CLARIMONDE: Die Vampirin
Von Thomas M. Meine (Editor), Théophile Gautier und Lafcadio Hearn
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Über dieses E-Book
Der Vampir, ein ungeklärter Begriff aus dem slawischen Sprachraum, ist keine literarische Erfindung, sondern hat seinen Ursprung im Volksglauben in Sagen und Märchen unterschiedlicher Kulturkreise. Bereits aus der Antike sind blutsaugende Wesen in vielen Religionen bekannt.
Die Vampirgeschichten der Neuzeit, in unseren Breiten vornehmlich ab dem 19. Jahrhundert entstanden, dienen dagegen häufig als Projektion für menschliche Urängste und für geheime und unterdrückte sexuelle Wünsche. Man findet starke erotische Elemente, welche die Reglementierung von Sexualität durch religiöse und gesellschaftliche Moralvorstellungen außer Kraft setzen und somit ein Ventil für sexuelle Fantasien darstellen.
Unsere Clarimonde verführt einen Priester namens Romuald, das Buch reflektiert aber zugleich die allgemeinen sexuellen Zwänge. Sie war eine Vorläuferin der Carmilla von Sheridan Le Fanu, der im Jahre 1872 eine lesbische Vampirin schuf. Aus diesen und anderen blutsaugenden Verführerinnen des Grauens wurden Objekte der Begierde, die in der Literatur und im Kino nicht mehr wegzudenken sind.
Théophile Gautier
Théophile Gautier (Tarbes, 1811 – Neuilly-sur-Seine, 1872) fue un poeta, dramaturgo, novelista, periodista, crítico literario y fotógrafo francés. Además de su presencia en el romanticismo francés y su proyección en el costumbrismo, se le ha considerado por algunos como fundador del parnasianismo, y precursor del simbolismo y la literatura modernista.
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Buchvorschau
CLARIMONDE - Thomas M. Meine
Das von Théophile Gautier verfasste Werk erschien erstmals im Jahre 1836 in französischer Sprache unter dem Titel 'La Morte Amoureuse' (die liebende Untote). Lafcadio Hearn hat das Buch unter dem Titel 'Clarimonde' ins Englische übertragen und im Jahre 1908 erneut veröffentlicht. Letztere Version liegt der Übersetzung zugrunde.
Mit Illustrationen aus den Werken und sonstige.
Bruder, du fragst mich, ob ich je geliebt habe. Ja, das habe ich. Meine Geschichte ist seltsam und schrecklich, und obwohl ich sechsundsechzig Jahre alt bin, wage ich es kaum, in der Asche dieser Erinnerung zu wühlen. Ich kann dir nichts abschlagen, und einem weniger erfahrenen Verstand würde ich eine solche Geschichte nicht erzählen. Die Umstände des Geschehens waren so merkwürdig, dass ich kaum glauben kann, jemals wirklich beteiligt gewesen zu sein.
Mehr als drei Jahre lang war ich das Opfer einer höchst seltsamen und teuflischen Illusion. Obwohl ich ein armer Landpfarrer war, lebte ich jede Nacht in einem Traum – ich wünschte, es wäre alles nur ein Traum gewesen – ein sehr weltliches Leben, ein verdammtes Leben, das Leben eines Sardanapalus. Ein einziger Blick, den ich allzu frei auf eine Frau warf, hätte mich fast um den Verstand gebracht; aber schließlich gelang es mir durch die Gnade Gottes und den Beistand meines Schutzpatrons, den bösen Geist zu vertreiben, der von mir Besitz ergriffen hatte.
Mein tägliches Leben war lange Zeit mit einem nächtlichen Leben ganz anderer Art verwoben. Tagsüber war ich ein Priester des Herrn, beschäftigt mit Gebeten und heiligen Dingen. Nachts, sobald ich die Augen schloss, wurde ich ein junger Edelmann, ein feiner Kenner von Frauen, Hunden und Pferden; ich spielte, trank und lästerte; und wenn ich bei Tagesanbruch erwachte, schien es mir umgekehrt zu sein, als hätte ich geschlafen und nur geträumt, ein Priester zu sein.
Von diesem schlafwandlerischen Leben sind mir nur die Erinnerung an bestimmte Szenen und Worte geblieben, die ich nicht aus meinem Gedächtnis verbannen kann. Obwohl ich die Mauern meines Pfarrhauses nie wirklich verlassen habe, könnte man, wenn man mich reden hört, meinen, ich sei ein Mann, der, aller weltlichen Freuden überdrüssig, Ordensmann geworden ist und ein stürmisches Leben durch Dienste an Gottes zu beenden sucht, und nicht ein bescheidener Seminarist, der in dieser dunklen, tief im Wald gelegenen, vom Leben des Jahrhunderts isolierten Kurie alt geworden ist. Ja, ich habe geliebt, wie niemand auf der Welt je geliebt hat – mit einer wahnsinnigen, wütenden Leidenschaft – so heftig, dass ich mich wundere, dass sie mir nicht mein Herz zerrissen hat. Ach, was für Nächte – was für Nächte!
Seit meiner frühesten Kindheit fühlte ich mich zum Priestertum berufen, und alle mein Streben war darauf ausgerichtet. Bis zu meinem vierundzwanzigsten Lebensjahr war mein Leben nur ein verlängertes Noviziat. Dann, nachdem ich mein Theologiestudium abgeschlossen hatte, empfing ich nacheinander alle niederen Weihen, und meine Oberen hielten mich trotz meiner Jugend für würdig, die letzte schreckliche Stufe zu bestehen.
Meine Priesterweihe war für die Osterwoche vorgesehen. Ich war nie in die Welt hinausgegangen. Meine Welt war durch die Mauern des Kollegs und des Seminars begrenzt. Ich wusste vage, dass es etwas gab, das man Frau nannte, aber ich erlaubte meinen Gedanken nie, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, und ich lebte in einem Zustand vollkommener Unschuld. Nur zweimal im Jahr sah ich meine kranke und alte Mutter, und diese Besuche waren meine einzigen Beziehungen zur Außenwelt.
Ich bedauerte nichts; ich fühlte nicht das geringste Zögern, den letzten unwiderruflichen Schritt zu tun; ich war von Freude und Ungeduld erfüllt. Niemals hatte ein Verliebter die langsamen vergehenden Stunden mit größerem und fieberhafterem Eifer gezählt. Ich schlief nur, um zu träumen, dass ich einmal die Messe halten würde; ich glaubte, es könne nichts Schöneres auf der Welt
