Über dieses E-Book
Die Erzählung vom gesellschaftlichen Aufstieg durch Leistung und Selbstoptimierung erweist sich immer mehr als Mythos. Wie gehen wir mit unserem Ehrgeiz in dieser krisenhaften Gegenwart um?
Jede:r hat einen Ehrgeiz. Aber wenn uns in der Schule, in den Medien und von der Politik erzählt wird, dass wir etwas erreichen müssen, dass wir uns in Rivalität zueinander definieren und in steter Arbeit an uns selbst verbessern sollen, dann wird Andrea Stift-Laube misstrauisch. Sie beleuchtet den Ehrgeiz als konstruktive und auch als destruktive Kraft, zeigt anhand von Themen wie Bildung, Nachhaltigkeit und Erbschaften, wie unser Ehrgeiz manipuliert wird und plädiert dafür, besonders den Ehrgeiz zu pflegen, die schönen Dinge im Leben nicht zu vergessen.
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Buchvorschau
Ehrgeiz - Andrea Stift-Laube
Einleitung
Das Thema des vorliegenden Buches ist tatsächlich ein universelles. Sie werden vielleicht fragen: „Wieso? Einen Ehrgeiz hat nicht ein jeder, dieses Thema interessiert doch nur ganz wenige." Aber das stimmt nicht, erwidere ich dann, denn selbst wenn man keinen Ehrgeiz hat, dann hat man einen Ehrgeiz. Das erkläre ich weiter unten. Außerdem ist es mir im Zuge meiner Recherchen für dieses Buch nicht gelungen, auch nur einen Menschen zu finden, der keinen Ehrgeiz hat. Also wirklich keinen. Ich bin angetreten, das zu beweisen. Es gibt vielleicht auf einer sonnenüberfluteten Insel ein ehrgeizlos vor sich hin meditierendes Wesen, aber sogar bei dem bin ich mir nicht ganz sicher, ob es auf lange Sicht nicht doch einen Ehrgeiz entwickelt. Denn auch wenn man gerade mit anderen Yogabegeisterten im Herabschauenden Hund versinkt, hat man dann nicht zumindest den Ehrgeiz, ein bisschen besser zu leben? Clean, healthy, nachhaltig, im Einklang mit der Natur oder sogar schon verschmolzen mit irgendwas Jenseitigem? Nachdem ich keinen indischen Mönch kenne, der mich in diesem Bereich ein wenig aufklärt, gehe ich forsch davon aus, dass, sagen wir mal, 99 % der Menschen einen Ehrgeiz haben. Die Bandbreite ist natürlich groß und zeigt sich in vielen Bereichen.
Sportlicher Ehrgeiz: Hier gibt es die meisten Rückmeldungen, von zweimal die Woche 1500 Meter schwimmen bis zum demnächst zu absolvierenden Marathon.
Bescheidener Ehrgeiz: Endlich die Wohnung ausmisten. Gesund in Pension gehen. Das Leben meistern.
Und das war es auch schon mit den sachdienlichen Hinweisen. Ich habe einen Punkt getroffen, der mir bis dahin selbst noch nicht ganz klar war: Ehrgeiz ist intim und anrüchig. Man outet sich in gewisser Weise, wenn man seinen Ehrgeiz deutlich formuliert. Andere halten einen vielleicht für oberflächlich, wenn es um materielle oder körperliche Ehrgeize geht. Man stellt sich mit ausformulierten Zielen in das Lager derer, die gewinnen möchten, die unbedingt besser sein wollen als andere.
Von einigen der Menschen, die mir auf Facebook oder in privaten Gesprächen geantwortet haben, weiß ich, dass sie ganz andere Ehrgeize haben, als sie selbst laut proklamieren. Aber die klingen nicht ganz so gut, haben vielleicht mit Macht oder Ermächtigung zu tun und damit, dass ein:e Konkurrent:in schlechter aussteigt. Ich hatte einmal eine Freundin, die sich nur mit Frauen umgeben hat, die in ihren Augen weniger hübsch waren als sie selbst. Ihr Ehrgeiz war es, in jeder Situation die Schönste zu sein. Wir waren, was Wunder, nicht lange befreundet. Ehrgeiz ist auch deswegen schambesetzt, weil er nicht immer das Beste im Menschen hervorbringt.
Meine Einstiegshypothese in diesen kleinen Essay lautet, dass jede:r von uns einen großen oder auch kleinen Ehrgeiz sein:ihr Eigen nennt. Ich habe ihn genauso wie Sie. Ich plädiere dafür, rechtzeitig zu erkennen, wenn dieser Ehrgeiz überhandnimmt und die schönen Seiten des eigenen Lebens beeinträchtigt. Ich möchte Sie dazu bringen, den Ehrgeiz zu pflegen, aufs schöne Leben nicht zu vergessen. Deswegen habe ich dieses Buch geschrieben. Erkunden wir diese treibende Kraft unserer Leben doch gemeinsam.
Ich und mein Ehrgeiz
Wenn ich einen Brief von einem Amt bekomme, weiß ich schon, was mich am Anfang desselben erwartet, vor allem dann, wenn es ein Amt in Graz ist, wo ich lebe, wo man mich vom Hörensagen kennt oder in dem man mich der Kulturszene zuordnet. Dasselbe erwartet mich, wenn ich eine persönliche Einladung von einem der Vereine bekomme, bei denen ich Mitglied bin. Es erwartet mich die Anrede „Frau Mag." Ich habe es mittlerweile aufgegeben, zu antworten und um Richtigstellung zu bitten, damit man mich nicht später einmal der Anmaßung oder gar des Betrugs bezichtigen kann. Vielen Dank für Ihre Mitteilung, ich bitte bloß um eine kleine Korrektur: Ich führe keinen akademischen Titel. Ich habe das aufgegeben, denn jedes Mal hat man mir zurückgeschrieben: Danke für den Hinweis, wir ändern das in unserer Datenbank. Genutzt hat das bis heute wenig. Es war leichter, die Ämter und Vereine nach der Hochzeit an meinen Doppelnamen zu gewöhnen, als an meine Titelfreiheit. In Österreich hat man einen Titel. Wenn man keinen Titel hat, dann macht man sich einen. Entweder durch jahrelanges, ehrgeiziges Studium oder durch einen Schnellkurs in Bratislava. Man kann sich Titel auch ersitzen, wenn man dementsprechende Stellen im öffentlichen Dienst innehat, oder man ist so berühmt, dass irgendeine Uni einen bemerkt und einem einen Ehrendoktor verleiht. Mittlerweile tragen auch Fachhochschulen und Aufbaustudien zur fröhlichen Titelschwemme bei. Jede:r hat einen Titel, und wenn man keinen hat, dann wird man trotzdem mit einem angesprochen. Bei der letzten Einladung zu einem Kulturbeirat einer Einrichtung für Erwachsenenbildung war mein Name auf nahezu beängstigende Weise von solchen mit Titeln umgeben. Alle klangen sie sehr imposant. Da gab es: UProf., DI, Dr., UD, MMMag., Prof., Präsident, DDr. – und dann gab es mich: Frau Stift-Laube. Die einzige Kulturbeirätin ohne akademisch geprüfte Expertise. Ich fühlte mich sozusagen am Papier nackt zwischen all diesen Titeln, die in den verschiedensten Kombinationen gedoppelt und getrippelt daherkamen.
Das Schlimme ist: Ich sehe das mit einem linken kritischen und einem rechten ironischen Auge – und will trotzdem einen. Die mich umgebende Titelflut rührt an eine tiefsitzende Kränkung, weil ich mein Studium nie abgeschlossen habe. Sie erinnert mich daran, dass mein Leben anders verlaufen ist,
