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Geschichten vom Sonnenkind und vom Mondkind
Geschichten vom Sonnenkind und vom Mondkind
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eBook66 Seiten48 Minuten

Geschichten vom Sonnenkind und vom Mondkind

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Über dieses E-Book

Zwei Kinder erleben Abenteuer auf einem Kontinent, der Südamerika heißt. Die beiden wissen nichts voneinander, denn eines lebt hoch oben im Andengebirge auf einer Insel im See Titikaka, das zweite an der Küste des Stillen Ozeans, am Rande der Wüsten und fernab der Menschen, denen es jedoch hin und wieder einen Besuch abstattet, unerkannt allerdings, denn es ist unsichtbar wie auch jenes hoch oben im Gebirge. Zwei seltsame Wesen also, kosmische außerdem, das eine Kind der Sonne, das andere Kind des Mondes. Sie könnten Geschwister sein wie Tag und Nacht. Während das Sonnenkind im Gefieder eines Kondors durch die Lüfte schwebt, taucht das Mondkind auf dem Rücken eines Rochens sitzend in die Tiefe des Ozeans oder wandert in Begleitung einer Schlange durch die Wüste Atacama und wünscht sich, es könnte wie die Menschenkinder sein, sichtbar und nur eine Zeit lang Kind. Doch Mondkind und Sonnenkind sind von Ewigkeit wie auch die Fee, die über Zeit und Raum gebietet. Die ruft die beiden eines Tages in der Pampa von Nazca, wo rätselhafte Geoglyphen den Boden decken, zu sich und gibt dem Schicksal der Kinder eine jähe Wendung. Die beiden werden plötzlich sichtbar für die Menschen, und zwar auf eine ganz und gar wundersame Weise.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum15. Mai 2013
ISBN9783738066128
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    Buchvorschau

    Geschichten vom Sonnenkind und vom Mondkind - Jochen Jobles

    Wie alles begann

    Es waren einmal zwei Kinder, die glichen einander, dass man sie für Zwillinge halten mochte. Ganz zierlich von Gestalt und sehr lieblich von Angesicht wandelten sie daher, dass jedermanns Auge an ihnen seine Freude hätte. Doch für die Augen der Menschen waren die beiden unsichtbar. Wenn die Menschen aber mit den Augen von Sonne und Mond begabt wären oder wie manche der Tiere und viele der Pflanzen mit dem genauen Blick für das Unscheinbare, dann könnten auch sie die beiden erkennen. Gewiss würden sie das eine das Sonnenkind nennen, weil es hell wie die goldene Sonne strahlt, und das andere das Mondkind, weil es glänzt wie der silberne Mond.

    Doch die Augen der Menschenkinder sind nicht geschaffen, das Himmlische zu erkennen, sondern das Irdische, das ihnen oft genug als ein Unheimliches daherkommt und ihnen Angst macht. Da gerät plötzlich die vertraute Welt ins Wanken und Stürzen und die Hand greift ins Leere, wo soeben noch ein Halt war. Wenn das Irdische den Menschenkindern keinen Halt mehr bietet, suchen sie ihn im Überirdischen, im Glauben. Soweit sind sie damit gekommen, dass sie an ein ewiges Leben im Überirdischen glauben.

    Es sind jedoch nicht die Menschenkinder, denen ein ewiges Leben beschieden ist. Allein den Kindern von Sonne und Mond ist ein solches Schicksal bestimmt. Tagaus und tagein, vom Anfang der Welt bis zu ihrem Ende gehen sie ihrer Wege ohne älter zu werden, ewig jung und in immerwährender Unschuld.

    Den Menschenkindern dagegen ist eine Frist gesetzt für ihr Dasein auf Erden. Kaum sind sie geboren, beginnen sie zu altern, um eines Tages die Welt für immer und mit Schuld beladen zu verlassen. Nur wenige von ihnen gehen schuldlos davon, die meisten machen sich schuldig an ihresgleichen, an den beseelten Kreaturen, den seelenlosen Geschöpfen und an der leblosen Natur. Alles wollen sie besser machen, nichts ist ihnen gut genug. Sie machen die Nacht zum Tag und finden keine Ruhe in ihren hell erleuchteten Städten, wo sie sehr einsam sind.

    Doch in ihren Träumen finden die Menschenkinder manchmal dorthin zurück, wo ihnen einst alles gut genug war und sie in Eintracht lebten mit ihresgleichen, mit den beseelten Kreaturen und den seelenlosen Geschöpfen. Damals waren sie noch eins mit der Natur und ihr Leben folgte dem Wechsel von hellem Tag und dunkler Nacht und dem Umlauf des Sternenhimmels.

    Wie im richtigen Märchen Zauberer und Feen ihr Wesen treiben, sprechende Tiere auftreten und überhaupt ganz seltsame Dinge geschehen, so sind auch die Geschichten über die beiden Himmelskinder reichlich sonderbar. Geschichten aus einem fernen Land, wo ein stiller, dunkler Ozean seine Wellen sanft an eine schmale Küste wirft und wo hohe Berge bis zum Himmel reichen und einen kristallklaren See umschließen. Dort leben seit Urzeiten die Freunde und Gefährten der Kinder von Sonne und Mond und auch mancherlei seltsame Menschenkinder, die nach des Tages Mühe am Abend ihre steinernen Häuser verlassen und ein Feuer anzünden, um sich daran zu wärmen und dem Zauber der Flammen zu erliegen. Dann lauschen sie manchmal den Märchen aus alten Zeiten.

    Wer weiß, was uns die Kinder von Sonne und Mond erzählen könnten, wenn sie in unseren Kreis träten. Dann hingen unsere Augen an ihrem Mund und wir spitzten die Ohren, um ihnen auf ihren Wegen zu folgen.

    Wo das Sonnenkind wohnt

    Weit weg und so weit weg, dass kaum einer dahin gelangt, da lebt auf einer Insel im See Titikaka seit ewigen Zeiten das Sonnenkind. Das Haus, in dem es wohnt, das hat kein Dach und keine Fenster und alle Türen stehen offen. Regen und Wind, der Sonne wärmende Strahlen wie auch die Kälte der Nacht können hier eintreten, wie es ihnen beliebt, denn nichts und niemand hindert sie daran.

    Wenn die Nächte sehr kalt werden, kommt Lama herein, um das frierende Sonnenkind zu wärmen. Lama trägt ein Kleid aus warmer, weicher Wolle, das reicht für beide.

    Einst, als Lama noch nicht auf der Insel hauste, kam Puma in den kalten Nächten zum Sonnenkind. Puma ist ein großes Katzentier und

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