Heilende Begegnung: Das Magdalenagebet
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Über dieses E-Book
Dorit Wilke-Lopez
Dr. med. Dorit Wilke-Lopez, geb. 1961, ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Sie studierte Medizin und spezialisierte sich in Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Mit 40 Jahren wandelte sich ihr katholischer Sonntagsglaube nach einer Gotteserfahrung in eine brennende Nachfolge Christi und sie richtete ihr Leben neu aus. Seit 2005 ist sie Mitglied der katholischen Gemeinschaft Regnum Christi. Sie gab ihre Frauenarztpraxis auf und spezialisierte sich als ärztliche Psychotherapeutin. Nach einigen Jahren der Suche nach einer Möglichkeit, die Psychotherapie mehr mit Jesus Christus zu verbinden und Ihn heilen zu lassen, wurde sie mit dem SOZO-Gebet der Freikirchen bekannt. Zusammen mit Pastor Roland Bohnen aus Selfkant entwickelte sie daraus das Magdalenagebet und bildet Menschen in diesem segensreichen Dienst aus.
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Buchvorschau
Heilende Begegnung - Dorit Wilke-Lopez
Mir sind als Seelsorger immer wieder Menschen begegnet, die einfach nicht
zum „Vater" sprechen konnten, denen die Erfahrung der Väterlichkeit Gottes
versagt war. Sie hatten einen Vater, der ihnen Schlimmes angetan hat oder
ihre Mutter verlassen hat… Diese Menschen bräuchten einen Weg der
Heilung, der – ich weiß nicht, wie das auf Italienisch heißt, auf Spanisch sagt
man – sanacion (dtsch. Gesundung).
Papst Franziskus (Ich glaube, Kösel, S.21)
Inhalt
Vorwort
Einleitung
Teil I: Grundlagen
Heilt Gott auch heute noch?
Heilungsgeschichten mit Jesus
Berührung: Die Sünderin bedeckt Jesu Füße mit Tränen
Heilung: Heilung des Blinden in Etappen
Gemeinschaft: Heilung der Tochter des Synagogenvorstehers
Vollmacht: Freudige Rückkehr der Jünger, die Jesus zu zweit ausgesandt hat
Liebe
Zeugnisse
Marlies
Jeanette
Georg
Roswitha
Was ist das Magdalenagebet?
Das Magdalenagebet ist Gemeinschaft
Das Magdalenagebet ist Einführung ins ganzheitliche Beten
Das Magdalenagebet führt zur „Nachbeelterung" durch Bindung an Gott
Das Magdalenagebet ist Hinführung zum betrachtenden Gebet und zum inneren Gebet in Bildern
Das Magdalenagebet ist non-direktiv
Das Magdalenagebet geht an die biografischen Wurzeln
Das Magdalenagebet führt durch Vergebung zur Befreiung
Das Magdalenagebet deckt Lebenslügen auf und führt zur wahren Identität als Kind Gottes
Die Brillen der Kindheit
Bindungsstile
Sichere Bindung
Unsicher-vermeidende Bindung
Unsicher-chaotische Bindung
Übermäßige Verwöhnung
Tabelle 1: Charakteristika der Bindungsmuster
Prägungen
Trauma
Das Magdalenagebet stärkt die Rüstung des Glaubens
Abgrenzung gegen andere Gebetsformen und gegen die Psychotherapie
Teil II Praxisleitfaden
Grundsätze der Gesprächsbegleitung beim Entwickeln innerer Bilder
Innere Bilder anregen
Offene und geschlossene Fragen
Aktives Zuhören
Begleitstil
Eigene Gefühle
Die Werkzeuge
Notwendige Vorabinformationen
Gottesbild
Die vier Türen
Der Segen des Vaters
Jesus wahrnehmen
Umarmung Jesu und heilende Hände
Schoß des Vaters
Neues Gewand
Lösen von Seelenbindungen
Flüche brechen
Gefühle abgeben
Schwierigkeiten
Die Mauer
Geister wegschicken
Der Dienst des Magdalenagebets
Danksagung
Anhang
Informationen zum Magdalenagebet
Fragebogen zum Magdalena-Gebet
Wie geht es nach dem Magdalenagebet weiter?
Zusammenhängende Geister (angelehnt an den „Unbound"-Befreiungsdienst nach N. Lozano)
Liste der Lügen (angelehnt an den „Unbound"-Befreiungsdienst nach Neal Lozano)
Gebet zum heiligen Erzengel Michael
Bibelstellen, die die Liebe des Vaters zusagen
Liebe
Schutz
Neuanfang
Reinigung
Das Bild der Tempelquelle
Vorwort
Seit Ende der 1960er Jahre gibt es in unserer Katholischen Kirche die Charismatische Erneuerung, ein Gnadenstrom – wie Papst Franziskus es bezeichnete – in dem die Charismen der Urkirche wieder neu entdeckt werden. Dazu zählen Heilung und Befreiung. Jesus hat unzählige Menschen geheilt und befreit, und in der Urkirche gab es noch diese Charismen. Sie waren nie ganz verloren gegangen, auch wenn sie später sehr in den Hintergrund getreten sind. Heute werden sie durch eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes wieder lebendig in unserer Kirche.
Eine Auswirkung dieses Gnadenstroms ist das Magdalenagebet, das in diesem Buch von Dr. Dorit Wilke-Lopez vorgestellt wird. Es greift Anregungen aus dem in der Freikirche praktizierten Sozo auf, stellt diese aber in unseren katholischen Kontext. Die wichtigste Grundlage dabei ist das betrachtende Gebet, zu der der Beter von einem Team angeleitet wird. Das betrachtende Gebet ist tief verankert in der biblisch katholischen Tradition. Denken wir an die vielen prophetischen Bilder in der Bibel, denken wir aber auch an Heilige wie Bernhard von Clairvaux, Ignatius von Loyola oder Theresa von Avila, alle große Lehrer des kontemplativen (zu Deutsch „betrachtenden") Gebets.
Durch das Magdalenagebet werden den Betenden tiefe seelische Heilungen geschenkt: Heilung des Gottvertrauens, Heilung von seelischen Wunden, die andere oder wir selbst uns zugefügt haben. Ein sehr wichtiges Element ist dabei, dass die Teilnehmer behutsam zur Vergebung geführt werden.
Somit beantwortet das Magdalenagebet die Frage des modernen Menschen nach der Relevanz unseres christlichen Glaubens, der nicht nur in der Überlieferung von Traditionen und Glaubenssätzen besteht, sondern uns sehr persönlich Freiheit schenkt und neue Lebensperspektiven erschließt. Im Magdalenagebet erfahren die Beter: Der Glaube an Jesus verändert mein Leben, er ist eine wirkliche Bereicherung.
Für mich als Seelsorger ist unser Magdalena Gebetsteam eine große Bereicherung. Immer wieder kann ich Menschen dieses Gebet empfehlen, und so lastet die Seelsorge auf mehreren Schultern. Die Laien werden im Rahmen ihrer Sendung aktiv und ergänzen den priesterlichen Dienst.
Ich bete, dass dieses Buch dazu beiträgt, dass sich das Magdalenagebet weiter ausbreitet und dass noch viele Menschen die heilende und Befreiende Erfahrung Jesu dadurch machen können.
Pastor Roland Bohnen
Einleitung
Dieses Buch ist entstanden aus meiner Erfahrung als ärztliche Psychotherapeutin im Heilungsgebet. Nachdem ich siebzehn bewegende Jahre als Frauenärztin in Kreißsälen, an Sterbebetten und in Operationssälen verbracht und schließlich eine eigene Praxis geführt hatte, kam es zu der entscheidenden Begegnung meines Lebens, die alles veränderte: ich begegnete Gott.
Nicht mehr abstrakt und ziemlich weit entfernt, wo er, seit ich denken konnte, ein von mir zwar geschätztes, aber doch eher zweitrangiges Eigenleben geführt hatte, sondern existenziell. Er kam von außen gesehen eher unspektakulär in mein Alltagsleben. Innerlich war ich am Ende.
Eine lebhafte Arztpraxis, vier kleinere Kinder, eine pflegebedürftige Tante, ein Ehemann, der sich stets auf Reisen befand, und dazu noch der Umbau unseres Wohnhauses hatten mich an einen Punkt geführt, wo alle Kraft aufgebraucht war. Zudem plagten mich tiefe Ängste vor Tod und Einsamkeit, die ein halb bewusstes Motiv sowohl für meine Berufswahl als auch für die Größe meiner Familie waren.
Als Ärztin versuchte ich, den Tod zu bekämpfen, und als Mutter vieler Kinder wähnte ich mich vor Einsamkeit sicher. Und ich versuchte, mir durch Nächstenliebe und unermüdliche Hilfsbereitschaft die Zuneigung Gottes zu sichern, der ja durch Jesus verspricht, dass er uns vor dem Tod retten wird. Aber ich war dem riesigen Arbeitspensum nicht mehr gewachsen, das mit diesen Angstbekämpfungsstrategien einherging. Die Grenze war erreicht.
Ich ging auf die Suche nach einer Kraftquelle, einer neuen Art zu denken, nach etwas, was mir helfen konnte. Ich entdeckte durch das Buch eines indischen Anglistikprofessors aus Kalifornien die Meditation.¹ Und zwar die Textmeditation. Man lernt spirituelle Texte auswendig, die einen im Herzen bewegen, und rezitiert sie so langsam wie möglich vor sich hin. Jeden Tag. Um dieselbe Zeit und am selben Ort, damit der Geist sich daran gewöhnt. Für mich waren es Texte aus den Psalmen und dem Evangelium, aber auch solche von Jörg Zink, dem Meister der meditativen Texte aus meiner Jugend, und von Wolfgang Poeplau. Am Ende dieser Texte erwartete mich Gott.
Ich nahm wahr, dass er mich hörte, auch wenn ich die Meditation aufgenommen hatte in der Haltung: „Hauptsache, mir tut es gut, auch wenn es nur Texte sind." Binnen zwei Wochen nach Beginn meiner täglichen inneren Verkostungen der heiligen Worte stellte meine Familie fest, dass ich mich zu ändern begann – ich wurde ruhiger und gelassener, und ich fühlte das auch. Von da an begann eine innere Reise mit Gott, auf der ich nach Hause gekommen bin. Der himmlische Vater hat mich in sein Haus geholt, hat mir eine Mama im Himmel gegeben und mir gezeigt, dass Jesus die Welt erlöst und ich das nicht selber erledigen muss, was mich außerordentlich entlastet.
Ich suchte Reisegefährten und fand sie in der katholischen Gemeinschaft „Regnum Christi", einer weltumspannenden Familie aus Priestern, gottgeweihten Personen und Laien, die sich gemeinsam um Christus scharen und die die Liebe drängt, die Tatsache der Erlösung allen Menschen nahezubringen. Dort lernte ich den katholischen Glaubensschatz immer tiefer kennen und darin immer mehr Kraft zu finden. Ich verlor Einiges von meiner Angst vor Tod und Einsamkeit und gewann immer mehr Interesse an seelischen und psychischen Zusammenhängen.
Bald lernte ich die Theologie des Leibes von Johannes Paul II kennen und damit die Kostbarkeit des Lebens und das Geheimnis seiner Entstehung und der menschlichen Fruchtbarkeit noch mehr schätzen. Dass ich in meiner Praxis als Frauenärztin ungefähr die Hälfte meiner beruflichen Mühen damit verbrachte, den Frauen dabei behilflich zu sein, genau diese Fruchtbarkeit temporär oder auch dauerhaft zu zerstören, wurde mir immer mehr zu einem inneren Ärgernis. Schließlich verordnete ich keinerlei Verhütungsmittel mehr. Die damit verbundenen Diskussionen mit Patientinnen und Krankenkassen und die aufkeimende Hoffnung, im Rahmen einer Tätigkeit als Psychotherapeutin – ich hatte eine solche Ausbildung in den letzten Jahren erfolgreich absolviert – mit den Menschen tiefer ins Gespräch zu kommen und sie in dieselbe tiefe Freude und Ruhe hineinführen zu können, die Gott mir geschenkt hatte, führten mich schließlich zum Wechsel des ärztlichen Fachgebiets in die Psychotherapie. Auf diesem Gebiet bin ich nun seit dreizehn Jahren tätig.
Bei der Arbeit mit den Menschen in ihren Lebenskrisen, Ängsten und Verstrickungen orientierte ich mich gewissenhaft an den gängigen Erkenntnissen über die unbewussten Konflikte und Entwicklungsdefizite. Psychotherapie, so wie ich sie verstehe, besteht im Wesentlichen daraus, dem Klienten oder der Klientin bewusst zu machen, wo Denk- und Beziehungsmuster behindern, die früher einmal nützlich waren, aber unter den momentanen Lebensumständen kontraproduktiv sind, und neue, angemessenere Muster einzuüben. Dies ist keine rein intellektuelle Tätigkeit, sondern man muss die Herzensebene erreichen, damit die Gefühle und das Verhalten sich ändern können. Ein zweiter Erfahrungsbereich in der Psychotherapie ist die Orientierung auf bereits vorhandene, aber verschüttete Ressourcen. Die eigenen Stärken sollen fokussiert und nutzbar gemacht werden. Da der Mensch ein Beziehungswesen ist, dessen Überleben und Entwicklung von der Gruppe abhängt und dessen Ich sich im Spiegel des Du entwickelt, wirkt auch Psychotherapie nachweislich hauptsächlich über die Beziehung zum Therapeuten.
Vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen mit Heilung durch eine wachsende Gottesbeziehung erhebe ich bei meinen Klienten immer auch eine spirituelle Anamnese. Aber mir fehlte lange das Instrumentarium, das hätte helfen können, die Gottesbeziehung der Menschen, mit denen ich arbeitete, als Ressource auszubauen und darüber einen Schritt in Richtung Heilung bewirken zu können. Psychotherapie ist ja weder Seelsorge noch Missionsstunde.
Einmal hatte ich ein sehr unangenehmes Erlebnis im Rahmen der Selbsterfahrung gemacht, als eine Kollegin, mit der ich ein inneres Problem besprechen wollte, mit einem gewissen missionarischen Druck ihr esoterisch gefärbtes Denksystem als Lösung anbot. Das stieß mich geradezu ab und bestärkte mich darin, keinesfalls jemandem mein Wertesystem aufzudrängen, denn Sinn der Psychotherapie ist es, die Wahlfreiheit der Person zu erhöhen, indem sie befähigt wird, sich von Ängsten, Depressionen, Zwängen und Süchten zu befreien, aber nicht, ihr Wertesystem zu ändern.
Neben einer eher ungezielten Suche nach Literatur und Seminaren, wie man in der Psychotherapie mit Spiritualität umgeht und den Glauben der Patienten als Ressource nutzbar machen kann, tat ich das, was mir als Kind des allmächtigen himmlischen Vaters am nächsten lag: ich betete um eine Lösung. Ich kannte das schon, am Beginn meines geistlichen Weges hatte ich auch drei Jahre um eine Weggemeinschaft gebetet, bevor ich das Regnum Christi fand. Also betete ich drei Jahre lang.
Gott erhörte mich. Eines Tages sprach mich nach der Werktagsmesse Pfarrer Wieners aus Wassenberg an, den ich über Freunde aus dem Regnum Christi kannte, und der besuchsweise in unserer Stadt war. Ob ich Lust hätte, bei der Etablierung eines Heilungsdienstes in seiner und der Pfarrei seines Freundes Pfarrer Bohnen
