Die Münzen der Reichsburg Friedberg vom Beginn der Neuzeit bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1569 - 1806
()
Über dieses E-Book
Mehr von Dr. Wolfgang Eichelmann lesen
Hessische Münzen und Medaillen: Gedanken und Betrachtungen zu Münzen und Medaillen des Hauses Brabant Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Hochstift Fulda von 1714 bis 1814 im Spiegel seiner Münzen und Medaillen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie rheinischen Münzvereine 1385 1583: 200 Jahre Geldstabilität an Rhein und Main Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Die Münzen der Reichsburg Friedberg vom Beginn der Neuzeit bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1569 - 1806
Ähnliche E-Books
Sachsen. Münzen und Medaillen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Württemberg. Münzen und Medaillen Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Baden. Münzen und Medaillen Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Die (Klein-) Münzen des Bistums Paderborn: von 1585 bis 1789 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie "halbe" Herrschaft Neuerburg und ihre Erträge um 1780: Edition einer Aufstellung der sternberg-manderscheidischen Verwaltung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEisenach: Ein Bilderbuch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKleine Geschichte Oberfrankens Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuszug aus der Alten, Mittleren und Neueren Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTiroler Heimat 84 (2020): Zeitschrift für Regional- und Kulturgeschichte Nord-, Ost- und Südtirols Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBeiträge zur Kronacher Stadtgeschichte: Von Hussiten, Pestilenzen, Hexen und französischen Kaisern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Sozialwissenschaften für Sie
Warum lernst du kein Deutsch ?! Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Duft der Zeit: Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Lexikon der Symbole und Archetypen für die Traumdeutung Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Die Welt der Commons: Muster gemeinsamen Handelns Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Narrativ vom »großen Austausch«: Rassismus, Sexismus und Antifeminismus im neurechten Untergangsmythos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSexualität und Gesellschaft: Warum sexuell freizügige Gesellschaften langfristig scheitern Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGroßerzählungen des Extremen: Neue Rechte, Populismus, Islamismus, War on Terror Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnverfügbarkeit Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schlagfertigkeitstechniken für Anfänger: Grundlagen und Techniken der Schlagfertigkeit lernen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAfter Woke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie menschliche Stimme als Ausdruck der Persönlichkeit: Eine transzendentale Phänomenologie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Erfindung der Esoterik: okkult, spirituell und mysteriös Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWu Wei: Die Kunst des Handelns, ohne zu handeln Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie Faschismus funktioniert Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas ist Deutschland!: Eine Landeskunde für alle Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Hass. Von der Macht eines widerständigen Gefühls Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas große Latrinum: Ich wollte schon immer Latein lernen. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf dem Weg zu einer Neuen Aufklärung: Ein Plädoyer für zukunftsorientierte Geisteswissenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFucking Germany: Das letzte Tabu oder mein Leben als Escort Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Radikale Zärtlichkeit. Warum Liebe politisch ist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Lexikon der Tabubrüche: Grenzüberschreitungen von AfD bis Zoophilie Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie weiter mit ... ?: Adorno, Arendt, Durkheim, Foucault, Freud, Luhmann, Marx, Weber Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen1001 Ideen für den Alltag mit autistischen Kindern und Jugendlichen: Praxistipps für Eltern, pädagogische und therapeutische Fachkräfte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWir informieren uns zu Tode: Ein Befreiungsversuch für verwickelte Gehirne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Die Münzen der Reichsburg Friedberg vom Beginn der Neuzeit bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1569 - 1806
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Die Münzen der Reichsburg Friedberg vom Beginn der Neuzeit bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1569 - 1806 - Dr. Wolfgang Eichelmann
VORWORT
1905 erschien in den Berliner Münzblättern die grundlegende Arbeit des Frankfurter Numismatikers Ernst Lejeune über „Die Münzen der reichsunmittelbaren Burg Friedberg in der Wetterau". Er besaß die wohl bedeutendste und umfassendste Sammlung Friedberger Münzen, die sich heute im Historischen Museum der Stadt Frankfurt befindet. Lejeune erarbeitete und erstellte erstmals eine Sytematik der Friedberger Münzen, wobei er sich auch an Akten von Probationstagen orientierte, die uns heute infolge der verheerenden Schäden durch den Zweiten Weltkrieg nicht mehr vollständig zur Verfügung stehen.
Große Verdienste um das Münzwesen der Burg Friedberg hat auch der Friedberger Numismatiker Wilhelm Fertsch, der viel zur Aufklärung der Geschichte der burgfriedbergischen Münzstätte und der Gepräge der Burg beitrug.
In den Auktions- und Verkaufskatalogen bedeutender Münzhäuser, vor allem der Frankfurter Münzhandlung Dr. Busso Peus, tauchten immer wieder bisher nicht editierte Friedberger Münzen oder Münzvarianten auf, so dass eine Überarbeitung und Ergänzung von Lejeunes Arbeit sinnvoll erschien. Dabei wurden neben diesen Münzen auch seine Nachträge und Berichtigungen an die entsprechenden Stellen des Münzkatalogs eingefügt. Zwangsläufig ergab sich dadurch eine Änderung der Numerierung der Münzen. Bei der Beschreibung der einzelnen Münzen bin ich von Lejeunes Typisierung abgewichen und habe zur Systematisierung der Münzen das Avers und das Revers jedes einzelnen Münztyps mit einem großen Buchstaben versehen, bei Varianten des Avers oder des Revers wurde den Buchstaben jeweils der kleine Buchstabe a (Avers) oder b (Revers) zugefügt. Auf diese Weise wurde besonders deutlich, welche Stempel und Stempelkopplungen seiner Zeit benutzt wurden. Bei der Beschreibung der Varianten eines Münztyps habe ich mich jedoch eng an Lejeune angelehnt, wohl wissend, dass noch weitere Typen und Varianten vorkommen können. Es entstand so die Frage, die bisher bekannten Varianten besser unter einem Typ zu subsummieren oder diese wie bei Lejeune einzeln aufzuführen. Den bisherigen Bestimmungsgewohnheiten folgend habe ich mich für die letztere Möglichkeit entschieden.
Des Weiteren wurden die einzelnen burgfriedbergischen Münzperioden mit ihren Münzemissionen in ihren historischen Zusammenhang gestellt. Aus den aus den Akten bekannten Münzmetallmengen wurden die Prägezahlen der betreffenden Münzen errechnet oder von Lejeune übernommen. Die auf den Münzen vorkommenden burggräflichen Wappen werden in einem gesonderten Abschnitt beschrieben.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Christoph Raab von der Münzhandlung Dr. Busso Peus, Frankfurt, Herrn Wolfgang Rittig, Münzhandlung, Schwelm, Herrn Rudolf Künker, Münzhandlung, Osnabrück und einigen privaten Sammlern, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen und sich auch bereit erklärten, mir durch die Bereitstellung geeigneten Münzmaterials bei der Gestaltung der Artikel behilflich zu sein.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Alexander Fay für seine Recherchen, seine auf einem profunden numismatischen Wissen beruhenden Anmerkungen und Hilfen und die kritische Durchsicht des Manuskriptes
Buseck, im Februar 2011 Dr. Wolfgang Eichelmann
VORWORT ZUR NEUAUFLAGE
Die positiven Reaktionen auf dieses Buch haben mich sehr gefreut. Mit großem Interesse und mit Dank habe ich die Anregungen, Anmerkungen und die immer wohlwollende Kritik aufgenommen. Das Ergebnis war, dass ich einige Texte überarbeitet, erweitert und zum Teil mit zusätzlichen Abbildungen versehen habe.
Auch durch verschiedene äußere Umstände bedingt erschien mir eine Neuauflage dieses Buches als gegeben.
Buseck im September 2019 Dr. Wolfgang Eichelmann
EIN KURZER ÜBERBLICK
ÜBER DIE GESCHICHTE UND
DIE HERALDIK DER
REICHSUNMITTELBAREN BURG
FRIEDBERG
UND IHRER BURGGRAFEN
EIN KURZER ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER REICHSBURG FRIEDBERG
Die Wetterau gilt als die natürliche Verlängerung der oberrheinischen Tiefebene nach Norden. Sie war weder politisch noch kulturell noch wirtschaftlich nach Süden hin abgeschlossen. Der Main bildete keine Grenze, sondern war ein wichtiger Verkehrsweg. Im Osten wird die Wetterau durch den Vogelsberg mit seinen Ausläufern begrenzt und im Westen durch die Höhenzüge des Taunus. Im Norden trennt sie nur die Wasserscheide zwischen Main und Lahn, ein recht flacher Bergzug, vom Lahntal. Am wichtigsten für den Verkehr war der Übergang vom Tal der Wetter bei Butzbach zum Lahntal bei Gießen. Ein weiterer Weg nach Norden führte bei Laubach von der Wetter zur Ohm.
Wegen ihrer geographischen Lage und den daraus resultierenden Besonderheiten war die Wetterau seit jeher ein wichtiges Durchgangsland. Zwei große Durchgangsstraßen führten von Süden nach Norden. Die bedeutendste war die Weinstraße – das Wort „Wein leitet sich in diesem Straßennnamen von dem Wort Wagen ab. Sie führte vom Untermain bei Höchst über Obereschbach, Holzhausen, Obermörlen, Butzbach, westlich von Langgöns und Großenlinden ins Lahntal, wo sie westlich von Gießen die Lahn überquerte, am Dünsberg vorbei nach Frankenberg verlief und bei Korbach das Diemeltal erreichte. Die zweite Straße in Richtung Norden war die Heerstraße, die von Frankfurt über Preungesheim und Friedberg, dann die Wetter entlang über Rockenberg, Gambach und Grüningen führend, sich teilte. Ein Abzweig führte durch den Ebsdorfer Grund über Amöneburg zur Schwalm und von dort zur Weser, ein zweiter „durch die langen Hessen
über Kleinlinden, Treysa, Spangenberg, Waldkappel und Creuzburg nach Eisenach. Die „kurzen Hessen" führten, teilweise durch hersfeldisches Gebiet laufend, von Friedberg über Grünberg, Alsfeld und Hersfeld nach Eisenach. Eine weitere wichtige West-Ostverbindung war die Hohe Straße, die Via Regia, die von Frankfurt ausgehend durch das Kinzigtal über Fulda nach Eisenach und weiter über Leipzig bis nach Schlesien verlief. Eine andere wichtige West-Ostverbindung war der Ortesweg, der aus dem Marburger Land kommend über Echzell an den Hängen des Vogelsbergs entlang zur Fulda führte, die bei Bronzell überquert wurde, und dann weiter durch die Rhön nach Thüringen verlief. Von Bedeutung war auch die von Mainz kommende Antsanvia, die die Nidder aufwärts durch den Büdinger Wald über Hünfeld, Fulda und Vacha an der Werra nach Eisenach verlief.
In der Wetterau gab es noch in staufischer Zeit umfangreiche, weitgehend zusammenhängende Komplexe von Reichsgut, die aus der karolingischen Zeit stammten. Ziel der staufischen Politik war es, dieses Gebiet mit Burgen zu beherrschen und zu verwalten, verlorenes Reichsgut zu restituieren, alle wichtigen Verkehrsstraßen durch Burgen abzusichern und die wirtschaftliche Erschließung des Reichslandes Wetterau durch Städte an den Verkehrswegen und im Schutze der Burgen voranzutreiben. Es war vor allem Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der dieses Burgensystem ausbaute und mehrere Reichsstädte gründete oder schon bestehende Städte zu Reichsstädten erhob. In staufischer Planung entstanden so Gelnhausen mit einer befestigten Kaiserpfalz, Frankfurt mit einem befestigten Platz, Wetzlar mit der kaiserlichen Burg Kalmunt, die Reichsburg Glauberg und die Burgen zweier staufischer Ministerialengeschlechter, Münzenberg und Büdingen, zu denen noch die kleineren Burgen Assenheim und Rockenberg (münzenbergisch) und Konradsdorf, Staden und Ortenberg (büdingisch) kamen. In dieses System staufischer Politik gehörte auch die Gründung der Reichsburg und der Reichsstadt Friedberg.
Die Burg wurde vermutlich im Auftrag Kaiser Barbarossas zwischen 1171 und 1180 erbaut, also etwa zeitgleich mit den anderen staufischen Pfalzen und Burgen (Gelnhausen, Frankfurt, Wetzlar, Glauburg). Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt vom 26. Oktober 1216. Kaiser Friedrich II. verkündete in einer Urkunde dem Burggrafen Giselbert von Heldenbergen und den Burgmannen zu Friedberg, dass er Ulrich von Münzenberg seine Grafschaft und alle seine Güter wiedergegeben habe und gebot ihnen, diesen in seinem Besitz ruhig zu lassen und nicht zu belästigen.
An der Spitze der Burg Friedberg stand ein vom Kaiser eingesetzter Burggraf, der zugleich auch das Stadtoberhaupt von Friedberg war. Die Burgmannen, die in Notzeiten auch die Burghut zu stellen hatten, rekrutierten sich aus der wetterauischen Ritterschaft, die zumeist auch der Reichsministerialität angehörte. Weil es in der Wetterau keinen starken Territorialherren gab, weil die Ritterschaft eine dauerhafte Verbindung mit dem Reich unterhielt und weil sie sich mit den mittleren regionalen Dynasten vergesellschaftete, wurde sie nicht wie die Ritterschaft im übrigen Hessen landständisch. Sie so konnte ihre Reichsunmittelbarkeit bewahren und in ihrem Einflussbereich den beginnenden Abstieg des Rittertums im 14. Jahrhundert hemmen.
Abb.1. Abbildung der Burg Friedberg und des heiligen Georgs, ihres Schutzpatrons, 1515, aus den Salbuch (Zinsregister, Heberegister) des Klosters Naumburg bei Kaichen in der Wetterau, bebilderte Handschrift aus dem Jahr 1514, Staatsbibliothek Marburg, Urkunden Hanau„ Kloster Naumburg, 1514, Dez. 5.
Nach dem Zusammenbruch der Macht des staufischen Kaiserhauses sank auch die Macht und die Bedeutung der Burg. Die Stadt Friedberg machte sich von der Burg unabhängig und selbständig, eroberte die Burg in der Zeit des Interregnums, äscherte sie sogar ein, raubte ihr das Vorland und schob ihre Mauern unmittelbar vor die Wehranlagen der Burg, so dass die Burgbewohner nur noch durch die Stadt nach außen gelangen konnten. Die Antwort der Burgmannen war eine Erweiterung des Mauerrings mit dem Bau eines neuen Zugangs auf der der Stadt abgewandten Nordseite der Burg, der zusätzlich um 1350 mit einem neuen Bergfried, dem Adolfsturm, gesichert wurde.
Unter den Habsburgern gelang es der Burg, ihre alte Vormachtsstellung gegenüber der Stadt wieder zu erlangen. König Albrecht bestimmte in einem Sühnebrief 1306, dass von nun an sechs Burgmannen dem Rat der Stadt angehören sollen, dass der Burggraf „in der Stadt einen Schultheißen setzen soll mit Rath der Schöffen und der genannten sechs Burgmannen, so jedoch, dass die oberste Gewalt dem Burggrafen bleibt". Der Burggraf wurde der oberste Richter der Stadt. Über die sechs Burgmannen gewann die Burg bedeutenden Einfluss auf die Beschlüsse und Maßnahmen des Stadtregiments.
Abb.2. Ansicht der Burg und der Stadt Friedberg von Westen,1553, Aquarell von Hans Döring (1490 – 1558), Wetterau-Museum Friedberg, Inv. Nr. A. 1. 1553-2
Im Jahr 1349, als Kaiser Karl IV. die Stadt verfändete, nutzte die Burg die Möglichkeit, die Stadt durch den Erwerb eines Teiles der Pfandschaft weiter von sich abhängig zu machen. Es gelang der Burg Schritt für Schritt, schließlich die gesamte Pfandschaft in ihre Hände zu bekommen. 1455 musste die Stadt zum ersten Mal dem Burggrafen huldigen. 1482 zwang die Burg die Stadt zu einem Verherrungsrevers, in dem sich die Stadt verpflichten musste, sich nie „einem anderen Fürsten oder Herrn zu eigen machen in Pfand, Schirm oder Bündnis. " 1483 musste sich die Stadt verpflichten einem jeden Burggrafen zu huldigen. 1535 gelangte der letzte Teil der Pfandschaft in den Besitz der Burg. Seit Anfang des 16. Jahrhunderts führte die Burg als äußeres Zeichen ihrer Oberherrschaft über die Stadt, das Wappen der Stadt in ihrem Wappen.
Allmählich entwickelte sich die Reichsburg Friedberg zu einen Territorialstaat, der seinen Machtbereich und sein Hoheitsgebiet in der Wetterau mit großer Zähigkeit und Geduld ausweitete.
Die außerhalb des Burgbereichs am Fuß des Burgbergs gelegene Siedlung „zu den Gärten" war seit alters her im Besitz der Reichsburg Friedberg. Sie erhielt 1388 von König Wenzel die Stadtrechte und wurde ausdrücklich der Burg unterstellt. 1361 bestätigte Kaiser Karl IV. der Burg ihre Rechte in der Mörler Mark, den Besitz der Markwiesen zwischen Dorheim und Ossenheim und den Wildbann im Taunusgebiet zwischen der Usa und dem Erlenbach. Aber erst 1475 konnte die Burg ihre landesherrliche Stellung in der Mörler Mark völlig durchsetzen. Zwar gelangte die Burg nie in den vollständigen Besitz der Mark Mörlen, für sie waren aber die Nutzungsrechte, vor allem das Holznutzungsrecht von großer Bedeutung und das Recht, Teile der Mark als Dienstgüter an Burgmannen vergeben zu können. 1405 wurde die Burg Mitbesitzer der Ganerbschaft Staden, zu der das Gericht und das Schloss Staden, die Dörfer Ober- und Unterflorstadt, Stammheim und die beiden ausgegangenen Dörfer Birx und Appelshausen gehörten. Bedeutsam für die Burg war der Erwerb des Freigerichts Kaichen. Er begann 1376, als von Reichs wegen dem Burggrafen von Friedberg aufgetragen wurde, das Freigericht zu beschützen und zu beschirmen, führte zu langwierigen Auseinandersetzungen mit der Stadt Frankfurt und glückte letztendlich mit Hilfe kaiserlicher Privilegien in den Jahren 1432 und 1467, als Kaiser Friedrich III. dem Burggrafen und den fünf Burgmannen, die im Friedberger Rat saßen, die Befugnis zur Wahl des Obergrefen, des Vorstehers des Freigerichts, übertrug. 1454 ließ sich die Burg ihre Oberherrschaft über die Freigrafschaft de facto anerkennen. Sie wurde 1475 vom Kaiser bestätigt. Seit 1534 wurde den Gerichtsgenossen in aller Form der Huldigungseid abverlangt. Zum Freigericht Kaichen gehörten die Orte Kaichen, Heldenbergen, Büdesheim, Rendel, Großkarben, Kleinkarben, Okarben, Ilbenstadt, Rodenbach, Altenstadt, Oberau und Rommelshausen. Hinzu kam noch ein unmittelbarer Anteil an der Burg der angrenzenden Ganerbschaft Staden.
Die Burg
