Komm schnell, Achmet: SchülerInnen schreiben über Flucht
Von Torsten Low (Editor)
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Über dieses E-Book
Der gesamte Erlös des E-Books geht an "Train of Hope". Der politisch unabhängige Verein bietet ankommenden Flüchtlingen menschlich, unbürokratisch und weltoffen Unterstützung.
20 Geschichten von SchülerInnen der Albertus Magnus Schule in Wien
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Buchvorschau
Komm schnell, Achmet - Nicole Engbers
(Ge)dank(en)sagung
Die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, die Stimmungsmache rechter Parteien oder die grausamen Hass-Postings in den sozialen Netzwerken könnten einem die Sprache verschlagen. Diese Entwicklung zeigt eindrücklich und auf beängstigendste Weise, welche Macht Worte haben, wie aus verbalen Brandsätzen Lauffeuer und aus ideologischen Pflänzchen stark verwurzelte Bäume werden können. Worte haben so viel Macht, dass sie die Welt verändern können – auf negative, aber auch auf positive Weise. Worte können aus Lauffeuern Leuchtfeuer machen und aus Ideologien, Ideen. Sie können Berge versetzen und Bäume ausreißen. Weil wir DAS glauben, schreiben wir. Deshalb gibt es »Das andere Buch«. Und aus diesem Grund haben wir Anfang des Jahres unser neues Buchprojekt gestartet.
Sich mit Ängsten auseinandersetzen, statt diese zu schüren – mit diesem Ziel riefen wir SchülerInnen der Albertus Magnus Schule in Wien dazu auf, eine Geschichte zum Thema Flucht zu verfassen. Die jungen AutorInnen beschäftigten sich zuerst im Unterricht mit dem Schicksal schutzsuchender Menschen und verarbeiteten ihre Gedanken schließlich in berührenden, emphatischen Texten. Doch Geschichten allein machen noch kein E-Book: Damit daraus ein downloadfähiges Ganzes wird, sind viele helfende Hände nötig. Wir sind überglücklich, dass uns so viele Freiwillige fachmännisch unterstützt haben – vom Lektorat, über den Satz, bis zur Erstellung des E-Books.
Unser ganz besonderer Dank geht an die mehr als zwanzig jungen AutorInnen der 3., 4. und 6. Schulstufe (dies entspricht in Deutschland der 7., 8. und 10. Klasse) der Albertus Magnus Schule. Ohne ihre Kreativität würde es dieses E-Book nicht geben.
Wir danken außerdem Deutschprofessorin Regina Baumann, die für das Buchprojekt ohne zu zögern einen Teil ihrer Schulstunden zur Verfügung gestellt und den Prozess inhaltlich begleitet hat. Ein weiteres Dankeschön geht an Brigitte Blaschka, Silke Stadlhofer und Tina Low für das unermüdliche Korrigieren der Geschichten, sowie an Sebastian Krüger von Cumedio Publishing Services & Verlag (www.cumedio.de), der die Texte schlussendlich in ein E-Book verwandelt hat.
Es ist ein gutes Gefühl, so viel Unterstützung zu erfahren. Dieses Gefühl möchten wir weitergeben und alle Einnahmen des E-Books an Train of Hope weitergeben, einem politisch unabhängigen Verein, der ankommenden Flüchtlingen menschlich, unbürokratisch und weltoffen Unterstützung bietet (siehe www.trainofhope.at, Mai 2016). Therese Zalud von Train of Hope hat für uns ein berührendes Vorwort verfasst – auch hierfür herzlichen Dank!
Die AutorInnen von »Das andere Buch«, Mai 2016
Von Partizipation und Empathie
Im Herbst 2015 haben wir viel Neues gelernt. Dass Farsi und Urdu Sprachen sind. Dass in vielen Aufstrichen Gelatine enthalten ist. Und dass Jugendliche unter bestimmten Umständen mitunter gerne stundenlang Wäsche falten. Dass helfen zufrieden macht. Dass Menschen unterschiedlich sind. Und dass Unterschiede okay sein können.
Viele Schülerinnen und Schüler haben letzten Herbst an den Bahnhöfen mitgeholfen, als tausende Menschen auf der Flucht Österreich passiert haben, oder hier angekommen sind und keine institutionalisierte Versorgung vorgefunden haben. Sie haben Kleidung sortiert, damit ein anderer wieder in einen frischen und trockenen Pullover schlüpfen kann, haben Kichererbsen-Eintopf ausgeschenkt, damit jemand nach tage- und wochenlangem Marsch wieder ein paar Bissen vertrauter Speisen essen kann und haben mit Kindern Bilder gemalt, damit diese für einige Augenblicke die möglicherweise traumatischen aber zumindest ermüdenden Eindrücke der letzten Zeit vergessen können.
Diese Schülerinnen und Schüler haben dazu beigetragen, Menschen auf der Flucht nicht nur mit dem Nötigsten zu versorgen, sondern sie auch mit Würde zu empfangen. Und bei dieser Tätigkeit haben sie Erfahrungen gemacht, die in einem häufig sehr homogenen familiären oder schulischen Umfeld nicht möglich wären. Sich ohne Sprache zu verständigen, sich mit den Ernährungsgewohnheiten anderer Kulturen auseinanderzusetzen oder die tragischen Unterschiede zwischen dem eigenen, friedlichen Heimatland und kriegsgeplagten Ländern zumindest im Ansatz zu erahnen. Sie haben viele Familien mit Kindern gesehen, ausgerüstet nur mit dem was in zwei Rucksäcken Platz findet. Und sich mit Sicherheit Gedanken darüber gemacht, was diese Menschen dazu bewogen hat, diese Reise anzutreten, was wohl deren Ziel sei und welche Umstände sie aktuell in Österreich bzw. in Europa vorfinden.
Die Schülerinnen und Schüler der Albertus Magnus Schule greifen den Aspekt der Flucht explizit auf und präsentieren ihre Sichtweise in dieser Textsammlung. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht aus dem Blickwinkel unserer sozial abgesicherten Gesellschaft kann natürlich nur ein Gedankenspiel sein. Wer es nicht erlebt hat, wird wohl kaum die Tragik dieser Erfahrung verstehen oder nachempfinden können. Aber das Resultat dieser Themenbehandlung stellt einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Vorurteilen und Ausgrenzung dar. Empathie – die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen.
Therese Zalud, Train of Hope, März 2016
Der Neuanfang
Laura Baier, 4B
Es ist Winter und erstaunlich kalt. In Syrien, meinem Heimatland, ist es nie so kalt gewesen. Aber daran möchte ich jetzt lieber nicht denken. Denn immer, wenn ich mich an meine Heimat zurückerinnere, denke ich automatisch an meine Familie und meine Freunde, die entweder im Krieg oder auf der Flucht nach Österreich umgekommen sind, und beginne zu weinen.
Jetzt bin ich schon ein halbes Jahr in Österreich. Anfangs brachte man mich in einem großen Zelt mit vielen anderen Jugendlichen in meinem Alter unter, ehe ich schließlich einer Familie zugewiesen wurde, die sich bereit erklärt hatte, mich bei sich aufzunehmen. Alle in der Familie sind sehr nett und verständnisvoll, dennoch haben sie keine Ahnung, was ich alles durchgemacht habe. Die Familie ermöglicht mir das rasche Erlernen der deutschen Sprache, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Mittlerweile kann ich mich schon recht gut verständigen und deshalb besuche ich künftig keine externe Klasse mehr, sondern den Regelunterricht.
Heute ist mein erster Schultag und ich bin äußerst aufgeregt. Wie wird die Schule in Wien wohl sein? Werde ich Freunde finden? Wahrscheinlich werde ich für immer eine Einzelgängerin sein, eine Außenseiterin mit Kopftuch, die großes Leid erfahren hat. Die Leute interessieren sich nicht wirklich für meine Geschichte, denn ich bin nur eine von Tausenden, die geflüchtet ist.
