Über dieses E-Book
Diese Geschichte ist Fiktion und Realität, sie ist Belletristik und Sachbuch und sie fordert Toleranz und Offenheit.
"Wenn die Menschen beginnen zu verstehen, dass Christus nichts mit Kirche, Religion oder anderen Institutionen zur Einschränkung der Freiheit des Menschen zu tun hat, sondern wenn sie verstehen, dass es ein Bewusstsein ist, das Liebe, Ehrlichkeit und Freiheit für jeden Einzelnen und das soziale menschliche Miteinander entstehen lässt, dann beginnt das Christbewusstsein die Welt zu verändern."
Hubert Kölsch
Hubert K. Kölsch ist Seminarleiter, Autor und Coach. Wichtiges Anliegen seiner Arbeit ist es, verschiedene Bereiche des Lebens wie Naturwissenschaften, Kultur und Wirtschaft auf geistiger Ebene miteinander in Verbindung zu bringen. Seit vielen Jahren ist er im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung als Dozent tätig und bietet persönliches Coaching an. Er hält Vorträge, Workshops, ist bekennender Opernliebhaber und veranstaltet Seminare mit Opernbesuch. Seit 20 Jahren lebt er in München und ist in der Schweiz, Italien, Österreich und Deutschland auf Reisen. Er schreibt Belletristik, Sachbücher, pädagogische Fachbeiträge, Artikel, Essays und Kurzgeschichten. www.hubert-koelsch.de
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Buchvorschau
Begegnung - Hubert Kölsch
„Dann wird geschaut werden das Kommen des
Menschensohnes im Wolkenwesen, umkraftet von der
Macht, umleuchtet vom Licht der sich offenbarenden
Geisteswelt."
Markus 13,26
„Dann wird der Menschensohn den schauenden Seelen
erscheinen in den Wolken des Ätherreiches, umkraftet von
den bewegenden Weltenmächten, umleuchtet von den
Geistern der Offenbarung."
Lukas 21,27
„Siehe, er kommt im Wolkensein. Alle Augen sollen ihn
schauen, auch die Augen derer, die ihn durchstochen haben."
Apokalypse 1,7
Dichte Nebel lagen über feuchten Wiesen. Es war früh am Morgen. Die Sonne wartete noch hinter den Hügeln, der sanftblaue Himmel der Dämmerung versprach einen farbenvollen Herbsttag.
Ich verlies das Hotel für meinen Morgenspaziergang durch die Seitentüre, hörte den Bach rauschen, dann umfing mich der Nebel. Als ich den Weg erreichte, sah ich die Lichter des Hotels nur noch wie vergessene Sterne in weiter Ferne.
Den Weg kannte ich gut, denn der Spaziergang war mein morgendliches Ritual, wenn ich mich für einige Tage hierher zurückzog, um Abstand von Lärm und Hektik des Alltags zu bekommen. Aber irgendetwas war heute Morgen anders als sonst.
Der Nebel schien mich in sich hineinzuziehen, als ob er mich verschlucken wollte. Ich erschrak, denn etwas hatte mein Bein gestreift. Es war ein weißer Hund, der nah neben mir ging, als ob er mein eigener sei und sich im dichten Nebel an mich schmiegen wollte. Ich hatte ihn bei allen meinen Spaziergängen noch nie gesehen und da zu einem Hund meist ein Besitzer, der ebenfalls unterwegs ist, dazugehört, blieb ich stehen und hielt Ausschau. Doch das Einzige, was ich sehen konnte, war dichter Nebel. Ich lauschte in die Stille, ob ich Schritte oder irgendein anderes Geräusch wahrnehmen konnte. In der Ferne hörte ich Kuhglocken, das Brummen eines Autos und noch immer das Rauschen des Baches neben mir. Der weiße Hund, der nun einige Schritte vor mir saß, sah mich erwartungsvoll an.
Jetzt lief der Hund los und es war, als ob er mich aufforderte, ihm zu folgen. Schnell erreichten wir die Brücke, die nach rechts über den Bach führte. Diese Stelle kannte ich gut, denn hier verweile ich oft bei meinem Spaziergang, um die spielerische Bewegung des Wassers zu betrachten. Der weiße Hund überquert die Brücke und sah mich erwartungsvoll an. Ich folgte ihm und wollte den Pfad nach links einschlagen, doch der weiße Hund lief munter bergauf durch die nasse Wiese.
„Hier trennen sich unsere Wege", sagte ich zu ihm, denn ich verspürte keinen Drang, zu folgen. Der weiße Hund bellte einmal kurz. Ich schlug den Flusspfad ein, als er nochmals vernehmlich und laut bellte.
‚Hier geht es entlang‘, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf.
‚Das kann jetzt nicht sein, dass ein weißer Hund mit mir redet und mich auffordert, meinen vertrauten Weg zu verlassen‘, dachte ich.
‚Doch!‘, antwortete der Hund. Er schien keine Ausrede zu akzeptieren und wie zur Bestätigung gab er ein kraftvolles, befehlendes Bellen von sich.
Der Nebel wurde immer dichter und plötzlich gab es nur noch diesen wunderschönen weißen Hund und mich. Einen kurzen Moment ging mir durch den Kopf, was alles passieren könne: nasse Füße, schmutzige Schuhe, verdreckte Kleidung, wenn ich ausrutsche und ich würde mich ganz bestimmt verlaufen. Dann folgte ich dem weißen Hund ohne zu wissen, warum.
‚Endlich‘, hörte ich ihn in meinem Kopf. Er lief munter den Berg hinan und ich hatte Mühe, ihm zu folgen. Nach einiger Zeit wunderte ich mich, denn die Gegend um das Hotel ist zwar von Hügeln umgeben, aber weit konnte es nicht bergauf gehen. Meinen Begleiter schien das nicht zu stören, im Gegenteil, es ging weiter munter bergauf. Er wartet auf mich und stets bevor ich ihn erreicht hatte, lief er weiter. Es schien ihn nicht anzustrengen, denn er hechelte nie, wenn er auf mich wartet, sondern sah mir stets erwartungsfroh entgegen.
Ich hatte jedes Gefühl für Raum und Zeit
