Auf 100'000 Zug-Kilometern zu zwei Studienabschlüssen
Von Pascal Hirt
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Über dieses E-Book
Erst erkunde ich das Bahnland Schweiz auf eine ganz neue Art. Einsteigen, egal wohin. Die neuen Perspektiven werden auch den Lesenden nicht vorenthalten. Von Anfang an treffe ich auf ständig neue Herausforderungen, welche mich vom eigentlichen Arbeiten abhalten. Doch ich lerne mit den unbeeinflussbaren Situationen umzugehen. Mein Ziel jeweils, möglichst lange durch das Land zu fahren, um viel Zeit für meine Studienarbeiten zu haben. Die Schweiz bietet mir dafür eine fantastische Vielfalt und doch sind die Strecken immer wieder die gleichen. Für meinen zweiten Studienabschluss zieht es mich nach Deutschland. Dies ermöglicht mir neue Horizonte und komplett neue Eindrücke, was mich zum Arbeiten motiviert. Die Strecken gehen nicht mehr quer durch die Alpen, sondern von München an die Nordsee und in andere Ecken des Landes.
Auf Fahrten bis spät in den Abend, erlebnisreiche Verspätungen oder bereichernden Unterhaltungen, durchlebe ich Höhen und Tiefen, um immer wieder von Neuem den Fokus für meine Arbeiten zu finden. Die unzähligen Zug-Kilometer führen mich nicht nur zu zwei Abschlüssen, sie verhelfen mir ebenfalls, mich besser kennenzulernen. So gewinne ich an Gelassenheit und zeige auf, wie es sich unterwegs am besten arbeiten lässt. Das Reisen durch Deutschland gibt mir einen neuen Blick auf meine Heimat, was mich am Ende zurück in die Schweiz führt. Die Erfahrungsberichte sind ergänzt mit nützlichen Tipps und Ideen, um die Lesenden ebenfalls zum Arbeiten im Zug anzuregen.
Pascal Hirt
Pascal Hirt, geboren 1994, aufgewachsen am Thunersee im Berner Oberland. Die Berge und der See prägten seine Kindheit. Bald zog es ihn aus dem gewohnten Umfeld. Für seine Maturaarbeit setzte er sich in ein Schiff auf dem Thunersee, um zu lesen und zu schreiben. Nach dem Mittelschulabschluss eröffneten sich neue Möglichkeiten, seine Kreativität im gestalterischen Bereich zu entfalten. Dies führte Pascal nach Basel zum Studium in Produkt Design. Nach Basel folgte Lund, Gelsenkirchen, Nürnberg, wo er in Design Agenturen erste praktische Erfahrungen machen konnte. Das Interesse, weiteres Wissen anzueignen, führte ihn schliesslich für ein weiteres Studium nach Kopenhagen und München. Das letzte Studienjahr brachte Pascal schliesslich in seinen jetzigen Job als Design Manager bei einem deutschen Labor- und Pharma-Zulieferer. Dabei pendelte er regelmässig mit dem Zug zur Arbeit - erst von München nach Göttingen, seit einem Jahr von Zürich nach Göttingen. Die Erfahrungen ausserhalb der Schweiz waren bereichernd. Das allein unterwegs sein geniesse er nicht nur im Zug, sondern auch in der Natur. Dabei sind für ihn die Schweizer Berge der perfekte Ausgleich. Daher zog es ihn nach mehreren Jahren Aufenthalt im Ausland zurück in die Schweiz. Seine Freizeit verbringe Pascal hauptsächlich damit, in den Zug zu steigen und dabei die Berge anzusteuern. Eine Wanderung lässt ihn vom Alltag entfliehen und bietet neue Ideen, welche er später im Zug niederschreibe.
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Buchvorschau
Auf 100'000 Zug-Kilometern zu zwei Studienabschlüssen - Pascal Hirt
Inhaltsverzeichnis
Abfahrt
Früh geprägt
Inspirierende Arbeitsumgebung
In die Weite
Die Zug-Challenge
Loslegen
Motivationsschub
Mein Fahrplan
Hallo Köln
Alles dabei
Zugfahren lernen
Vollgestopft
Soziale Kontrolle
Kapitel fertigschreiben
Dem Wetter trotzen
Stresstest
Nichts tun
Die Babywiege
Kurzurlaub
Wie lange noch?
Beine vertreten
Zwischenstopp
Orientierungslos
In letzter Sekunde
Mitfahrende
Die Beziehung
Das Hausrecht
Windpfeifen
Gefangen
Verspätungen lernen
Die Fahrt, von der niemand weiss
Nie ausgelernt
Die grösste Ablenkung
Gute Atmosphäre
Schon da!
Auf Speis und Trank
Vernetzt
301 km/h
Hühnerhaut-Moment
Weiterfahren
Verarbeiten
Deutschland und die Schweiz
Liebe DB, liebe SBB
Heimat
Zukunft
Nachtrag
Abfahrt
Bereits seit morgens um acht sitze ich im Zug. Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich länger im Zug sitze, als ich zu Hause schlafe. So ist es mir in den letzten Wochen oft ergangen. Lange im Zug unterwegs zu sein und zu arbeiten bereitet mir Freude. Ist das etwas, was für dich schwer nachvollziehbar ist? Ob du studierst oder bereits einer Arbeit nachgehst, das Arbeiten im Zug ist womöglich fern ab von deinem Alltag. In diesem Buch will ich meine unkonventionelle Arbeitsweise und die damit verbundenen Erlebnisse näherbringen. Lass dich von meinen Erfahrungen und Geschichten inspirieren.
Meine Produktivzeit verlagert sich regelmässig in den Zug. Dort fällt es mir leicht, den Fokus zu finden. Im Zug fühle ich mich gezwungen zu arbeiten, unterwegs nutze ich die Zeit dafür. Zudem ist die Fenstersicht viel spannender als zu Hause. Die Geschwindigkeit, mit welcher ich durch die Gegend rase, spornt mich an. Dabei bildet die ständig sich verändernde Landschaft meine Inspirationsquelle.
Inzwischen ist es 20 Uhr 32. Den Bahnhof Nürnberg hat der Zug soeben verlassen. Nun geht es weiter nach München.
Wieder einmal war es ein abwechslungsreicher, inspirierender und herausfordernder Arbeitstag. Das Umfeld, die erlebten Eindrücke und Ereignisse verlangen mir eine gewisse Anpassungsfähigkeit ab. Doch genau so mag ich es: mein Arbeitsplatz, der Zug. In den letzten Jahren bin ich auf unzähligen Schienenkilometern durchs Land gefahren. Einziges Ziel: meinen Studienarbeiten nachgehen. Dabei wurde das Zugfahren zu einem bereichernden Element in meinem Alltag. Aussergewöhnliche Erlebnisse und grossartige Erinnerungen prägten meinen Weg zu zwei akademischen Abschlüssen. Für meine Bachelorarbeit fuhr ich quer durch die Schweiz. Danach quer durch Deutschland, um meine Masterarbeit abzuschliessen. Die kleinen Dinge sind es, an denen ich mich erfreue. Dabei wurde das Arbeiten im Zug für mich zur Normalität. Gerne denke ich beispielsweise an die bereichernde Begegnung mit Ingrid und Ronja zurück. Und wenn das Zugfahren gerade keine gute Überraschung für mich bereithält, dann vertiefe ich mich in meiner Arbeit.
Früh geprägt
Hinter mir sitzt eine Gruppe Jugendlicher. Sie suchen lautstark nach einer Steckdose für ihre Smartphones. Ich erinnere mich zurück an die Zeit, als ich in ihrem Alter war. Mit zwölf bekam ich eine Tageskarte geschenkt. Mit meinem Jugendfreund Moritz fuhr ich durch die Schweiz, des Zugfahrens wegen. Den ganzen Tag waren wir unterwegs. Von Thun nach Basel, dann nach Genf. Weiter ging es mit dem Schiff nach Nyon, bevor wir auf Umwegen den Weg nach Hause einschlugen. Wir kamen spät nach Hause, zu spät für Zwölfjährige (die noch kein Handy hatten). Kurz vor Mitternacht kamen wir schliesslich nach einem erfüllten Tag daheim an. Mein Grosi machte sich am meisten Sorgen und sie drückte ihr Unverständnis gegenüber meinem Vater aus, dass er es zuliess, uns so spät nach Hause kommen zu lassen. Das sollte jedoch nicht meine letzte ziellose Zugfahrt sein. Der Grundstein für eine zukunftsweisende und nie endende Faszination war gelegt.
Später, als ich im Besitz eines Generalabonnements (GA) war, konnte ich die ganze Schweiz bereisen, so viel und so oft ich wollte. Erst pendelte ich nach Bern zu meinem Praktikum, dann nach Langenthal in die Schule für Gestaltung.
Spätestens als ich mein Design-Studium in Basel begann, war ich noch mehr mit dem Zug unterwegs, insbesondere, als ich an meiner Bachelorarbeit schrieb. Das Ziel war nicht mehr wichtig – Hauptsache, neue Strecken zu erkunden. Ich wollte mich möglichst lange im Zug aufhalten, um auf den Fahrten an meiner Thesis zu arbeiten. Kein konkretes Ziel zu haben, erleichtert das Reisen. Ich fühlte mich während meiner Bachelorarbeit extrem frei. Einfach im Zug zu sitzen und loszufahren – ein grossartiges Gefühl. Die einzige Einschränkung war die Landesgrenze. Von Basel aus gab es nur eine Möglichkeit: Richtung Süden. Doch ich träumte von den weiten Strecken in den Norden.
Mein Masterstudium führte mich nach München, derweil ich Teilzeit in Göttingen arbeitete, dreieinhalb Stunden über die Hochgeschwindigkeitstrassen in den Norden. Somit lohnte sich für mich die BahnCard 100, diese gab mir die Freiheit, auch Deutschland zu bereisen: etwas grösser, mit weiteren Distanzen und ebenso aufregend und bereichernd wie die Schweiz.
