Schwimmen lernen: 66 Tage psychosomatische Klinik
Von Roland Richter
()
Über dieses E-Book
Roland Richter
Roland Richter, geboren 1966 in der ehemaligen DDR, ist ein Künstler und Autor mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur. Nachdem er seine Ausbildung zum Gärtnermeister absolvierte, entschloss er sich seine Liebe zur Natur mit seiner künstlerischen Ader zu verbinden Mit einem einzigartigen Blick auf die Welt und einem unerschütterlichen Engagement für sein Handwerk, vermag Roland Richter seine Leserinnen und Leser zu berühren und zum Nachdenken anzuregen. Sein Schreiben ist ein Spiegel seiner persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen, das inspirierende Geschichten und Gedichte hervorbringt.
Ähnlich wie Schwimmen lernen
Ähnliche E-Books
Depression, Meditation und die Freude am Motorradfahren Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas Leben ist das Produkt deiner Gedanken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Mönch, die 4 Wahrheiten und ich: Glück, Gelassenheit und innerer Frieden in 8 Wochen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAbgewrackt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAchtsamkeit für Gefühle: Mit Meditation und innerem Erforschen Stress abbauen, das innere Team führen und im Einklang leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie ganze Fülle deines Lebens: Ein spiritueller Begleiter zu den Kräften der Seele Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch erinnere mich, dass ich träume: Von meinem Weg durch die Trauer und dem Erwachen meiner Seele Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Wurzeln deines Geistes - Erinnere dich: Ein Impulsgeber - Eine inspirierende Reise in dein Inneres Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Perspektiven Wechsel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPerioden-Leuchtkraft-Beziehungen: - Tue nie etwas gegen dein Herz Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Sexlüge: Mehr Liebe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAngst bewältigen - aus spiritueller Sicht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenErwachte trauern (nicht) anders?: Vom spirituellen Umgang mit Verlust und Trauer Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJetztSEIN - das Buch: Wie Sie in Frieden leben können! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLiebe Angst, Zeit, dass du gehst: Wie ich mich von Angst und Panikattacken befreite. Mein 10-Punkte-Plan zu einem positiven Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Leben gefallen: Mein Kampf gegen die Magersucht und das Ringen um Gottes Zusagen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBegegnung mit dem wahren Meister: Frieden finden durch die Befreiung von der Illusion persönlicher Täterschaft Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenNondualität: Der Weglose Weg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHappy End: [-Stadium. 20 Jahre danach] Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Glanz reinen Gewahrseins: Schlüssel zum Erwachen in die Eine Lebendigkeit Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLeben in der Spur des Todes: Der Unfalltod meiner Familie und die Reise ins Leben danach Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebe DICH!: Eine Einladung, DICH selbst mehr zu LIEBEN Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBlindgänger: Drei unbequeme Berichte über das Verborgene Ich Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Ruf der Stille Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDem Sonnenaufgang entgegen...: Ideen zum inneren WACHSTUM, zur WANDLUNG und zur VERÄNDERUNG bei Sucht und psychosozialen Problemen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZum Glück: 111-mal Innerer Frieden, Glück und Bewusstsein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenComing Home: Erwachen ins Leben hinein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAus dem Dunkel ins Licht: Wie ich durch meine Psychose zu meiner Seele fand Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenÜber das Wesentliche Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Biografien / Autofiktion für Sie
Der Mann ohne Eigenschaften Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Idiot: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKrieg und Liebe: Erich Maria Remarque und die Frauen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStolz und Vorurteil: Vollständige deutsche Ausgabe mit neuer Rechtschreibung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen33 Länder, 33 Wochen, 33 Jobs: Als Jobhopper unterwegs von Aalborg bis Zagreb Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHinter Frack und Fliege: Intime Geschichten um die Wiener Symphoniker 1977 bis 1988 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMontaigne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSeelenTanz: John Cranko und das Wunder des Balletts Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGanz normale Tage: Geschichten von Träumen und Traumata Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Neurochirurg, der sein Herz vergessen hatte: Eine wahre Geschichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDIE SEELE IM JENSEITS. Erleuchtung geschieht, wenn von uns nichts als Liebe übrig ist Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Bahnwärter Thiel Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMao Zedong. ›Es wird Kampf geben‹: Eine Biografie Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Im Familiengericht mit einem Narzissten: Russisches Roulette in deutschen Behörden Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWolfgang Borchert: Alle Werke, alle Schriften: Die Gesamtausgabe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMagellan Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tochter des Bildhauers Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Trinker: - Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAchterbahn - Eine Biografie Bewertung: 5 von 5 Sternen5/5Limonow Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Kundalini und die Lehren eines Meisters Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Warum nur einen lieben, wenn ich alle haben kann?: Bekenntnisse einer Nymphomanin Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWie das Jugendamt wirklich tickt: Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEiserner Wille: Mein Leben und die Lektionen von Cus D'Amato Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDraußen vor der Tür Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenYo es otro. Septología III-V: Septología III-V Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Rezensionen für Schwimmen lernen
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Schwimmen lernen - Roland Richter
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Ankunft
Die ersten Tage
Motivationsbericht
Ziele
Stärken
Krankheit als Wegweiser
Was nehme ich bei mir wahr?
Der nächste Morgen
Der Akt des Schreibens
Schwimmbad
Ute
Zusammenbruch
Ein Teil von mir, aber welcher ist der richtige?
Allein sein
Verhaltenstherapie
Suchtgruppe
Einzelstunde beim Therapeuten
Raum der Stille
Familienaufstellung
Fast ein Rückfall
Gaya
Inventur
Spaziergang
Weihnachten und Silvester
Es verändert sich
Beate auch ein Therapiegeschenk
Meditation über den Tod
Gabriele
Inneres Kind
Arbeit mit dem inneren Kind
Ausflug in die Berge
Eine Therapeutin mit Herz
Regeln
Ich mache mir eine Checkliste
Ich verändere mich
Sein Drama ist nicht mein Drama
Beziehungen
Dinge tun, die ich eigentlich nicht tue
Heimweh
Nachsorge
Die Zeit nutzen
Begegnung mit der höheren Macht
Abschied
Zu Hause
Die ersten Tage
Ankunft im Alltag
Es ändert sich
Ich schwanke wieder mal wieder
Auf geht‘s!
Zeit der Ruhe
Dea kommt vorbei
Ein Fazit
Erkenntnisse
Nachtrag
Vorwort
Nackt durch die Wirklichkeit. Genauso fühle ich mich manchmal.
In diesem Buch möchte ich von einer Geschichte erzählen. Diese Geschichte ist meine Geschichte. Sie handelt von mir, wie ich mein Leben rekapituliere.
Ich habe sie während und nach einem Klinikaufenthalt aufgeschrieben – bis heute. Und ich spüre dabei, wie ich immer klarer werde.
Eines möchte ich vorwegnehmen: So unterschiedlich auch die einzelnen Lebensschicksale sein mögen, so denke ich doch, dass wohl jeder Mensch sich in irgendeinem Teil wiederkennen kann.
Ich bin einen Weg gegangen, der vielleicht auch für den einen oder anderen ein Wegweiser sein kann. Selbst, wenn es mir nur gelingen sollte, mit meinem Weg in eine bestimmte Richtung zu zeigen. Auf jeden Fall soll er dir Mut machen, nach deinem Weg zu suchen.
Wenn du magst, könntest du es so lesen, als wenn du eine Reise unternimmst.
Was dir zusagt, nimmst du mit.
Anderes lässt du einfach links liegen.
Die Ankunft
November. Dunkle Regenwolken bleiben an den Bergen hängen. Ich sehe durch den dichten Schleier die geliebten Berge nicht.
Dabei habe ich mir doch extra diesen Ort ausgesucht, weil er in den Alpen liegt.
Aber eigentlich war es ein Gefühl, ein innerliches Führen hierher. Ich habe gespürt, dass ich etwas tun muss. Dass ich mich aufraffen muss, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Was ist mit mir los? Warum fühle ich so, wie ich fühle? Was ist mit dieser unendlichen Traurigkeit; mit dem Gefühl der Leere? Was ist mit der Angst? Warum nur fühle ich mich trotz Gesellschaft immer so allein? Selbst in einer Beziehung waren die anfänglichen Liebeshochgefühle erst mal verschwunden.
Immer öfter hatte ich die letzten Wochen nach der Kiste im Regal geschaut, wo die Opiat-Tabletten gelagert sind. Die Suizidgedanken wollten einfach nicht verschwinden.
Natürlich hätte ich es nie getan. Hätte es meinen Kindern, meinem erst jüngst geboren Enkel nie angetan. Dennoch durchdrang mich ein Gefühl der Sicherheit, wenn ich an die Kiste dachte. Wenn es nicht mehr zu ertragen ist, dann gibt es etwas, was mich erlöst.
Nachts um drei Uhr bin ich losgefahren, um rechtzeitig anzukommen. Ich bin zuerst kurz an der Klinik vorbeigefahren, um mir einen Überblick zu verschaffen. Mir blieb noch eine Stunde, dann musste ich mich dort aufnehmen lassen.
Relativ schnell hatte ich den Platz bekommen, da ich mich auf die Warteliste setzen ließ. Ich wollte ja so schnell wie möglich dorthin. So habe ich es gespürt. Und so ist es eingetreten.
Also, noch eine kurze Pause unten im Ort. Noch eine dampfen. Ich versuche, meine Angst in den Griff zu bekommen. Was erwartet mich? Wird alles noch schlimmer? Oder kann ich mich befreien? Angst. Immer wieder diese tiefe, unbegreifliche Angst. Sie lässt mich immer fast erstarren.
Habe ich es richtig gemacht? Mich in diese Klinik ohne Ablenkung, also auch ohne Handy und meine geliebte Musik, einweisen zu lassen.
Ich brauche eine Woche, um die Bedingungen für die Aufnahme zu verdauen.
Erst, als ich verstehe, worum es geht, kann ich mich dazu durchringen.
Schließlich habe ich daran gedacht, dass ich ja schon immer mal ins Kloster wollte. Nun habe ich es. Also, was soll’s. Probieren geht über Studieren.
Ich atme tief. Tief in mich hinein.
Immerhin, nach einem Kurs bei einem Zen-Lehrer kann ich mich ein wenig zentrieren.
Überhaupt hat mir die Zen-Meditation beim Überleben geholfen.
Überleben klingt ziemlich melodramatisch, denke ich wieder einmal. Dennoch fühlt es sich es so an, obwohl es ein anderes Überleben ist bei Menschen, die wirklich um ihre Existenz bangen müssen. Dieses Denken, es sind ja nur Fraktale. Nichts Ganzes. Gedankensplitter. Wie eine Maus flitzen sie umher. Mal hier, mal dort. Na, wer da nicht den Faden verliert.
Wie soll ich das alles nur zusammenbringen? Zu einem ,,ich-bin-ganz‘‘-Gefühl werden lassen? Das Durcheinander in meinem Gehirn ordnen?
Irgendwie fühlt sich das Ganze so an, als wäre ich im Gefängnis.
Ich suche verzweifelt den Ausgang in Religion, Wissenschaft und allem, was mir irgendwie verspricht, ein Ausgang zu sein.
Zittrig stehe ich am Eingang und werde von einem Mann, der wohl schon länger hier ist, erwartet und begrüßt.
Nun geht es Schlag auf Schlag. Aufnahme, Papierkram, ärztliche Untersuchung. Anschließend gibt es auch noch eine Vorstellung in großer Runde.
Ich, der am liebsten allein ist. Der seit vier Jahren in seiner gemütlichen zwei Zimmer Wohnung vor sich hin brütet. Der zu Menschen kaum Vertrauen hat, bin hier plötzlich immer von Menschen umgeben.
Stress pur!
Kein Zurückziehen mehr möglich, da auch die Zimmer doppelt belegt sind.
Völlig erschöpft schlafe ich am ersten Tag tatsächlich gegen neunzehn Uhr ein. Schlaflosigkeit ist die letzten Wochen leider auch ein Thema geworden.
Die ersten Tage
Sechs Uhr in der Früh. Ich quäle mich aus dem Bett.
Zeit, um mir groß Gedanken zu machen, habe ich nicht. Merke aber, wie sich alles in mir anspannt.
Was kommt auf mich zu? Was erwartet mich?
Ich schaue aus dem Fenster. Die Klinik liegt auf einem Hügel, und ich kann auf die kleine Stadt herabblicken. Im Hintergrund die hohen Berge.
Die Stadt liegt fast vollständig im Nebel. Regen liegt in der Luft.
Mich beschleicht ein Gefühl, dass es in meinem Inneren genauso ist.
Irgendwie möchte ich hinauf auf die hohen Berge, wo ich weiß, dass über den Wolken die Sonne scheint.
Wie aber nur komme ich dahin?
Der Speisesaal ist voll von Menschen. Gesundes Essen ist ein wichtiges Kriterium der Klinik. Nach Tagen merke ich, dass die viele Rohkost auf die Verdauung schlagen. Eine echte Herausforderung für meinen Körper; melden sich die Darmwinde doch mit unkontrollierbarem Ausdruck.
Das ist nicht jedermanns Sache. Gerade für Menschen, die nicht auffallen wollen. Also so wie ich. Ich merke aber bald, dass viele weitaus größere Probleme mit der Verdauung haben als ich und lasse das Thema los.
Es ist so, wie es ist.
In der Vorstellungsrunde, in der etwa fünfzig Menschen sitzen, merke ich, dass die einzelnen Probleme zwar sehr unterschiedlich im Gewande sind, die darunter liegende Nacktheit ähnelt sich aber sehr. Traumata, Gewalt, Vernachlässigung, Stress, Ängste, Burnout haben in meinen Augen einige Gemeinsamkeiten.
Mir war relativ früh im Leben klar, worum es geht.
Letztendlich fliest in meinen Augen doch alles in einer Urangst zusammen.
Die Angst vor Auslöschung. Das Verhalten, was man annimmt, egal ob Arbeitssucht, Kontrollzentrum, Gier, Sucht dienen doch nur dem einen Zweck: diese Urangst in den Griff zu bekommen.
Ich kann gar nicht all die seltsamen Blüten aufzählen, die die Psyche dabei hervorbringt. Daher habe ich für mich diese Urangst als die Mutter aller Ängste bezeichnet.
So ist sie eher greifbar für mich. Sie nimmt Gestalt an. Da etwas begreifen von greifen kommt, wird sie greifbar. Zumindest für mich.
Plötzlich streift mich ein Gedanke: Diejenigen, die hier sitzen und versuchen, wieder Freude in ihr Leben zu bringen und diejenigen, die draußen im Alltag mitverantwortlich sind, dass Menschen psychisch aussteigen, haben einige Gemeinsamkeiten. Und gar mancher gehört wohl hierher. Ist nicht der Versuch, Macht über andere Menschen auszuüben, der hilflose Versuch, Liebe zu erpressen?
Wie wohl jeder die Mutter aller Ängste vermeiden möchte, so sucht jeder Mensch im Grunde seines Herzens die bedingungslose Liebe.
Ich frage mich oft, ob es nicht andere Organisationsformen gibt. Muss es denn diese Hierarchien wirklich geben? Schließlich leiden selbst diejenigen, die Macht haben.
Während ich dies zum Ende meines Klinikaufenthalts niederschreibe, muss ich aber gleich an eine Erkenntnis aus meinem Aufenthalt hier denken.
Ich kann nur für mich alleine reden. Ich bin nur für mich verantwortlich; für mein Denken und damit auch Fühlen. Alles, was ich über andere sage, sagt mehr über mich aus als über andere. Ich kann mich maximal im anderen erkennen. Mehr aber auch nicht. Leichter gesagt als getan. Immer und immer wieder ertappe ich mich dabei, meine Gedanken auf andere zu projizieren.
Dennoch habe ich aus diesem Grunde die Ich-Form gewählt. So kann ich besser bei mir bleiben.
Eins kann ich aber jetzt schon verraten. Dieses Bei-mirbleiben, es immer und immer wieder zu trainieren, ist ein wichtiger Schlüssel zur Selbsterkenntnis, da ich Schwierigkeiten habe, immer nur an mich zu denken, und es mit negativem Egoismus gleichgesetzt habe.
Es ist aber genau das Gegenteil von negativem Egoismus. Nur wenn ich mich selber verstehe, wenn ich meine Bedürfnisse kenne, nur dann ist es erst möglich, auch andere zu verstehen. Die Gründe, warum ich an mich zu denken mit negativem Egoismus gleichgesetzt habe, sind in meiner Kindheit zu suchen.
Greta Thunberg ist ein gutes Beispiel. Sie ist völlig bei sich. Auch wenn das wohl vermutlich ihrem Autismus entspringt, so ist sie sehr authentisch.
Ich lege meine Hand in deine Hand und gemeinsam schaffen wir das.
Ein Patient führt mich in die Mitte eines großen Raums. Weit über fünfzig Augenpaare schauen mich an. Alles Patienten und zwei Therapeuten. Mir schlottern die Knie. Ich schwitze. Angst durchzieht meinen ganzen Körper.
„Warum bist du hier", fragt mich die Komitee-Leitung.
Ich stottere was von Angst und Depressionen. Mir fällt nichts ein. Bei der Frage, ob ich einen Lebenssponsor brauche, will ich mich durchmogeln. Ich doch nicht. Wo denkt ihr hin? Ich bring mich nicht um. Deswegen bin ich doch hier. Aber
