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Buchvorschau
Zum Leben berufen - Cecile Pfister
1. Teil Familienvorgeschichte
Mein Großvater ist in einer Großfamilie mit elf Kindern am unteren linken Zürichseeufer in der Schweiz aufgewachsen. Als er erwachsen war, fand er durch einen seiner Brüder zu Jesus, sowie auch der Urgroßvater und seine Frau. Und später auch alle seine Geschwister bis auf eine Person. Damals wohnte mein Großvater nicht mehr zu Hause und fand dann im Kanton Zürich in einer anderen Stadt eine Gemeinde sowie eine Arbeitsstelle. Sein Glaube und dessen Gesetzlichkeit wurde sehr stark durch diese Gemeinde geprägt. Nach der damaligen noch verbreiteten Ansicht war auch das Radio und ganz speziell der New-Orleans-Jazz absolut keine Musik zu Gottes Ehre, ja sie war in den damaligen christlichen Kreisen verpönt. Ebenso war jeder unwiderruflich verloren, der zum Tanz ging oder gar rauchte. Das Züchtigen der Kinder nahm er auch sehr ernst. Man getraute sich nicht, ihm zu widersprechen oder etwas nicht zu tun, was er gesagt hatte.
Sprüche 13,24
Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn;
wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn beizeiten.
Meine Großmutter ist als Verdingkind aufgewachsen. Sie heiratete als sehr junge Frau meinen Grossvater. Im Jahr 1921 gebar sie ihren ersten Sohn, meinen Vater. Weitere drei Knaben kamen später dazu.
Mein Vater (zwischen seinen Eltern)
Eine traurige Geschichte
Ein Herr Huber wurde eine traurige Belastung für die ganze Familie. Die Kinder litten sehr darunter. Mein Großvater, ein ruhiger, fleißiger Beamter einer Unfallversicherung, wohnte mit seiner Frau und den vier Jungs in einem Reiheneinfamilienhaus an einem schönen Ort. Er hatte ein gutes Herz und nahm stets lebhaften Anteil an der Not seiner Mitmenschen. Gerade diese Tugend brachte seine Familie in große Schwierigkeiten. Ein Bekannter verstand es, sich in der Familie einzunisten. Mit großem Aufwand legte er meinem gutgläubigen Großvater seine Probleme dar und sog aus der Familie Monat für Monat beträchtliche Finanzen. Während mein Großvater fleißig arbeitete, aß sich Herr Huber in dessen Küche satt und drohte den Kindern, nichts zu verraten. Eines Tages war dieser Herr Huber verschwunden mit all dem vielen Geld. Zurück blieben meinem Großvater die Schulden.
Eines Tages wurde meine Grossmutter seelisch krank. Sie wurde in einer Klinik behandelt, doch leider mit wenig Erfolg, da sich die Situation im Alltag nicht veränderte. Mein Vater hat als Ältester der Familie darunter enorm gelitten. Später, als mein Vater eine Lehrstelle als Schreiner antreten wollte, erlaubte sein Vater ihm das nicht, weil der Lehrmeister Zigarren rauchte. Demzufolge war er gezwungen, sich eine andere Arbeit zu suchen. Nach der Rekrutenschule musste er wegen des Krieges sofort an die Grenze. In dieser langen und schweren Zeit erlebte mein Vater manch Trauriges. Irgendwann warf mein Vater alle religiösen Sitten und Gesetze über Bord und ging seinen eigenen Weg. Im Alter von 35 Jahren heiratete er meine Mutter. Sie beide wohnten noch ein halbes Jahr zusammen mit meinen Grosseltern, bis sie schließlich eine eigene Wohnung fanden. Meine Mutter erlebte persönlich diese strenge religiöse Gesetzlichkeit mit und beschloss, dass sie nichts mit diesem Gott zu tun haben wollte.
Meine anderen Großeltern waren eine ehemals nord-deutsche Arbeiterfamilie und lebten in derselben Stadt wie mein Vater. Im Jahr 1931 gebar meine Grossmutter ihr erstes Kind, meine Mutter. Später kam noch ein Sohn dazu. Sie waren schon in der Schweiz, als meine Mutter zur Welt kam. Der Großvater litt unter Nikotin-Sucht und war leicht zu überreden, Alkohol zu konsumieren.
Anfang meiner Geschichte
Ich bin zusammen mit meinem Bruder und meiner Schwester als zweites Kind einer Arbeiterfamilie in derselben Stadt aufgewachsen wie meine Eltern.
In unserer Familie gab es viel Unfriede und Konflikte. Beide Eltern gingen einer Arbeit nach. Als wir klein waren, arbeitete meine Mutter als Raumpflegerin in Büros, damit wir keine Schulden bekamen. Denn damals verdiente mein Vater nur so viel, wie man heute unter „Working Poor" versteht: Zuviel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben. Als wir älter wurden, mussten wir nach der Schule in den Kinderhort gehen, denn unsere Mutter fand eine andere Arbeitsstelle. Dort konnte sie jedoch nur Vollzeit arbeiten. Es gab keine Teilzeitstellen wie heute. Nach einigen schlechten Erlebnissen musste ich dann den Hort nicht mehr besuchen. Ich bekam einen Schlüssel, damit ich nach der Schule nach Hause gehen konnte. So war ich die meiste Zeit allein. Weil beide Eltern arbeiteten, mussten wir in den Schulferien in Kinderlager oder zu fremden Familien gehen. Damals gab es noch keinen Ferienhort. Meine Eltern meinten, sie täten etwas Gutes. Damals konnten sich arme Familien bei der Pro Juventute melden, damit die Kinder während der ganzen Sommerferien (fünf Wochen lang) in die Ferien gehen konnten. Jedes Kind bekam dann einen Anhänger, in dem die Wohnadresse, sowie die Ferienadresse stand. Eine fremde Person begleitete mich, bis ich wieder aussteigen musste. Auf diese Weise fühlte ich mich allein gelassen und abgeschoben. Ich hatte auch enorme Angst, weil ich nicht wusste, wie sich die Ferienfamilie mir gegenüber verhalten würde. Ich war damals sehr schüchtern gegenüber allen Leuten. Ich weinte viele Male in mich hinein. Wir hatten viel Heimweh und sehnten uns nach dem Ende der Ferien. Damals ging ich erst in die 2. Klasse. Für meine Schwester hatte meine Mutter einen anderen Platz gefunden, und mein Bruder war damals längere Zeit in einem Kinderheim. Ein Jahr später musste ich dann noch einmal zu dieser Familie gehen und meine Schwester (1. Klasse) musste auch in eine fremde Ferien-Familie. Zweimal durften wir zu einem unserer Onkel in ein Kinderlager gehen. Dort habe ich zum ersten Mal etwas von Jesus gehört. Meine Mutter sah das jedoch nicht so gerne, da sie nichts mit Jesus zu tun haben wollte. Später kaufte sich meine Mutter ein Familienzelt, sodass wir endlich als ganze Familie in die Ferien fahren konnten.
Aber mein Vater erzählte mir weiterhin Geschichten von Jesus.
Schulerlebnisse
Ich war allein mit dem, was ich in der Schule erlebte. Einerseits wurde ich ausgelacht, weil ich zu dünn oder zu dumm war. Andererseits blieb ich allein mit meinen Ängsten vor den Lehrern und Lehrerinnen. Da war noch eine Mitschülerin, die mich viel mit dem Holzmassstab auf meinen Rücken schlug, immer dann, wenn der Lehrer es nicht sah. Manchmal lachten mich alle aus, wenn ich eine Frage falsch beantwortet hatte. Sogar die Lehrer stellten mich vor der ganzen Klasse bloß. Obschon mein Vater sich einige Male bei den Lehrern betreffend Mobbing beschwerte, half es auf die Dauer nicht viel. So glich meine Schulzeit einem Horror und ich fing an, mich vor den andern zurückzuziehen. Ein weiterer Schrecken war unser Schulzahnarzt. Er war bei den Kindern im Schulhaus bekannt unter den Übernahmen „Kindermörder oder „Pferdemetzger
. Wenn man bei ihm den Mund nicht öffnen wollte, dann knallte er einem eine ins Gesicht. Alle hatten immer große Angst, wenn sie zu ihm gehen mussten. Mit meinen Eltern konnte ich nicht darüber sprechen. Doch es hätte sowieso nichts gebracht, denn es gab ja keinen anderen Weg. Aus lauter Angst, etwas falsch zu machen, verweigerte ich einmal eine Leseübung. Weil mein Vater wenig Geduld hatte, musste ich daraufhin in den Kohlenkeller, bis meine Eltern mir erlaubten, wieder heraus zu kommen. Wenn mein Vater von der Arbeit nach Hause kam und ihn manchmal etwas im Geschäft wütend gemacht hatte, ließ er seinen Frust an uns Kindern und meiner Mutter aus. Wir wussten manchmal überhaupt nicht, weshalb wir geschlagen wurden. Es kam auch vor, dass mein Vater einfach weglief und erst nach zwei oder drei Tagen wieder zurückkam. Er tat dann so, als wenn nichts geschehen wäre. In dieser Zeit litten wir alle sehr, besonders meine Mutter. Wenn wir nicht gehorsam waren und eine Strafe verdient hatten, wusste er manchmal nicht, wann er aufhören sollte mit seinen Schlägen, bis meine Mutter sich schützend dazwischen stellte. Ich bekam am wenigsten Schläge, da ich so zerbrechlich und dünn war. In der 4. Klasse wog ich bloß 23 Kilo. Psychisch setzte mir dies alles mehr zu. So fing ich langsam immer mehr an, in meinem Leben eine Mauer aufzubauen. Ich getraute mich nicht, mich mit meinen Problemen jemandem anzuvertrauen. So fing ich Ende 1974 an, Tagebücher zu schreiben. Manchmal hatten wir wenige, auch gute Momente. Dies war der Fall, wenn mein Vater im Keller Bilder malte und ich ihm zuschaute, oder wenn ich mit ihm im nahegelegenen Wald spazieren ging. Dann hatte er Freude.
Mein Vater und ich in unserem Garten
Als ich fünfzehn Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden. Einerseits war ich froh darüber, weil die ewigen Streitereien dann zu Ende waren. Anderseits war ich aber auch traurig, weil ich niemanden mehr hatte, der manchmal mit mir nachts im Wald spazieren ging. Bei diesen Begebenheiten erzählte mir mein Vater manchmal etwas über die Sterne, die Blumen und über seine Jugendstreiche, und manchmal auch biblische Geschichten über Jesus. Meine Mutter zog mit mir und meiner jüngeren Schwester an einen anderen Ort in derselben Stadt. Mein Bruder blieb bei meinem Vater im Elternhaus. Später im Oktober 1976 zogen sie an einen anderen Ort in ein altes Haus. Dort wohnten sie zusammen bis zum Tod meines Vaters. Zu meiner großen Freude durfte ich meinen sechzehnten Geburtstag mit meinen Freunden bei meinem Vater am alten Wohnort feiern. So zog es mich öfters in die alte vertraute Heimat. Dort ging ich allein in den Wald, ob es Tag war oder Nacht und dachte über die alten Zeiten nach. Ich suchte das Gewohnte und die Erinnerungen, auch wenn diese nicht so rosig waren. Dadurch igelte ich mich noch mehr ein. In der Oberschule wurde ich bald einmal zum schwarzen Schaf, weil ich mich auch fast ausschließlich nur noch schwarz kleidete. Allerdings war damals schwarz noch keine Modefarbe. Ich merkte immer mehr, wie krank ich wurde und schrie zu diesem Jesus, von dem mir mein Vater erzählte, er möge mir helfen. Doch nichts veränderte sich.
Ich machte mir selbst einen Gott
Als ich im Fernsehen einen Film von Winnetou mit dem Schauspieler Pierre Brice sah, fing ich an, diesen zu verehren und zu lieben. Ich machte mir auf diese Weisen meinen Gott. Pierre Brice war für mich alles in der Welt, Vater- und Freund-Ersatz. Ich fing an, seine Indianerzeichensprache und gewisse Sitten von ihm zu übernehmen. Ich glaubte endlich, mein Vorbild gefunden zu haben und tat alles, um mich ganz mit ihm zu identifizieren. Seine Poster waren von mir sehr gesucht, um ihn bei mir zu haben, wenn ich traurig und allein war. Doch als mir seine Bilder keine Antwort geben konnten, versuchte ich, die Person Pierre Brice persönlich kennen zu lernen. Ich schrieb ihm einen Brief nach Paris. Als nun Winnetou im Film starb, und ich kein Lebenszeichen vernahm, also keine Post bekam, ging meine Welt unter. Auch hier konnte ich Film und Realität nicht mehr unterscheiden. Für mich war es Realität, dass Pierre Brice gleich wie Winnetou, nun tot war. In derselben Woche starb auch mein Großvater, was mich noch mehr schockierte. Ich wurde stets trauriger. Auch hörte ich viele melancholische und zum Teil traurige Lieder, zum Beispiel Lieder von Alexandra. Diese Frau faszinierte mich wegen ihrer tiefen und schönen Stimme.
Alexandra-Lieder
Dunkles Wolkenmeer (Kurzfassung)
In diesem Lied besingt Alexandra eine zu spät erkannte Liebe, die sie sehr bereute. Sie singt von einem Menschen, der nie mehr zurückkehrte.
Sehnsucht (Kurzfassung)
Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga…
In den Moll Tönen dieses Liedes von Alexandra versteckt sich die russische Seele
. In diesem Lied erscheint das alles Vernehmbare Wirklichkeit zu werden.
Mein Freund der Baum (Kurzfassung)
Mein Freund der Baum
, ein Gedankenweg zurück in die Kindheit, als ein Mädchen einen Baum als Zuhörer für ihre kleinen Sorgen und Nöte erkor, und ihn nun, zurückgekehrt, nicht mehr vorfindet.
Zigeunerjunge (Kurzfassung)
Dieses Lied über das fahrende Volk kristallisierte sich bald aus Alexandras erste Langspielplatte als Bestseller heraus.
Wie ist es, wenn man stirbt? Wohin kommt man nach dem Tode? Diese Fragen haben mich nun lange beschäftigt.
Tagebuchauszug vom 9.3.75
Ich freute mich riesig auf meine Konfirmation. Doch leider hatte mir mein Patenonkel-Ersatz, den ich zum ersten Mal hätte sehen können, infolge seiner schweren Krankheit absagen müssen. Ich war enorm enttäuscht und traurig.
Aber es gab trotzdem ein schönes Fest. Mein Vater und meine Geschwister waren gekommen, und wir verbrachten zusammen einen schönen Tag.
Konfirmationsgedicht
Für immer möge Dein Bemühen
einer Frühlingsblume gleichen,
sich schön entfalten, froh und zart.
Jugendschönheit sei Dein Zeichen
und zeige sich in Deinem Blühen,
durch seine feine, stille Art.
Aus frühem Sprießen hinzu reifen,
zu Deiner Taten edlem Sinn.
Was fortan immer wirst ergreifen,
es sei ein glücklicher Beginn.
Das es gelinge Deinen Händen
Im guten Geiste der Dich führt,
in Fleiß und Liebe zu vollenden
Dein Tagwerk, das Dir gebührt.
Meiner lieben Tochter zur Konfirmation,
mit vielen herzlichen Grüßen gewidmet.
den 16. März 1975 vom Dädi (mein Vater)
Ich fragte mich selbst mehr und mehr, warum ich überhaupt leben musste. Wer hatte schon Interesse an meiner Existenz? Meine Welt war so dunkel, dass ich bald gar nicht mehr leben wollte. Ich versuchte aus einem Fenster zu springen, aber da war etwas, das mich zurückhielt. War ich denn selbst zu diesem nicht fähig? Ich zog mich immer weiter von den Menschen zurück, denn in ihnen hatte ich nur noch sehr wenig Halt.
Schock in der 2. Oberschule
Als ich mit einer Grippe krank zu Hause war, wartete ich eines Tages auf eine Schulkollegin, die mir die Aufgaben bringen sollte. Da sie nicht kam, rief ich sie an. Ihre Mutter verbot ihr, zu mir zu kommen. So wurde ich wieder einmal enorm enttäuscht. Ich war zornig auf diese Mutter und fühlte mich gleichzeitig wertlos. In jener Zeit entstand auf Grund einer Kette von Enttäuschungen und seelischen Verletzungen eine massive körperliche Auswirkung: Ich merkte plötzlich, dass ich nicht mehr gehen konnte.
Der erste Anfall dauerte ca. 15 Minuten. Im Laufe der Zeit nahmen diese Lähmungserscheinungen immer mehr zu: Diese Episoden wurden länger, nahmen an Intensität zu und wurden immer schlimmer. Immer mehr drängte es mich, meinem Leben doch ein Ende zu setzen. Erneut schrie ich zu diesem Jesus, von dem mir mein Vater manchmal erzählte. Ich las auch in der Bibel, konnte aber nichts verstehen. Warum hilft mir Jesus denn nicht?
Ich brauchte seine Hilfe doch jetzt dringend. Doch ich bekam keine Hilfe. Selbst die Ärzte waren mit mir zunehmend überfordert. In dieser schweren Zeit konnte ich immer weniger unterscheiden, was Film, Traum oder Wirklichkeit war. Ich lebte in einer eigenen, von mir selbst präparierten Welt.
Zu den Lähmungserscheinungen kamen nun noch Anfälle, bei denen ich mich auf den Boden warf, herumwälzte und laut schrie. Niemand wusste mir zu helfen. Niemand wusste was ich hatte. Alle aus meiner Familie bekamen es allmählich mit der Angst zu tun. Sie waren hilf- und ratlos.
Um all die Ungerechtigkeit nicht mehr sehen zu müssen, wünschte ich mir, blind zu sein. Es war, als hätte Satan diesen Wunsch gehört. Ich setzte eine Zeitlang eine dicke Sonnenbrille auf, hatte viel Kopfschmerzen und konnte das Tageslicht nicht mehr ertragen. Alles in mir und um mich herum war Finsternis und Verlassenheit. Durch das Intervenieren der Schulbehörde landete ich schließlich in der psychiatrischen Kinderabteilung eines Spitals. Da man mir dort auch nicht helfen konnte, wurde ich ohne meine Einwilligung nach Zürich verlegt. Dort hatte ich dann eigentlich alles, was ich brauchte, nämlich freundliche Schwestern und auch einen netten Arzt. Doch trotzdem konnte ich am Anfang aus lauter Angst dort nicht einmal mit den anderen Kindern am selben Tisch essen. Nach einer Weile hatte ich mich gut eingelebt und ich konnte Vertrauen zu dem Arzt aufbauen.
Nun stand Weihnachten 1975 vor der Tür und ich bekam wieder Heimweh. Ich wollte Weihnachten und Silvester unbedingt zu Hause bei der Familie verbringen, aber es schien keiner das Verlangen zu haben, mich zu fragen, ob ich nach Hause wollte. Deshalb jammerte ich bei meiner Mutter. Daraufhin wurde ein Gespräch mit den Ärzten organisiert. Ich durfte dann zum ersten Mal für eine Woche nach Hause und schöne Tage bei der Familie verbringen, musste aber auch Enttäuschungen durch „Freunde" erleben.
