Das Linzer Modell für ein Bedingungsloses Grundeinkommen: Überlegungen zum Grundeinkommen
Von Paul J. Ettl
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Über dieses E-Book
In einer Klausur des "Vereins zur Förderung der Grundeinkommensidee www.das-grundeinkommen.org" im Sommer 2020 wurde der Grundstein für das "Linzer Modell" entwickelt.
Es wird ein Vorschlag zur Einführung des BGE in Österreich unterbreitet, welcher sich im Rahmen einer (einfachen) Steuerreform umsetzen lässt und der budgetseitig im Großen und Ganzen kostenneutral ist.
Mit diesem niederschwelligen Vorschlag zur Einführung eines Grundeinkommens in Österreich will das "Linzer Modell" all jenen (weitverbreiteten) Ängsten und Argumenten entgegentreten, die sich der Einführung eines BGE einfach deswegen entgegenstellen, weil dieses unfinanzierbar, eben eine rein utopische Vorstellung sei. Beides trifft genau nicht zu.
Natürlich stellen sich mit der Einführung des Grundeinkommens auch viele Detailfragen. Im Rahmen des Linzer Modells wurden diese in einem knappen Positionspapier in 12 Punkten zusammengestellt. Vor dem Hintergrund des Vorschlags einer kostenneutralen Möglichkeit der Einführung des BGE lassen sich diese völlig unaufgeregt analysieren.
Unmittelbar folgend an die Wiedergabe des entsprechenden Positionspapiers werden diese dann etwas genauer argumentiert.
Paul J. Ettl
Paul J. Ettl, MBA Leiter der Friedensakademie Linz Obmann des Vereins "Das Grundeinkommen" Geb. 1955 in Aschach an der Donau Humanistisches Gymnasium Kollegium Petrinum in Linz, Studium Mathematik, Philosophie, Politikwissenschaft in Linz und Salzburg Seit 1971 Programmierung, ab Mai 1983 Gründer und Geschäftsführer mehrerer IT-Firmen. Diverse Funktionen in der WKO (Bezirksstellenausschuss, Fachgruppe UBIT, Fachverband UBIT, Mitglied der Arge ProEthik, Landessprecher OÖ der CSR-Consultants Experts Group) Firmenverkauf Ende 2013 Initiator und Leiter der Friedensakademie Linz (2010) Pionier im Projekt Gemeinwohl-Ökonomie (ab Jänner 2011) Mitbegründer des Vereins für Gemeinwohl-Ökonomie (Juni 2011) Erstellung der Gemeinwohl-Bilanz für Ettl-Software GmbH Oktober 2011) Masterarbeit "Der Weg zur Gemeinwohl-Bilanz" (Dezember 2012) Diplom Betriebswirtschaftslehre (Jänner 2014) seit Juli 2020 in Pension. Verheiratet, 1 Tochter, 2 Enkelsöhne
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Buchvorschau
Das Linzer Modell für ein Bedingungsloses Grundeinkommen - Paul J. Ettl
INHALT
Vorwort Prof. Dr. Friedrich Schneider
Einleitung
Grundprinzipien eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE)
Das „Linzer Modell"
BGE und Sozialleistungen
Die Höhe des BGE
Anpassung
Zuverdienst
Wer soll ein Grundeinkommen erhalten?
5.1. Was heißt „Lebensmittelpunkt in Österreich"?
5.2. Dürfen alle EU-Bürger in Österreich BGE beziehen?
5.3. Wer bekommt das BGE für Kinder?
5.4. BGE für Menschen in Haft?
Arbeitslosengeld und Pensionen
6.1. Arbeitslosengeld und Arbeitslosenversicherung
6.2. Pensionen und Pensionsversicherung
6.3. „BGE-Versicherung"
Grundeinkommen und Wohngeld
Was sind die Vor- und Nachteile dieser Variante?
Refinanzierung durch Einkommensteuer
Rückfluss und Anpassung der Einkommensteuer
BGE für Großverdiener?
Kosten eines BGE in Österreich
Einsparungen
Arbeitslosengeld, Notstandshilfe
Mindestsicherung (bzw. Sozialhilfe)
Ausgleichszulage (für kleine Pensionen)
Kindergeld (Familienbeihilfe)
Studienbeihilfen, Stipendien und BAföG
Weitere Einsparungen
Kaufkrafterhöhung
Finanzierungsbedarf
weitere und/oder höhere Steuern
12.1. Vermögenssteuer, Erbschafts- /Schenkungs-steuer
12.2. Luxussteuer
12.3. Einkünfte aus Kapitalvermögen (Kapitalertrags-steuer)
12.4. Finanzsteuern
12.4.1. Finanztransaktionssteuer
12.4.2. Mikrosteuer
Weitere Steuern
Freibeträge
Zusammenfassung der Finanzierung
VORWORT
Prof. Dr. Friedrich Schneider
Johannes-Kepler-universität Linz
Linz, Juni 2021
Paul Ettl, ein unermüdlicher und sehr aktiver Befürworter für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), hat seine Gedanken über und seine Aktivitäten für ein BGE in verständlicher Form und mit vielen konkreten Berechnungen über die Finanzierung, als auch eine konkrete Einführung in diesem Buch dargelegt.
Sein Vorschlag ist eine radikale Alternative zum bestehenden System der sozialen Sicherung. Er macht ihn nicht nur, weil er von dieser aus seiner Sicht viel besseren Alternative überzeugt ist, sondern weil die derzeit existierenden sozialen Sicherungssysteme in die Krise geraten sind: Bei immer noch steigender Lebenserwartung, einer alternden Bevölkerung und sinkendem Anteil der Erwerbsbevölkerung wird die Finanzierung dieser Sicherungs-Systeme immer schwieriger. Zusätzlich gibt es die Probleme bzw. Fragen, wer ab wieviel Jahren und in welchem Ausmaß anspruchsberechtigt ist, wie mit der zunehmenden Mobilität des Faktors Arbeit zurechtgekommen wird und wie Zugezogene in dieser Hinsicht behandelt werden. Aus diesen Gründen wird es immer notwendiger, über andere Modelle zur (Grund-)Sicherung nachzudenken. In Paul Ettls Buch wird daher der Versuch gemacht, einen Vorschlag für ein bedingungsloses Grundeinkommen zu unterbreiten, das die oben genannten Schwierigkeiten zu überwinden versucht. Sein BGE Modell ist mittlerweile in der öffentlichen Diskussion angekommen – insbesondere, wenn es um die Herausforderungen der Zukunft und dem damit einhergehenden Reformbedarf des Sozialstaates geht. Eine bedingungslose und regelmäßig zu gewährende individuelle staatliche Transferleistung stellt daher eine radikale, aber auch für viele eine attraktive Alternative dar.
Das BGE wird seit circa 20 Jahren auch in der Wissenschaft intensiv und sehr kontrovers diskutiert. Die wissenschaftliche Diskussion zeigt, wie schwierig es ist, die Vor- und Nachteile, aber auch die Einführung und die damit verbundene Umstellung unserer Wirtschaft und vieler staatlicher Institutionen ausgewogen zu analysieren. Viele Probleme, wie beispielsweise eine faire Aufteilung der Finanzierungslasten, oder die Problematik des Zuzuges, bzw. wer hat wann Anspruch auf ein BGE (z.B. nur österr. Staatsbürger, EU-Bürger oder alle?), oder wie wird bei einem Alleingang von Österreich „border-shopping" verhindert, oder gibt es inflationäre Tendenzen, müssen weiter wissenschaftlich bearbeitet werden. Das BGE als Reformansatz des Sozialstaates ist jedoch mittlerweile in der wissenschaftlichen Diskussion fest verankert und viele offene Fragen werden einer Lösung nähergeführt. Aus meiner Sicht ist daher die Einführung eines BGE keine Utopie mehr, sondern wird immer mehr zu einer realistischen Alternative. Genau dies gelingt Paul Ettl mit diesem Buch. Wenn es anregt, über das BGE nachzudenken und darüber zu diskutieren, wovon ich überzeugt bin, hat es seinen
