Carolines einzige Liebe
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Über dieses E-Book
Viele Jahre später bekommt Leo einen Anruf, der ihn geschwind wieder in die USA an Carolines Krankenbett eilen lässt. Bekommen die Liebenden eine zweite Chance?
Sylvia McKaylander
Geboren 1973, studierte "Praktische Psychologie" und "Tierpsychologie/ Tierverhaltenstherapie" und ist engagierte Tierschützerin. Sie ist Single, ernährt sich vegetarisch und lebt zurückgezogen an der Seite mehrerer Katzen. Das Schreiben von Erzählungen und Romanen ist ihre Leidenschaft.
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Buchvorschau
Carolines einzige Liebe - Sylvia McKaylander
Carolines einzige Liebe
Carolines einzige Liebe
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Über die Autorin
Impressum
Carolines einzige Liebe
Sylvia McKaylander
Carolines einzige Liebe
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2018 Sylvia McKaylander
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt
TEIL EINS
Atlanta, Georgia, USA
Sommer 1962
Leicht schwankend ging der junge Leo Friedrichsen, energisch die stärker werdenden Schwindelgefühle verdrängend den Gehweg der Hobart Avenue South East herunter.
Es war ein wunderschöner sonniger Tag, die zwitschernden Vögel steigerten sein Vergnügen. Die Kamera baumelte um seinen Hals. Er ging bis zum schmiedeeisernen Eingangstor, an dem er sich festhalten musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Leo wankte, zwang sich zu mehreren tiefen Atemzügen, ehe er die Kamera ergriff, um die Aufnahme des hochherrschaftlichen Hauses im gregorianischen Stil ja nicht zu verwackeln.
Er kam nicht mehr dazu, auf den Auslöser zu drücken. Kalter Schweiß trat ihm auf die hohe gewölbte Stirn, und überzog seinen schmächtigen Körper. Er lehnte sich mit geschlossenen Augen, verzweifelt gegen die zunehmende Übelkeit ankämpfend gegen einen Baum, blinzelte in die Sonne bevor er besinnungslos zu Boden sank.
„Mr. Friedrichsen, öffnen Sie die Augen. Er reagierte nicht. „Öffnen Sie die Augen! Hören Sie mich? Hallo!
Es war eine angenehm warme weibliche Stimme. Eine Hand tätschelte seine Wange, nicht grob aber auch nicht sanft.
„Wachen Sie auf. Bitte."
Er schaffte es ächzend und unter Aufbietung all seiner Kräfte die Augen einen kleinen Spalt zu öffnen - und blickte in ein engelsgleiches Gesicht mit strahlend blauen Augen von goldblonden langen Korkenzieherlocken umrahmt.
Sie lächelte ihn bezaubernd an. „Wie geht es Ihnen?"
„O, ganz gut, ächzte Leo und schaute sich um. Er lag in einem Bett. und lächelte sie verklärt an. „Und so hübsch sind Sie. Ich muss im Himmel sein.
Sie stellte sich ihm als Carol Richmond vor. Sie erklärte ihm stolz, ihr Vater arbeitete als Jurist, und als Rechtsberater im Büro des Gouverneurs.
Es klopfte. Auf Carols forsche Aufforderung hin öffnete ein farbiges Dienstmädchen die Tür. Ihr bestürztes Angesicht, die mit Tränen überfüllten geschwollenen Augen versetzten die Tochter des Hauses in ängstliche Erregung.
„Estelle, was ist passiert?"
Die wischte sich mit den Handrücken die Tränen aus den Augen. „Ben …Er wurde gefunden… Heute Morgen in einem Schuppen."
„Und? Das Mädchen schluchzte, presste sich die Hand auf dem Mund. „Rede! Ist er…?
Das noch halbe Kind, sie war nicht mal zwanzig Jahre alt, nickte kurz.
„Um Gottes Willen."
Fassungslosigkeit zeichnete ihr erbleichtes Gesicht. Sie hielt sich krampfhaft an einer Kommode fest.
Leo beobachtete die Szene stumm und mit wachsender Sorge. Sein Befinden verbesserte sich zusehends. In welches Umfeld war er da hineingeraten, fragte er sich.
Das Dienstmädchen tupfte sich mit einem Taschentuch die Augen. „Es ist so schrecklich, Miss Carol. Die Kinder haben im Schuppen gespielt, und dabei zufällig nach oben geschaut. Ben hing mit einem Strick um den Hals hoch oben am Balken."
Carol schloss für einen Moment die Augen und atmete tief durch.
Auf Grund ihrer strengen Erziehung und unter Berücksichtigung der Etikette raffte sie die Schultern, nicht zuletzt des Gastes wegen, selbst wenn der dem Anschein nach schlief.
„Ist Vater von der Arbeit zurück?", fragte sie Estelle.
„Wir erwarten ihn jeden Augenblick, Miss Carol."
„Das ist gut."
Als sich die Tochter des Hauses ihm wieder ihre Aufmerksamkeit widmete, war sein braunes Augenpaar gütig auf sie gerichtet.
Ihr Gesicht spannte sich an. „Wieviel haben Sie gehört?"
Er richtete sich mit dem Ellbogen im Bett auf. „Genug um zu wissen, dass ich sobald es geht, Ihr wertes Anwesen verlassen muss. Ich bin ein Eindringling."
„Reden Sie keinen Unsinn, Leo! Sie sind ein Gast und brauchen Hilfe. Energisch drückte ihn zurück ins Kissen. „Sie bleiben liegen. Ich bin gleich zurück.
„Ganz wie Sie wünschen, junge Dame."
Carol führte das schluchzende Dienstmädchen hinaus, ehe sie hinter sich die Tür schloss.
Leo fühlte sich mehr als unbehaglich in seiner Haut. Aus der Ferne vernahm er erregtes Gemurmel. Er lauschte angestrengt, aber verstehen konnte er nichts.
„Nein, Estelle, hörte er Carol barsch sagen. „Schluß damit! Clyde ist nicht der Unmensch, für den du und die anderen ihn haltet. Nein, kein Aber. So, und jetzt will ich nichts mehr davon hören. Koche bitte Hühnersuppe für unseren Gast, er wird einige Tage unser Gast sein. Los. Geh.
Dann hörte er rasche Schritte, die sich entfernten.
Leo versuchte sich im Bett aufzusetzen, doch Übelkeit wallte gemeinsam mit Brechreiz auf, sodass er sich langsam stöhnend ins Kissen zurücklehnte und die Augen schloss, um den Schwindel ertragen zu können. Interessiert sah er sich in dem primitiv eingerichteten Raum um. Ein Tisch mit Stuhl stand unter einem Fenster, gegenüber stand ein Kleiderschrank aus Mahagoni Holz mit Intarsienarbeiten. Das dieses Zimmer wenig genutzt wurde erkannte er an dem leicht muffigen Geruch. Die Tapete mit dem Blumenmuster gab dem Zimmer eine kitschige Note, nirgends war auch nur ein Körnchen Staub zu sehen.
Es dauerte beinahe fünfzehn Minuten, bis Carol mit ernster Visage erneut an sein Bett trat. „Sie sehen schon besser aus, Mr. Friedrichsen."
Leo grinste spitzbübisch. „Es geht mir ja auch besser. Sie wissen meinen Namen."
„Sie hatten Ihren Ausweis dabei."
Er konnte nicht anders, als sie fasziniert anzulächeln, und kam sich dabei, ob er es wollte oder nicht, wie der letzte Idiot vor. Wie schön sie war …
Die hohen Wangenknochen, die braunen meist gütig blickenden Augen, die roten Lippen.
„Es ist mir sehr unangenehm, ausgerechnet jetzt, wo Sie und Ihre Familie mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, in Ihr Leben zu treten. Bitte, seien Sie versichert, sobald ich wieder -"
Sie legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Machen Sie sich darum keine Gedanken, Leo. Sehen Sie zu, dass Sie wieder auf die Beine kommen. Bis dahin sind Sie unser Gast."
„Sehr großzügig. Ich bedanke mich."
„Ihr Essen wird gleich gebracht. Haben Sie einen Wunsch?"
Er blickte ihr offen ins bekümmerte Angesicht. „Ja, den habe ich. Ein Lächeln von Ihnen, junge Frau. Sie sahen so ernst aus vorhin, ein Lächeln steht Ihnen viel besser."
Sie errötete wie ein Schulmädchen, und, ob beabsichtigt oder nicht, sie lächelte.
„Ach, Sie sind ein Schmeichler."
„Wie schön. Sie lächeln. Sehen Sie, es geht doch."
Ein älteres, dickleibiges farbiges Dienstmädchen in schwarzweißer Uniform öffnete mit dem Fuß die nur angelehnte Tür, und trug ein Tablett mit Essen herein, das Carol ihr abnahm, bevor sich die Bedienstete stumm wieder zurückzog. Auch die sah verweint aus.
Carol setzte sich zu ihm auf die Bettkante und nahm es auf den Schoß. „So, und jetzt wird gegessen, Leo. Soll ich Sie füttern?"
„Nein, es geht schon."
„Wirklich?"
Er setzte sich auf, doch der Schwindel ließ ihn erbleichen.
Sie lacht auf. „Dachte ich's mir doch. Mund auf."
Artig, und auch weil er keine andere Wahl hatte, gehorchte Leo. Kaum hatte er die köstliche Suppe zur Hälfte genossen, blickte er sich mit gerunzelter Stirn um.
„Wo ist meine Kamera?"
„Keine Sorge, die ist im Schrank dort drüben. Sie hat nicht einen Kratzer abgekriegt."
„Das ist gut. Sie hat ein Vermögen gekostet."
Nach dem Essen, er schaffte die Hälfte, fielen ihm vor Müdigkeit die Augen zu.
Zufrieden stellte sie den Teller auf das Tablett zurück. „Dann schlafen Sie jetzt. Angenehme Ruhe und gute Besserung wünsche ich."
„Danke."
Bevor sie sich von ihm abwandte, ergriff er ihr graziles Handgelenk. Ihre Haut war weich.
„Carol, vielen Dank für alles."
Sie wich seinen Blicken aus. „Leo, bitte. Lassen Sie es gut sein, ja."
Es klopfte an die Tür und ihr Vater, William Richmond trat ein.
Er war ein kräftiger Mann Ende der Fünfzig mit Vollbart und Bauchansatz. Er trug einen dunkelroten Anzug mit hellem Baumwollhemd, gleichfarbiger Weste und Krawatte. In seinem Mund steckte schräg eine Pfeife. Er begrüßte den Gast mit einem kräftigen Händedruck, hieß ihn willkommen.
„Sie dürfen bei uns bleiben, bis Sie wieder obenauf sind, Mr. Friedrichsen."
„Danke, Mr. Richmond. Sie haben eine wunderbare Tochter."
Er schmunzelte. „Danke. Meine Carol kommt nach ihrer Mutter Annie. Gott hat sie selig. Warum sind Sie ausgerechnet hierher, in die Süden gekommen? Hören Sie keine Nachrichten?"
Leo kam sich schrecklich dumm vor. Einfältig.
„Doch, natürlich. Ich wusste von den Rassenunruhen, aber ich dachte, mir passiert schon nichts."
Der Gastgeber winkte ab. „Ja, das denken leider viele. Aber seien Sie unbesorgt, damit haben Sie nichts zutun. Wie peinlich, dass Sie etwas davon mitbekommen haben. Ben ist ... Er war der Sohn unserer Köchin Milli. Der Hausherr fühlte sich unwohl, hustete verlegen. „Mr. Friedrichsen... Ich -
„Leo. Bitte."
„Gut. Dann halt Leo. Er legte dem jungen Mann die Hand auf Schulter, sah ihn mitfühlend an. „Leo, ich muss es Ihnen sagen. Carol ist verlobt. Clyde Summers ist erst heute Morgen zu einer Geschäftsreise aufgebrochen, er ist ebenso wie ich Jurist. Die beiden kennen sich seit frühester Kindheit, seit dem Sandkasten, sozusagen. Zwischen Clydes Vater, einem ehemaligen Freund - jetzt stehen wir uns allerdings eher feindlich gegenüber, und ich kann mir denken, warum - und mir gibt es seit langer Zeit ein Abkommen.
Leo atmete tief ein. Als wenn er es nicht geahnt hätte.
Die Enttäuschung in Leos Gesicht war zu offensichtlich; eine Gegebenheit, die den Vater in Sorge versetzte. Leo spürte, dass das längst nicht alles war, was dem Mann auf der Zunge lag.
William hatte, nach dem der Buchhalter zu Besuch gekommen war um nach dem desolaten Stand der Dinge gefragt hatte, die getroffene Entscheidung Carols, den vier Jahre älteren Clyde Summers zum Gemahl zu nehmen mit einem Kopfnicken, wenn auch mit Magenschmerzen gebilligt. Eine Auflösung dessen käme seinem finanziellen Bankrott gleich, da Clyde nachweisbare Kontakte besaß, denen William auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war.
„Sie mögen meine Carol, nicht wahr?"
„Caroline ist ein Juwel. Ein wunderbarer Juwel, den man behutsam in die Hände nehmen, und nicht mehr fortgeben möchte. Er lächelte verklärt. „Ja, sie ist etwas ganz Besonderes.
„Das haben Sie schön gesagt, Leo. Und sehr zutreffend."
Stumm nickte Leo. „Ich glaube, mich hat es voll erwischt, Sir."
Niedergeschlagen senkte William seinen Kopf. „Ich habe es befürchtet", flüsterte er, trotzdem laut genug damit Leo die Worte verstand. Dann verabschiedete William sich für den Rest des Tages.
Befürchtet. Dieses Wort ließ Leo keine Ruhe. Was befürchtete der Mann?
Im nächsten Augenblick holte der Schlaf ihn ein.
*
Bereits am darauffolgenden Tag ging es Leo bedeutend besser. Auf Anweisung des Hausherren wurde Leos Habe von Bediensteten aus dem Motel ins Haus geholt und die Filme, vier an der Zahl, zum entwickeln in ein Labor gebracht. Als Dankeschön erklärte Leo sich mit seinem Fachwissen als Architekt bereit, William bei der Umgestaltung einiger Räume zu beraten. Leo fühlte sich bedeutend wohler in seiner Haut, wenn er schon gezwungen war vor Ort zu bleiben, wenn er sich ein wenig nützlich zu machen konnte. Er war Architekt mit Leib und Seele, seine Vorschläge waren im Allgemeinen sehr durchdacht wie auch ungewöhnlich und raffiniert zugleich.
William registrierte allerdings auch mit Sorge die sehnsuchtsvollen Blicke Leos, sah das auflodernde Feuer, das stumme Verlangen in seinen tiefblauen Augen, immer wenn Carol in seine Nähe kam, und auch sie konnte schmachtend nicht ihre Augen von ihm lassen.
Im Hause Richmond herrschte Trauer wegen Ben, selbst das Personal sprach nur im Flüsterton. An einem der Abende wurde Leo unwillig Zeuge eines Zwiegesprächs zwischen Vater und Tochter. Er ging momentan mit der Skizze für einen der Räume an der halb geöffneten Tür des Salons vorbei als er aus Carols Mund seinen Namen in einem Ton hörte, der ihm die feinen Haare auf dem Unterarm jäh aufrecht stehen ließ.
„Nun, bevor dieser Leo ins Haus kam warst du dir deiner Pläne aber sicher. Wie steht es nun um deine Gefühlen?"
„Ach, Vater, frage mich doch was Leichteres, sagte sie verzweifelt. „Clyde ist zwar sehr freundlich zu mir, rücksichtsvoll und sanft, doch hat er zuweilen eine beängstigende Art an sich, wenn es nicht nach seinen Kopf geht. Und, was das Schlimmste ist, er behandelt das Personal schlecht. Estelle hat richtig Angst vor ihm.
„Hat sie gesagt, warum?"
„Nein, sie ist mir gegenüber verstockt und in seiner Gegenwart wagt sie sich kaum noch zu äußern. Ja, ich gebe zu, er legt einen herrischen Ton an den Tag, aber trotzdem … Oft verstehe ich Clyde nicht, obwohl er sich mir gegenüber was seine Unbeherrschtheit angeht, zusammennimmt. Nur, was mir Sorgen macht, ist, das er mitten in der Nacht aufsteht und das Haus verlässt. Er bleibt stundenlang fort, mehrmals in der Woche."
William atmete geräuschvoll ein, stellte sich mit dem Gesicht zum Fenster, mit dem Rücken zu ihr.
„Vater, was verheimlichst du mir?"
Ohne sich zu ihr um zu drehen, fragte er: „Glaubst du Millis Worten?"
„Ach, ich weiß nicht. Sie war Mutters Amme und meine Nanny, und sie konnte Clyde von Anfang an nicht leiden. Ich glaube ihr jedoch, wenn sie sagt, sie habe ihn am Telefon mit einem seiner Kumpels rassistisch über Schwarze reden hören. Carols Miene war steinern, als sie sagte: „Er hat das Böse an sich, sagt sie ständig wenn das Thema auf ihn fällt. Wahrscheinlich hat sie ihm irgendeinen Voodoo-Zauber angehängt oder so etwas.
„So ein Blödsinn", lachte er.
„Na ja, sie meldet halt unterbewusst Besitzansprüche an mich an, indem sie so reagiert, aber andererseits, sie hat noch nie gelogen. Ich weiß selbst, dass Clyde ein sehr komplizierter Mann ist, aber das er ... Nein, das glaube ich einfach nicht."
„Ich wünschte, mein Liebes, ich könnte deine gute Meinung über Clyde teilen."
„Warum kannst du es nicht?"
„Weil ich inzwischen einiges mehr über ihn weiß, Darling."
William drehte sich zur ihr um. Seine Miene war so ernsthaft, dass sie erschrocken zurückwich.
„Vater, was ist denn?"
„Carol, dass mit dem brennenden Kreuz vor unserem Haus … Es war Absicht. Mit wackligen Knien setzte sie sich in den Sessel hinter ihr. Sie starrte ihn fassungslos an. „Ich muss es dir sagen, Carol. Es gibt glaubwürdige Zeugen, die Ben und Clyde in der Stadt einige Tage vor seiner Abreise miteinander haben streiten sehen. Es ging um den Preis für ein Stück Ackerland.
„Nein, das glaube ich nicht. Zu so etwas ist Clyde gar nicht fähig. Er ist jähzornig, cholerisch, aber nicht gewalttätig. Gut, wir haben ja alle unserer Fehler, aber ein Mord? Vater!"
William wusste, dieses Motiv war oberflächlich. Die Trennung der Menschen zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe herrschte noch immer in vielen Köpfen. Hegte Clyde allen Ernstes auch diese Haltung? War er ein Rassist?
William wollte mit dem liebenden Herzen eines Vaters sein Kind glücklich sehen.
„Ich verstehe dich gut, Carol. Leo ist ein sehr angenehmer Mensch, liebenswert, bescheiden. Aber du kennst auch die Lage, in der ich mich befinde."
„Darüber bin ich mir Klaren. Ich werde dir eine gute Tochter sein, sei gewiss."
Unter normalen Umständen hätte William darauf bestanden, dass sie den Mann ihrer Liebe heiratete, welcher ohne jeden Zweifel sein momentaner Gast war.
„Carol, würdest du denn, wenn die Lage anders wäre, Leo heiraten?"
Sie blickte ihm entschieden in die Augen. „Ja, Vater. Ich würde sogar mit ihm nach Deutschland gehen. Auch wenn arrangierte Vermählungen in der Regel ganz gut funktionieren, ich bin mir meiner Gefühle für Clyde nicht mehr sicher."
Verzweiflung war ihm anzusehen. „Mehr wollte ich gar nicht wissen."
Leo setzte sich mit zunehmend weicher werdenden Knien seinen Weg die breite, mit einem Läufer ausgelegte Treppe hinauf zum Obergeschoss fort.
Na, da habe ich ja was angerichtet., schimpfte er mit sich. Ich habe der Tochter des Hauses den Kopf verdreht. Ihr Verlobter wäre sicherlich alles andere als erfreut. Das Beste wäre, das Haus so schnell wie möglich zu verlassen, ehe ich noch mehr anrichte, redete er sich reumütig ein. Leo ging hart mit sich ins Gericht. Wie sollte er sich verhalten ihr gegenüber, fragte Leo sich. Bisher hatte er stets, obwohl ihm sein Körper unterhalb der Gürtellinie eindeutige Signale sendete, Zurückhaltung geübt, was ihm von Tag zu Tag mehr eine Pein war. Doch wie lange konnte er sich noch beherrschen, seine Finger von ihr lassen? Bisher waren es lediglich liebevolle Gesten gewesen. Ein zarter Kuss auf die Wange, das Drücken ihrer Hand gepaart mit einem wohlwollenden Lächeln. Wie dem auch sei, alles war noch im grünen Bereich. Und, verflixt nochmal, es musste auch so bleiben.
Leo nahm sich vor am Tag nach Williams Party zu gehen, ganz früh am morgen, ohne sie noch ein einziges Mal zu erblicken, denn dann, so meinte er, wäre es um ihn geschehen. Zweifelsohne. Er würde sie und ihn ins Unglück stürzen, wenn sie es täten, die Eifersucht ihres zukünftigen Gatten nur unnütz schüren …
Entschlossen nickte Leo seinem Vorhaben zu.
Ohne hinter sich zu blicken, schloss er hart die Tür seines Zimmers hinter sich und stellte sich ans Fenster. Er hörte nicht, wie sich lautlos hinter ihm die Tür von Carols Hand öffnete und wieder schloss. Von hinten legten sich Carols Arme um seine schmale Hüfte.
„Leo?"
Er drehte sich zu ihr um. Ihr gequältes Gesicht drückte Sehnsucht nach Liebe aus. Nach seiner Liebe? Fühlte sie dasselbe?
Sie legte ihren Kopf schräg, lächelte ihn betörend an. „Ahnst du es denn nicht, Leo? Ahnst du denn nicht, was ich fühle für dich? Sie trat näher, ihre und Leos langgliedrigen Finger harkten ineinander. Sie schmiegte sich liebeshungrig fest an ihn. „Leo, ich liebe dich.
Schockiert starrte er sie an. „Was?"
„Ja, ich liebe dich, Leo."
Er haderte mit sich. „Carol ... Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Er erfasste ihre Hand und küsste sie. „Ich liebe dich ja auch, aber … Ach, verflucht.
Sie blickte Leo mit ihren großen himmelblauen Augen glückselig an. „Ja?"
„Wir kennen uns erst seit zwei Tagen."
„Ich weiß, Leo, aber ich kann nun mal nicht anders. Ich kann nicht."
„Carol, sei ehrlich. Wäre ich nicht in deinem Leben aufgetaucht, wärst du nie in Zweifel geraten. Verdammt. Unsere Liebe darf nicht ein. Sie ist verboten, denn du bist in festen Händen. Ich bringe dich nur durcheinander. Ich muss fort. Gleich morgen Früh."
„Nein., rief sie aus. Tränen glänzten in in ihren Augen. „Das kannst du mir nicht antun.
„Verdammt, Carol. Ich muss. Dein Vater ist zwar sehr freundlich, aber das Übereinkommen mit Clyde ist bindend. Es geht um seine Existenz."
„Aber ich empfinde für Clyde nichts mehr seit -"
„Seitdem ich auf der Bildoberfläche erschienen bin."
„Nein, Leo. Nein, so ist es nicht. Sie setzte sich aufs Bett, rückte ihren Rock und die Bluse zurecht. „Leo, meine Gefühle für Clyde sind schon lange bevor du kamst, nicht mehr die, die eine Frau für ihren künftigen Gatten empfinden sollte. Ich bin kein leichtfertiges Mädchen, nie gewesen.
Sie stand abrupt auf, stellte sich vor ihm und fuhr mit ihren schlanken Fingern durch sein braunes welliges Haar, bevor sie sein kantiges Gesicht umfasste. „Leo, ich liebe dich. Sie bohrte ihren Finger in seine dicht behaarte Brust. „Dich. Dich. Dich. Du warst bis jetzt zurückhaltend mir gegenüber, deine Gesten waren schüchtern, deine Bescheidenheit eine Wohltat für mich, mein Gemüt. Das weiß ich zu schätzen.
Er blickte sie finster an. „Als Lückenbüßer eigne ich mich nicht."
„Himmel noch mal! Leo! Wer redet denn davon?, fuhr sie ihn hitzig an. Ihre Körper näherten sich einander, von selbst und wie ganz selbstverständlich. „Leo, ich flehe dich an. Lass es mich dir beweisen. Hier. Jetzt.
Leo haderte mit sich, indes er mit hängenden Armen vor ihr stand und zusah wie tattrig sie die Knöpfe der Bluse öffnete. Reizvoll lächelte sie ihn an, fuhr begierig mit zittrigen Händen durch sein Haar.
„Carol, bitte. Tu nichts, was dir später sehr leid tun würde."
Sie legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Still jetzt! Halte den Mund - und genieße es."
*
Die Geburtstagsparty zu Ehren William Richmonds war Jahr für Jahr ein gesellschaftlicher Anlass, zu dem mehr als zweihundert Gäste, vornehmlich aus reichen alteingesessenen wie traditionsbewussten Südstaaten-Familien kamen. Das ganze Haus erstrahlte im festlichen Glanz, auch der gigantische Kristalllüster im Ballsaal war von der Staubschicht befreit worden. Der Tod Bens rückte von Tag zu Tag mehr in den Hintergrund.
Allerorts wurde schallend gelacht oder doch mindestens gelächelt. Die Band spielte Tanzmusik, das Buffet war reichlich und bot von allem das Feinste. Die edlen Abendroben der weiblichen Gäste, die vornehmen Smokings der männlichen Herrschaften lösten in Leo Minderwertigkeitskomplexe aus, der sich lediglich einen abgetragenen konventionellen Smoking aus einem Geschäft ausgeliehen hatte, denn in dem großen Teil von William versank er, nur seine dunkelrote Fliege war eine Leihgabe.
Carols Anblick, wie sie in einem Traum von Kleid aus dunkelroter Seide und hochgesteckten Haaren neben einen lächelnden jungen gut aussehenden Mann mit dunklen Augen, kurzen braunen Haaren stand und ein geziertes Lächeln zur Schau stellte, löste in Leo Übelkeit aus. Er verspürte eine an ihm nagende Ungeduld, und fragte sich, wie lange sie diese Fassade noch aufrecht erhalten wollte - oder musste. Eine gewisse Verärgerung macht sich widerwillig in ihm breit. Er fluchte er in sich hinein. Er, Leo, gehörte an ihre Seite anstatt dieses aalglatten Typen im dunkelroten Gehrock, dem weißen Baumwollhemd darunter mit der passend dazu kombinierter schwarzen Hose; und nicht zu vergessen, das falsche verschlagene Schmunzeln.
Leo genehmigte sich aufgebracht einen Drink, und dann noch einen. Nicht, dass das eine Lösung wäre, doch die entspannende Wirkung des Drinks ließ ihn die Situation besser ertragen, genauso wie den unerträglichen Anblick, als Clyde sie höflich an der Hand zur Tanzfläche führte.
Es gelang Leo ihr verstohlen einen herausfordernden Blick zu zuwerfen, von dem er nicht wusste, ob sie ihn nun registriert hatte oder nicht. Es hatte nicht den Anschein. Ihr Augenmerk galt uneingeschränkt ihrem Tanzpartner.
„Hallo, mein Freund. William stand neben ihn. „Amüsieren Sie sich?
„Aber ja. Es ist eine tolle Party und so viele nette Gäste."
„Haben Sie sich denn schon mit einigen angefreundet?"
„Ja, einige haben gute Kontakte, die ich für meine Firma als Architekt nutzen kann. Das Büro für das ich arbeiten werde ist international tätig."
„Das freut mich zu hören. William senkte die Stimme. „Leo, bitte nehmen Sie sich vor Clyde in Acht, gehen Sie ihm am besten aus dem Wege. Je weniger Worte Sie mit ihm wechseln, desto besser. Glauben Sie mir.
„Nun gut, William. Ich werde versuchen, Ihren Rat zu beherzigen."
Dem Vater entging Leos schmachtender Blick nicht, mit denen er Carol die ganze Zeit über mit Sorge beobachtete.
„Was wissen Sie über ihn?", fragt Leo ihn mit scharfer Stimme.
„Leider nicht allzu viel Gutes. Carol meint, wie es sich für eine gute Tochter ziemt, es mir und Mutter schuldig zu sein, diesen Mann zu heiraten. William nahm einen Schluck Whisky, wiegte ablehnend den Kopf. „Ich sage es Ihnen nur ungern, Leo, aber Clydes Kontakte sind meine einzige Rettung, nur leider ist sich der junge Mann darüber mehr als bewusst.
„Was er für sich auszunutzen weiß, fügte Leo grimmig hinzu. William zog eine Grimasse. „Kontakte hat er, ja, wenn auch einen ziemlich miesen Leumund. Sein Vater wurde von seiner Familie, die in Jackson, Alabama lebt, verstoßen, warum weiß ich nicht, oder besser gesagt, noch nicht. Mein Detektiv ist dran. Ich rechne jeden Tag mit Neuigkeiten von ihm. Ich muss alles über ihn wissen, ehe ich ihm meine Tochter, das Einzige was mir noch geblieben ist, anvertraue - aber ich bekomme Magenschmerzen bei diesen Gedanken.
„Ich schließe aus Ihren Worten, William, dass Ihnen Clyde als zukünftiger Schwiegersohn mehr als missfällt – Notlage hin oder her."
„Ihr Scharfsinn ist mal wieder unübertroffen, mein lieber Leonard", schmunzelte er.
Leo sah zu Carol und Clyde hinüber, biss die Zähne zusammen. William, meinte, Leos Zähne knirschen zu hören, sprach seinen Gedanken offen aus. „Meine Carol würde Ihnen eine gute Frau sein."
„Wie bitte?"
Sein Gegenüber lachte auf. „Sie haben mich schon verstanden, mein Guter."
Perplex sah er William nach, der seine Aufmerksamkeit einer seiner vermögenden Freunde schenkte. Leo nippte gedankenverloren am Glas. Es war ein exzellenter Champagner, der seine Gefühle und Sinne herrlich prickelnd in Wallung brachte - mithin allerdings auch sein Wagemut.
Wenige Meter von ihm entfernt tanzte Carol mit abwesender Miene nun schon das zweite Stück mit Clyde, der ein vorzüglicher Tänzer war. Carol konnte nicht anders, als unbewusst ihre um Erlösung flehenden Blicke, ihm, Leo, verstohlen zuzuwenden.
Das blieb ihrem Tanzpartner nicht verborgen. „Carol, was ist mit dir? Du bist den ganzen Tag schon mit den Gedanken woanders. Freust du dich denn nicht, dass ich zurück bin?"
„Doch, natürlich freue ich mich, Clyde."
„Aber du bist verändert, und das gefällt mir nicht. Ich hatte angenommen, es sei alles klar zwischen uns, wir hätten uns ausgesprochen."
„Da haben wir ja auch."
„Wirklich?"
Carol gab sich alle Mühe seinen bohrenden Blicken auszuweichen. „Ja."
„Denke an die Zukunft deines Vaters, mehr sage ich nicht."
„Du bist widerlich, Clyde", zischte sie.
Als hätte er ihre Äußerung nicht genommen, fragte er sie: „Was schaust du eigentlich ständig in diese Richtung? Kennst du den Kerl? Stumm verneinte sie. „Dann schau mich an, Carol, ja
, zischte Clyde ihr zu. „Was ist los mit dir?"
„Nichts. Wirklich nicht." Sie schenkte
