übungen & Gedächtnistraining: Aktivieren Sie mit einfachen Techniken und Bewegung Neuroplastizitätsprozesse, und entwickeln Sie mit den besten Erinnerungs-Hacks ein Elefantengedächtnis.
Kreativität üben: Fünf gezielte Wege ermöglichen es Ihnen, kreativer zu denken und Ihre Kreativität wie einen Muskel zu trainieren.
Konzentration neu gedacht: Mit Mini-Ritualen, Achtsamkeitsübungen, Tiefenentspannung, Zeitmanagement-Techniken und mehr trainieren Sie Ihrem Gehirn eine völlig neue Form des Fokus an.
Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Gehirn ganz einfach zu Höchstleistungen bringen und genau nach Ihren Vorstellungen formen. Mit dem zusätzlichen Bonus-Workbook "30-Tage-Gehirn-Trainingsprogramm" legen Sie zudem einen Schnellstart hin und erleben schon bald eine neue Dimension Ihrer mentalen Kapazitäten.
Also worauf warten Sie noch? Klicken Sie nun auf "Jetzt kaufen mit 1-Click" und überlassen Sie in Ihrem Kopf künftig nichts mehr dem Zufall, sondern gestalten die grauen Zellen genau nach Ihren Bedürfnissen!
SpracheDeutsch
HerausgeberONIX Media
Erscheinungsdatum16. Okt. 2025
ISBN9783757632984

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    Buchvorschau

    Neuroplastizität – Das Praxisbuch - Fabian Rothe

    Warum Ihr Gehirn heute flexibler ist, als Sie denken

    Wie Neuroplastizität Ihr Leben verändern kann

    „Ich kann mir einfach nichts mehr merken."

    Anna, 42 Jahre alt, sitzt nach einem langen Arbeitstag am Küchentisch. Der Tag war voll – Meetings, E-Mails, schnelle Entscheidungen. In ihrer Rolle als Teamleiterin im Marketing jongliert sie Projekte, führt Mitarbeitergespräche, plant Strategien. Normalerweise macht ihr das Freude. Doch in letzter Zeit ist etwas anders.

    Sie fühlt sich oft erschöpft, geistig „vernebelt", wie sie es selbst nennt. Heute hat sie zum dritten Mal denselben Namen vergessen – den neuen Kollegen, den sie selbst eingestellt hat. Auch in Besprechungen fällt es ihr schwer, bei der Sache zu bleiben, denn während andere diskutieren, schweifen ihre Gedanken ab. Was früher leicht von der Hand ging, scheint heute mühsamer.

    „Liegt das am Stress?", fragt sie sich. Oder ist das normal mit Anfang vierzig? Hat sie einfach zu viele Tabs im Kopf offen, ähnlich wie ihr Browser, in dem sich unzählige Fenster stapeln?

    Am liebsten würde sie abschalten. Doch kaum ist der Laptop zugeklappt, beginnt das Grübeln. Gedanken an die anstehende Präsentation, den Kindergeburtstag am Wochenende, den Elternabend nächste Woche. Und da war doch noch etwas – ach ja, die Anmeldung für den Yogakurs. Wieder vergessen.

    Sie geht zum Kühlschrank, nimmt sich einen Joghurt, setzt sich zurück an den Tisch. Das Haus ist ruhig. Die Kinder schlafen. Der Partner ist noch unterwegs. Für einen Moment ist sie allein mit dem Gefühl: „So kann es nicht weitergehen."

    Es ist kein dramatischer Zusammenbruch. Kein Notfall. Nur diese leise, stetige Unsicherheit, ob sie noch „mithält". Ob sie geistig nachlässt. Ob ihre besten Zeiten vielleicht schon hinter ihr liegen.

    Gleichzeitig weiß Anna, dass sie nicht aufgeben will. Sie ist ehrgeizig, neugierig, offen. Sie liest gerne über neue Erkenntnisse der Psychologie und Hirnforschung. In Podcasts hört sie von Menschen, die sich weiterentwickeln, alte Muster durchbrechen, Neues lernen – auch mit 50 oder 60.

    „Aber wie machen die das?, denkt sie. „Und kann ich das auch?

    Sie öffnet ihr Notizbuch, das immer in Reichweite liegt, und schreibt einen Satz: „Ich möchte wieder klar denken können."

    Und mit diesem Satz beginnt eine Reise. Es ist keine dramatische oder weltverändernde Reise. Aber eine echte. Eine, die leise anfängt, mit einem Gedanken, einem Wunsch und mit dem Wissen: Vielleicht ist da noch viel mehr möglich, als sie bisher gedacht hat.

    Haben Sie solche Momente auch schon erlebt? Momente, in denen Sie sich fragen, ob Ihr Gehirn nachlässt? Ob es sich mit dem Älterwerden einfach nicht mehr so schnell anpasst? Vorweg die gute Nachricht: Ihr Gehirn ist viel wandlungsfähiger, als Sie glauben. Denn Ihr Gehirn ist kein fest verdrahtetes System, das irgendwann „fertig" in seiner Entwicklung ist und dann langsam abbaut. Es ist im Gegenteil ein äußerst dynamisches Organ, geprägt von Veränderung, Anpassung und Entwicklung. Dieser Fähigkeit des Gehirns, sich kontinuierlich zu reorganisieren, geben Neurowissenschaftler einen Namen: Neuroplastizität.

    Neuroplastizität bedeutet, dass Ihr Gehirn in der Lage ist, komplett neue Zellen zu bilden, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu schaffen, bestehende zu stärken, nicht mehr benötigte zu schwächen oder abzubauen – abhängig davon, wie Sie es nutzen. Jede Erfahrung, jeder Gedanke, jede Handlung formt buchstäblich Ihr Gehirn. Tag für Tag.

    Diese Fähigkeit ist kein Sonderfall, sondern ein Grundprinzip des menschlichen Nervensystems. Sie beginnt nicht erst mit dem Alter oder bei außergewöhnlichen Menschen, sondern ist immer aktiv – vom ersten Tag unseres Lebens bis zu unserem letzten.

    Hinweis: In diesem Buch finden Sie an verschiedenen Stellen QR-Codes, die Sie zu Audiodateien führen. Falls Sie keine Möglichkeit haben, diese zu scannen, können Sie alle Dateien auch über diesen Link finden: https://bit.ly/4dqrxFn

    Die „alte" Sicht aufs Gehirn – und was wir heute besser wissen

    Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war das Bild vom Gehirn stark von einem mechanischen Denken geprägt. Man stellte sich das Gehirn wie eine Maschine vor: Einmal gebaut, bleiben seine Funktionen weitgehend gleich. Zwar glaubte man, dass Kinder besonders lernfähig seien – aber irgendwann, so hieß es, sei das Potenzial ausgeschöpft.

    Diese Vorstellung prägte viele unserer gesellschaftlichen Glaubenssätze:

    Wer als Kind schlecht in Mathe war, wird nie gut darin.

    Im Alter lässt die geistige Leistungsfähigkeit zwangsläufig nach.

    Kreativität oder Gedächtnisstärke sind angeborene Talente – sie sind gegeben oder nicht.

    All diese Annahmen sind mittlerweile durch Forschung widerlegt.

    Heute wissen wir:

    Unser Gehirn bildet ein Leben lang neue Nervenzellen, insbesondere im Hippocampus, dem Zentrum für Gedächtnis und Lernen.

    Es verändert seine Struktur je nach Nutzung – vergleichbar mit einem Muskel, der durch Training wächst.

    Es kann neue Aufgaben übernehmen, wenn bestimmte Regionen ausfallen – etwa nach einem Schlaganfall.

    Diese Erkenntnisse stammen nicht aus philosophischen Theorien, sondern aus bildgebenden Verfahren, Experimenten und Langzeitstudien. Wissenschaftler beobachten, wie sich das Gehirn unter dem Einfluss von Umwelt, Training und innerer Haltung verändert. Die Konsequenz: Veränderung ist möglich. Jederzeit.

    Wie Neuroplastizität im Alltag wirkt

    Das klingt vielleicht nach einer interessanten Theorie, doch was hat das mit Ihrem Alltag zu tun? Eine ganze Menge.

    Neuroplastizität ist nicht nur in Extremsituationen aktiv, etwa nach Unfällen oder Krankheiten. Sie wirkt auch in ganz alltäglichen Situationen. Immer dann, wenn Sie:

    ein neues Hobby lernen,

    sich auf neue Arbeitsprozesse einstellen,

    mit Herausforderungen kreativ umgehen,

    alte Gewohnheiten verändern wollen.

    Ihr Gehirn registriert jede dieser Erfahrungen – und passt sich an. Es ist wie ein Garten: Dort, wo regelmäßig gegossen, gepflegt und geerntet wird, wachsen starke, tragfähige Strukturen. Was nicht mehr genutzt wird, verwildert oder vertrocknet.

    Beispiel: Wenn Sie sich angewöhnen, morgens zehn Minuten zu meditieren, verändert sich nachweislich Ihre Gehirnaktivität in den Bereichen, die mit Aufmerksamkeit und emotionaler Regulation zu tun haben. Diese Veränderung geschieht nicht „im Kopf", sondern im Gewebe Ihres Gehirns. Messbar, sichtbar, spürbar.

    Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Wenn Sie täglich gestresst, abgelenkt und in Eile durchs Leben hetzen, dann stärkt Ihr Gehirn genau diese Muster. Es baut Strukturen auf, die Unruhe und Zerstreuung begünstigen – einfach, weil es genau das gelernt hat.

    Neuroplastizität wirkt in beide Richtungen. Sie kann helfen oder hindern. Die gute Nachricht: Sie entscheiden mit, in welche Richtung sie wirkt. Neuroplastizität braucht somit Ihre Aktivität.

    Ein Missverständnis sei an dieser Stelle klargestellt: Neuroplastizität geschieht nicht von selbst im Sinne einer „automatischen Verbesserung". Sie ist kein Selbstläufer, sondern reaktiv – das heißt, sie reagiert auf das, was Sie tun. Nur, wenn Sie Ihr Gehirn fordern, bekommt es den Impuls, sich anzupassen. Das kann durch neue Denkaufgaben, körperliche Bewegung, gezielte Achtsamkeit oder auch durch bewusstes Verlernen alter Muster geschehen.

    Wenn Sie zum Beispiel beginnen, eine neue Sprache zu lernen, passiert etwas Faszinierendes:

    Neue Areale im Gehirn werden aktiviert.

    Synapsenverbindungen zwischen Gedächtnis, Hören und Sprechen werden gestärkt.

    Ihre Aufmerksamkeit verändert sich – Sie achten mehr auf Klang, Betonung und Bedeutung.

    Und mit der Zeit wird aus der Anstrengung eine Fähigkeit. Das Gehirn hat sich verändert – weil Sie es genutzt haben.

    Kleine Impulse, große Wirkung

    Sie müssen nicht Ihr ganzes Leben umkrempeln, um Ihr Gehirn zu fördern. Oft reichen kleine, regelmäßige Impulse:

    Ein Perspektivwechsel im Gespräch.

    Eine neue Bewegungsform, etwa Tanzen oder Yoga.

    Eine tägliche Übung zur Fokussierung oder zum bewussten Erinnern.

    Eine einfache Frage, die Sie sich regelmäßig stellen: „Was denke ich gerade – und möchte ich das wirklich denken?"

    Diese Impulse sind wie Tropfen, die einen Stein höhlen. Nicht durch Gewalt, sondern durch Beständigkeit.

    Exkurs: Was sagt die Wissenschaft zur Neuroplastizität?

    Die Vorstellung, dass unser Gehirn im Erwachsenenalter unveränderlich sei, hielt sich über Jahrhunderte in der medizinischen und psychologischen Fachwelt. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde dieses Bild grundlegend revidiert – durch die Forschung zur Neuroplastizität, der Fähigkeit des Gehirns, sich strukturell und funktionell an neue Anforderungen und Erfahrungen anzupassen.

    Der Aufbau unseres Gehirns

    Um zu verstehen, wie Neuroplastizität funktioniert, lohnt sich ein kurzer Blick auf den grundlegenden Aufbau des menschlichen Gehirns. Es besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen, sogenannten Neuronen. Diese kommunizieren über spezialisierte Verbindungsstellen, die Synapsen genannt werden. Hier werden elektrische Impulse in chemische Signale umgewandelt und an benachbarte Zellen weitergeleitet. Je intensiver bestimmte Verbindungen genutzt werden, desto stärker und effizienter werden sie – ein zentraler Mechanismus der Neuroplastizität. Die Neuronen sind eingebettet in ein komplexes Netzwerk aus Gliazellen, die unter anderem für Ernährung, Schutz und die Isolierung der Nervenbahnen zuständig sind. Eine besondere Rolle spielt dabei die Myelinschicht, eine fetthaltige Hülle, die einzelne Nervenfasern umgibt. Sie wirkt wie die Isolierung eines Stromkabels: Je dicker das Myelin, desto schneller und präziser läuft die Informationsweiterleitung. Durch wiederholtes Training – etwa beim Erlernen einer neuen Fähigkeit – kann sich die Myelinschicht verstärken. Das bedeutet: Nicht nur Verbindungen zwischen Neuronen verändern sich, sondern auch deren Leitfähigkeit – ein weiterer Ausdruck plastischer Veränderung.

    Ein weiteres zentrales Konzept ist die Unterscheidung zwischen grauer Substanz und weißer Substanz im Gehirn. Die graue Substanz besteht hauptsächlich aus den Zellkörpern der Nervenzellen und ist für die Verarbeitung von Informationen zuständig. Sie findet sich vor allem in der Großhirnrinde und bestimmten Kerngebieten wie dem Hippocampus, der für Lernprozesse und Gedächtnisbildung entscheidend ist. Die weiße Substanz enthält überwiegend myelinisierte Nervenfasern, also die Verbindungen zwischen den verschiedenen Hirnregionen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Informationen schnell und effizient von einem Ort zum anderen zu transportieren. Durch neuroplastische Prozesse können sowohl die Dichte der grauen Substanz – etwa durch Lernen oder Meditation – als auch die Integrität der weißen Substanz – etwa durch Bewegung oder gezielte kognitive Übungen – beeinflusst werden. Wenn in diesem Buch also Begriffe wie „Synapsenstärkung, „Myelinisierung oder „Hippocampus" auftauchen, beziehen sie sich auf genau diese Strukturen, die sich aktiv und dauerhaft verändern lassen.

    Ein Paradigmenwechsel in der Hirnforschung

    Die lange vorherrschende Lehrmeinung lautete: Nervenzellen entstehen nur in der frühen Entwicklung und bleiben dann unverändert. Wenn Hirnareale geschädigt werden – etwa durch einen Schlaganfall – sei das Gehirn nicht in der Lage, neue neuronale Netzwerke aufzubauen. Diese Sichtweise wurde jedoch durch verschiedene Forschergruppen infrage gestellt.

    Einen frühen Beweis für die Plastizität des Gehirns lieferte die amerikanische Wissenschaftlerin und Pädagogin Marian Diamond in den 1960er-Jahren. In Studien mit Ratten konnte sie nachweisen, dass sich die Großhirnrinde bei Tieren, die in einer anregenden Umgebung lebten, deutlich verdickte – verglichen mit Tieren aus reizarmen Käfigen. Die Dicke der Rinde stieg dabei um bis zu 6 % – ein messbarer, anatomischer Effekt durch Umwelteinflüsse (Diamond et al., 1964), was deutlich darlegt, dass das Gehirn formbar ist und sich physisch verändern kann.

    Ein weiterer Meilenstein war die sogenannte Hebb’sche Regel, benannt nach dem kanadischen Psychologen Donald O. Hebb. Bereits 1949 postulierte er: „Neurons that fire together, wire together auf Deutsch: „Neuronen, die gemeinsam feuern, verknüpfen sich miteinander Damit legte er den Grundstein für die Erklärung, wie Lernen und Gedächtnisbildung über neuronale Verstärkung ablaufen – durch häufige gemeinsame Aktivierung entstehen stabile Verbindungen im Gehirn (Hebb, 1949).

    Die Entdeckung der Neurogenese

    Besonders revolutionär war die Erkenntnis, dass selbst im erwachsenen Gehirn neue Nervenzellen gebildet werden können. Die sogenannte Neurogenese, vor allem im Hippocampus – einem Bereich, der für Lernen und Gedächtnis verantwortlich ist –, wurde u. a. durch Studien von Peter S. Eriksson et al. (1998) erstmals am Menschen nachgewiesen. Diese Entdeckung widerlegte die Annahme, dass nach der Kindheit keine neuronale Regeneration mehr möglich sei.

    In einer vielbeachteten Übersichtsarbeit kommt Gerd Kempermann, einer der führenden deutschen Forscher zur Neuroplastizität, zu dem Schluss: „Das erwachsene Gehirn besitzt ein lebenslanges Potenzial zur funktionellen und strukturellen Veränderung" (Kempermann, 2015).

    Forschung mit bildgebenden Verfahren

    Mit dem Aufkommen funktioneller bildgebender Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) wurde es möglich, Veränderungen im Gehirn in Echtzeit sichtbar zu machen. Studien zeigen z. B., dass schon nach wenigen Wochen intensiven Lernens eine Vermehrung der grauen Substanz in bestimmten Hirnregionen messbar ist (Draganski et al., 2004).

    In einer anderen Studie konnten Forscher nachweisen, dass bei Londoner Taxifahrern der hintere Hippocampus – zuständig für räumliche Orientierung – stärker ausgeprägt war als bei Kontrollpersonen. Je länger sie im Beruf waren, desto ausgeprägter war dieser Effekt (Maguire et al., 2000). Diese plastischen Anpassungen zeigen, wie sich das Gehirn an berufliche Anforderungen anpasst.

    Neuroplastizität in der klinischen Praxis

    Heute wird das Wissen um die Plastizität gezielt in medizinischen und psychologischen Kontexten eingesetzt:

    In der Neurologie: Nach einem Schlaganfall können durch gezieltes Training gesunde Hirnareale Funktionen übernehmen, die zuvor vom geschädigten Gewebe ausgeführt wurden (Taub et al., 2002). Dieses Prinzip bildet die Grundlage moderner Rehabilitationsmaßnahmen.

    In der Psychotherapie: Insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie wirkt, indem sie durch neue Denkmuster alternative neuronale Bahnen etabliert. Auch Verfahren wie Achtsamkeitstraining oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) basieren auf neuroplastischen Prozessen (Hölzel et al., 2011).

    In der Prävention: Neuroplastizität ist zentraler Bestandteil von Programmen zur Demenzvorbeugung. Studien zeigen, dass geistige Aktivität, soziale Interaktion, Bewegung und gesunde Ernährung das Risiko für kognitiven Abbau im Alter deutlich senken (Valenzuela & Sachdev, 2006).

    Was fördert Neuroplastizität?

    Forschungen legen nahe, dass verschiedene Faktoren neuroplastische Prozesse im Gehirn positiv beeinflussen:

    Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität erhöht die Ausschüttung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), einem Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Nervenzellen und Synapsen unterstützt (Cotman & Berchtold, 2002).

    Lernen & geistige Herausforderung: Neue Sprachen, Musikinstrumente, kreative Denkaufgaben oder gezielte Gedächtnisübungen aktivieren gezielt Hirnareale und stärken die kognitive Reserve (Stern, 2009).

    Achtsamkeit & Meditation: Studien zeigen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis zu strukturellen Veränderungen im präfrontalen Kortex und der Amygdala führen kann – mit positiven Effekten auf Konzentration, Emotionsregulation und Stressresilienz (Hölzel et al., 2011).

    Fazit: Veränderung ist messbar – und machbar

    Die wissenschaftliche Evidenz ist heute eindeutig: Unser Gehirn verändert sich ständig. Die Idee eines starren, fest verdrahteten Gehirns ist überholt. Stattdessen haben wir es mit einem hochgradig dynamischen Organ zu tun, das auf Reize, Erfahrungen und Übung reagiert.

    Das bedeutet auch: Wir alle haben, unabhängig von Alter oder Hintergrund, die Möglichkeit, unser Denken, Lernen und Verhalten bewusst zu beeinflussen. Die Forschung liefert dafür nicht nur

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