Über dieses E-Book
Pips und seine Freunde wollen nicht kampflos aufgeben und überlegen fieberhaft, wie sie die Menschen in ihrem Treiben aufhalten können. Doch was können die Tiere gegen die Menschen und ihre Maschinen schon unternehmen?
Palle Rolfs
Palle Rolfs wurde 1986 in Göttingen geboren. Nach dem Latein- und Politikstudium in Göttingen und Bologna hat er sein Referendariat in Lübeck absolviert. Aktuell arbeitet er als Lehrer in Braunschweig. Seine Arbeit als Lehrer, der Umgang mit Kindern und sein Leben in einer Großfamilie hat ihn dazu motiviert Geschichten zu schreiben, die besonders an das jüngere Lesepublikum gerichtet sind.
Ähnlich wie Pips und der Eisenzahn
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Rezensionen für Pips und der Eisenzahn
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Buchvorschau
Pips und der Eisenzahn - Palle Rolfs
Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch das runde Fenster von Pips Wohnung im Wipfel der alten Eiche. Pips gähnte herzhaft und kuschelte sich in seine blau weiß karierte Decke. Er blieb noch eine Weile mit geschlossenen Augen liegen und genoss die Wärme, die die Sonnenstrahlen mit sich brachten. Schließlich stand er auf und streckte erst den rechten und dann vorsichtig den linken Flügel.
Auf dem ersten Blick sah er wie eine gewöhnliche Eule aus. Er war nicht auffallend groß. Von den Zehen seiner Füße bis zu den Federn seines Scheitels maß er etwa 25cm und mit seinen neun Wintern, die er kommen und gehen gesehen hatte, galt er noch als Jungeule. Doch Pips war keine gewöhnliche Eule. Pips konnte nicht fliegen.
Als er noch ein kleines Eulenküken war, hatte ihn die Neugier an den Rand seines Nestes getrieben. Er wollte über die Grenzen seines Nestes hinwegblicken und wissen, wie es im Rest des Waldes aussah. Er hopste an den Rand seines Nestes, doch da erfasste ihn ein plötzlicher Windstoß. Pips stürzte ab. Er überlebte den Sturz, da er direkt in einem Himbeerstrauch landete, aber sein linker Flügel war gebrochen. Mit der Zeit verheilte der Flügel zwar, aber es reichte nicht fürs Fliegen. Er hatte sich mit seiner Flugunfähigkeit arrangiert. Nur wenn er andere Vögel am Himmel unbeschwert umherfliegen sah, dann wurde ihm manchmal schwer ums Herz und er fragte sich, wie sein Leben aussehen würde, wenn er als Küken nicht so neugierig gewesen wäre. Die trüben Gedanken verflogen aber meist schnell und Pips war der Ansicht, dass er auch ohne Fliegen prima zurechtkam. Schließlich konnte er überall zu Fuß hingehen, es dauerte nur etwas länger.
Pips begann diesen sonnigen Tag damit den alten Bollerofen mit Holz zu füllen und das Wasser für den Kaffee aufzusetzen. Im Frühling sammelte er zusammen mit seinem Freund, dem Eichhörnchen Lutz, die Eicheln, die zahlreich an der alten Eiche wuchsen. Gemeinsam mahlten und rösteten sie die Eicheln zu einem herrlichen Kaffee. Vor dem ersten Schluck hielt Pips immer seinen Schnabel dicht an die Tasse und atmete tief ein. Das kräftige Aroma erinnerte ihn an die alte Eiche, in der er wohnte. Pips Wohnung war recht einfach eingerichtet. Neben dem Bett und dem alten Bollerofen gab es ein Bücherregal, einen Ohrensessel, in dem Pips besonders in den Wintermonaten sehr viel Zeit verbrachte und eine kleine Vorratskammer. Er konnte sich keinen gemütlicheren Ort vorstellen und nach Pips Meinung kam es bei einem Wohnort zu allererst auf die Gemütlichkeit an.
Pips ging mit seinem Kaffee nach draußen und setzte sich auf den breiten Ast, der zu seiner Wohnungstür führte.
Das Holz des Astes war nicht glatt und hell, wie es bei jüngeren Bäumen der Fall war. Das Holz war von Furchen und Rissen durchzogen und es war schwarz. Die Farbe hatte nichts mit dem Alter des Baumes zu tun. Vor vielen Jahren war ein Blitz in die Eiche eingeschlagen und hatte den oberen Teil des Baumes schwarz gefärbt. Wenn man seine Nase, oder in Pips Fall den Schnabel, ganz dicht an das Holz hielt und tief einatmete, dann konnte man einen leichten Hauch von Kohle riechen. Pips saß gerne auf dem dicken Ast vor seiner Wohnungstür. Er liebte das Gefühl, wenn er seine Zehen in das rissige und raue Holz grub, so wie Katzen manchmal ihre Krallen in ein Kissen graben und dabei schnurren. Die einzelnen Äste der Eiche lagen dicht beieinander und bildeten eine natürliche Leiter, so dass Pips ohne zu Fliegen bis zu seiner Wohnung nach oben klettern konnte.
So früh am Morgen war es noch still im Wald. Vereinzelt konnte Pips das Zwitschern von Vögeln hören, die früh auf den Beinen waren, aber ansonsten hörte man wenig im Wipfel der Eiche. Von hoch oben konnte er die Bieber im Fluss beobachten, die gerade dabei waren ihren Bau mit weiteren Zweigen zu verstärken. Er sah die zahlreihen Blumen am Boden, die sich nach ihrem Winterschlaf nun reckten und streckten und in vielen verschiedenen Farben blühten. Er sah die Hasen, die noch etwas verschlafen umherhoppelten und er sah Lutz, der wie von der Hummel gestochen in seine Richtung rannte.
»Nanu, der hat es aber eilig«, dachte Pips. »So früh ist der doch sonst nie auf den Beinen.«
»Piiiiips!«, rief Lutz schon von weitem.
»Ich bin hier oben, Lutz«, rief Pips zurück.
Lutz kam völlig außer Atem am Fuß der Eiche zum Stehen.
»Pips … «, japste er. »Pips … der Wald … der Wald … «
»Jetzt beruhige dich erstmal, Lutz. Was ist denn mit dem Wald?«
Es dauert eine Weile bis Lutz einigermaßen zu Atem gekommen war. »Pips … die Menschen … der Wald … die Menschen zerstören den Wald!«
Vor Schreck hätte Pips fast seine Kaffeetasse fallengelassen. Warum sollten die Menschen so etwas tun? Pips hatte früher schon Menschen gesehen, die im Wald spazieren gingen. Dabei kamen sie ihm nicht so vor, als wollten sie den Wald zerstören. Er ließ seine halbvolle Kaffeetasse auf dem Ast stehen und kletterte so schnell er konnte die Eiche herunter. Als er unten angekommen war, hatte sich Lutz so weit gefasst, dass er normal sprechen konnte.
»Oh, Pips, es ist schrecklich. Ich kann es dir gar nicht beschreiben, du musst es dir selber anschauen.«
Lutz lief voran und Pips rannte so schnell er konnte hinterher.
Es dauerte nicht lange und Pips hörte ein Rattern und Dröhnen, das immer lauter wurde, je näher sie dem Ursprung der Geräusche kamen.
