Kommissar Jörgensen und drei Tonnen tödliches Gold: Mordermittlung Hamburg Kriminalroman
Von Thomas West und Chris Heller
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Drei Tonnen Gold im Wert von 20 Millionen Dollar lagern in einer Hamburger Bank. Isaac Maresi, der ehemalige Diktator des afrikanischen Zwergenstaates Swaduna, hatte es auf die Seite gebracht, bevor er gestürzt wurde und ins Exil flüchtete. Nun soll eine neue, demokratische Regierung in Swaduna gewählt und das gestohlene Gold dem Land zurückgegeben werden. Die beiden Kriminalkommissare Uwe Jörgensen und Roy Müller erhalten den Auftrag, den Abtransport des edlen Metalles zu sichern – scheinbar ein Routinejob. Allerdings sind auch Unbekannte an den Goldbarren interessiert. Diese Verbrecher haben einen raffiniert ausgeklügelten Plan – und gehen über Leichen ...
Thomas West
Thomas West is the pastor of Nashville First Baptist Church and the founder and former pastor of Redeemer Queen’s Park in London, England. A two-time graduate of Southeastern Seminary in Wake Forest, North Carolina, Thomas’s ministry and research are driven by exploring the intersection of theology, culture, and mission in Western culture.
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Kommissar Jörgensen und drei Tonnen tödliches Gold - Thomas West
Kommissar Jörgensen und drei Tonnen tödliches Gold: Mordermittlung Hamburg Kriminalroman
Krimi von Thomas West & Chris Heller
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Drei Tonnen Gold im Wert von 20 Millionen Dollar lagern in einer Hamburger Bank. Isaac Maresi, der ehemalige Diktator des afrikanischen Zwergenstaates Swaduna, hatte es auf die Seite gebracht, bevor er gestürzt wurde und ins Exil flüchtete. Nun soll eine neue, demokratische Regierung in Swaduna gewählt und das gestohlene Gold dem Land zurückgegeben werden. Die beiden Kriminalkommissare Uwe Jörgensen und Roy Müller erhalten den Auftrag, den Abtransport des edlen Metalles zu sichern – scheinbar ein Routinejob. Allerdings sind auch Unbekannte an den Goldbarren interessiert. Diese Verbrecher haben einen raffiniert ausgeklügelten Plan – und gehen über Leichen ...
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Prolog: An der Kaimauer
Ich sitze an der Kaimauer, das Wasser schwappt sanft gegen die Pfahlbauten, und der salzige Wind weht mir ins Gesicht. Es ist ein ruhiger Nachmittag in Hamburg, und ich halte die Angel in der Hand, obwohl ich nicht wirklich hier bin, um zu fischen. Vielmehr bin ich hier, um die Gedanken zu lichten, die wie dichte Nebelschwaden über mir hängen.
Der Hafen hat etwas Beruhigendes. Die großen, rostigen Containerschiffe, die am Terminal beladen werden, die Möwen, die in der Luft tanzen, und der Geruch von frischem Fisch – all das liegt wie ein schützender Mantel auf mir. Hier kann ich für einen Moment dem Trubel des Kriminaldezernats entfliehen, dem ständigen Fluss von Verbrechen und Verhaftungen, der uns bis in die Puppen beschäftigt.
Ich blicke auf das Wasser, und meine Gedanken schweifen ab. Hamburg, diese Stadt, die mir ans Herz gewachsen ist – mit ihren schmalen Gassen, den glitzernden Lichtern der Reeperbahn und den alten Speicherhäusern, die Geschichten erzählen könnten, wenn sie denn sprechen könnten. Jede Straßenecke, jeder Wasserweg hat seine eigene Geschichte, und viele dieser Geschichten sind nichts anderes als die Erzählungen vom Verbrechen, vom Überleben in einer Stadt, die niemals schläft.
Ich bin Hauptkommissar Uwe Jörgensen, ein Veteran der Hamburger Kripo. Mein Kollege Roy Müller hat heute keine Zeit; er ist mit einem anderen Fall beschäftigt. Wir nennen uns immer beim Vornamen, eine kleine Geste des Vertrauens, die wir uns im Laufe der Jahre erarbeitet haben. Schreiben können wir uns viele E-Mails und Berichte – doch hier an der Kaimauer gibt es keine Berichte, nur das Rauschen des Wassers und die leise Melancholie, die mich umgibt.
Wie lange ist es her, dass ich zum letzten Mal einfach nur so gefischt habe? Die Antwort mag mich überraschen. Hier an der Elbe finde ich einen Zugang zu mir selbst, weit weg von den dröhnenden Stimmen des Polizeipräsidiums, weit weg von Kriminaldirektor Jonathan Bock, der zwar ein guter Chef ist, aber nie ein Ohr für das hat, was mich innerlich beschäftigt. Der Job fordert, manchmal mehr, als ich zu geben bereit bin. Der Druck, Verbrecher zu überführen, Gerechtigkeit zu erlangen – es ist ein ständiges Spiel auf der Kante.
Als ich nachdenklich die Angel auswerfe, fühle ich die Last auf meinen Schultern – die schlechten Nachrichten, die mageren Erfolge, die schlaflosen Nächte, die mich geplagt haben. Ich denke an die Gesichter der Verdächtigen, die ich befragt habe: Anja, die junge Mutter, die in einem Sozialwohnheim im Schanzenviertel lebte, und Klaus, der alte Seemann, dem die Zähne aus dem Mund gelaufen sind wie seine Träume vom besseren Leben. Ich seziere die Worte, die sie sagten, die Betroffenheit in ihren Augen. Es ist nicht objektiv, ich weiß es. Aber ich bin auch kein Automaton. Es sind keine Zahlen und Fakten für mich; es sind geschnittene Stücke Leben.
Der Wind frischt auf, und ich spüre den Duft von gebratenem Kabeljau aus dem nahegelegenen Restaurant. Längst sind die kleinen Stände an der Landungsbrücke geöffnet, und die Menschen sitzen bei Currywurst und Bier, während die Sonne hinter den Speicherhäusern versinkt. Ich vergesse manchmal, nach der Dunkelheit zu sehen, die latent in meinem Beruf ist.
Ich stelle mir vor, wie es wäre, nie wieder einen Fall aufklären zu müssen. Nie wieder den Anruf zu erhalten, der mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf reißt, um mich zu einem Tatort zu bringen. Doch schnell verwischt diese Vorstellung, denn es ist mein Beruf, mein Leben, mein Puls. Ich liebe es, zu helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Und doch habe ich Angst vor den Herausforderungen, die vor mir liegen.
Die Stille der Kaimauer ist endlich gebrochen; die Realität wühlt sich in mein Bewusstsein. Ein Leichnam wurde in einem alten Lagerhaus an der Hafenstraße gefunden – ein weiterer Fall, der mich an den Schreibtisch fesseln wird, an die Verhöre, die sich um die Wahrheit drehen wie die Krähen um die alten Brücken. Ich stehe auf, rolle die Angel ein und mache mich auf den Weg zurück ins Präsidium. Die Gedanken an das Verbrechen in Hamburg ziehen mit mir weiter, selbst an diesem ruhigen Ort, der für einen kurzen Moment ein wenig Heimat war.
Mit jedem Schritt, den ich von der Kaimauer wegmache, schwillt der Rhythmus des Hafens wieder an – das Geräusch von Motorbooten, das Geplätscher des Wassers und das Geschrei der Möwen, die um die Fischreste streiten. An der Brücke, die über die Elbe führt, bleibe ich kurz stehen, um einen Moment der Stille einzufangen.
Gerade als ich mich auf den Weg zu meinem Auto machen will, sehe ich ihn. Am Ende der Brücke steht ein älterer Herr in einem neonorangefarbenen Anorak, der mit einem knallgelben Hut und einer großen Sonnenbrille ausgestattet ist – selbst bei diesem trüben Wetter. Ich kann ihn nicht übersehen, auch wenn ich es wollte. Er hat etwas an sich, das Unverwechselbare und Unangepasste. Roland Prall, ein bekannter Gelegenheitskomiker und waschechter Hamburger, der von seinen Auftritten in den Eckkneipen der Stadt lebt und davon, dass er es oft schafft, die Leute mit seinen absurden Anekdoten zum Lachen zu bringen.
Als ich näher komme, erkenne ich, dass er wild mit den Armen gestikuliert und sich mit einer Gruppe von Touristen unterhält, die verständnislos dreinschauen. „Wissen Sie, was das Geheimnis eines guten Scherzes ist? Timing! Es ist wie beim Angeln – Sie müssen den richtigen Moment abpassen, sonst ist alles für die Fische!"
Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Roland hat die Gabe, selbst aus den banalsten Dingen eine Pointe zu machen. „Uwe! Mein Freund!, ruft er, als ich näher komme. „Wie schön, Sie hier zu treffen. Lassen Sie mich raten, auch Sie wollen den großen Fisch fangen – das Verbrechen in Hamburg!
„Ich fange lieber die Ruhe, Roland, sage ich und schüttele ihm die Hand. „Was treibt Sie hierher? Ein neues Programm oder nur die Touristen unterhalten?
„Naja, beides eigentlich. Die Leute brauchen etwas, um ihre Sorgen zu vergessen, auch wenn ich selbst manchmal mehr Sorgen habe als die, die ich unterhalte. Letzte Woche hatte ich einen Auftritt in St. Pauli – sind Sie schon mal über die Reeperbahn geschlendert? Ein Ort, der die schaurigsten Geschichten erzählt, als könnte der Kiez selbst ein Buch darüber schreiben!" Seine Augen funkeln vor Begeisterung.
Ich muss lachen. „Es gibt dort einige Geschichten, die ich lieber nicht hören möchte. Sind Sie sicher, dass Sie noch am Schreibtisch sitzen wollen, wenn Sie nach irgendeinem Verbrecher suchen?"
„Ach, das ist doch mein Geheimnis! Setzen Sie sich einmal eine Sonnenbrille auf und sagen Sie dann nicht, dass es Ihnen zu viel Wissen über die abartigen Seiten des Lebens ist!", erwidert er mit einem Augenzwinkern.
Die Leichtigkeit seiner Art schwappt auf mich über und für einen Augenblick kann ich die schwere Brille des Kommissars ablegen. „Roland, ich könnte dir wirklich ein paar Geschichten aus dem Revier erzählen, die dir die Haare zu Berge stehen lassen würden."
„Aber ich bin ich! Ich will skurrile Geschichten, die die Menschen zum Lachen bringen! Nicht das Zeug, das dich als Kommissar über diese Sachen nachdenken lässt, sondern das Witzige daran! Glauben Sie mir, ich selbst habe schon berühmte Verbrecher während meiner Auftritte getroffen – da gibt es keinen besseren Dialog!"
„Ich will nicht wissen, wie viele Sketche Sie darüber geschrieben haben, sage ich mit einem Lächeln. „Ich muss zurück ins Büro, mein Kollege Roy wartet schon und ich möchte nicht, dass er sich noch einen weiteren Scherz von Ihnen ausdenkt, um mich zu ärgern.
„Ah, Roy! Ein guter Mann! Sagen Sie ihm, ich wollte ihm die neueste Punchline bringen: Was macht ein Kommissar, wenn er einen Verbrecher fängt? Er sagt: ‚Das ist ja kriminell, wie gut Sie geflüchtet sind!‘" Roland lacht herzlich über seinen eigenen Witz.
„Ich werde es ihm sagen", antworte ich schmunzelnd, und während ich mich abwende, spüre ich, dass sein Humor für einen kurzen Moment dazu beigetragen hat, die Schwere des Alltags etwas leichter zu machen.
Mit einem letzten Blick auf Roland, der bereits wieder in seine amüsante Performance zurückgekehrt ist, überquere ich die Brücke. Ich kann mich mit den Gedanken an das Verbrechen, das vor mir wartet, wieder anfreunden. Hamburg ist vielschichtig, und auch wenn ich an den finsteren Ecken der Stadt arbeite, gibt es immer einen Grund zu lachen – selbst wenn man nur als Kommissar mit einem skurrilen Bekannten am Hafen steht.
Wir waren einmal an einem Tatort, den ich nie vergessen werde – nicht wegen der Schwere des Verbrechens, sondern wegen
