Das Korallentor
Von Susa Hämmerle und Rene van de Vondervoort
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Das Korallentor - Susa Hämmerle
1. Niemandort
Draußen, vor der Lagune, schlägt das Meer gegen die Korallenriffe. In mächtigen Wellen tobt es heran, schäumt sich zu meterhoher Gischt auf, um dann wieder zurückzurollen, in die Weite des Ozeans, der Niemandort umgibt.
Niemand sitzt am Ufer, die Zehen in den warmen Sand vergraben. Er denkt nach.
In der letzten Vollmondnacht hatte wieder einer am Strand gelegen.
Wie all die früheren war er ohnmächtig gewesen, sein Körper von den Riffen aufgeschunden, das Haar vom Salz verfilzt.
Niemand hatte ihn unterhalb der Klippen entdeckt. Er kauerte sich neben den Fremden, um sein Erwachen abzuwarten.
Vielleicht ist es diesmal anders!, ging es ihm durch den Kopf. Vielleicht wird dieser eine zu sich kommen und noch Erinnerungen haben!
Aber es war wie jedes Mal. Der Fremde hatte die Augen geöffnet, und sie waren leer und weiß gewesen, ohne Zeichen von Vergangenheit. Natürlich. Mittlerweile sollte er es besser wissen … Niemand zieht ruckartig die Zehen aus dem Sand. Ein plötzlicher Ärger schwappt in ihm hoch. „Also ein weiterer Niemand hier, schreit er über die Lagune. „Ein neuer, alter Niemand für das verfluchte Niemandort!
Erschrocken hält er inne. Was, wenn ihn jemand gehört hat?
Niemand horcht angestrengt, während seine Augen den Dschungelrand absuchen. Das war wirklich unvorsichtig, ja gedankenlos. So etwas darf ihm nicht wieder passieren!
Diesmal hat er jedenfalls Glück gehabt. Weit und breit ist kein anderer Niemand zu sehen.
Alle hier auf Niemandort nennen sich gegenseitig und auch selbst: Niemand. Sie denken auch von sich als „Niemand": Niemand geht jetzt aus dem Haus. Niemand holt Holz. Niemand schaut der Brandung zu. Niemand fühlt sich glücklich …
„Nein, ich fühle mich nicht glücklich", flüstert Niemand. Er schaut einer kleinen Schlange nach, die eine dunkle Spur in den Sand pflügt. So hatte die Veränderung in ihm begonnen. Schleichend. Manchmal, nach dem Aufwachen, ein Anflug von Unbehagen. Hie und da das Nagen eines Zweifels, wenn er von sich als Niemand dachte. Und immer öfter der Drang, bei Vollmond an den Strand zu gehen … Bei Vollmond an den Strand zu gehen ist auf Niemandort strengstens verboten. Oberstes Gesetz. Lange Zeit hatte sich Niemand nicht gefragt, warum – wie er sich auch sonst nichts gefragt hat.
Die Fragen fingen an, als er das Gesetz zum ersten Mal brach. Er konnte dem Drang nicht mehr widerstehen. Ganz früh am Morgen, es war noch nicht hell, schlich er auf Umwegen zum Strand. Dort ging er geduckt, in großer Angst, er könnte gesehen werden. So stieß er förmlich mit der Nase auf die Fußabdrücke.
Sie stammten unverkennbar von einem Menschen. Aber von wem? Hatte noch ein anderer Niemand das Gesetz gebrochen? Aufgeregt war er auf und ab gelaufen und hatte die Spuren studiert, gerade noch rechtzeitig, bevor die einsetzende Flut sie zerstörte.
Einige Zeit später machte Niemand eine andere Entdeckung, die ihn noch mehr verwirrte. Auf der Suche nach frischen Wummfrüchten kam er an einer der leer stehenden Hütten vorbei. Der Zaun um die Hütte war ausgebessert worden, und aus dem Schornstein stieg Rauch!
Es musste jemand dort eingezogen sein – aber wer? Keiner auf der Insel hätte je seine Hütte gewechselt. Sie gehört zu jedem Niemand wie eine zweite Haut. Merkwürdigerweise sehen die Hütten und die Gärten drumherum gänzlich gleich aus, doch das ist Niemand erst später aufgefallen. Nach der unbegreiflichen Veränderung.
Die Hütte bewohnte also ein Fremder, ein neuer Niemand. Aber wie – er wagte die Frage damals kaum zu denken – war dieser nach Niemandort gelangt?
Niemandort ist von scharfgezackten Korallenriffen umgeben, die nur an einer Stelle Durchlass bieten. Dort blecken turmhohe Wellen in die Lagune. Noch nie hat ein Boot den Weg durch das Korallentor gefunden. Der Durchlass ist zu schmal, die Brandung vor den Riffen zu gefährlich – das Boot wäre unweigerlich zerschellt.
Niemand richtet sich auf. Mit zusammengekniffenen Augen blickt er über die Lagune. Das Korallentor befindet sich ihm genau gegenüber. Selbst aus der Entfernung sieht es aus wie ein gezähnter Schlund, aus dem sich mit gewaltiger Kraft, schäumend und strudelnd, das Wasser ergießt. „Ausgespuckt und angespült", murmelt Niemand. Die Erkenntnis hatte ihn wie ein Blitz getroffen. Nur durch das Korallentor konnten die neuen Niemande auf die Insel gelangen!
Sie stranden verletzt. Bluten aus vielen Kratzern und Schnitten. Und dann geschieht es jedes Mal wieder. So schnell, dass es kaum zu sehen ist. Die Kratzer verschwinden. Die Schnitte hören auf zu bluten, schließen sich, als wären sie nie gewesen. Keine Narben. Nichts!
Beim ersten Mal hat Niemand dieser Umstand noch entsetzt. Doch inzwischen weiß er: Das Verschwinden der Wunden ist ein Teil des Vergessens – der letzte, nach dem Korallentor. Niemand schlägt die Arme um den Körper. Trotz der Mittagssonne fröstelt ihn. Auch das Brüllen der Brandung vor den Riffen scheint ihm lauter. Durch den Sand gleiten plötzlich von überallher Schlangen. Sie bilden eine Kolonne und verschwinden im langen Schatten eines Felsens.
Niemand kneift die Augen zusammen. Aber da sind keine Schlangen mehr. Und der Felsen wirft auch keinen langen Schatten … Natürlich nicht, denkt Niemand verblüfft. Die Sonne steht doch viel zu hoch! Er springt auf und schüttelt Arme und Beine aus. Gerade heute sollte er nicht träumen. Denn schon morgen wird er weit mehr tun, als nur ein Gesetz zu brechen.
Er hat keine andere Wahl. Nachdem er noch mehr Gestrandete gefunden hatte, waren die Fragen in seinem Kopf nicht mehr verstummt: Woher kommen die neuen Niemande? Gibt es noch andere Niemandorte? Oder existieren Orte, die anders sind? Er hatte gegrübelt und gegrübelt. Und dann, in einer stürmischen Vollmondacht, war die unbegreifliche Veränderung in ihm Wirklichkeit geworden: Niemand hatte zum ersten Mal von sich als „Ich gedacht. „Der Schlüssel zu allen Fragen ist das Korallentor, und ich muss wissen …
„Ich …, wiederholte er vorsichtig mit halblauter Stimme und noch einmal: „Ich!
Es fühlte sich gut und richtig an, dieses Ich.
ICH stehe jetzt auf!
ICH gehe an den Strand!
ICH muss wissen, was das Geheimnis des Korallentors ist!
Damals hatte er kein Licht gemacht. Leise öffnete er die Tür, leise zog er sie hinter sich ins Schloss. Am Himmel jagten schwarze Wolken. Sie schoben sich in raschem Wechsel vor den riesenhaften Mond, der mit bleichem Gelb genau im Zenit stand.
Niemand wählte den Klippenpfad. Sein Schatten kletterte gespenstisch vor ihm her, verschwand, wenn eine Wolke den Mond verfinsterte, um an unerwarteter Stelle wieder aufzutauchen. Der flackende Wechsel zwischen Helligkeit und Dunkel verwirrte seine Augen. Plötzlich brach ein Stück Boden unter ihm weg. Niemand rutschte in die Tiefe. Seine Hände bekamen einen Felsvorsprung zu fassen. Er krallte die Fingernägel in das mürbe Kalkgestein, während seine Füße ins Leere hingen. „Nein!, schrie Niemand. „ICH werde nicht stürzen! ICH bin stark!
Er legte all seine Kraft in seine Arme. Ein Klimmzug, das Nachziehen der Beine – und Niemand kauerte wohlbehalten auf einem Felsvorsprung.
Schwindelerregend weit unter ihm lag der Strand. Niemand riss die Augen auf. Was war das? Für den Bruchteil einer Sekunde hatte das Korallentor aufgeleuchtet – nicht durch das Mondlicht, sondern aus sich selbst heraus.
Angestrengt schärfte Niemand den Blick. Die Lagune lag schwarz und schweigend da, und die Umrisse der Riffe waren kaum noch auszumachen. Er stand auf und prüfte seine Lage. Etwa eineinhalb Meter rechts von ihm verlief der Klippenpfad – er würde wohl oder übel springen müssen.
Er wartete die nächste Mondhelle ab. Mit der Geschmeidigkeit einer Katze setzte er zum Sprung an, spürte, wie etwas
