Töte ihn, sonst wirst du sterben: Kriminalroman
Von Joni Murhata
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Über dieses E-Book
Jetzt sitzt Rivington in seiner Zelle, hört von Ferne die Turmuhr schlagen und rechnet aus, wie viele Stunden er noch zu leben hat.
Da öffnet sich die Zelltüre. Ein Gefangenenwärter tritt ein und bringt frohe Kunde. Er sorgt dafür, dass Rivington fliehen kann.
Allerdings ist daran eine Bedingung geknüpft. Rivington muss einen Mord begehen. Tut er dies nicht, landet er wieder im Gefängnis und später am Galgen.
Und noch etwas: Rivington bekommt einen Aufpasser - dieser kontrolliert, ob Rivington den Mord auch wirklich begeht.
Keine einfache Situation für Arthur Rivington.
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Buchvorschau
Töte ihn, sonst wirst du sterben - Joni Murhata
KAPITEL I
Der Richter sagte, ich sei ein Mörder. Dann verurteilte er mich zum Tode.
Jetzt sass ich in meiner Zelle, hörte die Turmuhr schlagen und wusste, dass ich noch 65 Stunden zu leben hatte.
Der Richter warf mir vor, dass ich meine Mutter und meine Schwester umgebracht hätte. Jetzt, wo ich den Richter nochmals vor meinen geistigen Auge sah, kam mir das alles absurd vor. Es kam mir dermassen absurd vor, dass etwas geschah, wofür ich mich zutiefst schämte: Ich begann haltlos zu lachen.
Wenige Sekunden später trat der Gefängniswärter ein. Es war ein finsterer Mann mit buschigen Augenbrauen, der mir gleich von Anfang an zu verstehen gegeben hatte, dass er mich als menschlichen Abschaum betrachtete. Auch jetzt musterte er mich böse, doch als ich ihn anschaute, sah ich in seinem Gesicht noch etwas anderes als Abscheu: Der Mann hatte Angst.
«Alles in Ordnung?», knurrte er. «Worüber lachen Sie?»
Eine Antwort konnte ich ihm nicht geben. Ich lachte weiter.
Der Gefängniswärter trat kurz in den Gang hinaus, schaute sich um und vergewisserte sich, dass niemand in der Nähe war. Dann trat er wieder in die Zelle, sperrte diese ab und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Zellentüre.
«Eigentlich wollte ich warten, bis Sie Besuch vom Gefängnispfarrer erhalten haben. Jetzt aber muss ich mich beeilen.»
Ich wusste nicht, was er damit meinte.
«Ich werden Ihnen etwas sagen, worüber Sie sich wirklich freuen können», sagte der Gefängniswärter.
Ich sprang auf.
«Ich werde begnadigt!» schrie ich.
Der Gefängniswärter ballte seine Fäuste und trat einen Schritt auf mich zu.
«Halten Sie Ihre Schnauze», herrschte er mich an. «Wenn Sie nicht sofort still sind, verprügle ich Sie, dass Ihnen Sehen und Hören vergeht.»
Ich setzte mich wieder auf mein Bett in der Zelle.
«Gauner wie Sie werden nicht begnadigt», erklärte der Gefängniswärter. «Wenn jemand Sie begnadigt, bin ich dies. Und ich werde Ihnen erklären, wie dies geht. Aber nur, wenn Sie still sind und nicht mehr wie ein Waschweib lachen und quietschen.»
Er setzte sich so nahe neben mich, dass ich seine Atem riechen konnte, der nach Whiskey roch.
«Jemand, der es gut mit Ihnen meint», flüsterte er mir zu, «hat mir ein hübsches kleines Sümmchen angeboten, und zwar dafür angeboten, dass ich Ihnen zur Flucht aus dem Gefängnis verhelfe.»
Ich wollte wissen, wie er dies zu bewerkstelligen gedachte. Der Gefängniswärter erklärte es mir.
«Ich bringe Ihnen», meinte er, «eine Wärteruniform. Diese ziehen Sie an. Um 9 Uhr am Abend ist meine Schicht zu Ende und ein anderer Wärter übernimmt die Aufsicht. Ich verlasse das Gefängnis und Sie kommen mit mir. Wir gehen zu mir nach Hause, wo Sie neue Kleider erhalten und wo ich Ihnen sage, was Sie zu tun haben.»
«Das geht doch nicht», protestierte ich. «Der andere Wärter wird dies nicht zulassen!»
«Er ist auf meiner Seite», meinte der Gefängniswärter lakonisch.
«Man wird Sie und Ihren Kollegen zum Teufel jagen, wenn mir die Flucht gelingt.»
«Das macht nichts – ich für meinen Teil habe ausgesorgt», sagte der Gefängniswärter und grinste hämisch.
Ich war total verwirrt. In ganz England gab es vermutlich nur ein einzige Person, die an meine Unschuld glaubte – das war meine Verlobte Janet Chillmark. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, wie sie meine Flucht hätte arrangieren können.
Ich bestürmte den Wärter mit Fragen. Beantwortet wurden sie kaum. Ich erfuhr lediglich, dass ‘mein Freund’, wie der Wärter ihn nannte, auf mich in einer Spelunke mit dem Namen ‘Pilot’s Rest’ warten würde.
Mehr sagte er nicht. Er verliess meine Zelle, schloss sie ab und machte sich auf seinen üblichen Rundgang. Ich blieb zurück und erlebte die schrecklichsten Stunden meines Lebens. Ständig verfolgte mich der Gedanke, dass sich der Gefängniswärter einen makabren Scherz mit einem verurteilten Mörder erlaubte, den er von Beginn weg zutiefst verabscheute hatte.
Ich hielt die Spannung fast nicht mehr aus. Mit jedem Glockenschlag, den ich von der Turmuhr hörte, wuchs meine Angst, dass das alles nur ein Traum war – ich hätte vor Verzweiflung schreien können.
Exakt um 9 Uhr aber erschien der Gefängniswärter. Er wurde von seinem Kollegen begleitet, der die Wache übernehmen würde. Der Gefängniswärter hatte zwei Kittel der Wärteruniform übereinander angezogen. Einen davon zog er aus und überreichte ihn mir. Gleich ging sein Kollege vor. Dieser trug zwei Paar Hosen übereinander – ein Paar ging an mich. Schliesslich zauberte der Kollege ein Paar Schuhe und ein Uniformmütze hervor, die ebenfalls für mich gedacht waren.
Auf den nächsten Zeilen habe viel von dem zu erzählen, was mir in den nächsten Wochen widerfahren sollte. Ich erspare mir deshalb die Details meiner Flucht und halte lediglich fest, dass diese reibungslos verlief: Zusammen mit dem Gefängniswärter spazierte ich aus dem Gefängnis. In der Wohnung des Wärters zog ich mir die Kleider an, die der der Gefängniswärter für mich bereitgehalten hatte. Zudem erhielt etwas Geld.
«Kein Grund, nervös zu werden», beruhigte mich der Wärter. «Mein Kollege wird erst am Morgen den Alarm auslösen und verkünden, dass Sie geflohen sind. Bis dann haben Sie Ruhe, und bis dann haben Sie auch Ihren Freund kennengelernt.»
Er gab mir seine Anweisungen:
«Nochmals: Sie suchen das ‘Pilot’s Rest’ in Southampton auf. Es liegt an der Backwater Street. Geben Sie sich als ‘Mr. Tennant’ zu erkennen und fragen Sie nach einem Herrn Herzog.»
Als ich auf der Strasse stand, wurde ich nervös. Die ersten paar Schritte waren entsetzlich. Ich hatte das Gefühl, alle Leute würden mich als den verurteilten Mörder erkennen. Das war jedoch vollkommen unrealistisch, denn als ich im Gerichtssaal gestanden hatte, durfte ich nicht fotografiert werden. Einzig ein paar mehr oder weniger geglückte Portraitzeichnungen von mir waren in den Zeitungen erschienen, und auf ihrer Grundlage konnte mich sicher niemand identifizieren.
Doch diese Überlegung half mir nichts. Mehr als einmal blieb ich stehen und schaute zurück, ob mich jemand verfolgte. Als ich endlich im Zug sass, war ich schweissgebadet.
Ich hatte eine Fahrkarte für die erste Klasse gekauft und hoffte, dass ich allein in meinem Abteil sitzen würde. Dem war allerdings nicht so, denn kurz vor der Abfahrt betrat ein gutgekleideter Herr mein Abteil und liess sich schwer atmend in seinem Sitz nieder. Er schenkte mir keine weitere Beachtung, sondern nahm zu meiner Freude eine Zeitung hervor und begann sie zu lesen.
Als wir in Southampton angekommen waren, verliess er vor mir den Zug und verschwand in der Menge. Ich aber stand auf dem Bahnsteig und machte mich auf den Weg zu dem Gasthof ‘Pilot’s End’.
Wo dieser lag, wusste ich nicht. Ich getraute mich nicht, mir einen Taxi zu nehmen, und ich getraute mich vorerst auch nicht, jemanden nach dem Weg zu fragen. Erst als ich mich weit vom Bahnhof entfernt hatte, erlaubte ich mir, mich an jemanden zu wenden und mir den Weg zu Gasthof zeigen zu lassen.
Der Gasthof selber lag am Ende einer Strasse. Es war ein eher schäbiges Hotel, und ich vermutete, dass es von den niederen Dienstgraden der Marine benutzt wurde.
Die Theke lag im Dunkeln. Hinter ihr stand eine ältere Bardame, die interessiert zwei Matrosen zuhörte, die miteinander in Streit geraten waren.
«Mr. Herzog», liess sie als Antwort auf meine Frage vernehmen. «Mr. Herzog ist vor einer halben Stunden eingetroffen. Wenn Sie Mr. Tennant sind, gehen Sie die Treppe hoch und klopfen an die zweite Türe links. Mr. Herzog erwartet Sie.»
«Kam er in Begleitung einer Dame?», fragte ich. Das tat ich, weil ich hoffte, dass Janet eben doch hinter meiner wundersamen Flucht stand. Die Bardame schüttelte den Kopf. Ich ging zur Türe im ersten Stock und klopfte an. Eine energische Stimme forderte mich auf einzutreten.
Ich öffnete die Tür und erstarrte. Vor mir stand der Mann, der mir im Zug gegenüber gesessen hatte.
Er stand vom Tisch auf, auf dem sich eine Flasche Whiskey und eine Schachtel Zigarren befanden. Lange Zeit starrte er mich kühl an.
Plötzlich lächelte er und seine Augen funkelten vor Vergnügen.
«So», sagte er. «Sie sind der Mann, der im Zug Angst vor mir hatte. Aber ich hatte mehr Angst vor Ihnen als Sie vor mir.»
«Sie hatten Angst vor mir?», wunderte ich mich. «Ich habe nichts getan, was Sie hätte in Angst und Schrecken versetzen können.»
Er schaute mich erstaunt an.
«Nicht mit dem, was Sie mir gegenüber getan haben, Captain Rivington. Nur ist es so, dass Sie einen schlechten Ruf haben, und dieser machte mir Angst. Niemand sitzt gerne allein einem Mann gegenüber, der zwei Menschen umgebracht hat.»
Für eine Weile schwieg er, und dann sagte er langsam:
«Und einem Mann gegenüber, der noch nicht weiss, dass er bald einmal einen dritten Mord begehen wird.»
Ich erstarrte. Mit einem Schlag realisierte ich, dass mich Herzog nicht aus dem Gefängnis hatte fliehen lassen, weil er an meine Unschuld glaubte.
KAPITEL II
«Setzen Sie sich und genehmigen Sie sich ein Glas Whiskey», bat mich Herzog.
«So ist es besser», meinte er. «Ich finde es sinnvoll, Sie gleich von Anfang an von der Illusion zu befreien, dass ich Ihre Unschuld beweisen will. Ich habe Sie aus dem Gefängnis befreit, weil Sie ein abscheulicher Schurke sind. Denn gerade deshalb, weil Sie ein abscheulicher Schurke sind, sind Sie in der Lage, einen weiteren Mord zu begehen – einen Mord, mit dem Sie allenfalls verhindern können, dass Sie in wenigen Tagen am Galgen baumeln.»
«Und wenn ich mich weigere?»
«Wenn Sie sich weigern, lasse ich dem Gefängnis einen kleinen Hinweis zukommen. Dann ist Ihre Flucht aus dem Gefängnis zu Ende und Sie haben am nächsten Donnerstag ein Treffen mit dem Henker seiner königlichen Majestät.»
«Würden Sie angesichts der Ausgangslage die Güte haben und mich hören lassen, was es denn genau ist, das ich für Sie tun kann?»
«Sie haben», meinte Herzog, «Ihre Mutter und Ihre Schwester umgebracht, und dies einzig und allein, damit Sie an eine lächerlich kleine Summe Geld gelangen.»
In diesem Augenblick wurde mir klar, dass ich darauf verzichten musste, meine Unschuld zu beteuern. Wollte ich mein Leben retten, musste ich so tun, wie wenn ich tatsächlich ein gewissensloser Mörder wäre, der ohne mit der Wimper zu zucken seine Mutter und seine Schwester ermordet hatte.
Ich räkelte mich in meinem Sessel und sagte so gleichmütig wie möglich:
«Na und? Lassen wir das sein und sprechen wir über meinen Auftrag.»
Das gefiel Herzog.
«Sehr gut», meinte er fröhlich. «Eine Zeitlang habe ich an Ihnen gezweifelt. Doch das tönt nun wesentlich besser. Nun. Um es kurz zu machen: Dieses Mal geht es nicht darum, dass Sie zwei hilflose Frauen ermorden. Dieses Mal, Sie stinkendes Aas, dieses Mal bekommen Sie es mit einem Mann zu tun.»
«Aha», sagte ich. Mehr fiel mir dazu nicht ein.
«Ich bin dazu ermächtigt», fuhr Herzog ungerührt fort, «Ihnen zu versichern, dass ich Ihnen alle notwendigen Mittel zur Verfügung stellen werde, damit der Mord gelingt. Und ebenso bin ich dazu ermächtigt, dafür zu sorgen, dass Sie nach der Tat unbehelligt fliehen können.»
«Und wann soll das geschehen?»
«In vierzehn Tagen. Länger warten können wir nicht, sonst besteht die Gefahr, dass Sie erkannt und gefasst werden.»
Ich versuchte, meine Rolle als herzloser Verbrecher so glaubwürdig als möglich zu
