Praxisreihe Pferdegestützte Psychotherapie Band 2: Theorieeinblicke und Praxisberichte aus der pferdegestützen Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
Von Annette Gomolla
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Über dieses E-Book
Das Buch gibt einen kurzen theoretischen Einblick in die Hintergründe der Pferdegestützten Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen und stellt danach im Schwerpunkt verschiedene Praxisbeispiele vor. Ein spannendes Buch für Psychotherapeut*innen, die sich mit dem Einsatz von Tieren beschäftigen ebenso wie für alle Interessierten im Feld der Pferdegestützten Therapie und Pädagogik.
Annette Gomolla
Dr. rer.nat. Annette Gomolla, Diplom Psychologin und M.A. Erwachsenenbildung, Geschäftsführung des Instituts für Pferdegestützte Therapie (IPTh), Psychotherapeutische Tätigkeit mit Schwerpunkt Traumatisierung.
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Rezensionen für Praxisreihe Pferdegestützte Psychotherapie Band 2
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Buchvorschau
Praxisreihe Pferdegestützte Psychotherapie Band 2 - Annette Gomolla
Inhalt
Einleitung
Pferdegestützte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen – eine Einführung
1.1. Fachtherapeut*innen und das Therapiepferd
1.2. Wirkungsweisen des Pferdes für die Pferdegestützte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
1.3. Methodische Zugänge in der Pferdegestützten Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
Praxisberichte
2.1 Praxisbericht 1
Eine Kombination aus kindzentrierter- und elternzentrierter Intervention
2.2 Praxisbericht 2
Pferdegestützte Intervention mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt bei einer Jugendlichen mit Nähe versus Distanz Konflikt
2.3 Praxisbericht 3
Patientin mit Bindungsproblemen und Problemen in der Wahrnehmung von Grenzen
2.4 Praxisbericht 4
Patientin mit depressiver Störung und Agoraphobie
Autorinnenangaben
Einleitung
Der vorliegende Band 2 aus der Praxisreihe Pferdegestützte Psychotherapie widmet sich Erklärungen und Beschreibungen des Einsatzes von Pferden in psychotherapeutischen Kontexten mit Kindern und Jugendlichen. In Band 1 lag der Schwerpunkt auf der Arbeit mit erwachsenen Patient*innen aus der Verhaltenstherapie. In dem vorliegenden Buch werden Fallberichte aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Hintergründen dargestellt und versucht, in der theoretischen Einführung zu Beginn einen Bogen über die Schulen hinweg zu schlagen. Tiere haben besonders bei Kindern einen starken Aufforderungscharakter, Kinder beschäftigen sich besonders gerne mit Tieren und diese können schon von daher eine hilfreiche Brücke sein, zu Kindern in Kontakt zu kommen. Ebenso werden Jugendliche erreichbar, die möglicherweise in anderen psychotherapeutischen Kontexten Mühe haben, einen Einblick in ihr Innenleben zuzulassen. Tiere im Allgemeinen können die kindliche Seite der Jugendlichen anklingen lassen und so einen Zugang für die Psychotherapie ermöglichen.
Das Pferd ist ein Pferd ist ein Pferd. Dies war 2015 der Titel eines Vortrags bei der Konferenz „horses 4 humans"¹. In diesem ging es darum, dass Pferde Wirkfaktoren in den therapeutischen Prozess einbringen, die das Pferd als Lebewesen mitbringt und die einzigartig sind. Dabei ist es dem Pferd selbstverständlich nicht bewusst, in welchem gedanklichen Kontext wir unsere psychotherapeutische Arbeit tun. Das Pferd stellt sich mit seinen Verhaltensweisen im Hier und Jetzt zur Verfügung, und wir binden es in unsere Konzepte mit ein. Dabei sollte jede/r Therapeut darauf bedacht sein, das, was ein Pferd so einzigartig in seiner Wesensart mitbringt, auch wirken zu lassen. Pferde sind feinfühlige und soziale Tiere, die im Kontakt mit anderen Lebewesen auf diese reagieren und ebenso eigenständige Impulse und arttypische Verhaltensweisen einbringen. Die Kunst in der Pferdegestützten Psychotherapie, ob mit Kindern oder Erwachsenen, ist es, diese Impulse der Tiere zu erkennen, aufzunehmen und in die Therapie einzubinden. Es ist von besonderer Bedeutung, das Pferd als eigenständiges Lebewesen zu achten, denn wichtig ist es, dass die Pferde dauerhaft gerne in Kontakt mit dem Menschen treten. Dies gelingt nur, wenn sie ihre Persönlichkeit mit einbringen können.
Pferdegestützte Psychotherapie ist zurzeit noch eine Randerscheinung. In Zusammenhang mit dem Einsatz anderer Tiere in der Psychotherapie etabliert sie sich jedoch mehr und mehr. Dieses Buch soll einen weiteren Beitrag hierzu leisten.
Im ersten Kapitel wird eine theoretische Einführung in das Thema gegeben. Die besonderen Eigenschaften der Pferde werden benannt ebenso wie mögliche Themen in der Psychotherapie, zu welchen sich das Pferd als Medium eignet. Weiterhin werden unterschiedliche methodische Zugänge beleuchtet. Im zweiten Kapitel finden sich Fallbeispiele aus der Psychotherapie mit und Jugendlichen. Hierbei werden Fall- und Therapiebeschreibungen aus ganz unterschiedlichen Schulen und Herangehensweisen beschrieben. Der Beschreibung einer kindzentrierten Maßnahme bei einem Fünfjährigen mit Pferd in Kombination mit einer verhaltenstherapeutischen Elternberatung folgt der tiefenpsychologische Fall einer Jugendlichen. Der dritte Fall widmet sich einer systemischen Therapie mit Pferd bei einer Jugendlichen und der vierte und letzte Bericht geht auf eine analytische Therapie unter Einsatz des Pferdes mit einer jungen Erwachsenen ein.
1Vortrag A. Gomolla, Ein Pferd ist ein Pferd ist ein Pferd - Aktuelle Methoden, Konzepte und Sichtweisen im therapeutischen Reiten
KAPITEL 1
1. Pferdegestützte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen – eine Einführung
Annette Gomolla
Die Entwicklung der Pferdegestützten Psychotherapie wurde in Band 1 kurz umrissen. Es ist eine jüngere Disziplin innerhalb der Pferdegestützten Interventionen, welche die Bereiche Reittherapie und Reitpädagogik, Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd sowie Hippotherapie umfasst. Die Abgrenzung der einzelnen Bereiche wird immer wieder diskutiert, da das Pferd an sich als interagierender Sozialpartner das Thema Beziehung mit einbringt und als Reittier ebenso stetig auf einer psychomotorischen Ebene Impulse setzt. Dadurch sind Überschneidungen und „Abgrenzungsprobleme" zwischen den Teildisziplinen unumgänglich. Wichtig für jeden Bereich sind daher die Kompetenzschwerpunkte und der Beruf der ausübenden Fachkräfte. So kann folgerichtig eine Pferdegestützte Psychotherapie nur von Psychotherapeut*innen durchgeführt werden, die durch ihre psychologische, medizinische und psychotherapeutische Schulung für die Ausübung befähigt sind. Die Reittherapie als Bereich kann dagegen von unterschiedlichen Fachkräften sozialer Berufe ausgeführt werden, die eine Zusatzqualifikation in dem Einsatz von Pferden erworben haben (siehe Leitlinien des Berufsverbandes für Fachkräfte Pferdegestützter Interventionen e.V.). Die Reittherapie wird dabei als adjuvante Therapie gesehen, welche die Psychotherapie sowie andere Therapieverfahren (z.B. die Physio- oder Ergotherapie) als tier- und körperorientiertes Verfahren ergänzt und ebenso als Fördermaßnahme bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen eingesetzt wird.
Die Pferdegestützte Psychotherapie ist kein eigenständiges Psychotherapieverfahren, es baut nur bedingt auf einer eigenen Theoriebildung auf, sondern setzt im Menschenbild und den Methoden an bestehende psychotherapeutische Schulen an bzw. kann in diese integriert werden. Es bezeichnet die Einbeziehung des Pferdes als Medium oder als Begleiter in ein psychotherapeutisches Geschehen mit einer Annahme an psychischen und physiologischen Wirkfaktoren.
1.1 Fachtherapeut*innen und das Therapiepferd
Psychotherapeut*innen, die Pferde in ihre Arbeit einbinden möchten, sollten sich als Fachtherapeut*innen schulen lassen, da die Einbindung der Tiere mit einer hohen Verantwortung gegenüber den Patient*innen und Pferden einhergeht. Eine gute reiterliche Qualifikation, die spezifische Ausbildung der Pferde und das fachliche Handling der Tiere im Einsatz werden in Schulungen vermittelt. Weiterhin steht eine Reflexion des Einsatzes in der Psychotherapie neben methodischer Kompetenz im Vordergrund. Im deutschsprachigen Raum bietet das Institut für Pferdegestützte Therapie (IPTh) eine Weiterbildung speziell für Psychotherapeut*innen (Mediziner*innen und Psycholog*innen) mit den genannten Inhalten an.
Pferde, die in der Interaktion mit dem Menschen eigenständig handeln dürfen und nicht degradiert werden zu reinen funktionierenden Empfängern von Anweisungen, schenken uns ihre Fähigkeit des affektiven Mitschwingens. Das heißt, dass sie emotionale Zustände über kleinste Körpersignale des Menschen erkennen und auf diese reagieren können. Das muss nicht immer in Form von sogenannter „Spiegelung" passieren (als einfaches Beispiel: das Pferd wird unruhig, wenn der Mensch unruhig wird), sondern es reagiert individuell auf einen
