Wo der Weg fragt und das Herz antwortet: Ein Rucksack voller Fragen für den Jakobsweg
Von Elia Santé
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Über dieses E-Book
Elia Santé
Elia Santé, 1969 in Starnberg geboren, hat in München Geographie und Germanistik studiert. Sie wurde in eine äußerst wanderfreudige Familie geboren. So ist sie schon seit ihrer Kindheit immer gerne mit dem Rucksack in der Natur unterwegs. Das Jakobswegpilgern war daher nur eine Frage der Zeit um entdeckt zu werden. Vier Jakobswege begeisterten die Autorin bisher aufgrund der abwechslungsreichen Landschaften, der tiefen Begegnungen und der wertvollen Erkenntnisse. Weitere Wege sind ständig in Planung.
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Buchvorschau
Wo der Weg fragt und das Herz antwortet - Elia Santé
PROLOG
Es ist so weit. Ich stehe tatsächlich einmal mehr da und werde mithilfe der ältesten Sportgeräte der Erde, meinen Füßen, losziehen um auf dem Sternenweg weiterzukommen, anzukommen oder etwa wegzukommen? Ja, was nun eigentlich? Das frage ich mich, als ich mit dem wieder einmal zu großen Rucksack (voller Fragen?), der baumelnden Pilgermuschel im Zug sitze und sinniere, wie herrlich es sich anfühlt, zu wissen, dass ich jederzeit starten kann, ob auf eine kleine Pilgerreise oder eine lange. Es gibt so viele Muschelzeichen, die der Pilgerweg hervorgebracht hat und denen ich vertrauensvoll folgen kann. Ob in der Nähe oder in der Ferne, im Alltag oder im Urlaub. Ich spüre eine Freiheit in den Gedanken und im Körper, die ich nur hier immer wieder genauso empfinde.
Womit hängt das nur zusammen? Es ist eine Mischung aus Spontanität, Vorfreude, Vertrauen in den eigenen Körper, das Laufen, die Gegebenheiten und auch die Menschen, die ich treffen und mit denen ich gehen werde. Das tun, was der Mensch so lange schon tut. Sich über den Erdenball vorwärtsbewegen. Ganz früh schon aus Gründen der Suche, Suche nach Nahrung und Sicherheit in der Gemeinschaft. Und doch zogen die frühen Menschen auch irgendwann alleine los. Ihre Suche wurde belohnt mit der Weiterentwicklung von Fähigkeiten im Sichern der Existenz und vor allem der sozialen Gruppe. Denn ohne Nahrung keine sichere Gruppe aus Individuen.
Natürlich gab es auch andere Aspekte von Fußläufen. Darum wissend, braucht es hier nur einen Gedankensprung, damit wir spüren, evolutionär sind wir lange schon verbunden mit dem Gehen. Daher erkennen sich viele Jakobspilger auf dem Sternenweg so ganz in ihren existentiellen Splittern, weil diese Art von Vorwärtsbewegung, Begegnung mit dem Ich und dem Du eben schon so lange in uns angelegt ist, um zu überleben physisch und psychisch.
Im Alltag wird diese Fähigkeit heute von etlichen Dingen überlagert, verwischt, ja, sie entgleitet vielen oder wurde von anderen Fähigkeiten überformt oder überprägt. Dies wiederzuentdecken ist eine Zeitströmung vieler moderner Suchender, das Sichwiederfinden und Auffangen als spirituelles Erlebnis, welches den Mut benötigt, aufzubrechen und den Urmenschen tief in sich, und den anderen zu suchen, spüren, zuzulassen, anzunehmen, auch wenn es vielleicht nur auf Zeit ist.
Aber der Lebensabschnitt danach prosperiert in vielen Blüten, bei manchen recht bald, bei manchen erst um einiges später. Auf eine Art erfahren aber die meisten von uns eine Weise der Erleuchtung und wenn sie mitunter zunächst gefühlt nur homöopathischer Natur ist. Oft sickert der Camino Effekt jedoch spürbar und stetig durch und verschafft sich so ein Licht, das in jeder Dunkelheit leuchtet gleich einem Laternenfisch in der Tiefe des Ozeans.
Lass dich also inspirieren vom gleichklingenden Rhythmus der Fragen in diesem Buch, sie spiegeln den Rhythmus von deinen Schritten, du kannst sie wie Wolken vorüberziehen lassen oder zulassen und sie achtsam und ehrlich beantworten, damit du weiterkommst. Der Superlativ, den du mitunter am Ende des Kapitels findest, möge dich immer wieder erneut dazu inspirieren darüber nachzudenken, wo die Tendenz der Priorisierung für dich hingehen kann. Daher: nimm einen Stift, markiere für dich Essentielles und geh es an, genau die Worte zu unterstreichen, die dein Ich ansprechen auf seinem Weg dahin, wo es sein möchte, sein will, sein kann und sein wird, wenn du es nur zulässt, dein Herz wahrhaft zu öffnen für diesen mystischen und achtsamen Weg mit einem vielleicht neuen Schlüssel zu deinem Herzen und damit auch dem Sein deiner Mitmenschen einen liebevollen Raum für viel positive Zeit zu schaffen. Möge der Camino dich finden, dich begleiten auf deiner Suche im Leben und die richtigen Fragen bereithalten um dich zu stärken für die Antworten im Ozean der Möglichkeiten Neues zu sehen und Altes loszulassen oder schätzen zu lernen und so den Pilgerweg in dein neues altes Leben einfließen zu lassen.
1 DER RUF DES WEGES
In einer Welt, die unablässig eilt, wo Zeit eine Ware und das Ziel alles ist, drängt sich die Frage auf: Warum gehen wir los? Nicht nur, um von einem Ort zum anderen zu gelangen, sondern um uns selbst zu begegnen. Das Pilgern, das bewusste Unterwegssein zu Fuß, ist eine uralte Antwort auf diese Frage. Es ist eine Einladung, das Leben in seiner Essenz zu erleben – Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug. Und doch: Warum sollte jemand in einer Zeit, in der Geschwindigkeit und Effizienz herrschen, den langsamen, steinigen Weg wählen?
Vielleicht liegt die Antwort genau darin: im bewussten Entziehen aus der Geschwindigkeit. Das Pilgern ist keine Flucht, sondern eine Rückkehr – zu dem, was in uns verborgen liegt. Viele Menschen, die den Jakobsweg gehen, den berühmten Camino de Santiago, berichten von einer inneren Stimme, die sie ruft. Diese Stimme ist kein lauter Schrei, sondern ein Flüstern, das sich in Momenten der Stille zeigt.
Der Jakobsweg, eine jahrhundertealte Pilgerroute durch Europa, hat viele Gesichter: die steinigen Pfade der Pyrenäen, die endlosen Felder der Meseta, die grünen Hügel Galiciens. Doch mehr als eine geographische Reise ist er eine Reise nach innen. Pilgern bedeutet, die gewohnte Komfortzone zu verlassen und sich auf das Wesentliche zu reduzieren. Es ist eine Begegnung mit sich selbst, ohne Ablenkung, ohne Filter.
In einer Zeit, in der das „Immer-Mehr den Ton angibt, scheint die Sehnsucht nach dem „Immer-Weniger
ein Paradoxon zu sein. Doch gerade diese Reduktion, das Aufgeben von Überfluss und Kontrolle, macht das Pilgern zu einer subversiven, ja fast revolutionären Praxis. Der Rucksack wird zum Symbol für das Leben: Alles, was wirklich wichtig ist, passt hinein. Alles andere kann zurückgelassen werden.
Pilgernde erzählen oft, dass sie am Anfang ihrer Reise eine konkrete Motivation hatten: der Wunsch nach Veränderung, die Verarbeitung eines Verlusts, die Suche nach Sinn. Doch je länger der Weg wird, desto klarer zeigt sich, dass das ursprüngliche Ziel verblasst. Es wird durch etwas Größeres ersetzt – durch die Erfahrung des Gehens selbst. Der Rhythmus der Schritte, das Rauschen der Natur, die Begegnungen mit anderen Pilgern. All das verbindet sich zu einem Strom des Seins, der die Seele reinigt und den Geist klärt.
Der Jakobsweg ist mehr als eine Reise zu einem heiligen Ort. Er ist ein Spiegel, der uns zeigt, wer wir sind, wenn wir alle Masken fallen lassen. Die Blasen an den Füßen, der Schweiß auf der Stirn, die schmerzenden Schultern – sie gehören dazu, wie das Leben selbst. Sie erinnern uns daran, dass Wachstum oft durch Herausforderungen geschieht und dass der Weg nicht immer leicht ist.
Doch es gibt auf dem Jakobsweg auch unfassbar viele Momente des reinen Staunens: ein Sonnenaufgang über den Hügeln, das Glockenläuten einer Dorfkirche, ein einfaches Mahl geteilt mit Fremden, die für einen Moment zu Freunden werden. Diese Momente sind Geschenke des Weges, Zeichen dafür, dass das Leben in seiner Einfachheit wunderschön sein kann.
Am Ende des Kapitels bleibt die Frage: Warum gehen wir los? Vielleicht, weil wir tief in uns spüren, dass das Leben mehr ist als To-Do-Listen und Deadlines. Vielleicht, weil der Weg uns lehrt, das Leben zu entschleunigen und jeden Schritt zu schätzen. Oder vielleicht, weil wir – wie Millionen von Pilgern vor uns – spüren, dass irgendwo auf diesem Weg eine Antwort auf unsere Sehnsucht wartet.
So beginnt die Pilgerreise nicht mit dem ersten Schritt, sondern mit dem Mut, sich der inneren Stimme anzuvertrauen. Die Reise ist nicht nur eine physische Bewegung, sondern eine Entscheidung, das Leben in seiner Tiefe zu erforschen. Und der Jakobsweg? Er ist mehr als ein Ziel. Er ist ein Symbol für die Suche nach dem, was uns im Innersten ausmacht.
2 DAS VORDENKEN DES PFADES
Jede Reise beginnt mit einem Gedanken, einem Traum, einem inneren Impuls, einer Phase des Nachdenkens, sich in der Stille formend: „Ich möchte losgehen. Oder „Es ist Zeit loszugehen.
Doch bevor der erste Schritt gemacht werden kann, steht das Vordenken, das bewusste Planen. Anders als die spontane Wanderung ins Blaue verlangt das Pilgern, vor allem auf dem Jakobsweg, nach Vorbereitung. Nicht, um den Weg in Perfektion durchzuplanen – denn das Wesen des Pilgerns liegt im Unvorhersehbaren -, sondern um die äußeren Umstände so zu gestalten, dass der innere Weg Raum findet für die Erfahrung selbst.
Zeitplanung: Wie lange kann ich gehen?
Die Länge der Pilgerreise ist entscheidend. Manche Menschen haben mehrere Wochen oder Monate Zeit, andere können nur eine Woche gehen. Doch selbst kurze Strecken können bedeutsam sein. Wer nicht den gesamten Jakobsweg laufen kann, startet oft an strategischen Punkten:
Für den
