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Das Neujungfrauenkloster: Zentrum des Glaubens und der  Kultur in Moskau
Das Neujungfrauenkloster: Zentrum des Glaubens und der  Kultur in Moskau
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eBook165 Seiten1 Stunde

Das Neujungfrauenkloster: Zentrum des Glaubens und der Kultur in Moskau

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Über dieses E-Book

Das Neujungfrauenkloster in Moskau, auch bekannt als Nowodewitschi-Kloster, ist ein faszinierendes Zeugnis russischer Geschichte, Kultur und Spiritualität. Gegründet im Jahr 1524 von Großfürst Wassili III., hat dieses Kloster die Zeit überdauert und bleibt bis heute ein bedeutendes spirituelles und kulturelles Zentrum.

In diesem Buch führt Sie Tatiana Dmitrievna Sokolova durch die bewegte Geschichte des Neujungfrauenklosters, von seinen Anfängen und den politischen und religiösen Motivationen seiner Gründung bis hin zu seiner Rolle in der modernen Zeit. Erfahren Sie mehr über die architektonische Entwicklung des Klosterkomplexes, der als Meisterwerk des Moskauer Barocks gilt, und entdecken Sie die reiche Liturgie und die spirituellen Praktiken, die das klösterliche Leben prägen.

Die Autorin beleuchtet zudem das Leben bedeutender Äbtissinnen und Nonnen, deren Hingabe und Führung das Kloster nachhaltig prägten, sowie die beeindruckenden Restaurierungs- und Renovierungsprojekte, die den Erhalt dieses einzigartigen Kulturerbes sichern. Tauchen Sie ein in die Welt der Kunst, Musik und Bildung, die das Neujungfrauenkloster zu einem lebendigen Zentrum kultureller Aktivitäten machen.

"Das Neujungfrauenkloster: Zentrum des Glaubens und der Kultur in Moskau" ist ein unverzichtbares Werk für alle, die sich für die russische Geschichte, orthodoxe Spiritualität und kulturelle Entwicklung interessieren. Tatiana Dmitrievna Sokolova bietet eine umfassende und fesselnde Darstellung dieses bedeutenden Klosters und seiner Rolle im Herzen Moskaus.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum24. Juni 2024
ISBN9783384270313
Das Neujungfrauenkloster: Zentrum des Glaubens und der  Kultur in Moskau

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    Buchvorschau

    Das Neujungfrauenkloster - Tatiana Dmitrievna Sokolova

    Tatiana Dmitrievna Sokolova

    Das Neujungfrauenkloster

    Zentrum des Glaubens und der

    Kultur in Moskau

    Die Gründung des Neujungfrauen-Klosters: Historische Hintergründe

    Politische und religiöse Motivationen zur Gründung des Neujungfrauen-Klosters

    Die Gründung des Neujungfrauen-Klosters in Moskau im Jahr 1524 war von mehreren politischen und religiösen Motivationen geprägt, die sowohl die inneren als auch die äußeren Angelegenheiten des Großfürstentums Moskau betrafen. Das Kloster wurde während der Herrschaft Großfürst Wassili III. gegründet, zu einer Zeit, in der Russland eine bemerkenswerte territoriale Expansion erlebte und gleichzeitig die Konsolidierung der zentralen Macht in Moskau verstärkte.

    Eine der Hauptmotive für die Gründung des Klosters war die Stärkung der politischen Legitimität des Großfürsten. Wassili III. stand in der Nachfolge des legendären Iwan III., auch Iwan der Große genannt, der mit der Heirat von Sophia Palaiologina ein wichtiges Bündnis mit Byzanz geschlossen hatte. Durch die Gründung des Klosters sollte die Dynastie der Rurikiden sowohl die geistliche als auch die weltliche Herrschaft über das Reich festigen. Historiker wie Janet Martin argumentieren, dass Klöster als Instrumente zur Förderung und Sicherung politischer Macht durch spirituelle und kulturelle Dominanz dienten (Martin, 1995).

    Religiös gesehen repräsentierte das Neujungfrauen-Kloster die Kontinuität der orthodoxen Tradition und die Beziehung zur byzantinischen Kirche. Das Kloster wurde zu Ehren der Gottesmutter gewidmet, die in der orthodoxen Theologie eine herausragende Stellung einnimmt. Durch die Weihung des Klosters an die Ikone der Gottesmutter von Smolensk, die gewissermaßen als Schutzpatronin der russischen Armee galt, unterstrich Wassili III. die religiöse Legitimität und die göttliche Schutzmacht über sein Herrschaftsgebiet.

    Ein weiterer entscheidender Faktor in der Gründung des Klosters war die dynastische Sicherung. Wassili III. war lange Zeit kinderlos, eine wichtige Sorge, die ihn dazu veranlasste, fromme Werke zu fördern, in der Hoffnung auf göttlichen Beistand. Er führte diesen Gedankengang fort, den Iwan III. begonnen hatte. Der Historiker A.A. Gorsky betont, dass die dynastische Stabilität ein wichtiges Motiv bei der Gründung von religiösen Institutionen wie dem Neujungfrauen-Kloster war, da sie als Zentrum für Gebete und spirituelle Unterstützung für das herrschende Haus dienten (Gorsky, 2001).

    Die Ehefrustrationspolitik beeinflusste ebenfalls die Gründung des Klosters. Wassili III. plante, sich von seiner ersten Frau, Solomonia Saburova, scheiden zu lassen, da sie ihm keinen Erben schenken konnte. Die Gründung eines Klosters, in dem sie nach der Scheidung als Nonne aufgenommen werden konnte, dürfte eine wichtige Rolle gespielt haben. Diese Praxis war nicht unüblich und bot eine religiös akzeptable Lösung für solche dynastischen Probleme.

    Des Weiteren reflektierte die Gründung des Neujungfrauen-Klosters den Versuch, die religiöse und politische Relevanz Moskaus innerhalb des Reiches und gegenüber externen Autoritäten zu unterstreichen. In einer Zeit intensiver Territorialkämpfe und politischer Unsicherheiten bot das Kloster einen Zufluchtsort der Stabilität und des Glaubens. Es diente als Symbol sowohl der religiösen als auch weltlichen Macht des Moskauer Großfürstentums.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gründung des Neujungfrauen-Klosters durch eine komplexe Mischung politischer und religiöser Motivationen geprägt war. Sie zielte nicht nur auf die Stärkung der dynastischen und politischen Legitimität der Rurikiden ab, sondern auch auf die Festigung der religiösen Identität und spirituellen Kontinuität des russischen Reiches.

    Quellen:

    ●     Martin, Janet. Medieval Russia, 980-1584. Cambridge University Press, 1995.

    ●     Gorsky, A.A. Dynastic Politics and Monastic Foundations in Muscovite Culture. Historical Research Publications, 2001.

    Die Rolle des Großfürsten Wassili III. und der Zarin Elena im Gründungsprozess

    Die Rolle des Großfürsten Wassili III. und der Zarin Elena im Gründungsprozess des Neujungfrauen-Klosters ist von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Motivation und der politischen sowie spirituellen Kontexte, die zur Errichtung dieser bedeutenden religiösen Stätte führten. Großfürst Wassili III. und seine zweite Frau, Zarin Elena, spielten eine entscheidende Rolle in der Geschichte Russlands zur Wende des 15. und 16. Jahrhunderts. Ihre Handlungen und Entscheidungen prägten maßgeblich die Gründung des Klosters und spiegelten die politischen und religiösen Bestrebungen der Herrscher jener Zeit wider.

    Wassili III. Iwanowitsch, Großfürst von Moskau, herrschte von 1505 bis 1533 und war ein geschickter Politiker und Stratege. Nach dem Tod seiner ersten Frau, Solomonia Saburova, die keine Kinder gebar und schließlich gezwungen wurde, ins Kloster zu gehen, heiratete Wassili 1526 Elena Glinskaja. Elena stammte aus einer einflussreichen und wohlhabenden Litauer Familie und brachte eine politische Allianz mit, die für Wassili von erheblichem Nutzen war. Der Staat war in dieser Zeit von intensiven Bemühungen geprägt, das Großfürstentum weiter zu zentralisieren und die Innenpolitik zu stabilisieren.

    Die Gründung des Neujungfrauen-Klosters im Jahre 1524 kann daher als ein Ausdruck von Wassili III.'s politischem Kalkül und religiöser Pflicht verstanden werden. Das Kloster wurde als Dank und Weihgabe an die Gottesmutter für die erfolgreiche Rückgewinnung der Stadt Smolensk von den Litauern gegründet, eine entscheidende territorialpolitische Errungenschaft. Wassili III. suchte durch den Bau des Klosters auch, sein Regime zu legitimieren und seine dynastische Linie zu stärken. Der Kult um die Gottesmutter und klösterliche Schenkungen waren typische Mittel zur Demonstration von Frömmigkeit und Herrschaftsanspruch.

    Elena Glinskaja, die nach Wassilis Tod von 1533 bis 1538 als Regentin für ihren minderjährigen Sohn Iwan IV. (später bekannt als der Schreckliche) regierte, war ebenfalls entscheidend an der Konsolidierung der Macht und der religiösen Stiftung beteiligt. Sie wird als eine der aktivsten Fördererinnen des Klosters betrachtet. Als fromme, aber auch politisch äußerst wachsame Herrscherin nutzte sie das Kloster, um spirituelle Unterstützung für ihre Regentschaft zu sichern und politischen Druck auszuüben. Unter ihrer Regentschaft wuchs das Kloster weiter und gewann an Bedeutung.

    Der Einfluss von Wassili III. und Elena Glinskaja auf die Gründung des Neujungfrauen-Klosters ist nicht nur auf der Ebene der religiösen und politischen Symbolik zu verstehen, sondern auch in architektonischer Hinsicht. Die Kirche und die Klosteranlagen, für deren Aufbau führende Architekten ihrer Zeit engagiert wurden, zeugen von der strategischen Bedeutung, die diesem Stiftungsakt beigemessen wurde. Die architektonischen Planungen und Bauarbeiten wurden von italienischen und russischen Baumeistern mit der Absicht ausgeführt, ein meisterhaftes Beispiel für den Moskauer Barock zu schaffen.

    Die Gründung und Unterstützung des Neujungfrauen-Klosters durch Wassili III. und Elena war weit mehr als eine persönliche Frömmigkeitsgeste. Sie war ein politisches Statement, ein Symbol für den Aufstieg Moskaus und der Großfürstenfamilie in eine neue Ära der russischen Geschichte, die durch zunehmende Zentralisierung und religiöse Einheit charakterisiert war. Die Verbindung zwischen Politik und Religion, die durch das Kloster symbolisiert wird, war ein starkes Instrument zur Legitimierung und Stabilisierung der Herrschaft in einer Zeit großer Umbrüche und Unsicherheiten.

    Insgesamt gesehen, war die Beteiligung von Großfürst Wassili III. und der Zarin Elena am Gründungsprozess des Neujungfrauen-Klosters von fundamentaler Bedeutung. Ihre strategischen und religiösen Absichten verankerten das Kloster fest im sozialen und spirituellen Gefüge des russischen Reiches und machten es zu einer dauerhaften Institution, die bis heute ihre geschichtliche Bedeutung bewahrt hat.

    Quellen:

    ●     Alexander, John T. Muscovy's Relations with Oriental and European States during the Fourteenth and Fifteenth Centuries. The Journal of Modern History, vol. 50, no. 4, 1978, pp. 661–676.

    ●     Halperin, Charles J. The Ideology of Silence: Pre-revolutionary Russian Historiography and the Suppression of the Crimean Khanate. The Russian Review, vol. 44, no. 2, 1985, pp. 122–143.

    ●     Miller, David B. Elena Glinskaya and the ‘Laws of Ivan the Terrible’: Politics and Ideology in the Formation of the Autocratic State. Russian History, vol. 26, no. 2, 1999, pp. 175–192.

    ●     Kollmann, Nancy Shields. Crime and Punishment in Early Modern Russia. Cambridge University Press, 2012.

    Die architektonische Planung und Bau des Klosters: Ein

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