Gesammelte Werke Martin Luthers
Von Martin Luther
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Über dieses E-Book
Vorrede auf das Alte Testament
Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes nach der deutschen Übersetzung
Predigten durch ein Jahr
95 Thesen des Theologen Dr. Martin Luther
Allerheiligen Abend 1517
Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche
Ein Vorspiel Martin Luthers
Über das Sakrament des Brotes
Vom Sakrament der Taufe
Von dem Sakrament der Buße
Von der Firmung
Von der Ehe
Von der (Priester)Weihe
Vom Sakrament der letzten Ölung
Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei
Der zweite Teil Wie weit sich weltliche Obrigkeit erstrecke
An den christlichen Adel deutscher Nation
Die Concordien-Formel
Vater Unser
Kleiner Katechismus
Die zehn Gebote
Der Glaube
Das Vaterunser
Das Sakrament der heiligen Taufe
Das Sakrament des Altars oder das heilige Abendmahl
Der Morgensegen
Der Abendsegen
Verteidigungsrede auf dem Reichstag zu Worms
Martin Luther
Martin Luther was a German professor of theology, as well as a composer, priest, monk, and seminal figure in the Protestant Reformation. Luther was ordained to the priesthood in 1507. He came to reject several teachings and practices of the Roman Catholic Church; in particular, he disputed its views on indulgences.
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Gesammelte Werke Martin Luthers - Martin Luther
Vorrede auf das Alte Testament
DAS ALTE TESTAMENT HALTEN ETLICHE GERING
Als eines, das dem Jüdischen Volk allein gegeben
und nun ganz vorbei sei
und nur von vergangenen Geschichten schreibe
Meinen
sie haben genug am Neuen Testament
und geben vor, nichts als geistlichen Sinn im Alten Testament zu suchen
Wie es auch Origenes
Hieronymus und viele hohe Leute mehr gehalten haben. Aber Christus spricht Joh. V. Forschet in der Schrift
denn dieselbige gibt Zeugnis von mir. Und S.Paulus gebietet Timotheo
Er solle anhalten mit lesen der Schrift. Und weist Röm. I. darauf hin, wie das Evangelium von Gott in der Schrift verheißen sei. Und I. Kor. XV. sagt er
Christus sei entsprechend der Schrift von Davids Geblüte gekommen
gestorben und vom Tod auferstanden. So weist uns auch S. Petrus mehr als einmal zurück in die Schrift.
Womit sie uns also lehren
die Schrift des Alten Testaments nicht zu verachten, sondern mit allem Fleiß zu lesen
weil sie selbst das Neue Testament so mächtiglich gründen und belegen
durchs Alte Testament
und sich drauf berufen. Wie auch S. Lucas Act. XVII. schreibt
Daß die zu Thessalonich täglich die Schrift erforschten
Ob sich's so verhielte
wie Paulus lehrte. So wenig nun des Neuen Testaments Grund und Lehre zu verachten ist
So teuer ist auch das Alte Testament zu achten. Und was ist das Neue Testament anderes
als eine öffentliche Predigt und Verkündigung von Christo
durch die Sprüche im Alten Testament gesetzt
und durch Christum erfüllet.
Daß aber diejenigen
die es nicht besser wissen
eine Anleitung und Unterricht haben
nützlich darin zu lesen
Habe ich diese Vorrede nach meinem Vermögen
so viel mir Gott gegeben, gestellt. Bitte und warne aufrichtig einen jeglichen frommen Christen
Daß er sich nicht stoße an der einfältigen Rede und Geschicht
so ihm oft begegnen wird
Sondern zweifle nicht dran
wie schlecht es immer sich ansehen läßt
es seien nur Worte
Werke
Gericht und Geschichte der hohen göttlichen Majestät
Macht und Weisheit. Denn dies ist die Schrift
die alle Weisen und Klugen zu Narren macht
Und allein den Kleinen und Geringen offen steht
wie Christus sagt Matth. XI. Darum laß dein Dünkel und Gefühl fahren
und halte von dieser Schrift
als von dem allerhöchsten
edelsten Heiligtum
als von der allerreichsten Fundgrube
die nie mehr genug ergründet werden mag. Auf daß du die Göttliche Weisheit finden mögest
welche Gott hier so schlicht und einfach vorlegt
daß er allen Hochmut dämpfe. Hier wirst du die Windeln und die Krippe finden
darin Christus liegt
Dahin auch der Engel die Hirten weist. Schlechte und geringe Windeln sind es
Aber teuer ist der Schatz Christus
der drinnen liegt.
SO WISSE NUN, DASS DIES BUCH EIN GESETZBUCH IST
das da lehrt
was man tun und lassen soll. Und daneben anzeigt Exempel und Geschichte
wie solche Gesetze gehalten oder übertreten sind. Gleich wie das Neue Testament
ein Evangelium oder Gnadenbuch ist
und lehrt
wo man's nehmen soll
daß das Gesetz erfüllt werde. Aber gleich wie im Neuen Testament
neben der Gnadenlehre
auch viele andere Lehren gegeben werden
die da Gesetz und Gebot sind
das Fleisch zu regieren
sintemal in diesem Leben der Geist nicht vollkommen wird
noch allein Gnade regieren kann. Also sind auch im Alten Testament
neben den Gesetzen
etliche Verheißung und Gnadensprüche, womit die heiligen Väter und Propheten unter dem Gesetz im Glauben Christi
wie wir
erhalten sind. Doch wie des Neuen Testaments eigentliche Hauptlehre ist
Gnade und Friede durch Vergebung der Sünden in Christo verkündigen
Also ist des Alten Testaments eigentliche Hauptlehre
Gesetze lehren und Sünde anzeigen
und Gutes fordern. Solches wisse im Alten Testament zu erwarten.
UND DASS WIR ZUERST AUF MOSES' BÜCHER KOMMEN
Der lehrt in seinem ersten Buch
wie alle Kreaturen geschaffen sind
Und (was seines Schreibens Hauptpunkt ist) Wo die Sünde und der Tod hergekommen sei
nämlich
durch Adams Fall
aus des Teufels Bosheit. Aber bald darauf
ehe denn Moses' Gesetz kommt
lehrt er
Woher die Hilfe wieder kommen sollte
die Sünde und Tod zu vertreiben. Nämlich
nicht durch Gesetz noch eigene Werke
weil noch kein Gesetz war
Sondern durch des Weibes Samen
Christum
Adam und Abraham verheißen. Auf daß also der Glaube von Anfang der Schrift durch und durch gepriesen werde
über alle Werke
Gesetz und Verdienst. Also hat das erste Buch Mose fast nur Exempel des Glaubens und Unglaubens
und was Glaube und Unglaube für Früchte tragen
und ist fast ein Evangeliums-Buch.
DANACH IM ZWEITEN BUCH
Da die Welt nun voll und in der Blindheit versunken war
daß man schier nicht mehr wußte
was Sünde war
oder wo Tod hergekommen sei
bringt Gott Moses hervor mit dem Gesetz
Und nimmt ein besonderes Volk an
die Welt an ihnen wieder zu erleuchten
und durchs Gesetz die Sünde wieder zu eröffenen. Und verfaßt also das Volk mit allerlei Gesetzen
und sondert sie von allen andern Völkern ab. Läßt sie eine Hütte bauen
und richtet einen Gottesdienst an
Bestellt Fürsten und Amtleute
und versorgt also sein Volk sowohl mit Gesetzen wie mit Leuten auf's allerfeinste
wie sie
beiderlei leiblich vor der Welt
und geistlich vor Gott
regiert werden sollen.
IM DRITTEN BUCH WIRD IN SONDERHEIT
das Priestertum verordnet mit seinen Gesetzen und Rechten
danach die Priester tun
und das Volk lehren sollen. Da sieht man
wie ein Priesterliches Amt nur um der Sünde willen eingesetzt wird
daß es dieselbige dem Volk kundt machen und vor Gott versöhnen soll. Also
daß sein ganzes Werk ist
mit Sünden und Sündern umgehen. Derhalben auch den Priestern kein zeitlich Gut gegeben
noch leiblich zu regieren befohlen oder zugelassen wird
Sondern ihnen zugeeignet wird, sich allein des Volks anzunehmen in den Sünden.
IM VIERTEN
DA NUN DIE GESETZE GEGEBEN
Priester und Fürsten eingesetzt sind
die Hütten und Gottesdienst angerichtet sind
und alles bereit ist
was zum Volk Gottes gehört
Hebt sich das Werk und Übung an
und wird versucht
wie solche Ordnung gehen und sich schicken will. Darum schreibt das selbe Buch von so viel Ungehorsam und Plagen des Volks. Und es werden etliche Gesetze erklärt und gemehrt. Denn also findet sich's allezeit
daß Gesetze schnell zu geben sind
Aber wenn sie angehen und in Schwung kommen sollen
da begegnet nichts mehr als nur Hindernis
und will nirgends fort
wie das Gesetz fordert. Daß dieses Buch ein merkliches Exempel ist
wie es garnichts ist
mit Gesetzen die Leute fromm zu machen
Sondern wie S. Paulus sagt
Daß Gesetze nur Sünde und Zorn anrichten.
IM FÜNFTEN
DA NUN DAS VOLK UM SEINEN Ungehorsam gestraft ist
und Gott sie mit Gnaden ein wenig gelockt hatte
das sie aus Wohltat
da er ihnen die zwei Königreiche gab
bewegt wurden, sein Gesetz mit Lust und Liebe zu halten
widerholt Mose das ganze Gesetz mit allen Geschichten
so ihnen begegnet war (außer was das Priestertum betrifft) und erklärt also von neuem alles
was beiderlei zum leiblichen und geistlichen Regiment eines Volkes gehört. Daß also Mose
wie ein volkommener Gesetzeslehrer allenthalben seinem Amt genüge täte
und das Gesetz nicht alleine gebe
sondern auch dabei wäre
wo man es tun sollte
und dort, wo es mangelt
erklärt und wieder aufrichtet. Aber diese Erklärung im fünften Buch
enthält eigentlich nichts anders
als den Glauben zu Gott
und die Liebe zum Nächsten
Denn dahin zielen alle Gesetze Gottes. Darum wehrt Mose mit seinem Erklären
allem
das den Glauben an Gott verderben mag
bis hinan in das XX. Cap. Und allem
das die Liebe hindert
bis an des Buches Ende.
HIERBEI IST NUN ZU MERKEN AUFS ERSTE
DASS Mose das Volk so genau mit Gesetzen verfasset
das er keinen Raum läßt der Vernunft, irgend ein Werk zu erwählen oder eigenen Gottesdienst erfinden. Denn er lehrt nicht allein Gott fürchten
trauen und lieben
Sondern gibt auch so mancherlei Weise äußerlichen Gottesdienstes
mit opfern
geloben
fasten
kasteien etc.
Daß niemand not sei
etwas anders zu erwählen. Item er lehret auch pflanzen
bauen
freien
streiten
Kinder
Gesinde und Haus regieren
kaufen und verkaufen
borgen und lösen
und alles was äußerlich und innerlich zu tun sei
Sogar
daß etliche Satzungen gleich närrisch und vergeblich anzusehen sind.
Lieber
warum tut Gott das? Endlich darum
Er hat sich des Volks unterwunden
daß es sein eigen sein sollte
und er wollte ihr Gott sein
darum wollte er sie also regieren
daß all ihr Tun gewiß wäre
daß es vor ihm recht wäre. Denn wo jemand etwas tut
da Gottes Wort nicht zuvor aufgegeben ist
das gilt vor Gott nicht und ist verloren. Denn er verbietet auch am IIII. und XIII. Kap. im V. Buch
daß sie nichts sollen hinzutun zu seinen Gesetzen. Und im XII. spricht er
Sie sollen nicht tun was ihnen recht dünkt. Auch der Psalter und alle Propheten drob schreien
Daß das Volk gute Werke täte
die sie selbst erwählten
und von Gott nicht geboten waren. Denn er will und kann's nicht leiden
daß die seinen etwas vornehmen zu tun
das er nicht befohlen hat
es sei wie gut es immer sein kann
Denn Gehorsam ist aller Werke Adel und Vorzug
der an Gottes Worten hängt.
Weil denn nun dieses Leben nicht kann ohne äußerlichen Gottesdienst und Weise sein
hat er ihnen vorgelegt solch mancherlei Weise
und mit seinem Gebot verfaßt. Auf daß
ob sie ja müßten oder auch wollten Gott irgend einen äußerlichen Dienst tun
das sie dieser einen angriffen
und nicht ein eigen erdächten
Damit sie gewiß und sicher wären daß solches ihr Werk in Gottes Wort und Gehorsam ginge. Also ist ihnen allenthalben gewehrt
eigener Vernunft und freiem Willen zu folgen
Gutes zu tun und wohl zu leben
Und doch übrig genug
Raum
Stelle
Zeit
Person
Werk und Weise bestimmt und vorgelegt
daß sie nicht klagen dürfen
noch fremder Gottesdienste Beispiel nachfolgen müssen.
AUFS ANDERE IST ZU MERKEN
DASS DIE GESETZE dreierlei Art sind. Etliche die nur von zeitlichen Gütern sagen
Wie es bei uns die Kaiserlichen Gesetze tun. Diese sind von Gott allermeist um der Bösen willen gesetzt
daß sie nichts ärgeres täten. Darum sind solche Gesetze nur Wehrgesetz
mehr denn Lehrgesetz. Als da Mose gebietet ein Weib mit einem Scheidebrief von sich zu lassen. Item
daß ein Mann sein Weib mit einem Eiferopfer treiben
und andere Weiber mehr nehmen mag
Solches sind alles weltliche Gesetze.
Etliche aber sind
die von äußerlichem Gottesdienst lehren
wie droben gesagt ist.
Über diese beide gehen nun die Gesetze vom Glauben und von der Liebe
also
daß alle anderen Gesetz müssen und sollen ihr Maß haben vom Glauben und von der Liebe
daß sie gehen sollen
wo ihre Werke ebenso geraten
daß sie nicht gegen den Glauben und die Liebe gehen
Wo sie aber gegen den Glauben und Liebe geraten
sollen sie schlecht ab sein.
Daher lesen wir
daß David den Mörder Joab nicht tötete
so er doch zweimal den Tod verdient hatte. Und II. Reg. XIIII. gelobt er dem Weibe von Thekoa
ihr Sohn solle nicht sterben
obwohl er seinen Bruder erwürgt hatte. Item
Absalom tötete er auch nicht. Item
er selbst David aß von dem heiligen Brot der Priester I. Reg. XXI. Item Thamar meinte
der König möchte sie geben Amnon ihrem Stiefbruder zur Ehe. Aus dieser und der gleichen Geschichten
sieht man wohl
daß die Könige
Priester und Obersten haben oft frisch ins Gesetz gegriffen
wo es der Glaube und die Liebe haben gefordert. Daß also der Glaube und die Liebe soll aller Gesetze Meisterin sein
und sie alle in ihrer Macht haben. Denn sintemal alle Gesetze auf den Glauben und Liebe ausgerichtet sind
soll keines mehr gelten noch ein Gesetz sein
wo es dem Glauben oder der Liebe zuwider geraten will.
Derhalben irren die Juden noch heutigen Tages sehr
daß sie so streng und hart an etlichen Gesetzen Mose halten
und viel ehr Liebe und Friede ließen untergehen
ehe sie mit uns essen oder trinken
oder dergleichen täten
Und sehen des Gesetzes Meinung nicht recht an
Denn dieser Verstand ist von Nöten allen, die unter Gesetzen leben
nicht allein den Juden. Denn also sagt auch Christus Matth. XII. Daß man den Sabbath brechen möchte
wo ein Ochs in eine Grube gefallen war
und ihm heraushelfen
Welches doch nur eine zeitliche Not und Schaden war. Wieviel mehr soll man frisch allerlei Gesetze brechen
wo es Leibes Not fordert
so dabei dem Glauben und der Liebe nichts zuwider geschieht. Wie Christus sagt
Daß David getan hat
da er die heiligen Brote aß
Mar. III.
WAS IST ABER
DASS MOSE DIE GESETZE SO ungeordnet untereinander wirft? Warum setzt er nicht die Weltlichen zusammen
die Geistlichen auch
und den Glauben und Liebe ebenfalls? Dazu widerholt er zuweilen ein Gesetz so oft
und treibt einerlei Wort so vielmal
daß gleich verdrossen ist zu lesen und zu hören? Antwort: Mose schreibt
wie sichs treibt
Daß sein Buch ein Bild und Exempel ist des Regiments und Lebens. Denn also geht es zu
wenn es im schwang geht
daß jetzt dieses Werk
jetzt jenes getan sein muß. Und kein Mensch sein Leben also fassen mag (so es anders Göttlich sein soll) daß er diesen Tag nichts als geistliche
den andern nichts als weltliche Gesetze übe
Sondern Gott regiert also alle Gesetze untereinander
wie die Sterne am Himmel
und die Blumen auf dem Felde stehen
Daß der Mensch muß alle Stunde zu jeglichem bereit sein
und tun, welches ihm am ersten vor die Hand kommt
Also ist Mose Buch auch untereinander gemengt.
Daß er aber so sehr treibt und oft einerlei widerholt
Damit ist auch seines Amtes Art angezeigt. Denn wer ein Gesetzvolk regieren soll
der muß immer anhalten
immer treiben
und sich mit dem Volk
wie mit Eseln
herumplagen
Denn kein Gesetzeswerk geht mit Lust und Liebe ab
es ist alles erzwungen und abgenötigt. Weil nun Mose ein Gesetzeslehrer ist
muß er mit seinem Treiben anzeigen
wie Gesetzeswerke gezwungene Werke sind
und das Volk müde machen
Bis es durch solch Treiben erkenne seine Krankheit und Unlust zu Gottes Gesetz
und nach der Gnade trachte
wie folgt.
AUFS DRITTE
IST DAS DIE RECHTE MEINUNG Mose
Daß er durchs Gesetz die Sünde offenbare und alle Vermessenheit menschlichen Vermögens zuschanden mache. Denn daher nennt ihn S. Paulus Gal. II. einen Amtmann der Sünde und sein Amt ein Amt des Todes II. Kor. III. Und Röm. III. und VII. spricht er
Durchs Gesetze komme nicht mehr denn Erkenntnis der Sünde. Und Röm. III. Durchs Gesetzes Werke wird niemand fromm vor Gott. Denn Mose kann durchs Gesetz nicht mehr tun
weder anzeigen was man tun und lassen soll. Aber Kraft und Vermögen solches zu tun und zu lassen
gibt er nicht
und läßt uns also in der Sünde stecken.
Wenn wir denn in der Sünde stecken
so dringt der Tod also bald auf uns
als eine Rache und Strafe über die Sünde. Daher nennt S. Paulus die Sünde
des Todes Stachel
Daß der Tod durch die Sünde alle seine Rechte und Macht an uns hat. Aber wo das Gesetz nicht wäre
so wäre auch keine Sünde. Darum ist's alles Mose Amts Schuld
der regt und rügt die Sünde durchs Gesetz
so folgt der Tod auf die Sünde mit Gewalt. Daß Moses' Amt billig und recht ein Amt der Sünde und des Todes von S. Paulo genannt wird
Denn er bringt nichts auf uns durch seine Gesetzgebung
denn Sünde und Tod.
Aber doch ist solches Sündeamt und Todamt gut
und fast von nöten
Denn wo Gottes Gesetz nicht ist
da ist alle menschliche Vernunft so blind
daß sie die Sünde nicht erkennen mag. Denn keine menschliche Vernunft weiß
daß Unglaube und an Gott verzweifeln Sünde sei
Ja sie weiß nichts davon
daß man Gott glauben und trauen soll
Geht also dahin verstockt in ihrer Blindheit
und fühlt solche Sünde nimmermehr. Tut dieweil sonst etwa gute Werke
und führt ein äußerlich ehrbares Leben. Da meint sie denn
sie stehe wohl
und sei der Sachen genug geschehen. Wie wir sehen in den Heiden und Heuchlern
wenn sie auf ihr bestes leben. Item
so weiß sie auch nicht
daß böse Neigung des Fleischs
und Haß wider die Feinde
Sünde sei
sondern weil sie sieht und fühlt
daß alle Menschen so geschickt sind
achtet sie solches für natürlich und recht gutes Ding
Und meint
es sei genug
wenn man nur äußerlich den Werken wehrt. Also geht sie dahin
und achtet ihre Krankheit für Stärke
ihre Sünde für Recht
ihr böses für gut
und kann nicht weiter.
Siehe
diese Blindheit und verstockte Vermessenheit zu vertreiben
ist die Not Moses' Amtes. Nun kann er sie nicht vertreiben
er muß sie offenbaren und zu erkennen geben. Das tut er durchs Gesetz
da er lehrt
Man solle Gott fürchten
trauen
glauben und lieben. Dazu keine böse Lust noch Haß zu einigem Menschen tragen oder haben. Wenn nun die Natur solches recht hört
so muß sie erschrecken
Denn sie befindet gewiß
weder trauen noch glauben
weder Furcht noch Liebe zu Gott. Item weder Liebe noch Reinigkeit gegen dem Nächsten
Sondern nichts als Unglauben
Zweifel
Verachtung und Haß zu Gott
und nur bösen Willen und Lust zum nächsten. Wenn sie aber solches findet
so ist der Tod also bald vor Augen
der solchen Sünder fressen
und in die Hölle verschlingen will. SIehe
Das heißt den Tod durch die Sünde auf uns dringen
und durch die Sünde uns töten. Das heißt durch das Gesetz die Sünde regen
und vor die Augen setzen
und alle unser Vermessenheit in ein Verzagen
und Zittern und Verzweifeln treiben. Daß der Mensch nicht mehr kann tun
denn mit den Propheten schreien
Ich bin von Gott verworfen
Oder
wie man auf Deutsch sagt
Ich bin des Teufels
Ich kann nimmermehr selig werden. Das heißt recht in die Hölle gefahren. Das meint S. Paulus mit kurzen Worten. I. Korin. XV. Der Stachel des Todes ist die Sünde
Aber das Gesetz ist der Sünde Kraft. Als sollte er sagen
Daß der Tod sticht und uns erwürgt
macht die Sünde
die an uns gefunden wird
des Todes schuldig. Daß aber die Sünde an uns gefunden wird
und so mächtig uns dem Tod gibt
macht das Gesetz
welches uns die Sünde offenbart und erkennen lehrt
die wir zuvor nicht kannten
und sicher waren.
NUN SIEHE
MIT WELCHER GEWALT MOSE SOLCHES
sein Amt treibt und ausrichtet
Denn daß er ja die Natur aufs allerhöchste schände
gibt er nicht allein solche Gesetze
die von natürlichen und warhaftigen Sünden sagen
als da sind die zehn Gebote
Sondern macht auch Sünde
da von Natur sonst keine Sünde ist
und dringt und drückt auf sie mit Haufen Sünden. Denn Unglaube und böse Lust ist von Art der Sünde und des Todes wert. Aber daß man nicht soll gesäuertes Brot essen zu Ostern
Und kein unreines Tier essen
kein Zeichen an dem Leib machen
und alles was das Levitische Priestertum mit Sünden schafft
das ist nicht von Art der Sünde und böse
sondern wird allein darum Sünde
das durchs Gesetz verboten ist
welchs Gesetz wohl abgetan sein kann. Aber die zehn Gebote mögen nicht also abgetan sein
Denn da ist Sünde
obschon die Gebote nicht wären
oder nicht erkannt wären. Gleich wie der Heiden Unglaube Sünde ist
ob sie es wohl nicht wissen noch achten
das Sünde sei.
Also sehen Wir
daß solche und so mancherlei Gesetze Mose
nicht allein darum gegeben sind
das niemand etwas eigenes erwählen dürfte Gutes zu tun
und wohl zu leben
wie droben gesagt ist. Sondern vielmehr darum
daß der Sünden nur viel würden
und sich über die Maßen häuften
das Gewissen zu beschweren. Auf daß die verstockte Blindheit sich erkennen müßte
und ihr eigen Unvermögen und Nichtigkeit zum Guten müßte fühlen
Und also durchs Gesetz genötigt und gedrungen würde etwas weiteres zu suchen
als das Gesetz und eigenes Vermögen
nämlich
Gottes Gnade im künftigen Christum verheißen. Denn es ist je alles Gesetz Gottes gut und recht
wenn er auch gleich aufgäbe nur Mist zu tragen
oder Strohhalme aufzuheben. So muß aber der ja nicht fromm noch guten Herzens sein
der solch gutes Gesetz nicht hält
oder ungerne hält. So vermag alle Natur nicht anders
denn ungerne halten
Darum muß sie hier am guten Gesetz Gottes
ihre Bosheit erkennen und fühlen
und nach der Hilfe göttlicher Gnade seufzen und trachten in Christo.
DARUM
WO NUN CHRISTUS KOMMT
DA HÖRT DAS Gesetz auf
sonderlich das Levitische
welches Sünde macht
da sonst ihrer Art keine Sünde ist
wie gesagt ist. So hören auch die zehn Gebote auf
Nicht also
daß man sie nicht halten noch erfüllen sollte
sondern Moses' Amt hört darin auf
daß es nicht mehr durch die zehn Gebote die Sünde stark macht
und die Sünde nicht mehr des Todes Stachel ist. Denn durch Christum ist die Sünde vergeben
Gott versöhnt
und das Herz hat angefangen dem Gesetz hold zu sein
daß es Moses' Amt nicht mehr kann strafen und zu Sünden machen
als hätte es die Gebote nicht gehalten
und wäre des Todes schuldig
Wie es täte vor der Gnade
und ehe denn Christus da war.
Das lehrt S. Paulus II. Korin. III. da er spricht
Daß die Klarheit im Angesicht Mose aufhört
um der Klarheit willen im Angesichte Jesu Christi. Das ist
das Amt Mose
das uns zu Sünde und Schande macht
mit dem Glanz der Erkenntnis unserer Bosheit und Nichtigkeit
Tut uns nicht mehr weh
schreckt uns auch nicht mehr mit dem Tod. Denn wir haben nun die Klarheit im Angesicht Christi. Das ist
das Amt der Gnade
dadurch wir Christum erkennen
mit welches Gerechtigkeit
Leben und Stärke
wir das Gesetz erfüllen
Tod und Hölle überwinden. Wie auch die drei Apostel auf dem Berg Tabor
Moses und Elias sahen
und doch nicht vor ihnen erschraken
um der lieblichen Klarheit willen im Angesichte Christi. Aber Exod. XXXIIII. da Christus nicht gegenwärtig war
konnten die Kinder Israel die Klarheit und den Glanz in Mose Angesicht nicht erleiden
darum mußte er eine Decke davor tun.
Denn es sind dreierlei Schüler des Gesetzes
Die ersten
die das Gesetz hören und verachten
führen ein ruchloses Leben ohne Furcht
Zu diesen kommt das Gesetz nicht. Und sind bezeichnet
durch die Kalbdiener in der Wüste
um welcher willen Mose die Tafeln entzwei warf
und das Gesetz nicht zu ihnen brachte.
Die anderen
die es angreifen mit eigener Kraft zu erfüllen ohne Gnade. Die sind bezeichnet durch die
welche Mose Antlitz nicht sehen konnten
da er zum zweiten mal die Tafeln brachte. Zu diesen kommt das Gesetz
aber sie leiden es nicht. Darum machen sie eine Decke drüber
und führen ein heuchlerisches Leben mit äußerlichen Werken des Gesetzes
welchs doch das Gesetz alles zu Sünden macht
wo die Decke abgetan wird
Denn das Gesetz erweist
daß unser Vermögen nichts sei
ohne Christi Gnade.
Die dritten sind
die Mosen klar ohne Decke sehen. Das sind sie
die des Gesetzes Meinung verstehen
wie es ummöglich Ding fordert. Da geht die Sünde in der Kraft
da ist der Tod mächtig
da ist des Goliaths Spies wie ein Weberbaum
und sein Stachel hat sechshundert Sekel Erz
daß alle Kinder Israel vor ihm fliehen
Außer, der einzige David Christus unser HErr erlöste uns von dem allen. Denn wo nicht Christi Klarheit neben solcher Klarheit Mose käme
könnte niemand solchen Glanz des Gesetzes der Sünde und des Todes Schrecken ertragen. Diese fallen ab von allen Werken und Vermessenheit
und lernen am Gesetz nicht mehr
denn allein Sünde erkennen
und nach Christo zu seufzen
Welches auch das eigentlich Amt Mose und des Gesetzes Art ist.
Also hat Mose auch selbst angezeigt
daß sein Amt und Lehre sollte währen bis auf Christum
und alsdann aufhören
da er spricht
Deut. XVIII. Einen Propheten wird dir der HERR dein Gott erwecken
aus deinen Brüdern
wie mich
Den sollst du hören etc. Dies ist der edelste Spruch und freilich der Kern im ganzen Mose
welchen auch die Apostel hoch geführt und stark gebraucht haben
das Evangelium zu bekräftigen
und das Gesetz abzutun
und alle Propheten
gar viel draus gezogen haben. Denn weil Gott hier einen anderen Mose verheißt
den sie hören sollen
zwingt sichs
daß er etwas anderes lehren würde
als Mose
und Mose ihm seine Macht übergibt und weicht
daß man jenen hören solle. So kann je der selbe Prophet nicht Gesetz lehren
denn das hat Mose aufs allerhöchste ausgerichtet
und wäre keine Not um Gesetzes willen einen anderen Propheten zu erwecken
Darum ist's gewiß von der Gnadenlehre und Christo gesagt.
Darum nennt auch S. Paulus Mose Gesetz
das Alte Testament
Christus auch
da er das Neue Testament einsetzt. Und ist darum ein Testament
daß Gott darinnen verhieß und beschied dem Volk Israel das Land Kanaan
wo sie es halten würden. Und gabs auch ihnen
und ward bestätigt durch Hammel und Bocks Tod und Blut. Aber weil solches Testament nicht auf Gottes Gnaden
sondern auf Menschen Werken stand
mußte es alt werden und aufhören
und das verheißene Land wider verloren werden
darum
daß durch Werke das Gesetze nicht erfüllt werden kann. Und mußte ein anderes Testament kommen
das nicht alt würde
auch nicht auf unserem Tun
sondern auf Gottes Wort und Werke stünde
auf daß es ewiglich währte. Darum ist's auch durch einer ewigen Person Tod und Blut bestätigt
und ein ewiges Land verheißen und gegeben. Das sei nun von Mose Bücher und Amt geredet.
WAS SIND ABER NUN DIE ANDEREN BÜCHER DER Propheten und der Geschichten? Antwort: nichts anderes
denn was Mose ist
Denn sie treiben allesamt Moses' Amt
und wehren den falschen Propheten
daß sie das Volk nicht auf die Werke führen
sondern in dem rechten Amt Mose und Erkenntnis des Gesetzes bleiben lassen. Und halten fest daran, daß sie durch des Gesetzes rechten Verstand
die Leute in ihrer eigen Untüchtigkeit behalten und auf Christum treiben
wie Mose tut. Darum streichen sie auch weiter aus
was Mose von Christo gesagt hat
Und zeigen an beiderlei Exempel
diejenigen
die Mose recht haben
und diejenigen
die ihn nicht recht haben
und aller beider Strafe und Lohn. Also
daß die Propheten nichts anderes sind
denn Handhaber und Zeugen Mose und seines Amtes
daß sie durchs Gesetze jedermann zu Christo bringen.
AUFS LETZTE
SOLLTE ICH AUCH WOHL DIE geistliche Deutung anzeigen
die durch das Levitische Gesetz und Priestertum Mose vorgelegt ist. Aber es ist dessen zu viel zu schreiben
es will Raum und Zeit haben
und mit lebendiger Stimme ausgelegt sein. Denn freilich Mose ein Brunn aller Weisheit und Verstandes ist
daraus gequollen ist alles
was alle Propheten gewußt und gesagt haben. Dazu auch das Neue Testament heraus fließt und darin gegründet ist
wie wir gehört haben. Aber doch einen kleinen kurzen Griff zu geben
denjenigen
die Gnade und Verstand haben
weiter danach zu trachten
sei das mein Dienst.
Wenn du willst wohl und sicher deuten
So nimm Christum für dich
Denn das ist der Mann
dem es alles und ganz und gar gilt. So mache nun aus dem Hohenpriester Aaron niemand denn Christum allein
wie die Epistel an die Hebräer tut
welche fast alleine ausreichend ist
alle Figuren Mose zu deuten. Also ist's auch gewiß
daß Christus selbst das Opfer ist
ja auch der Altar
der sich selbst mit seinem eigenen Blut geopfert hat
Wie auch die selbe Epistel meldet. Wie nun der Levitische Hohepriester
durch solches Opfer nur die gemachten Sünde wegnam
die von Natur nicht Sünde waren
Also hat unser Hohepriester Christus
durch sein eigenes Opfer und Blut
die rechte Sünde
die von Natur Sünde ist
weggenomen. Und ist einmal durch den Vorhang gegangen zu Gott
daß er uns versöhne. Also
daß du alles
was vom Hohenpriester geschrieben ist
auf Christum persönlich
und sonst auf niemand deutest.
Aber des Hohenpriesters Söhne
die mit dem täglichen Opfer umgehen
sollst du auf uns Christen deuten
die wir vor unserem Vater Christo im Himmel sitzend hier auf Erden mit dem Leibe wohnen
und nicht hindurch sind bei ihm
außer geistlich mit dem Glauben. Derselben Amt
wie sie schlachten und opfern
bedeutet nichts anderes
denn das Evangelium predigen
Durch welches der alte Mensch getötet und Gott geopfert
durchs Feuer der Liebe
im heiligen Geist verbrannt und verzehrt wird
Welches gar wohlriecht vor Gott
das ist
es macht ein gutes
reines
sicheres Gewissen vor Gott. Diese Deutung trifft S.Paulus Röm. XII. da er lehrt
wie wir unseren Leib sollen opfern Gott zum lebendigen
heiligen
angenehmen Opfer. Welches wir tun (wie gesagt) durch stetige Übung des Evangeliums beiderlei mit predigen und glauben. Das sei diesmal genug zur kurzen Anleitung
Christum und das Evangelium zu suchen im Alten Testament.
Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes nach der deutschen Übersetzung
1. Buch Mose
Kapitel 1
1. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
3. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
4. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis
5. und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
6. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern.
7. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.
8. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag.
9. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also.
10. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
11. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also.
12. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
13. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
14. Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
15. und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also.
16. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne.
17. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde
18. und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
19. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
20. Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels.
21. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, daß da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
22. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden.
23. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
24. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also.
25. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
26. Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
27. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.
28. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
29. Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise,
30. und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also.
31. Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Kapitel 2
1. Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
2. Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte.
3. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.
4. Also ist Himmel und Erde geworden, da sie geschaffen sind, zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.
5. Und allerlei Bäume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch, der das Land baute.
6. Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land.
7. Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.
8. Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
9. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
10. Und es ging aus von Eden ein Strom, zu wässern den Garten, und er teilte sich von da in vier Hauptwasser.
11. Das erste heißt Pison, das fließt um das ganze Land Hevila; und daselbst findet man Gold.
12. Und das Gold des Landes ist köstlich; und da findet man Bedellion und den Edelstein Onyx.
13. Das andere Wasser heißt Gihon, das fließt um das ganze Mohrenland.
14. Das dritte Wasser heißt Hiddekel, das fließt vor Assyrien. Das vierte Wasser ist der Euphrat.
15. Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn baute und bewahrte.
16. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten;
17. aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes sterben.
18. Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
19. Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn der wie Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen.
20. Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.
21. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch.
22. Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.
23. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist.
24. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.
25. Und sie waren beide nackt, der Mensch und das Weib, und schämten sich nicht.
Kapitel 3
1. Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im Garten?
2. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
3. aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Eßt nicht davon, rührt's auch nicht an, daß ihr nicht sterbt.
4. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben;
5. sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
6. Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.
7. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze.
8. Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten.
9. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
10. Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
11. Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
12. Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.
13. Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß.
14. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.
15. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
16. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.
17. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.
18. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen.
19. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
20. Und Adam hieß sein Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen.
21. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie.
22. Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!
23. Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist,
24. und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.
Kapitel 4
1. Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem HERRN.
2. Und sie fuhr fort und gebar Abel, seinen Bruder. Und Abel ward ein Schäfer; Kain aber ward ein Ackermann.
3. Es begab sich nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes;
4. und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer;
5. aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.
6. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? und warum verstellt sich deine Gebärde?
7. Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruht die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.
8. Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
9. Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?
10. Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
11. Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.
12. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.
13. Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Sünde ist größer, denn daß sie mir vergeben werden möge.
14. Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich totschlage, wer mich findet.
15. Aber der HERR sprach zu ihm: Nein; sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, wer ihn fände.
16. Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen.
17. Und Kain erkannte sein Weib, die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.
18. Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mahujael, Mahujael zeugte Methusael, Methusael zeugte Lamech.
19. Lamech aber nahm zwei Weiber; eine hieß Ada, die andere Zilla.
20. Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Hütten wohnten und Vieh zogen.
21. Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen die Geiger und Pfeifer.
22. Die Zilla aber gebar auch, nämlich den Thubalkain, den Meister in allerlei Erz-und Eisenwerk. Und die Schwester des Thubalkain war Naema.
23. Und Lamech sprach zu seinen Weibern Ada und Zilla: Ihr Weiber Lamechs, hört meine Rede und merkt, was ich sage: Ich habe einen Mann erschlagen für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule;
24. Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.
25. Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den hieß sie Seth; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat.
26. Und Seth zeugte auch einen Sohn und hieß ihn Enos. Zu der Zeit fing man an, zu predigen von des HERRN Namen.
Kapitel 5
1. Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht. Da Gott den Menschen schuf, machte er ihn nach dem Bilde Gottes;
2. und schuf sie einen Mann und ein Weib und segnete sie und hieß ihren Namen Mensch zur Zeit, da sie geschaffen wurden.
3. Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bild ähnlich war und hieß ihn Seth
4. und lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
5. daß sein ganzes Alter ward neunhundertunddreißig Jahre, und starb.
6. Seth war hundertundfünf Jahre alt und zeugte Enos
7. und lebte darnach achthundertundsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
8. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundzwölf Jahre, und starb.
9. Enos war neunzig Jahre alt und zeugte Kenan
10. und lebte darnach achthundertundfünzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
11. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünf Jahre, und starb.
12. Kenan war siebzig Jahre alt und zeugte Mahalaleel
13. und lebte darnach achthundertundvierzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
14. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundzehn Jahre, und starb.
15. Mahalaleel war fünfundsechzig Jahre und zeugte Jared
16. und lebte darnach achthundertunddreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
17. daß sein ganzes Alter ward achthundert und fünfundneunzig Jahre, und starb.
18. Jared war hundertzweiundsechzig Jahre alt und zeugte Henoch
19. und er lebte darnach achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
20. daß sein ganzes Alter ward neunhundert und zweiundsechzig Jahre, und starb.
21. Henoch war fünfundsechzig Jahre alt und zeugte Methusalah.
22. Und nachdem er Methusalah gezeugt hatte, blieb er in einem göttlichen Leben dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
23. daß sein ganzes Alter ward dreihundertfünfundsechzig Jahre.
24. Und dieweil er ein göttliches Leben führte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.
25. Methusalah war hundertsiebenundachtzig Jahre alt und zeugte Lamech
26. und lebte darnach siebenhundert und zweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
27. daß sein ganzes Alter ward neunhundert und neunundsechzig Jahre, und starb.
28. Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt und zeugte einen Sohn
29. und hieß ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unsrer Mühe und Arbeit auf der Erde, die der HERR verflucht hat.
30. Darnach lebte er fünfhundert und fünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter;
31. daß sein ganzes Alter ward siebenhundert siebenundsiebzig Jahre, und starb.
32. Noah war fünfhundert Jahre alt und zeugte Sem, Ham und Japheth.
Kapitel 6
1. Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,
2. da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.
3. Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre.
4. Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden; denn da die Kinder Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus Gewaltige in der Welt und berühmte Männer.
5. Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,
6. da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,
7. und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.
8. Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.
9. Dies ist das Geschlecht Noahs. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel und führte ein göttliches Leben zu seinen Zeiten
10. und zeugte drei Söhne Sem, Ham und Japheth.
11. Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voll Frevels.
12. Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.
13. Da sprach Gott zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde.
14. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech inwendig und auswendig.
15. Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Weite und dreißig Ellen die Höhe.
16. Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll drei Boden haben: einen unten, den andern in der Mitte, den dritten in der Höhe.
17. Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.
18. Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Söhnen, mit deinem Weibe und mit deiner Söhne Weibern.
19. Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Männlein und Weiblein, daß sie lebendig bleiben bei dir.
20. Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, daß sie leben bleiben.
21. Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man ißt, und sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung da sei.
22. Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
Kapitel 7
1. Und der HERR sprach zu Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganzes Haus; denn ich habe dich gerecht ersehen vor mir zu dieser Zeit.
2. Aus allerlei reinem Vieh nimm zu dir je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein; von dem unreinen Vieh aber je ein Paar, das Männlein und sein Weiblein.
3. Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben, das Männlein und sein Weiblein, auf daß Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden.
4. Denn von nun an über sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles, was Wesen hat, was ich gemacht habe.
5. Und Noah tat alles, was ihm der HERR gebot.
6. Er war aber sechshundert Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf Erden kam.
7. Und er ging in den Kasten mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seiner Söhne Weibern vor dem Gewässer der Sintflut.
8. Von dem reinen Vieh und von dem unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden
9. gingen zu ihm in den Kasten paarweise, je ein Männlein und Weiblein, wie ihm Gott geboten hatte.
10. Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden.
11. In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels,
12. und kam ein Regen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte.
13. Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem Weibe und seiner Söhne drei Weibern,
14. dazu allerlei Getier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und allerlei Vögel nach ihrer Art, alles was fliegen konnte, alles, was Fittiche hatte;
15. das ging alles zu Noah in den Kasten paarweise, von allem Fleisch, darin ein lebendiger Geist war.
16. Und das waren Männlein und Weiblein von allerlei Fleisch, und gingen hinein, wie denn Gott ihm geboten hatte. Und der HERR schloß hinter ihm zu.
17. Da kam die Sintflut vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben den Kasten auf und trugen ihn empor über die Erde.
18. Also nahm das Gewässer überhand und wuchs sehr auf Erden, daß der Kasten auf dem Gewässer fuhr.
19. Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.
20. Fünfzehn Ellen hoch ging das Gewässer über die Berge, die bedeckt wurden.
21. Da ging alles Fleisch unter, das auf Erden kriecht, an Vögeln, an Vieh, an Tieren und an allem, was sich regt auf Erden, und alle Menschen.
22. Alles, was einen lebendigen Odem hatte auf dem Trockenen, das starb.
23. Also ward vertilgt alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis auf das Vieh und das Gewürm und auf die Vögel unter dem Himmel; das ward alles von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in dem Kasten war.
24. Und das Gewässer stand auf Erden hundertundfünfzig Tage.
Kapitel 8
1. Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen;
2. und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt;
3. und das Gewässer verlief sich von der Erde immer mehr und nahm ab nach hundertfünfzig Tagen.
4. Am siebzehnten Tage des siebenten Monats ließ sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat.
5. Es nahm aber das Gewässer immer mehr ab bis auf den zehnten Monat. Am ersten Tage des zehnten Monats sahen der Berge Spitzen hervor.
6. Nach vierzig Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er gemacht hatte,
7. und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und wieder her, bis das Gewässer vertrocknete auf Erden.
8. Darnach ließ er eine Taube von sich ausfliegen, auf daß er erführe, ob das Gewässer gefallen wäre auf Erden.
9. Da aber die Taube nicht fand, da ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in den Kasten; denn das Gewässer war noch auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in den Kasten.
10. Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten.
11. Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da merkte Noah, daß das Gewässer gefallen wäre auf Erden.
12. Aber er harrte noch weiter sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen; die kam nicht wieder zu ihm.
13. Im sechshundertundersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des ersten Monats vertrocknete das Gewässer auf Erden. Da tat Noah das Dach von dem Kasten und sah, daß der Erdboden trocken war.
14. Also ward die Erde ganz trocken am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats.
15. Da redete Gott mit Noah und sprach:
16. Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine Söhne und deiner Söhne Weiber mit dir.
17. Allerlei Getier, das bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Vögeln, an Vieh und an allerlei Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, daß sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden.
18. Also ging Noah heraus mit seinen Söhnen und seinem Weibe und seiner Söhne Weibern,
19. dazu allerlei Getier, allerlei Gewürm, allerlei Vögel und alles, was auf Erden kriecht; das ging aus dem Kasten, ein jegliches mit seinesgleichen.
20. Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar.
21. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.
22. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
Kapitel 9
1. Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde.
2. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.
3. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.
4. Allein eßt das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut.
5. Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren rächen und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist.
6. Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.
7. Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, daß euer viel darauf werden.
8. Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm:
9. Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch
10. und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden.
11. Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe.
12. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich:
13. Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
14. Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.
15. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe.
16. Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist.
17. Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.
18. Die Söhne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans.
19. Das sind die drei Söhne Noahs, von denen ist alles Land besetzt.
20. Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge.
21. Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt.
22. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er's seinen beiden Brüdern draußen.
23. Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten des Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie ihres Vater Blöße nicht sahen.
24. Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte,
25. sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern!
26. und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sem's; und Kanaan sei sein Knecht!
27. Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht!
28. Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre,
29. daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.
Kapitel 10
1. Dies ist das Geschlecht der Kinder Noahs: Sem, Ham, Japheth. Und sie zeugten Kinder nach der Sintflut.
2. Die Kinder Japheths sind diese: Gomer, Magog, Madai, Javan, Thubal, Mesech und Thiras.
3. Aber die Kinder von Gomer sind diese: Askenas, Riphath und Thorgama.
4. Die Kinder von Javan sind diese: Elisa, Tharsis, die Chittiter und die Dodaniter.
5. Von diesen sind ausgebreitet die Inseln der Heiden in ihren Ländern, jegliche nach ihren Sprachen, Geschlechtern und Leuten.
6. Die Kinder von Ham sind diese: Chus, Mizraim, Put und Kanaan.
7. Aber die Kinder von Chus sind diese: Seba, Hevila, Sabtha, Ragma und Sabthecha. Aber die Kinder von Ragma sind diese: Saba und Dedan.
8. Chus aber zeugte den Nimrod. Der fing an ein gewaltiger Herr zu sein auf
