Die Judenbuche
()
Über dieses E-Book
Annette von Droste-Hülshoff
Annette von Droste-Hülshoff, 1797 bei Münster geboren, zeigte früh literarisches Talent. Bezeichnend für Annette von Droste-Hülshoffs Leben und Schaffen ist der Wechsel ihres häuslichen Lebens im Münsteraner Umland mit ihren zahlreichen Reisen. Die Heirat ihrer Schwester 1834 mit dem Freiherrn von Lassberg ermöglichten mehrere Reisen nach Meersburg am Bodensee. Meersburg wurde für Hülshoff zur zweiten Heimat, sie erwarb mit dem Honorar für ihren 1844 erschienenen Gedichtband das »Fürstenhäusle« mit Seeblick. Von ihrer letzten Reise nach Meersburg im Jahr 1846 kehrte sie nicht zurück – sie starb dort im Jahr 1848.
Mehr von Annette Von Droste Hülshoff lesen
Gedichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche Bewertung: 3 von 5 Sternen3/5Gesammelte Werke von Annette von Droste-Hülshoff: Balladen, Die Judenbuche und Das geistliche Jahr – Epen, Westfalenbilder und biographische Spuren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie wichtigsten Werke von Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche + Bei uns zu Lande auf dem Lande + Bilder aus Westfalen + Gedichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnnette von Droste-Hülshoff: Gesammelte Werke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPiratengeflüster Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie größten Meister der deutschen Dichtkunst Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebenswege der berühmten Schriftstellerinnen: Biographien und Memoiren von George Sand, Annette von Droste-Hülshoff, Malwida von Meysenbug Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke von Annette von Droste-Hülshoff: Bereicherte Ausgabe. Eine literarische Schatztruhe deutscher Dichtkunst und Romantik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZwischen Realität und Vorstellungswelt: Biographien und Memoiren berühmter Autorinnen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Die Judenbuche
Ähnliche E-Books
Die Judenbuche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Judenbuche: Text und Materialien Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRavensbeck: historischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Marquise von O...: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Grüne Heinrich: Einer der bedeutendsten Bildungsromane der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAhnung und Gegenwart Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenArnold Lohrs Zigeunerfahrt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau des Richters Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Moloch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLevin Schücking: Gesammelte Werke: Der Kampf im Spessart; Luther in Rom; Eine dunkle Tat; Die schwarz-weiße Perle; Ein Sohn des Volkes Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie ewige Burg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine dunkle Tat (Historischer Krimi) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau des Richters: Historischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Leute aus dem Walde Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEffi Briest Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesammelte Werke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHeinrich von Kleist: Ausgewählte Novellen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIsegrimm - Historischer Roman aus den Napoleonischen Kriegen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRichiza: Historischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau mit den Karfunkelsteinen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Harzfrau Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEllernklipp Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Hosen des Herrn von Bredow Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau des Richters: Historischer Roman: Ein analytischer Blick auf die Zwänge des sozialen Milieus Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCrone Stäudlin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Spion Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Klassiker für Sie
Der Antichrist Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Verwandlung Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schuld und Sühne Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Der große Gatsby Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSaemtliche Werke von Brüder Grimm (Illustrierte) Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Ungeduld des Herzens: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Frau ohne Schatten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Kleine Prinz: Aus dem Französischen von Tullio Aurelio Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKarl May: Winnetou 1-4 (Golden Deer Classics) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrieg und Frieden Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Schuld und Sühne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen1984: Neuübersetzung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEdgar Allan Poe - Gesammelte Werke Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Vier Erzählungen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Zimmer für sich allein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Graf von Monte Christo Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Stolz und Vorurteil. Illustrierte Ausgabe: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Amokläufer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJosefine Mutzenbacher - Unzensierte Ausgabe: »Der mit Abstand beste deutschsprachige erotische Roman aller Zeiten« Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Leben eines Taugenichts: andhof Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Werke von Arthur Schnitzler (Illustrierte) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Mahdi: Reiseerzählung Im Lande des Mahdi II, Band 17 der Gesammelten Werke Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Insel des Dr. Moreau: nexx classics – WELTLITERATUR NEU INSPIRIERT Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie geheimnisvolle Insel: Illustrierte deutsche Ausgabe - Ein mystisches Abenteuer Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Sternstunden der Menschheit: Historische Miniaturen. Klassiker der Weltliteratur Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Siddhartha Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Zwang Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKafka auf Deutsch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAufzeichnungen aus dem Kellerloch Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Die Judenbuche
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Die Judenbuche - Annette von Droste-Hülshoff
Friedrich Mergel, geboren 1738, war der Sohn eines sogenannten Halbmeiers oder Grundeigentümers geringer Klasse im Dorfe B., das, so schlecht gebaut und rauchig es sein mag, doch das Auge jedes Reisenden fesselt durch die überaus malerische Schönheit seiner Lage in der grünen Waldschlucht eines bedeutenden und geschichtlich merkwürdigen Gebirges. Das Ländchen, dem es angehörte, war damals einer jener abgeschlossenen Erfenwinkel ohne Fabriken und Handel, ohne Heerstrassen, wo noch ein fremdes Gesicht Aufsehen erregte, und eine Reise von dreissig Meilen selbst den Vornehmeren zum Ulysses ¹ seiner Gegend machte — kurz, ein Fleck, wie es deren sonst so viele in Deutschland gab, mit all den Mängeln und Cugenden, all der Originalität und Beschränktheit, wie sie nur in solchen Zuständen gedeihen.
Unter höchst einfachen und häufig unzulänglichen Gesetzen waren die Begriffe der Einwohner von Recht und Unrecht einigermassen in Verwirrung geraten, oder vielmehr, es hatte sich neben dem gesetzlichen ein zweites Recht gebildet, ein Recht der öffentlichen Meinung, der Gewohnheit und der durch Vernachlässigung entstandenen Verjährung. Die Gutsbesitzer, denen die niedrige Gerichtsbarkeit zustand, straften und belohnten nach ihrer in den meisten Fällen redlichen Einsicht; der Untergebene tat, was ihm ausführbar und mit einem etwas weiteren Gewissen verträglich schien, und nur dem Verlierenden fiel es zuweilen ein, in alten staubigen Urkunden nachzuschlagen.
Es ist schwer, jene Zeit unparteiisch ins Auge zu fassen; sie ist seit ihrem Verschwinden entweder hochmütig getadelt oder albern gelobt worden, da den, der sie erlebte, zu viel teure Erinnerungen blenden und der Spätergeborene sie nicht begreift. So viel darf man indessen behaupten, dass die Form schwächer, der Kern fester, Vergehen häufiger, Gewissenlosigkeit seltener waren. Denn wer nach seiner Überzeugung handelt, und sei sie noch so mangelhaft, kann nie ganz zugrunde gehen, wogegen nichts seelentötender wirkt, als gegen das innere Rechtsgefühl das äussere Recht in Anspruch nehmen.
Ein Menschenschlag, unruhiger und unternehmender als seine Nachbarn, liess in dem kleinen Staate, von dem wir reden, manches weit greller hervortreten als anderswo unter gleichen Umständen. Holz- und Jagdfrevel waren an der Tagesordnung, und bei den häufig vorfallenden Schlägereien hatte sich jeder selbst seines zerschlagenen Kopfes zu trösten. Da jedoch grosse und ergiebige Waldungen den Hauptreichtum des Landes ausmachten, ward allerdings scharf über die Forsten gewacht, aber weniger auf gesetzlichem Wege als in stets erneuten Versuchen, Gewalt und List mit gleichen Waffen zu überbieten.
Das Dorf B. galt für die hochmütigste, schlaueste und kühnste Gemeinde des ganzen Fürstentums. Seine Lage inmitten tiefer und stolzer Waldeinsamkeit mochte schon früh den angeborenen Starrsinn der Gemüter nähren; die Nähe eines Flusses, der in die See mündete und bedeckte Fahrzeuge trug, gross genug, um Schiffbauholz bequem und sicher ausser Land zu führen, trug sehr dazu bei, die natürliche Kühnheit der Holzfrevler zu ermutigen, und der Umstand, dass alles umher von Förstern wimmelte, konnte hier nur aufregend wirken, da bei den häufig vorkommenden Scharmützeln der Vorteil meist auf seiten der Bauern blieb. Dreissig, vierzig. Wagen zogen zugleich aus in den schönen Mondnächten mit ungefähr doppelt so viel Mannschaft jedes Alters, vom halbwüchsigen Knaben bis zum siebzigjährigen Ortsvorsteher, der als erfahrener Leitbock den Zug mit gleich stolzem Bewusstsein anführte, wie er seinen Sitz in der Gerichtsstube einnahm. Die Zurückgebliebenen horchten sorglos dem allmählichen Verhallen des Knarrens und Stossens der Räder in den Hohlwegen und schliefen sacht weiter. Ein gelegentlicher Schuss, ein schwacher Schrei liessen wohl einmal eine junge Frau oder Braut auffahren; kein anderer achtete darauf. Beim ersten Morgengrauen kehrte der Zug ebenso sch weigend heim, die Gesichter glühend wie Erz, hier und dort einer mit verbundenem Kopf, was weiter nicht in Betracht kam, und nach ein paar Stunden war die Umgegend voll von dem Missgeschick eines oder mehrerer Forstbeamten, die aus dem Walde getragen wurden, zwas weiter nicht in Betracht kam, und nach ein paar Stunden war die Umgegend voll von dem Missgeschick eines oder mehrerer Forstbeamten, die ais dem Walde getragen wurden, zerschlagen, mit Schnupftabak geblendet und für einige Zeit unfähig, ihrem Berufe nachzukommen.
In dieser Umgebung ward Friedrich Mergel geboren, in einem Hause, das durch die stolze Zugabe eine Rauchfanges und minder kleiner Glasscheiben die Ansprüche seines Erbauers, sowie durch seine gegenwärtige Verkommenheit die kümmerlichen Umstände des jetzigen Besitzers bezeugte. Das frühere Geländer um Hof und Garten war einem vernachlässigten Zaune gewichen, das Dach schadhaft, fremdes Vieh weidete auf den Triften, fremdes Korn wuchs auf dem Acker zunächst am Hofe, und der Garten enthielt, ausser ein paar holzigen Rosenstöcken aus besserer Zeit, mehr Unkraut als Kraut. Freilich hatten Unglücksfälle manches hiervon herbeigeführt; doch war auch viel Unordnung und böse Wirtschaft im Spiel. Friedrichs Dater, der alte Hermann Mergel, war in seinem Junggesellenstande ein sogenannter ordentlicher Säufer, d. h. einer, der nur an Sonnund Festtagen in der Rinne lag und die Woche hindurch so manierlich war wie ein anderer. So war denn auch seine Bewerbung um ein recht hübsches und wohlhabendes Mädchen ihm nicht erschwert. Auf der Hochzeit ging’s lustig zu. Mergel war nicht gar zu arg betrunken, und die Eltern der Braut gingen abends vergnügt heim;
