Music Message Das Liederbuch: 75 Liedandachten zum Vorlesen für Jugendliche
Von Hanna Fischer
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Über dieses E-Book
Die Lieder sind der Aufhänger, um ihre vielfältigen Themen zu vertiefen. Deshalb sind die Andachten in die Kategorien Glauben, Leben, Lieben und Hoffen unterteilt. So werden alle relevanten Perspektiven des Lebens und Glaubens aufgegriffen.
Den Andacht sind Themen zugeordnet, die zeigen, um was es geht. Über das Themenverzeichnis und das Liedverzeichnis findet sich schnell eine passende Andacht.
Jede Andacht beinhaltet Fragen zum Weiterdenken, die dabei helfen, das Thema ganz persönlich zu reflektieren.
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Buchvorschau
Music Message Das Liederbuch - Hanna Fischer
Gott, Taufe, Vertrauen
Ich verlass dich nicht
Meine Schwägerin hatte ihr erstes Kind bekommen. Wir waren alle ganz aus dem Häuschen. Ein ganz süßer kleiner Kerl mit leuchtenden Augen. Ein kleines Wunder! Wir durften ihn alle bestaunen und konnten uns gar nicht satt sehen. Aber natürlich schrie er auch manchmal, eigentlich oft. Und gewickelt werden musste er und gestillt und getragen und gewaschen und noch vieles andere, was Babys eben so brauchen. Aber das meiste davon konnten wir ja seinen Eltern überlassen. Wir durften ihn einfach ein bisschen bewundern. „Magst du seine Patentante werden?", haben mich seine Eltern ein paar Monate später gefragt. Und ob! Was für eine Ehre! Ich werde die beste Patentante der Welt! Ich werde ihm immer die tollsten Geschenke mitbringen und ihm manchmal heimlich die Hausaufgaben machen und ihn zu Fußballspielen begleiten und ihm laut zujubeln (natürlich nicht auf die peinliche Art und Weise)!
Puh, da hatte ich mir wohl etwas viel vorgenommen! Als es auf die Taufe zuging, wurde mir mulmiger zumute. Was wird aus ihm werden und wie kann ich ihn tatsächlich dabei begleiten? Was ist, wenn er traurig ist oder einsam? Ist dann jemand da, der ihn tröstet? Werde ich ihn trösten können? Was ist, wenn er Mist baut? Werd ich ihm aus der Patsche helfen können? Wird jemand für ihn einstehen, wenn es nötig ist? Und überhaupt: Wird er immer ein sicheres Zuhause haben? Wird er mal fliehen müssen? Wird er in Frieden leben dürfen?
Wer weiß schon, welche Zeiten mal kommen werden? Und was kann ich da als Patentante ausrichten!?
Ein paar Wochen vor seiner Taufe haben seine Eltern ihm einen Taufspruch ausgewählt. Es war die Jahreslosung aus dem Jahr seiner Geburt und Taufe aus Josua 1,5b (EÜ): „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht." Dafür war ich dankbar! Egal, was für Zeiten anbrechen und egal, in welche Situationen er mal gerät: Gott ist da. Und auch, wenn ich die schrulligste und nervigste Patentante werde und sämtliche Geburtstage vergesse und nie das passende Geschenk mitbringe und bei keinem Fußballspiel da bin: Gott ist da. Auch wenn er sich von allen verlassen fühlt – einer verlässt ihn nicht. Gott ist da. Das, was Gott vor langer Zeit Josua zugesagt hat, gilt auch meinem Patenkind: Gott will für ihn kämpfen und auf ihn Acht geben und ihm sicheres, festes Land unter die Füße geben. Gott will ihn schützen. Auf Gott kann er sich verlassen, denn der verlässt ihn nicht.
Da konnte ich mein Patenamt beruhigt antreten. Und ein paar Tage vor seiner Taufe ist dieses Lied entstanden.
Mittlerweile ist das kleine süße Bündel schon etwas größer. Manchmal läuft er bei sich daheim am Klavier vorbei und klimpert diese Melodie.
Was Gott damals Josua zugesagt hat, gilt uns allen! Gott sagt zu uns: „Ich verlass dich nicht! Verlass dich darauf! Ich gehe doch alle deine Schritte mit dir und wache mit dir, wenn du nicht schlafen kannst. Ich mach dich fröhlich und lass dich tanzen. Ich tröste dich und gebe dir Halt. Ich halt dich fest in meiner Hand. Auf mich kannst du dich verlassen!"
Gebet
Danke, Herr, dass du mich nicht verlässt.
Danke, dass ich mich darauf verlassen darf. Amen.
ZUM WEITERDENKEN
• Fällt es dir manchmal schwer, dich auf Gott zu verlassen?
Tabea Hartmann, Pfarrerin, Pleidelsheim
Hirte, Psalm 23, Sorgen
Wunderbarer Hirt
Als Kind war „Wenn der Sturm tobt" eines meiner Lieblingslieder: Gott ist stark und allmächtig im Sturm. Auch heute schmettere ich es gern bei Familiengottesdiensten auf meiner Gitarre.
Zieht heute ein Sturm voller Sorgen und Ängste auf, schlage ich jedoch leisere Töne an. Nach schnellen Liedern ist mir dann nicht zumute, schon gar nicht nach Jungscharliedern.
Da trifft „Wunderbarer Hirt" eher meine Stimmungslage. Es ist ein wunderschönes Lied, das auf dem Psalm 23 basiert.
Dieser Psalm begegnet den meisten von Kindheit an in Gottesdiensten, Veranstaltungen, auf Karten oder Postern. Viele könnte man wahrscheinlich nachts wecken und sie wären in der Lage, ihn im Halbschlaf aufzusagen. Die Häufigkeit, mit der uns der Psalm begegnet, führt aber vielleicht auch dazu, dass wir seine Zusagen nicht mehr wahrnehmen.
Unsere Lasten wiegen oft schwer. Da ist die Last der Angst, des Mangels, der Unzufriedenheit, der Einsamkeit und der Hoffnungslosigkeit, um nur ein paar wenige zu nennen.
Diese Lasten will Gott nehmen, damit wir uns nicht mühsam durchs Leben quälen. Wie oft steht jedoch unser Kopf im Weg? Wir fürchten uns vor dem nächsten Tag. In unserem Kopf spielen wir alle Möglichkeiten durch, was passieren könnte. Und wir merken nicht, wie schwer der Rucksack geworden ist mit all den schweren Sorgen, die Gott eigentlich tragen will. Wie viele deiner Ängste und Befürchtungen sind wirklich wahrgeworden, die du in deinem Kopf geschürt hast? Wie viel Zeit hast du mit sorgenvollen Gedanken verbracht, die nie eintraten?
Mir persönlich hat dabei eine Liste geholfen, auf der ich meine Lasten aufgeschrieben habe. Ich stellte fest, dass die meisten nie geschehen waren. Sicherlich ging es durch das ein oder andere tiefe und dunkle Tal, doch die Katastrophen, die ich mir im Kopf ausgemalt hatte, blieben letztlich aus. So ist es mit vielen Lasten, sie beschweren uns, binden unsere Gedanken und rauben unsere Kraft. In der Bibel finden wir immer wieder den Aufruf, dass wir uns nicht sorgen und fürchten sollen. Das geht aber nur, wenn wir bereit sind, die Lasten wirklich loszulassen. Ein Dozent sagte uns: „Viele Christen werfen ihre Sorgen fort (1. Petr 5,7), aber sie werfen sie wie einen Ball gegen eine Wand und fangen sie sogleich wieder auf." Gott will, dass wir ihm vertrauen lernen. Vertrauen entsteht durch Offenheit. Die Psalmen sind voller ehrlicher und offener Worte Davids. Er nahm kein Blatt vor den Mund, er sprach an Gottes Ohr all den Frust, seine Sorgen und Ängste aus. Darin ist er mir ein Vorbild.
Gottes Verheißungen gelten auch dir. Er will dir viel Gutes schenken, er will mit dir durchs tiefe Tal gehen, er will dich beschützen und führen. Also warum es nicht wie David machen und all die Lasten in Richtung Gott werfen? Erwarte von Gott, dass er selbst kleine und für dich vielleicht jämmerlich wirkende Versuche sieht und unterstützt. Hör auf, Ball mit der Wand zu spielen, denn frisches Wasser und grüne Auen gibt es zu entdecken!
ZUM WEITERDENKEN
• Wie offen sprichst du an Gottes Ohr aus, was dich bewegt?
• Gibt es Dinge, die du dich nicht zu sagen traust?
• Wenn Gott dir fern zu sein scheint, wie geht es dir, wenn du „Wunderbarer Hirt" hörst oder singst?
Benjamin Funk, Designer und Referent, Rotenburg a. d. Fulda
Gott, Vertrauen, von Gott reden
Meine Zuflucht
und Stärke
„Ähm, ... ja, ... – mein Gesicht war rot wie eine Tomate, meine Hände schwitzig und ich wusste nicht, was ich sagen sollte. – Ich erinnere mich an diesen Moment. Ein Freund fragte mich: „Hey, du gehst doch in diesen Jugendkreis. Da redet ihr über Gott – wie ist der?
Ich war schon eine Weile im Jugendkreis, wir lasen oft in der Bibel. Mein Wissen belief sich auf das, was ich mir im Laufe der Jahre durch Gehörtes, Gelesenes und Gedachtes zusammengeschustert hatte.
Und da war dieser Bibelvers, den wir vor Kurzem im Jugendkreis besprochen hatten: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist" (1. Petr 3,15b Lu). Das war eine gewaltige Herausforderung. Unser Jugendleiter erzählte davon, wie Jesus ist. Er machte uns Mut, selbst von Jesus zu erzählen. Immer wieder sagte er, dass die Menschen um uns herum ein Recht darauf hätten, zu hören, wie Gott ist. Das wollte ich auch gern, aber war ich bereit dazu? Was hatte ich zu sagen?
Irgendwann begegnete mir dieses Lied. Albert Frey beschreibt, wie Gott für ihn ist. Mal ein Schutzort, mal eine Kraft. Einer, der es liebt, wie wir über ihn reden und denken. Vielleicht liegt darin das Geheimrezept: nicht darauf zu warten, bis man den Überblick und ein geballtes Wissen in Sachen Gott hat, sondern davon zu erzählen, wie Gott für einen selbst ist. Wie andere ihn erlebt haben. Was die Bibel über ihn sagt.
Also ging ich wieder zu meinem Freund und legte los. Ich erzählte ihm alles, was ich bisher von Gott erfahren hatte, wie Jesus war und vieles mehr.
Und Gott? Der wird dafür gesorgt haben, dass mein Schulfreund nicht völlig überrannt von meinem Bericht über ihn war. Er hat mir an diesem Tag gezeigt: Ja, ich soll von dem erzählen, was mich bewegt, und sagen, was ich glaube. Und das geht nur, wenn ich Jesus suche und ihn kennenlerne. Sonst könnte ich nur sagen: „Die Leute sagen, er könnte so oder so sein. Durch die Beziehung zu ihm kann und darf ich sagen: „Jesus ist ...
– weil er sich mir zeigt.
Mich beeindruckt an dem Lied, dass Albert Frey nicht sagt: Gott ist nur da, wenn du dich gut benimmst. Er beschreibt Gott als den, der sich in den Momenten zeigt, wo du ihn dringend brauchst: Wenn du schwach bist, Schutz brauchst, an deine Grenzen stößt und vor ihm wegläufst.
Ich schlage dir ein Experiment vor: Hör dir das Lied einmal genau an. Mach Pausen und versuche dir Situationen vorzustellen, in denen diese Verse nicht nur ein Lied sind, sondern ein Zuspruch in dein Leben. Suche nach Bibelstellen, die zu diesen Versen passen. Überlege dir, wie du Jesus beschreiben könntest. Und dann sei mutig und erzähle das einem Freund. Gott wird jedes Wort, das über deine Lippen kommt, gebrauchen, damit dein Freund Jesus kennenlernt.
Ich merke: Gott ist Realität. Er IST. Kein „könnte, „möglicherweise
oder „scheint zu sein" – nein, Gott IST – er ist der Gott, der uns unbeschreiblich liebt!
ZUM WEITERDENKEN
• Wie und was ist Gott für dich?
• Wem kannst/sollst du von Gott erzählen?
Daniel Gass, CVJM-Landessekretär für Teenager, Jungen und Weltdienst im CVJM Bayern, Nürnberg
Gott, Mut zum Leben, Vertrauen
Du, Gott, stützt mich
Manchmal falle ich hin. Innerlich. Liege am Boden und komme mir völlig fehl am Platz, fehl im Leben vor. Das kommt immer überraschend, darauf vorbereiten kann ich mich nicht. Mal setzt mir jemand eine Grenze. Mal deckt jemand eine Ungereimtheit auf. Mal erhalte ich zu Recht oder Unrecht Kritik. Mal scheitere ich an meinen eigenen Erwartungen. Mal muss ich frustriert auf die Erfüllung meiner Wünsche verzichten. Mal muss ich mir eingestehen, dass ich das, was ich will, mit meinen Fähigkeiten einfach nicht schaffen kann. Ich bin frustriert.
Und dann?
Manchmal bleibe ich liegen und nichts passiert.
Manchmal bleibe ich liegen und kann still werden.
Und dann ist da einer tief in meiner Seele, der mir zuruft: „Ich habe dich lieb! Jetzt gerade, auch in diesem Moment! Du bist mein geliebtes Kind – mit deinem Scheitern, mit deinen Fehlern, mit deinen hohen Ansprüchen an dich selbst, mit deiner Unzufriedenheit und mit deiner Wut. Vertrau mir! Ich stütze dich. Du darfst leben! Dann kann ich aufstehen und weitergehen, Gott danken und ihm zujubeln: „Du, Gott, stützt mich! Du, Gott, stärkst mich!
Aber manchmal bleibe ich liegen und liegen und liegen.
Dann spüre ich Gott nicht und höre keine Zusage. Manchmal kann ich nicht still werden, sondern steigere mich in mein unzufriedenes Sein hinein, bin gefangen in Sorgen und Ängsten, Ausweglosigkeit und Sackgassen. Taub und blind gegen Gottes liebende Worte bleibe ich liegen. Dann ist Gott trotzdem da und stützt mich. Er versucht mich zu wecken. Manchmal sagt mir ein fremder Mensch ein nettes Wort, das mich freut. Manchmal lese ich einen Satz in einem Buch oder in der Zeitung, der mir neue Hoffnung gibt. Manchmal erklingt ein Lied, das mich aus meinen Gedanken reißt. Manchmal geht die Sonne leuchtend unter und zeigt mir die Schönheit der Erde. Manchmal zwitschert ein Vogel besonders munter und ich lächle vor mich hin.
Manchmal lasse ich mich so von Gott wecken und erkenne schnell, dass das Leben mehr bietet als meine Gedanken und meine Trübsal. Manchmal muss Gott hunderte solcher Wecker in meinen Weg stellen, bevor ich aufwache und ihm dankbar entgegenblicke.
Du, Gott, stärkst mich. Das zu wissen, gibt mir Mut. Du, Gott, machst mir Mut!
Manchmal hilft es mir, Mut machende Lieder zu singen. Mit frustrierter Stimme. Mit Tränen in den Augen. Mit vor Wut zitternder Stimme. Mit geballter Faust. Einmal. Zweimal. Hundertmal.
Gott ist da. Auch dann, wenn ich ihn nicht spüre oder höre. Gott wird da sein und mir helfen. Auch dann, wenn ich gefangen bin in meinen Gedanken und mich gegen Hilfe wehre. Er wird einen Weg für mich finden, auch wenn ich keinen mehr sehe. Das ist meine Hoffnung. Diese Hoffnung wünsche ich auch dir!
Gebet
Es tut gut zu wissen, dass du, Gott, da bist. Dir ist mein Leben nicht egal. Du willst, dass es mir gut geht. Danke, dass du mir hilfst, auch wenn ich von dir nichts wissen will oder dir nicht zuhören kann. Danke, dass du mich stützt, gerade dann, wenn ich am Boden liege. Danke, dass du mir neuen Mut machst durch deine wunderbaren und unvorhersehbaren Wege, die ich mit dir gehen darf. Amen.
ZUM WEITERDENKEN
• Was machst du, wenn
