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Der blaue Hopsmajor: Die schönsten Hundefabeln und Geschichten von der Antike bis heute
Der blaue Hopsmajor: Die schönsten Hundefabeln und Geschichten von der Antike bis heute
Der blaue Hopsmajor: Die schönsten Hundefabeln und Geschichten von der Antike bis heute
eBook199 Seiten2 Stunden

Der blaue Hopsmajor: Die schönsten Hundefabeln und Geschichten von der Antike bis heute

Von Alexander Schug (Editor)

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Über dieses E-Book

Dieses Buch versammelt Fabeln, Geschichten und Erzählungen von der Antike bis heute. Sie alle eint ein Thema: der Hund. Lustige, traurige und geistreiche Geschichte berichten über das Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Keine anderen Tiere haben sich in den vergangenen Jahrtausenden so eng an den Menschen gebunden wie die Vierbeiner. Der Hund ist zu einem Begleiter durch unser Leben geworden. Nicht immer war das Verhältnis harmonisch und nicht jede Geschichte handelt vom treu ergebenen Hund. Die hier beschriebenen Tiercharaktere sind wesentlich differenzierter. Neben affektierten Hündchen treten nimmersatte Bestien und gewitzte Vierbeiner auf. Der Hund erhält in dieser Zusammenschau von mehr als 40 Texten ein eigenes "Gesicht" - und zeigt seine individuelle Persönlichkeit. Die Texte sind chronologisch arrangiert - von der Antike über das Mittelalter, der Neuzeit bis zum Jetzt. Im letzten Kapitel sind einige Texte aus anderen Weltkulturen vereint. Die Autoren sind zum größten Teil bekannte Schriftsteller: Aesop, Jean de la Fontaine, Lessing, Gleim, Kleist, die Gebrüder Grimm. Die Sammlung beinhaltet so bekannte Erzählungen wie Marie von Ebner-Eschenbachs "Krambambuli" oder Kafkas "Forschungen eines Hundes" - daneben haben aber auch weniger bekannte Texte Eingang in diese bislang umfangreichste Sammlung von Hundegeschichten gefunden. Ausgezeichnet mit dem "Wuff"-Empfehlungssiegel von Schlappohr Otto, unserem Verlagshund.
SpracheDeutsch
HerausgeberVergangenheitsverlag
Erscheinungsdatum13. Feb. 2012
ISBN9783864080258
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    Buchvorschau

    Der blaue Hopsmajor - Alexander Schug

    Einleitung

    Dieses Buch versammelt Fabeln, Geschichten und Erzählungen von der Antike bis heute. Sie alle eint ein Thema: der Hund. Die Texte spiegeln, welche Eigenschaften die Menschen ihnen zuschreiben und was sie von ihnen erwarten. Lustige, traurige und geistreiche Geschichte berichten über das Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Kein anderes Tier hat sich in den vergangenen Jahrtausenden so eng an den Menschen gebunden wie der Hund. Er ist zu einem Begleiter durch unser Leben geworden. Nicht immer war das Verhältnis harmonisch und nicht jede Geschichte handelt vom treu ergebenen Hund. Die hier beschriebenen Tiercharakter sind wesentlich differenzierter. Neben affektierten Hündchen, treten nimmersatte Bestien und gewitzte Vierbeiner auf. Der Hund erhält in dieser Zusammenschau von unterschiedlichen Perspektiven ein eigenes „Gesicht" und zeigt seine individuelle Persönlichkeit – wie sie Schriftsteller aus verschiedenen Jahrhunderten beschrieben haben. Welche Vor- und Nachteile der Hund von seiner Domestizierung hat, und warum einige Tiere das mühselige Leben im Wald dem vermeintlich prächtigen Leben im Haus vorziehen - auch davon handeln die Erzählungen.

    Aber es ging den Autoren nicht nur darum, den Charakter der Hunde aufzuzeigen, sondern anhand von Fabeln auch dem Menschen sein eigenes Spiegelbild vorzuhalten. In den belehrenden Geschichten Aesops taucht der Hund erstmals mit menschlichen Eigenschaften auf. Dies hat zu allen Zeiten viele Nachahmer gefunden. Die treue Ergebenheit der Hunde ihrem Herrn gegenüber diente zum Beispiel einigen Autoren als Bild für die fatale Abhängigkeit der unteren Schichten von ihren Landesherren. Oder die Gier des Hundes nach Fleisch symbolisierte das übermäßige Verlangen des Menschen nach Reichtum. Und wie steht es um das Verhältnis der Hunde untereinander und zu anderen Tieren? Das bekannte Sprichwort „Wie Hund und Katz" kommt nicht von ungefähr.

    Dieses Buch möchte Sie mitnehmen in die Welt der Hunde und seiner Weggefährten. Neben Geschichten bekannter Autoren aus dem europäischen Raum, berichten Märchen und Erzählungen aus fernen Ländern von verschiedenen Hundeerlebnissen.

    Klassische Fabeln und Erzählungen

    Bestrafte Habgier (Aesop*)

    Ein Hund, der ein Stück Fleisch im Maul trug überschritt einen Fluß.

    Dabei sah er seinen Schatten im Wasser und meinte, das sei ein anderer

    Hund, der ein größeres Stück Fleisch habe. Sofort ließ er das eigene fahren

    und fuhr auf das Spiegelbild los, um das Fleisch zu rauben. Aber dabei

    kam nur heraus, daß er beides verlor, das fremde Fleisch, weil es überhaupt

    nicht da war, und das eigene, weil es vom Wasser weggetrieben war.

    Aus: Aesopische Fabeln, zus. gestellt und ins Dt. übertr. von August Hausrath, München 1940, S. 43.

    *Aesop lebte um 600 v. Chr. in Griechenland

    Eines schickte sich nicht für alle (Aesop)

    Ein Herr besaß einen Esel und ein Malteser Schoßhündchen.

    Der Esel mußte schwere Lasten schleppen und stand

    sonst unbeachtet im Stall, mit dem Hündchen aber pflegte

    der Herr zu spielen. Wenn er einmal auswärts speiste, brachte

    er dem Hündchen etwas mit, das ihm fröhlich bellend

    entgegensprang und ihn umwedelte. Da packte der Esel der Neid,

    und auch er lief dem Herrn entgegen, wieherte fürchterlich

    und wollte den Herrn mit seinen Hufen liebkosen. Der

    aber rief den Dienern und befahl ihnen, den Esel zu verprügeln

    und an die Krippe zu binden.

    Aus: Aesopische Fabeln, zus. gestellt und ins Dt. übertr. von August Hausrath, München 1940, S. 47.

    Pferd, Rind, Hund und Mensch (Aesop)

    Als Zeus den Menschen schuf, gab er ihm nur kurze Lebenszeit. Der aber

    brauchte seinen Verstand, und als der Winter herannahte, baute er sich ein

    stattliches Gehöfte. Wie es nuneinmal sehr kalt wurde und Zeus den Regen vom

    Himmel herabgoß, konnte das Pferd es Freien nicht mehr aushalten.

    So kam es denn im Galopp zu des Menschen Behausung heran und bat um Aufnahme.

    Der sagt: „Ich will dich aufnehmen, aber unter der Bedingung, daß du mir einen Teil deiner

    Lebensjahre abtrittst." Das Pferd war es zufrieden und erhielt Stallung und Futter.

    Kurz darauf kam das Rind und noch später der Hund, und mit beiden schloß der Mensch

    den gleichen Vertrag. So kommt´s, daß der Mensch, solange er in den Jahren steht, die ihm

    Zeus verliehen hat, unverdorben und gut ist. In den Jahren aber, die er vom Roß hat, ist er

    hochmütig und üppig; in denen, die er vom Rind hat, ist er ein gewaltiger Schaffer und in

    denen, die ihm der Hund abtrat, mürrisch und bissig.

    Aus: Aesopische Fabeln, zus. gestellt und ins Dt. übertr. von August Hausrath, München

    1940, S. 15.

    Das Lamm und der Wolf (Aesop)

    Zum gleichen Bache kam der Wolf einst und das Lamm, vom Durst getrieben.

    Weiter oben stand der Wolf, das Lamm bachabwärts. Von dem nimmersatten

    Schlund getrieben sucht der Räuber einen Grund zum Streit.

    „Was trübst du mir das Wasser, das ich trinken will?" beginnt er. Und die Unschuld

    in dem Wollenkleid entgegnet zitternd: „Ach, wie soll das möglich sein?

    Von dir herab zu meinen Lippen fließt das Naß." Und der bezwungen von der

    Wahrheit Allgewalt fährt fort: „Haste vor sechs Monden du mich nicht

    geschmäht?„Nein, spricht das Lamm, „denn damals lebte ich noch nicht."

    „Dann war´s dein Vater, der mich schmähte", schreit der Wolf und würgt in

    unverdientem Tod sein Opfer ab.

    Aus: Aesopische Fabeln, zus. gestellt und ins Dt. übertr. von August Hausrath, München

    1940, S. 61.

    Der getreue Hund (Phaedrus*)

    Wer auf einmal zu gütig ist, ist Dummen nur Willkommen;

    die Erfahrne hintergeht er nicht. Ein Dieb warf einem Hund

    ein Brodt zur Nachtzeit hin und wollt ihn durch den Fraß zum

    Schweigen locken. Heh!, sprach der Hund, willst du dadurch das Maul

    mir stopfen, daß ich für die Sache meines Herrn nicht bellen soll, so irrst

    du sehr; denn eben die schnelle Gütigkeit befiehlet mir zu wachen, daß du

    nicht durch meine Schuld gewinnst.

    Aus: Phäders Aesopische Fabeln, teutsch in Reimfreyen Jamben übersetzt von J.G. Gericke,

    Breslau 1785, S 23.

    *Phaedrus lebte um 20/15 v. Chr. bis um 50/60 n. Chr. in Rom

    Der Hund und der Hase (Babrios*)

    Ein Hund, der einen Hasen vom Gebirg jagte,

    Verfolgt ihn beißend, ob er ihn nicht fest packte;

    Doch als der umsah, wedelte er ganz freundschaftlich.

    Der Hase sprach: „So sei du Thier doch aufrichtig;

    Als Freund sollst du nicht beißen, noch als Thier wedeln."

    (So ist der Sinn der Menschen oftmals zweideutig

    Daß man ihm nicht recht trauen kann noch mißtrauen.)

    Aus: Babrios, Fabeln, übers. von Wilhelm Hertzberg, Halle 1846, S. 41

    *Babrios lebte im späten 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. vermutlich im Osten des römischen

    Reichs

    Texte des Mittelalters

    Von zwei Hunden (Spervogel*)

    Zwei hunde stritten um ein bein;

    der schlecht´re stand da und that schrei´n.

    Und half ihm all sein heulen noch?

    das bein musst´ er entbehren doch;

    dem andern, dem gelang es.

    Er trug´s vom tische hin zur thür:

    und stand vor dessen augen und verschlang es.

    Aus: Lieder und Sprüche der beiden Meister Spervogel, mit Einleitung, Textkritik und

    Übersetzung, hg. von Heinrich Gradl, Prag 1869, S. 27.¹

    *Spervogel lebte um 1170²

    Der Wolf und der Hund (Ulrich Boner*)

    Von Freiheit und von Eigenschaft

    Es gingen zween Gesellen gut,

    Die hatten ungleichen Muth,

    Auf der Straße durch einen Wald,

    Ihr Kosen³ , das war mannichfalt;

    Es war ein Wolf und ein Hund;

    Sie kamen auf derselben Stund

    Auf eine Wiese; da das geschach,

    Viel schier der Wolf zum Hunde sprach:

    Sag an, traut Geselle mein,

    Was meinet deiner Haute Schein?

    Du bist so stolz und bist so glatt,

    Du magst wol guter Speise satt

    Ohne Sorge werden alle Tage.

    Der Hund sprach: hör, was ich dir sage:

    Mein lieber Meister speiset mich

    Von seinem Tische, durch das ich

    Behüt seinen Hof und auch sein Haus.

    Wer etwas tragen will daraus,

    Das künd´ ich, darum bin ich lieb.

    Ich laß den Räuber noch den Dieb

    Nichts aus dem Hause tragen,

    Hiermit ich meine Speis´ bejagen.

    Da sprach der Wolf: das ist viel gut,

    So hast du oft ruhigen Muth,

    Wenn ich muß in den Sorgen streben,

    Wie ich gespeis´ mein armes Leben;

    Und wär es an dem Willen dein,

    Dein Geselle wollt ich gerne seyn,

    Daß ich mein´ Speise möchte han

    Ohn Sorge. Der Hund sprach: nun wol dann

    Her, Wolf, in meines Meisters Haus

    Mit mir, da treibt euch Niemand aus.

    Der Wolf ward der Rede froh;

    Mit einander giengen sie do.

    Der Wolf des Hundes Kehle sach

    Zu ihm er da viel balde sprach:

    Sag an, traut Geselle mein,

    Was meinet, daß die Kehle dein

    Ist beschabet und beschorn?

    Durch was hast du das Haar verlorn?

    Der Hund sprach: das will ich dir sagen.

    Des Tags muß ich einen Kolben tragen,

    Und muß an einem Seile stahn

    Gebunden; nirgend mag ich gahn;

    Ich muß stetlich genfangen seyn,

    Das leid ich um die Speise mein.

    Da diese Rede also geschach,

    Der Wolf da zu dem Hunde sprach:

    Nein, du traut Geselle mein,

    Durch nichts will ich gefangen seyn;

    So leid ist mir noch nicht mein Leben,

    Daß ich um Speis´ auf wolle geben

    Meine Freiheit, das glaube mir;

    Deine gute Speise hab du dir,

    Und hab auch manchen langen Tag;

    So will ich essen, das ich mag

    Haben, mit freiem Muthe;

    Das kommt mir baß zu Gute.

    Ich will den freien Willen mein

    Nicht geben um die Speise dein.

    So lief der Wolf zu Walde;

    Der Hund ist heim viel balde.

    Aus: Boner´s Edelstein in Hundert Fabeln, mit Varianten und Worterklärungen, hg. von

    Johann Joachim Eschenburg, Berlin 1810, S. 187-180.

    *Ulrich Boner ist wahrscheinlich um 1280 geboren

    Der Hund mit den Schellen (Ulrich Boner)

    Von schalkhafter Freude

    Von einem Hund liest man das,

    Daß er gar bös und schalkhaft was,

    Seine Gebehrde waren nicht gleich

    Den Werken, wann er sanftiglich

    Gebehrd´te, und war doch Schalkheit voll.

    Deß ward gewahr viel Mancher wol;

    Den er biß in seine Waden,

    Der hatt den Spott und auch den Schaden.

    Dieß trieb er lang und manchen Tag,

    Daß er kein Unseld⁶ nie verlag.

    Heimlich gieng er den Leuten nach,

    wenn er biß, so ward ihm gach

    Zur Flucht; dieß ward viel oft geseit

    Dem Meister sein; es war ihm leid,

    Eine Schelle er ihm anhieng

    An seinen Hals; wo er da gieng,

    Daß man ihn hörte, wo er was,

    Und man sich hütete desto baß

    Vor seiner großen Schalkheit.

    Deß ward der böse Hund gemeit,

    Und freute sich sehr, daß sein Leben

    Verdient hat, daß man ihm sollt geben

    Eine Schelle an seinem Leib.

    Die Hochfahrt ihn in großen Keib

    Bracht wider sein Geschlechte do.

    Der Schellen war der Hund viel froh.

    Ein alter Hund gegangen kam,

    Dem war wol kund, warum der Mann

    Dem Hund die Schellen hat geben,

    Daß man dran kennt sein böses Leben.

    Zu ihm sprach er: weß freust du dich?

    Daß du Thor verschmähest mich,

    Und dein Geschlecht, das wird dir leid.

    Viel besser ist der, der nicht treit

    Eine Schelle, die dir ist gegeben,

    Daß man erkenne dein schalkhaft Leben,

    Die du durch Ehre meinst zu tragen.

    Deine Bosheit sollst du lieber klagen.

    Die Schelle die bezeuget wol,

    Daß du bist aller Schalkheit voll.

    Wer um

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